Das finde ich schon einen der Kernpunkte. Bei den Aussiedlern war eben immer klar, dass die hierherkommen um zu bleiben
- wer sich an das Theater um Zuwanderungsgesetze noch am Ende der Kohlära, bzw. auch die Stellungnahmen der CDU zu Schröderszeiten erinnert, an die Übernahme des Begriffs des abgelehnten "Multikulti" der Unionsparteien von den Rechten als politische Streitwaffe, die ein Zuwanderungsgesetz verhindern wollten und sicher waren, dass Deutschland kein Einwanderungsland ist. Die haben allen ernstes geadacht, die reingeholten Arbeiter gehen dann alle wieder zurück.
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07.05.2010, 00:20
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
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07.05.2010, 00:29Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Das ist ein grundsätzliches Problem der Ermittlung und z.T. auch von unterbesetzten Revieren etc.
Dass es eine Bevorzugung oder Ablehnung bestimmter Bevölkerungsgruppen gibt, was die Strafverfolgung gibt, gibt es ebenfalls in alle Richtungen.
Es kann doch nicht ernst gemeint sein, dass es bei uns so wäre, dass ich einen gewalttätigen Übergriff eines Schwarzen nicht anzeigen würde, weil ich befürchte, dann für rassistisch gehalten zu werden. Also ehrlich, das ist doch Kwack. Wir haben Gesetze und an die haben wir uns alle zu halten. Fertig.
Ahab, dass du mich als Königin schlechter Vergleiche siehst, nehme ich mal als Kompliment.
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07.05.2010, 00:35Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Das geht eben ans Eingemachte.
Wir haben eine Verkettung von Kirche und Staat (siehe Kirchensteuer), die es in der Form in anderen Ländern gar nicht gibt. Da kommen schon einige Schwierigkeiten auf kirchliche Institutionen zu, wenn gefordert wird, auch keine Kruzifixe mehr zuzulassen. Ich denke, dass es da auch konkret Druck der Kirchen gibt. Und wie soll sich eine Christlich Demokratische Union eigentlich verhalten?
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07.05.2010, 09:00Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
In Bezug auf Bereitschaft zur Integration möchte ich auf einen Punkt zu sprechen kommen, der in der Diskussion zu kurz kommt. Wahrscheinlich ist dieses Problem auch nicht allgemein bekannt oder jedem bewusst:
Viele jugendliche Migranten , vor allem ein nicht unergeblicher Teil der Problemfälle, sind keine Nachkommen von Gastarbeitern, sondern leben als Flüchtlinge in Deutschland.
Manchmal jahrelang ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und mit dem Status der Duldung. Konkret bedeutet das, dass die Aufenthaltserlaubnis alle paar Monate neu überprüft wird und dass die Betroffenen ständig von Abschiebung bedroht sind.
Selbst wenn die Kinder bereits in Deutschland sozialisiert wurden.
Da gibt es über Jahre hinweg keine Hoffnung auf Normalität.
-Residenzpflicht: Die Betroffenen dürfen ihren Landkreis nicht ohne Genehmigung verlassen. Für Kinder bedeutet das, dass die Teilnahme an Klasssenfahrten erschwert ist oder jedes Mal zum bürokratischen Hürdenlauf wird.
-Arbeitserlaubnis: Wird oft nicht erteilt. Einerseits fehlt die Möglichkeit, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, andererseits steht der Vorwurf im Raum, auf Staatskosten zu leben. Für den Spracherwerb und das Ankommen in der Gesellschaft ist es fatal, wenn man am Alltagsleben nicht teilhaben kann.
-Lehrstellen: Die Aussicht auf eine Lehrstelle besteht in der Regel nur dann, wenn es keinen anderen Bewerber gibt. Es gibt entsprechende Vorschriften. Abitur ist natürlich möglich, aber es besteht kein Anspruch auf Bafög. Die Jugendlichen wachsen ohne Perspektive auf.
Was also tun? Sich integrieren und engagieren mit dem Wissen, dass am Ende die Abschiebung ins unbekannte Herkunftsland der Eltern stehen kann, Gefahr für Leib und Leben inbegriffen? In der Schule fleißig sein mit dem Wissen im Hinterkopf, aufgrund gesetzlicher Hemmnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen zu können?
Es gibt keine einfachen Lösungen. Ein großzügiges Bleiberecht für alle würde andere Probleme schaffen.
Aber der Status quo bringt unglaubliche Härten mit sich.
Ich sehe die Antwort voraus: Die Leute müssen froh sein, wenn sie überhaupt vorübergehend nach Deutschland dürfen. Ein Flüchtling hat keine Ansprüche zu stellen, sondern ewige Dankbarkeit zu zeigen, weil er das nackte Leben retten konnte.
Wie erklärt Ihr das einem Grundschulkind, das in Deutschland geboren wurde? Wie macht man der Achtjährigen begreiflich, dass sie aufgrund der Herkunft ihrer Eltern ein Leben am Rand der Gesellschaft führen wird? Dass sie weniger gilt als ihre Klassenkameraden, durch reinen biographischen Zufall. Und wie bringt man sie dazu, die pflichtschuldige Dankbarkeit zu empfinden statt Wut und Resignation?
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07.05.2010, 09:18
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Die Sache mit den Kreuzen in Klassenzimmern und sonstigen öffentlichen Räumen sehe ich gar nicht unter dem religiösen Aspekt, da ich mit dem Verein nicht viel am Hut habe. Mir selbst ist es ziemlich egal, ob da ein Kreuz hängt oder nicht.
