Es ist festzuhalten, dass es ein Burka-Verbot in der EU nicht gibt und auch in absehbarer Zukunft wohl kaum geben wird.
Gegenwärtig ist Belgien das einzige EU-Land, das ein (nationales) Burka-Verbot anstrebt; in Frankreich, wo das ebenfalls angedacht worden ist, wurde die Kampagne mit Bezug auf die französische Verfassung gestoppt. In den Niederlanden wird ein Burka-Verbot vom Rechtspopulisten Geert Wilders gefordert, aber ob es zu einem solchen Verbot je kommen wird, steht in den Sternen, da das Land die Freiheitsrechte des Einzelnen sehr hoch schätzt.
Selbst wenn es zu dem einen oder anderen nationalen Burka-Verbot käme, wäre offen, ob es vor dem Europäischen Gerichtshof Bestand hätte. - Soviel zu Burka-Verbot und EU.
In Deutschland ist ein Burka-Verbot kein Thema, und auch in der Schweiz ist mit einem solchen Verbot nicht zu rechnen.
"Wenn ein Verdacht besteht ... muss ein Verbot her" - Du hast eine wirklich merkwürdige Vorstellung von Inhalt, Sinn und Zweck eines Rechtssystems.Kannst du oder willst du nicht lesen? In Belgien wird ein seit Jahren regional geltendes Vermummungsverbot ausgeweitet.
Nochmal: Ziel der Burka ist es, Frauen von der gesellschaftlichen Teilhabe auszuschließen. Das ist in Europa verboten. Es ist Unrecht, das nicht quantifizierbar ist. Selbst für eine Frau muss so ein Gesetz gemacht werden, wenn Verdacht besteht, dass sie die Burka gegen ihren Willen trägt. Und das ist mehr als ein Verdacht. Das ist in vielen Fällen Gewissheit.
Nochmals: der belgische ARD-Korrespondent hat erklärt, es gäbe im Brüsseler Stadtbild so gut wie keine Burkas. Damit ist ein Burka-Verbot m.E. ohne Sinn.
Seine Einschätzung (und auch meine) lautet: Ein landesweites Burka-Verbot würde nicht dazu führen, dass diese Frauen ohne Burka in der Öffentlichkeit herumlaufen, sondern dazu, dass diese Frauen nicht mehr das Haus verlassen würden.
Ein Hoch auf ein so glorios frauenfreundliches Kampagnen-Ergebnis!
Wie ich mehrmals dargelegt habe, ist die ganze Sache ein aufgeregter und unzureichend durchdachter Versuch gegen Gespenster zu kämpfen: diejenigen, die für ein solches Burkaverbot eintreten, sehen eine Islamisierung Europas heraufziehen und Heerscharen von vermummten Frauen durch europäische Innenstädte schleichen.Scheiß drauf. Eine Handvoll Frauen, was ist das schon? (Achtung, Ironie!)
Die Befürworter eines Burka-Verbotes versuchen mit fadenscheinigen Argumenten unter den Mantel von Antiterrormaßnahmen zu schlüpfen (siehe "Terrorgefahr durch Vermummung").
Dass ein Gesetz gegen Burkas dazu führen würde, dass die betreffenden Frauen ins Haus verbannt wären, ist den Kampagnenführern egal. Hauptsache, sie müssen diese Frauen nicht mehr auf unseren Straßen sehen.
Diese Kampagne ist m.E. nichts weiter als populistische Symbolpolitik. Ihr Nutzen für die betroffenen Frauen dürfte gleich Null sein.
.
Antworten
Ergebnis 2.001 bis 2.010 von 2238
-
18.04.2010, 16:58Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Geändert von Inaktiver User (18.04.2010 um 20:14 Uhr)
-
18.04.2010, 19:52
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
-
18.04.2010, 20:33Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Punkt 1.
*seufz* Nicht schon wieder dieses gequirlte pc-Gesabbel ... Wenn die Frau erstmal Kinder hat (und sie wird welche kriegen), ist es in Europa praktisch nicht möglich, sie davon abzuhalten, auf die Straße zu gehen. Spätestens in der Schule würde offenbar werden, unter welchen Verhältnissen die Mutter dieser Kinder lebt und man könnte entsprechend eingreifen. Auf die mehrfache Frage, wie so ein Frauen-Einsperr-Programm in der Praxis funktionieren soll, habe ich noch keine Antwort bekommen. Stattdessen werden immer wieder die gleichen Platitüden wiederholt. In Belgien haben Frauen, die eine Strafe angedroht bekamen, ihre Burka abgelegt bis auf eine, die mit islamistischen Umtrieben in Verbindung gebracht wird.
