Genau da gibt es Nachholbedarf, meiner Meinung nach.
So etwas wie Staatsbürgerkunde ist nötig, um klarzumachen, was hier die Regeln sind. Und bestimmte Regeln sind ja nun mal klar bei uns. Darüber zu sprechen, wie sich Respekt hier (auch formal) gegenüber Menschen äußert, was erlaubt und was verboten ist. So etwas wird, soweit ich sehe, bei uns z.B. in der Schule wenig gelehrt, oder? Es wissen ja auch Langzeitansässige teilweise kaum etwas über unsere Gesetze und Regeln und benehmen sich entsprechend. Das ist schlimm.
Und ich werde irgendwie auch den Eindruck nicht los, dass die ganze Auseinandersetzung auch eine darüber ist, dass unsere Regeln und Traditionen eben (aus diversen Gründen) so oder so in Veränderung begriffen sind. Der Einfluss der christlichen Kirchen auf unsere Real-Kultur ist faktisch nicht mehr so groß wie vor 50 Jahren, was sich auch in der Gesetzgebung niederschlägt. Vielleicht hat mancher einfach grundsätzlich Angst vor verlustig gehenden Werten? So gut ich dies einerseits verstehen kann, so wenig glaube ich, dass die Ursache in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zu suchen ist. Die erlebten "Auflösungserscheinungen" betreffen bei uns sowohl die nicht mehr selbstverständliche Kirchenmitgliedschaft ebenso wie rasant gestiegene Scheidungszahlen oder berufstätige Frauen. Was "unsere" Regeln sind, wurde in sehr vielen Punkten in den letzten Jahrzehnten neu definiert, behaupte ich mal. Welche Traditionen wir erhalten wollen und welche nicht – da steht viel auf dem Prüfstand: Ist eigentlich die Ehe schützenswert vor dem (staatlichen) Gesetz oder ist es das Kinderhaben? Ist das Kreuz in Schulklassen eigentlich immer zulässig? Das geht ans Eingemachte, rüttelt an Grundfesten und verunsichert.
Meiner Ansicht nach ist die Frage, ob wir dies als Problem den Einwanderern komplett zuschieben oder ob wir uns (z.B. mit ihnen) an einen Tisch setzen und die Regeln klären. Was mir sehr (!) unangenehm auffällt, ist der lasche Umgang mit Müll auf der Straße überall dort, wo sich südländische Einwanderer niederlassen. Das geht mir total auf den Keks und da würde ich gerne mal ein Bürger-Problemgespräch führen, nur mal so als Beispiel, und den Neu-Nachbarn deutlich sagen, dass dieses Land auch den Vorzug hat, auf Sauberkeit und Naturnähe zu achten, obwohl wir alle so dicht aufeinander gedrängt wohnen und dass Stadtteile auch deshalb verlottern, weil die Einwohner sie verlottern lassen. So.
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07.05.2010, 12:19Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Geändert von Inaktiver User (07.05.2010 um 12:29 Uhr)
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07.05.2010, 12:31Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Wobei es auffallen muss, dass diejenigen, die selber nur ungenaue Kenntnis unserer Werte, Kultur und Gesetze haben, von den Zuwanderern am lautesten Anpassung einfordern.
Manch einer würde die Gleichberechtigung der Frauen und die Prinzipien des Rechtsstaates lieber heute als morgen über den Haufen werfen, schwingt sich in der Islam-Diskussion aber plötzlich zum Retter des bedrohten Abendlandes auf.
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07.05.2010, 12:41Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Andererseits bin ich ständig mit deutschstämmigen Mitmenschen konfrontiert, die den Gehweg vor meiner Haustüre völlig selbstverständlich als Hunde-Toilette nutzen.
Und wer darüber seinen Unmut äußer, gilt nach guter deutscher Tradition gerne als tier- und kinderhassender, psychisch mittelschwer gestörter und bindungsunfähiger sadistischer Unmensch.
Manche Migranten finden den Tanz um den goldenen Hundehaufen übrigens befremdlich und wenig appetitlich.
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07.05.2010, 12:42Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Das gehört gerne zusammen, ja.
Leider.
(Frag mal die Menschen, wie lange die Strafe "lebenslänglich" bei uns dauert...) So was fällt mir auch auf. Derzeit kleben hier ja viele Plakate, auf denen gefordert wird, dass Intensivtäter weggesperrt werden sollen. Als wenn unsere Gesetze das nicht sowieso schon vorsehen würden. So etwas ist Hetze.
Etwas ganz anderes wäre es, das Tempo des Justizapparates beschleunigen zu wollen und dafür Vorschläge auf den Tisch zu legen. Da wäre ich sofort dabei.
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07.05.2010, 12:45Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
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07.05.2010, 12:50Inaktiver User
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07.05.2010, 13:06Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Zur Abwechslung mal ein gutes Beispiel für integriertes Leben hier bei uns (darf man ja auch mal erwähnen, was?):
Die neue niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) hat sich bei ihrer Vereidigung ausdrücklich auf Gott bezogen. Wie ihre drei weiteren neuen Kollegen im Kabinett sprach sie am Dienstag im Landtag in Hannover die Formel „So wahr mir Gott helfe“. In einer zusätzlichen Erklärung des Ministeriums hieß es zudem am Dienstag, Özkan berufe sich als gläubige Muslimin „ausdrücklich auf den einen und einzigen Gott“, der dem Judentum, dem Christentum und dem Islam gemeinsam sei.
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07.05.2010, 14:16
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Näheres dazu hier:
Neue niedersächsische Ministerin: Kirchen kritisieren Özkans Gotteseid - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Kirchen kritisieren Özkans Gotteseid
Der Sprecher des katholischen Bistums Essen, Ulrich Lota, sagte, "theologisch sind der Gott der Christen und der Gott des Islam nicht gleichzusetzen".
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07.05.2010, 14:19
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
[Der Sprecher des katholischen Bistums Essen, Ulrich Lota, sagte, "theologisch sind der Gott der Christen und der Gott des Islam nicht gleichzusetzen".[/I][/QUOTE]
Daran sieht man mal wieder die Begrenzheit der katholischen Kirche.
Im Islam ist es der gleiche Gott für alle.
SevenIch bin ein Capulcu
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07.05.2010, 14:49


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