Das ist natürlich ein Schmankerl der besonderen Art, zu beobachten, mit welcher Arroganz sich die "Volksfreunde" über das "einfache" Volk erheben, für das sie doch sonst immer zu streiten vorgeben, wenn sich dieses Volk erdreistet, mehrheitlich nicht ihrer Meinung zu sein.
Dann ist das Volk, das ansonsten gute, dicke Kind, plötzlich dumm, unartig, hat das falsche Bewußtsein, muss umerzogen und bevormundet werden.
Das haben unsere heutigen Linken/Feministinnen noch mit der alten Linken gemein.
Wenn das Volk nicht spurt, dann setzt es was, ist Schluss mit lustig.
Dann wird der Vorwurf der "Pöbelherrschaft", der so gerne von rechts erhoben wird, plötzlich zu einem linken Kampfbegriff in Form des "Stammtisches" (igitt), dann ist die Demokratie auf einmal zu wertvoll, um sie der Canaille, also der Mehrheit, zu überlassen, denkt unsere linke "Aristokratie", dieser selbst ernannte Geistesadel der fortschrittlich-recht Denkenden.
Es ist, wie gesagt, ein absurdes, trauriges Theater, eine echte Comédie humaine, auf der Linken wie der Rechten.
Denn die Rechte ist ja nicht besser, nicht moralischer, nicht klüger, sie ist nur anders, anders mental herausgefordert, aber nicht weniger mental herausgefordert als die Linke.
Und Hand in Hand tanzen sie uns mal wieder in den Untergang, wie so oft schon.
Antworten
Ergebnis 931 bis 940 von 2238
-
10.12.2009, 22:50
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Geändert von arouet58 (10.12.2009 um 22:54 Uhr)
Cum grano salis
-
10.12.2009, 23:15Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
In der Schweiz hat Volkes Stimme aber herausragenden Stellenwert.
Ich verstehe die schweizerische Demokratie so, dass die schweizerische Verfassung dem Volk dient und dass das Volk eindeutig über der Verfassung steht – und niemand sonst. Die Verfassung ist dort keine "Heilige Kuh" und was der schweizerischen Bevölkerung grundlegend und sehr wichtig ist, kommt in die Verfassung hinein.
Ich kann sehr wohl akzeptieren, dass die schweizerische Bevölkerung darüber stritt, ob das Bauverbot von Minaretten in der Verfassung stehen soll.
Aber der schweizerische Bundesrat und das schweizerische Parlament haben das Initiativbegehren geprüft und die Vorlage für gut und verfassungskonform befunden. Kann ja sein, dass es mit dem Hintergedanken geschah, das schweizerische Volk würde diese Initiative ohnehin mehrheitlich verwerfen – was wiederum zeigt, dass die meisten Regierenden plus Ideologen keinen blassen Schimmer davon haben, was die Bevölkerung wirklich bedrückt.
Um so größer dann der Aufschrei, als die schweizerische Bevölkerung mit rund 58 % die Minaretts-Verbots-Initiative annahm.
Dieser nun als "dumm, rassistisch, islamophob, xhenophob (fehlt noch was?)" betitelten schweizerischen Bevölkerung war die Minarett-Initiative eben so wichtig, dass sie mehrheitlich das Verbot in der Verfassung haben will. Punkt.
Weder hat die Schweiz vor, Moscheen zu verbieten noch tangiert die Minarett-Initiative die Glaubensfreiheit, noch werden die Menschenrechte in irgendeiner Weise angekratzt – schon gar nicht können Blocher/die SVP die schweizerische Bevölkerung in irgendeiner Weise programmieren, weil die Masse angeblich zu blöd sei!!
-
10.12.2009, 23:20Inaktiver User
-
10.12.2009, 23:46
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Zitat aus Post 898, Blautanne:
Vural Öger hat einen offenen Brief an seine deutschen Mitbürger gerichtet. Darin heißt es:
... Wolfgang Bosbach von der CDU, den das finstere Geschehen in der Schweiz zu der Forderung animierte, man müsse die Furcht der Bevölkerung vor der Islamisierung ernstnehmen, und der sich zudem zu der gefährlichen Dummheit verstieg, in der Architektur von Moscheen manifestiere sich ein "islamischer Herrschaftsanspruch".
Ärger noch trieb es der Chefredakteur der "Weltwoche", Roger Köppel, der hetzte, wenn Muslime unbedingt in einer Moschee mit Minarett beten müssten, dann "sollten sie doch in ein anderes Land gehen". Die rechtspopulistische Volksinitiative in der Schweiz wurde auf ihrer Homepage noch deutlicher: "Wer Minarette baut, will bleiben. Für die Bevölkerung sind Moschee und Minarett der unübersehbare Beweis dafür, dass die Einwanderer bleiben wollen."
Das trifft das Problem auf den Punkt: Denn der Islam, den der Vatikan eine "große Weltreligion" nennt, ist nur der verlogene Vorwand für die uralte Fremdenfeindlichkeit der Ewiggestrigen. Auch die Minarette sind ein Vorwand - davon gibt es in der Schweiz bis dato ganze vier. Zwar haben die Schweizer in ihrer Mehrheit und deren plappernde Nachbeter jetzt einen üblen Angriff auf die Religionsfreiheit gestartet.
