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  1. Inaktiver User

    AW: Film: Warum überall Geld fehlt - ist es "so einfach"?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Als ich gestern drüber nachdachte, fand ich 600 Mrd auch etwas wenig. 600 Bio. Erscheinen mir allerdings immer noch extrem. Andereseits sind die Umsätze der grossen Derivatebörsen zusammen um x Faktoren niedriger als die Zahl aus der Bachelorarbeit. Es muss sich um eine Definitionsfrage handeln. Ich werde mal nachfragen dort.
    Vielleicht sind es eine Art "Gesamtumsätze pro Jahr", wie auch beim BIP? Ich bin gespannt, was die antworten werden.

    Wieso schreiben Sie dann weiter unten, durch den Kredit würde kein Geld geschöpft?
    Ich schrieb oben streng nach Definiton, daß Geld geschöpft wurde - nicht, daß es wieder heißt: "Ist da jemand, der Geld druckt?" Darum läuft alles nach Regeln der Bundesbank, Schritt für Schritt.

    Oder meineten Sie nur, der Häuslebauer stellte es nicht selbst her, dann wären wir ja einer Meinung.
    Ja, das meine ich.

    Wieso liegt das Geld des Häuslebauers auf dem Konto, er hat den Kredit bekommen um ein Häusle zu kaufen, das wiederum als Pfand praktisch der Bank gehört.
    Ich vollziehe nur die Schritte: Das geschöpfte Geld geht zunächst auf sein Konto, damit er dann davon das Haus kauft, ist doch logisch. Danach schrieb ich, was er mit dem Geld tut: Er kauft das Haus. Es kann es anhand zweier Methoden tun: Dem Verkäufer überweisen oder es abheben und bar zahlen.

    Sie müssen mal die Geldmengen definieren von denen Sie reden, z.B. Ihre Unterscheidung Bargeld / Giralgeld - wo verorten Sie da E-Money vs. Sichteinlage und deckt sich Ihre Zuordnung da mit der bsplsw. des Bundesbankglossars.
    Es ist doch alles definiert. Ich unterscheide streng zwischen Bargeld, Sichtguthaben, Giralgeld nach dem Glossar. Eben damit Klarheit herrscht bzw. einzieht. Wo das Glossar nicht eindeutig ist, frage ich Sie, weil Sie sich auskennen.

    Selbstverständlich steuert die Notenbank mit Zinsen die Geldschöpfung auch bei den Geschäftsbanken und Häuslebauern, die selbstverständlich Geld schöpfen, da Kapital in Liquidität verwandelt wird.
    Ist die passive Geldschöpfung tatsächlich beeinflußbar? Vermutlich nur, indem hohe Zinsen für Debitoren Kreditaufnahme (bzw. Kreditschöpfung) erschweren bzw. nach Ihrem Basel II (Z.b.) verunmöglichen. Heißt: Zwar wollen z.b. Häuslebesitzer (was Sie hier wohl meinen und versehentlich Häuslebauer nannten) verkaufen, finden aber keinen Käufer. Nicht (nur) wegen des Preises, sondern weil niemand Kredit bekommt.

    Wenn allerdings die Politik ein Blankohaftungsversprechen abgibt, dann fliesst natürlch trotzdem mehr Geld als vernünftig ist.
    Bevor ich lange recherchiere: Welches Blankoversprechen meinen Sie? Zudem ist da ja noch das Instrument der Mindestreserven u.a., nach denen es ja die Probleme nicht geben dürfte bzw. Summen wie die fragliche Züricher Site aufführt nicht existent sein dürften. (Natürlich abhängig davon, was genau die da eigentlich in welcher tatsächlichen Größe anführen).

    Mir scheint das Thema jetzt ausgiebig erschöpft.
    Schade, da einige Dinge nicht beantwortet wurden bzw. ich nun immer noch nicht weiß, ob mein Vollzug nach den Regeln der Bundesbank richtig, falsch oder teilweise richtig/ falsch ist.

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    AW: Film: Warum überall Geld fehlt - ist es "so einfach"?

    Bzgl. Blankohaftung meinte ich die (quasi-)Staatsbanken Freddy Mac und Fanny Mae als Quelle der Suprimekrise, die zwar offiziell keine Staatshaftung genossen, - so wie auch die deutschen Landesbanken offiziell keine Staatshaftung mehr haben - aber schauen Sie sich die Realität doch mal an! Und auch warum es diese Banken am stärksten getroffen hat! Und die unausgesprochene Staatshaftung war auch vorher klar, sie war nämlich der Grund für die gute Bonität die zur billigsten Refinanzierung führte und den krisenführenden Kreislauf dadurch lostrat.