Nein, keine Heerscharen. Aber 99% von ihnen sind geknechtet. Das ist nicht hinnehmbar.
Warum verlinkst du den Artikel nicht?
Vielleicht, weil er seiner plakativen Überschrift widerspricht?
Siehe Punkt 1.
Überzeugendes, sachlich fundiertes Argument.
In deinem Tellerrändchen drehen sich deine Gedanken um den Kreis, dass die segres rechtsradikal und ausländerfeindlich ist. Dabei gehören in F ausgerechnet Muslimas zu den schärfsten Gegnerinnen der Burka. Viele Moslems, ob hier oder in Sumatra, haben die Schnauze voll von der Talibanisierung ihres Alltags. Sie brauchen unsere Unterstützung. Soll ich nochmals den Artikel von der Religionspolizei in Indonesien verlinken, um deinem Erinnerungsvermögen auf die Beine zu helfen?
-
18.04.2010, 20:45Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Ach herrje! Jetzt hast du schon wieder dein Posting geändert, wärhend ich antwortete.
Allerdings hast du mich erwischt. Danke dafür, dass du mir Gelegenheit gibst, meine Statement zu korrigieren, ehe es im Internet für immer zementiert wird.
Es muss natürlich heißen "Wenn Gewissheit besteht ... muss ein Verbot her." Ein Verbot auf einen Verdacht zu gründen, wäre wirklich daneben.
Ach übrigens: Das Burkaverbot treibt nicht nur die Europäer um:
*klick*
-
18.04.2010, 21:33Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Sieht so aus, als hätte sich die Diskussion mit dir erledigt.
Außer Gehässigkeiten, Abfälligkeiten, Unterstellungen und spöttischen Formulierungen kommt von dir nichts mehr. Ich hatte zunächst noch versucht darüber hinwegzusehen. Aber jetzt, nachdem du ein weiteres Posting dieser Art abgeliefert hast, reicht es mir. Ich habe keine Lust mich von dir dermaßen blöde anreden zu lassen.
Wenn du nicht in der Lage oder willens bist dich einigermaßen sozialverträglich und sachlich zu äußern, dann können wir hier nicht weiter diskutieren.
Schönen Abend noch.
.Geändert von Inaktiver User (19.04.2010 um 00:45 Uhr) Grund: Ergänzungen bei den Zitaten
-
18.04.2010, 21:48Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Doch, es kommen auch Argumente. Das ist da, wo du jeweils drei Punkte angebracht hast.
Wie man in den Wald reinruft ...
Gerne. Aufhören wollte ich schon lange, sah mich aber nicht in der Lage, manches unwidersprochen stehen zu lassen.
-
19.04.2010, 10:29Inaktiver User
-
19.04.2010, 19:25
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Ein Sprengstoffgürtel ließe sich zur Not auch noch unter normaler Schwangerschaftskleidung verbergen
-
19.04.2010, 19:36Inaktiver User
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
Bei Hip Hoppern passt so'n Teil locker in die Hose ... und im Winter drei davon unter die Daunenjacke ... die sind schliesslich grösser als Schlafsäcke ...
-
19.04.2010, 20:03
AW: Schweizer stimmen für Verbot von Minaretten
In die Hose? Basel, du siehst mich entsetzt

Nein, zurück zur Diskussion: Burkas sah ich hier noch nicht eine einzige im Straßenbild, dafür allerdings erheblich mehr Kopftücher als noch vor zehn Jahren, was mich wiederum nachdenklich macht. Wie kann es angehen, dass Moslems der dritten Generation im Gegensatz zu ihren Großeltern die Unterschiede betonen müssen? Man könnte sagen, dass die Integration versagt hat, aber das ist wohl weder auf die eine noch auf die andere Seite zurückzuführen. Auch die Ghettobildung ist nicht allein Versagen der Türken/ Kurden, sie ist einfach auf niedrige Mieten in Problemvierteln zurückzuführen, in denen sich Deutsche nur im absoluten Notfall einmieten.
Eins steht für mich jedenfalls fest: je größer die Ausgrenzung, je geringer die Integration, umso höher die Bereitschaft, das Trennende zu betonen. Wir müssen die Frauen erreichen, ihren Status stärken, und zwar außerhalb der Familie (innerhalb haben sie nämlich durchaus ihre Position, und lasst euch nicht einreden, dass die Muslima da nichts zu sagen hätte
).
Das Dumme ist nur, dass Veränderungen von den Frauen ausgehen müssen, nicht von uns als Anspruchstellern.



Zitieren