Die Selbstbeweihräucherung der repräsentativen Demokraten stinkt noch sehr viel mehr.
Ich kann auf Dauer die Demokratie und den Rechtsstaat nicht gegen Bevölkerungsmehrheiten verteidigen.
Wer das glaubt, wird sehr bald feststellen, dass ihm beides verloren geht.
Demokratische Herrschaft überlebt nur, der Rechtsstaat überlebt nur, wenn eine Bevölkerungsmehrheit das Gefühl hat, ernst genommen zu werden.
Das wird sie von den selbstreferentiell in ihren geschlossenen Zirkeln diskutierenden Eliten längst nicht mehr, deren geistiges Spielfeld von den Schranken der politischen Korrektheit sauber eingehegt wird.
Die Medien transportieren ja nicht mehr die öffentliche Meinung - die wird nur noch in den Leserbriefen, soweit sie nicht redaktionell wegzensiert werden, sichtbar.
Sie produzieren die veröffentlichte Meinung, die im Wesentlichen mit der der herrschenden Eliten übereinstimmt, da die Journalistenkaste mit den Eliten das Weltbild der politisch Korrekten teilt und diese in ihrer Korrektheit bestärkt und bestätigt.
Dabei wird die Kluft zwischen oben und unten, zwischen Realität und Wahrnehmung der Realität durch diese Eliten immer größer, die Entfremdung zwischen wachsenden Teilen der Bevölkerung und einer Demokratie, von der sie sich nicht mehr vertreten fühlen, auch.
Das ist verheerend, zerfrisst die Fundamente von Demokratie UND Rechtsstaat.
Das Schweizer System hat den großen Vorteil, dass diese abgehobenen Eliten immer wieder sehr unsanft geerdet werden, ihre Gedankenblase wird angestochen durch Volksabstimmungen wie diese.
Das ist unschätzbar wertvoll.
Auch wenn mir das Ergebnis nicht behagt, wünschte ich mir plebiszitäre Elemente auch für die Bundesrepublik, um diese Käseglockendemokratie aufzubrechen.
Sonst wird sie zerbrochen auf wesentlich unsanftere Art.
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Ergebnis 941 bis 950 von 2238
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11.12.2009, 13:45
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Geändert von arouet58 (11.12.2009 um 14:06 Uhr)
Cum grano salis
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11.12.2009, 14:00Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Gar keine schlechte Idee! Hygienisch sauberes Land, durch die Bank freundliche und höfliche Menschen, kein Drängeln, selbst im Strassenverkehr, da überall nur Tempo 100 gilt. Kinder respektvoll, man beobachtet Schulklassen mit nur 1 erwachsenen Begleitperson, sprich Lehrer, keine Gewaltanwendung von Halbwüchsigen gegenüber Erwachsenen, so gut wie keine Kriminalität ....
P.
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11.12.2009, 14:41
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Eine Erweiterung plebiszitärer Elemente für die Bundesrepublik würde ich sehr begrüßen.
Nach dem letzten "ARD-Deutschlandtrend" sprechen sich 69 Prozent der Bürger dafür aus, dass die Bundeswehr möglichst schnell aus Afghanistan abziehen sollte.
Die Quoten für die Ablehnung der Rente mit 67 und für die Einführung von Mindestlohn sind ähnlich.
Noch Fragen?Geändert von utopia_2020 (11.12.2009 um 14:47 Uhr)
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11.12.2009, 14:58
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Da habe ich anderes beobachtet: Vural Öger hat in einer Fernsehsendung mit zwei Moderatoren, eine weibliche und einen männlichen, die Frau nicht ein einziges Mal angeschaut oder ihre Fragen beantwortet.
Er hat sie einfach ignoriert und zwar auf eine Weise, die ich als gestört bezeichnen möchte.
Ich empfand ihn als nicht-integriert.
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11.12.2009, 15:00
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11.12.2009, 15:05
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11.12.2009, 15:48Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Wenn sich dann die Aufregung wieder etwas gelegt hat, drängen sich aber trotzdem noch so einige Fragen auf.
Warum lässt der Islam als Religion die Emotionen so im negativen Sinne hochkochen?
Was hält er dem Westen denn für einen Spiegel vor?
Wenn die Frauen im Westen doch ach so gleichberechtigt sein sollen, warum regen sich denn alle so auf?
Wer sich seiner Sache sicher ist, muss doch nicht andere ausgrenzen?
Die Fronten scheinen da ohnehin sehr asymmetrisch zu verlaufen, einige meiner moslemischen Freunde finden den Entscheid gut.
Monsoon
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11.12.2009, 15:58
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11.12.2009, 16:02
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Du verwechselst etwas.
Ich bin Gegner einer menschen-, speziell männerverachtenden Ideologie, dem Feminismus, kein Gegner der Frauen.
Aber es gehört zum beständigen Inhalt des argumentativen Klempnerkastens von IdeologInnen, pars pro toto zu setzen.
Der Feminismus spricht nicht für DIE Frauen.
Der Kommunismus sprach nicht für DIE Arbeiter.
Der Nationalsozialismus nicht für DIE Deutschen oder gar die Arier.
Auch wenn die jeweiligen Ideolgievertreter gerne behaupten/behaupteten, dem sei so.
Willkommen im Club.
Wer ihn bekämpfen will, muss nicht DIE Frauen bekämpfen, sondern nur jene IdeologInnen, die sich gerne hinter DEN Frauen verschanzen.Geändert von arouet58 (11.12.2009 um 16:06 Uhr)
Cum grano salis
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11.12.2009, 16:03



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