  3. Inaktiver User

    AW: Film: Warum überall Geld fehlt - ist es "so einfach"?

    Zitat Zitat von Ahab Beitrag anzeigen
    Bzgl. Blankohaftung meinte ich die (quasi-)Staatsbanken Freddy Mac und Fanny Mae als Quelle der Suprimekrise, die zwar offiziell keine Staatshaftung genossen, - so wie auch die deutschen Landesbanken offiziell keine Staatshaftung mehr haben - aber schauen Sie sich die Realität doch mal an! Und auch warum es diese Banken am stärksten getroffen hat! Und die unausgesprochene Staatshaftung war auch vorher klar, sie war nämlich der Grund für die gute Bonität die zur billigsten Refinanzierung führte und den krisenführenden Kreislauf dadurch lostrat.
    Hmm ein interessanter Artikel der FTD ist der Ansicht, daß bereits 2003 bei den deutschen Instituten gehörig was qualmte. Mehrere unabhängige "Medien" schreiben sowas Investmentbanken: Die deutsche Lehman-Lüge | FTD.de - inwiefern die natürlich voneinander abschrieben, was ja auch oft vorkommt, kann ich schlecht beurteilen.

    Mch beschäftigt ein Gedanke zur passiven Geldschöpfung. Anhand meiner Excel-Tabellen ist mir ein Phänomen untergekommen, von dem ich mir noch nicht sicher bin, wie gravierend es ist (von der Masse), wie die Relation bzw. Beeinflussung der Mindestreserve einzuschätzen ist bzw. ob das überhaupt (meiner Ansicht nach schon - und zwar erheblich) Kreditvolumen berührt bzw. generiert. Nämlich die Verknüpfung der Technik "bargeldlose Zahlung" (also EC, wohl aber auch normale Überweisung) und damit einhergehend die "automatische" Kreditnahme. Die Größenordnung der einzelnen Posten in "Geldeinheiten" wird zwar nicht so bedeutend sein, aber die Masse wiederum dürfte kumuliert einiges ausmachen. Initiiert wird diese Schöpfung also von der Nichtbank - insofern hat jetzt mal der Konsument den schwarzen Peter des Übeltäters :)

    Beispiel: Ist jemand im Soll und kauft/ bezahlt bargeldlos, so erweitert bzw. "schöpft" er selbst einen Kredit. Das hängt nicht von einer Zustimmung der Bank ab (natürlich nur, sofern der Kreditrahmen nicht überschritten wird) und somit obliegt der Bank keinerlei Kontrolle darüber, ob a) überhaupt eine "Mindetreservedeckung" bzw- reserveberührung vorliegt und b) wie hoch die Volumen sind.

    Wiederum müßte dieser Vorgang aus zwei Gründen nicht anders zu betrachten sein, als "normale", aktive Schöpfung, die anhand der Einlage -> Kreditnahme -> Konsum -> Einlage -kette auszurechnen ist. In der "großen Summe" gleichen sich Entnahmen und Einlagen (global betrachtet, weil es irrelevant ist, welche Bank beteiligt ist) meist aus und auch da wird es Erfahrungswerte geben, wie der "Schwund" ist. Also, wieviel des Kredites wiederum als Einlage wieder bei "Bank" eingeht und wieviel (bzw. ob überhaupt) entnommen wird.

    Interessant ist, wie überhaupt solche Buchungen/ Gegenbuchungen vorgenommen werden. Mehrere Hinweise deuten darauf hin (einen einwandfrei hergeleiteten Buchungsvorgang hat ein Student aufgezeigt), daß Banken die Möglichkeiten der "Bilanzverlängerung" nutzen; d.h., daß sie intern Konten mit Forderungen an sich selbst führen bzw. die "Forderung gegenüber Kreditinstitut" mit "Forderung an Kunden" gegeneinander neutralisieren können und es NICHT dazu kommt, daß zwingend eine Verbindlichkeit gegen "Zentralbank" vorliegt. Es ist allerdings recht verzwickt.

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    AW: Film: Warum überall Geld fehlt - ist es "so einfach"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hmm ein interessanter Artikel der FTD ist der Ansicht, daß bereits 2003 bei den deutschen Instituten gehörig was qualmte. Mehrere unabhängige "Medien" schreiben sowas Investmentbanken: Die deutsche Lehman-Lüge | FTD.de - inwiefern die natürlich voneinander abschrieben, was ja auch oft vorkommt, kann ich schlecht beurteilen.
    Sorry ich verstehe den Zusammenhang nicht. Was hat das damit zu tun, dass die Subprime-Kredite und die Kapitalwertblase zu einem Gutteil auch aufgrund staatlicher Steuerung beruhen, durch Eingriff in die Geschäftspolitik der (damals noch Quasi-) Staatsbanken einerseits und andererseits durch extrem niedrige Zinsen?