... Gewiss, Ängste mögen hier und da vorhanden sein. Doch Ängste kann man auch wecken und erfinden, wie auf den Plakaten in der Schweiz, auf denen eine schwarz vermummte Frau vor raketengleichen Minaretten auf der Landesflagge lauerte. Die Botschaft lautete dort auch, der Islam sei unvereinbar mit "unseren" Werten, und die schmierige Manipulation versuchte aus allen Bürgen Opfer zu machen, was ja bei einer Mehrheit tatsächlich gelang, die sich als Verteidiger einer fragwürdigen Freiheit fühlen sollte. In diesem Zerrbild von Realität und Menschlichkeit ist der beste Muslim einer, den man nicht sieht - oder wie gehabt: nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!
Die Schweiz darf uns auf keinen Fall infizieren. Die Verbohrtheit einiger Extremisten und ihrer Mitläufer darf uns nicht zurückwerfen in die Zeit vor Friedrich dem Großen und der Aufklärung. Unser Grundgesetz garantiert die Freiheit zur Ausübung einer Religion, mit oder ohne Minarett. Das sind die Grundwerte, von denen so viel die Rede ist. Niemand darf sie zerschlagen.
Auszüge aus: "Die Schweiz darf uns auf keinen Fall infizieren", SPIEGEL
Die Sprache dieses Briefes, das Vokabular - das spricht für sich. Mit umgekehrten Vorzeichen könnte das aus dem rechten Lager der SVP kommen!
Linke Feministinnen: Mehr als nur einige haben für die Initiative gestimmt.
........
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
. . . . .
. . . . .
. . . . .
. . . . .
. . . . .
. . . . .
. . . . .
. . . . . 
-
11.12.2009, 06:51Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Alinghi, Du hast es erfasst.
-
11.12.2009, 09:46
-
11.12.2009, 13:00Inaktiver User
-
11.12.2009, 13:14
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
grundsätzlich kann ich Blautanne in dem meisten was sie schreibt beipflichten, und kann einige reaktionen nur als typisch schweizerisch gegenüber den hochnäsigen Deutschen verstehen. Aber:
Ja nun, das schweizer Volk hat nunmal beio den Bauvorschrioften nichts so direkt mitzureden. Das ist vielleicht aus der Sicht der deutschen "Untertanen"- Demokratie schlecht zu verstehen. Aber: das schweizer Volk hat keine andere möglichkeit, als die Verfassung zu ändern - Pläne, Volkesstimme auf Gesetzesebene wirken zu lassen gab es, sind aber gescheitert. Somit hat die schweizerische Verfassung für einen Schweizer einen ganz anderen Stellenwert, als das praktisch unumstössliche GG für deutsche. wenn das schweizervolk bundesweit redet, steht es immer in der Verfassung, und wenn es noch so nichtig ist. Daher gibt es dann regelmässig Verfassungsrevisionen, und da fliegt der Schmarrn dann raus, so er bis dahin auf gesetzesebene geregelt ist.
Die kritiklose Selbstbeweihräucherung der direkten Demokraten stinkt natürlich schon gewaltig, da kann ich Blautanne nur zustimmen. Rechtsstaat finde ich um einiges wichtiger als Demokratie, und wenn dann auch noch gemeint wird, die Meinung der Mehrheit müsse selbstreferenziell, weil es ja die Mehrheitsmeinungs sei - kritiklos ertragen werden - das schlägt doch dem Fass die Krone mitten ins Gesicht.
Und das finde ich eigentlich den gefährlichen Kernpunkt bei der SVP, das das Recht der Mehrheit über den Europäischen Grundrechten stehen soll. Ein absolutes Unding!
Allerdings sehe ich das bei den Minaretten nicht, die Religionsfreiheit jedenfalls ist dadurch nicht eingeschränkt.
-
11.12.2009, 13:29
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Das ist leider nicht nur in der Schweiz so, sondern in fast allen europäischen Staaten.
Die Kluft zwischen denen, die in einer abgehobenen Gedankenblase über der Mehrheit des Volkes schweben und auf selbiges hochmütig herabblicken und dieser Mehrheit, die sich nicht mehr repräsentiert, die sich, zu Recht, nicht ernst genommen fühlt, wächst.
Sie ist in Deutschland besonders groß, viel größer als in der Schweiz, leider.Geändert von arouet58 (11.12.2009 um 13:51 Uhr)
Cum grano salis
-
11.12.2009, 13:32
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Das wirst Du ertragen müssen.
Solange noch Meinungsfreiheit herrscht, wirst Du das ertragen müssen.
Ich halte den Feminismus für eine realitätsblinde, zerstörerische Ideologie, die ihr gerüttelt Maß Anteil hat an den Problemen, die nicht auf lange, sondern bereits auf mittlere Sicht die westliche Zivilisation in ihrer Überlebensfähigkeit gefährden.Geändert von arouet58 (11.12.2009 um 13:57 Uhr)
Cum grano salis



Zitieren