Es geht aber um unsere Lebensweise, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat.
Es ist nun mal ewig und 3 Tage hiesige Tradition, dass christliche Symbole in der Öffentlichkeit Raum haben. Das kann man ändern, keine Frage, wenn darauf von der Gesellschaft kein Wert mehr gelegt wird.
Ich finde es aber nicht in Ordnung, dass Menschen, die in unser Land kommen, erwarten, dass unsere Traditionen einfach abgeschafft oder eingeschränkt werden sollen, während sie gleichzeitig allergrößte Toleranz für ihre fordern.
Ich kann auch nicht in ein anderes Land gehen und erwarten, dass dort ab morgen die Lebensweise nach meiner Nase ausgerichtet wird und dort religiöse Symbole abgehängt werden.
Das sind solche Entscheidungen der Politik, die die Unzufriedenheit und Ängste bei den Menschen schüren.
Aber sich dann wundern, woher der Groll auf die Zuwanderer kommt und immer wieder Toleranz und friedliches Nebeneinander predigen.
Nebeneinander heißt aber nebeneinander, nicht dass einer sich immer mehr zurückziehen muss.
Wo bleibt die Toleranz für unsere Werte?
Wie gesagt, mir selbst liegt nichts an religiösen Symbolen. Anderen vielleicht sehr.
Ich finde nur die grundsätzliche Richtung falsch.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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07.05.2010, 09:46
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Die grundsätzliche Richtung hat das BVerfG 1995 vorgegeben:
1. Die Anbringung eines Kreuzes oder Kruzifixes in den Unterrichtsräumen einer staatlichen Pflichtschule, die keine Bekenntnisschule ist, verstößt gegen Art. 4 Abs. 1 GG.
Als Angehörige eines Drittels der deutschen Bevölkerung, die keiner Religionsgemeinschaft angehört, und als überzeugte Atheistin fordere ich Toleranz für meine grundgesetzliche geschützte Weltanschauung und bestehe darauf, dass in öffentlichen Gebäuden keine an´s Kreuz genagelte Menschen aufgehängt werden.
Ich gestehe allen religiös gestimmen Menschen das Recht zu, in eindeutig definierten Orte (Kirchen, Moscheen, usw.) ihre Religion auszuüben und sich dazu beliebiger Symbole zu bedienen.
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07.05.2010, 10:02Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
@Rotfuchs: Tatsächlich gehört ein Drittel aller Bundesbürger keiner Kirche an. Und ich sehe mich keineswegs in der Tradition des Christentums, sondern in der Tradition der Aufklärung. Dazu gehört unabdingbar die Trennung von Kirche und Staat. Religiöse Symbole haben ihren Platz in der Öffentlichkeit, nicht aber in staatlichen Institutionen, das ist ein ganz zentraler Unterschied. Zu einer freiheitlichen Gesellschaft gehört auch die negative Glaubensfreiheit.
In diesem Punkt haben wir Nachholbedarf! Das Grundgesetz gebietet, dass niemandem aus seiner Konfessionslosigkeit Nachteile erwachsen dürfen. De facto gibt es in vielen Regionen noch massive Diskriminierung gegen Glaubenslose. Die CDU mahnt von Migranten das Bekenntnis zu unseren demokratischen Grundwerten an, gleichzeitig stellen sich führende Politiker dieser Partei ganz offen gegen die Werte der Verfassung und vertreten aggresiv eine Privilegierung bestimmter religiöser Gruppen. Wieder so eine Ambivalenz: Vom Zuwanderer wird die Verfassugnstreue angemahnt, die hochrangige Politiker nicht aufbringen wollen.
Übrigens: In mehreren europäischen Ländern wurde der Streit um das Kreuz vor Gerichten ausgetragen. Soweit ich die Lage übersehe, waren die Kläger durchweg keine Muslime, sondern Atheisten mit europäischen Wurzeln.
Ein Fall aus Italien beschäftigte den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Kläger: Eine Familie mit italienischem Vater und finnischer Mutter.
Was passierte darauhin: In Internet-Foren wurde aggressiv darüber geschimpft, dass die Gerichte "vor dem Islam einknicken" und "die Muslime unsere abendländischen Traditionen zerstören".
Wohlgemerkt: Es ging um eine atheistische, finnisch-italienische Familie, die in Italien ansässig war und dort die Gerichte beschäftigte, bis der Fall vor den europäischen Gerichtshof in Straßburg kam.
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07.05.2010, 10:03Inaktiver User
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07.05.2010, 11:50Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Ich glaube, da liegt tatsächlich der Hase im Pfeffer (meine Vermutung): Es geht inzwischen zum großen Teil gar nicht um Menschen, die kommen, sondern die bereits hier geboren sind, die deutsche Staatsbürgerschaft haben, hier zur Schule gehen und die Bundesrepublik als ihr Heimatland betrachten.
Was Menschen betrifft, die kommen, stimme ich dir absolut zu. Da könnt ja dann jeder kommen...
Womöglich ereilt uns demnächst eine größere chinesische Einwanderungswelle und es wird von uns erwartet, dass alle die Einkindehe führen - um mal wieder einen großartigen Vergleich zu bemühen.
Ich meine das aber ernst: Wer kommt und hier leben will, meine Meinung, muss sich selbstverständlich anpassen (z.B. durch Lernen der hiesigen Sprache) und hier muss es mehr Anforderungen an Frisch-Einwanderer geben als bisher.Geändert von Inaktiver User (07.05.2010 um 11:53 Uhr)
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07.05.2010, 11:58



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