    Mch beschäftigt ein Gedanke zur passiven Geldschöpfung. Anhand meiner Excel-Tabellen ist mir ein Phänomen untergekommen, von dem ich mir noch nicht sicher bin, wie gravierend es ist (von der Masse), wie die Relation bzw. Beeinflussung der Mindestreserve einzuschätzen ist bzw. ob das überhaupt (meiner Ansicht nach schon - und zwar erheblich) Kreditvolumen berührt bzw. generiert.
    Nicht passive, Kreditvergabe ist aktive Geldschöpfung. Immerhin nähern wir uns daran an, dass das Geld nicht von der Bank hergestellt wird, sondern durch ein Zusammenspiel von Guthabeneinzahler, Kreditnehmer, Hauskäufer und Hausverkäufer entsteht.
    Glauben sie mir, auch diese Überziehungskredite sind statistisch erfasst * , und der Kreditrahmenm ist ja von der Bank festgelegt.

    Nochmal zu Ihrem älteren Beispiel der Giralspiral mit Hauskauf/-verkauf. Wenn Sie sich für ein Hinterlegen des Guthabens als Mindestreserve entscheiden, dann staht das Geld dem Verkäufer nicht mehr zur Verfügung. Sie müssen sich schon entscheiden wohin das Geld fliesst. Aktuell verbuchen Sie es doppelt.

    Der Punkt ist doch vielmehr der, das mit der Sichteinlage realer Umsatz erzeugt werden kann, solange bis irgendjemand sich die Sichteinlage wieder auszahlen lassen möchte. Das erklärt vielleicht auch Ihre Frage dannach, bei wem die Bank den eigentlich Kredit aufgenommen hat. - Beim ersten Eigentümer der Sichteinlage natürlich in Form eines (verzinsten) Zahlungsversprechens , als der ein Guthaben einzahlte und der Bank damit Bargeld zur Verfügung stellte. Dieses Zahlungsversprechen ist nun eben handelbar wie Bargeld - weshalb es eben im Sinne eines Bargeldersatzes zur engeren Geldmenge gehört. Dieser daraus enstehende Umsatz wäre beliebig hoch, solange es ein Zahlungsversprechen bleibt und nicht bar ausgezahlt werden muss, ist aber staatlich beschränkt, von diesem höheren Umsatz profitiert über die Umsatzsteuer ganz wesentlich der Staat, bis alles bei ihm landet.


    Interessant ist, wie überhaupt solche Buchungen/ Gegenbuchungen vorgenommen werden. Mehrere Hinweise deuten darauf hin (einen einwandfrei hergeleiteten Buchungsvorgang hat ein Student ...
    Sie sollten mal davon abkommen, nur weil jemand ein Stundent ist, oder die Quelle eine Diplomarbeit etc ist, das für bare Münze zu nehmen. Auch in einer Doktorarbeit kann viel Quatsch stehen, ist ja nicht alles summa cum laude, und Verantwortung für den Inhalt trägt der Autor, und nicht die Fakultät - womit ich zu den 600 Bio. aus Zürich komme. Die zuständige Assistentin hat mir tatsächlich prompt geantwortet. Im Wesentlichen schreibt die, dass es sich bei den Summarys um Dispositionen handelt die von den Studenten dort hochgeladen würden, und nicht korrigiert werden, und für die die Fakultät keinerlei Verantwortung übernimmt. Die lägen nur deshalb auf dem Server um den Studenten das Abgrenzen der Themen zu erleichtern um Überschneidungen zu vermeiden etc..

    Was der Student mit einem Umfang oder Volumen von 600 Bio. USD meint und worauf er sich konkret bezieht wird uns also ein Rätsel bleiben müssen, bis die Arbeit geschrieben und öffentlich ist.

    (Falls Sie übrigens den Eindruck haben, Derivate seien reine Spekulationspapiere, dann habe ich das wohl vorgängig nicht gut genug erklärt. Das sind in den meisten Fällen Versicherungen und Zahlungsvereinbarungen für die Zukunft, die meistens direkt abgeschlossen werden und nur zu einem geringeren Teil über die Börse. Das nur nochmal am Rande.)


    Edit: * Ihnen ist schon bewusst, dass die Mindestreservepflicht ein statistsicher Durchschnittswert ist und nicht minütlich ausgezählt wird?
    Geändert von Ahab (08.12.2009 um 10:38 Uhr)

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