Immer die gleiche Leier, ein letztes Aufbäumen der Politik, um an Geld zu kommen.
Bei der Transaktionssteuer vermittelt man fälschlicherweise, dass man die "Reichen" trifft, tatsächlich trifft es nur die kleinen Leute.
Wenn das alles ist, was denen einfällt, dann ist der Euro demnächst wirklich Geschichte.
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18.08.2011, 12:19
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
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18.08.2011, 12:41
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
dieses "Aufbäumen der Politik um an Geld zu kommen" ist tatsächlich genau das was vonnöten ist, lieber Frank. Ein Staat muss Steuergewalt durchsetzen können, Steuereinnahmen in nötiger Höhe generieren können, ansonst ist es schnell vorbei mit ihm. Ja, so ists .
Die Transaktionsteuer trifft genau richtig, und nämlich nicht die Kleinen und Armen.
Völliger Unsinn was du demgegenüber da verbreiten möchtest, Frank.
Eine einmalige oder vorübergehend befristet erhobene "Finanzkrisensolidaritätsabgabe" ala Roosevelt , von den wahrlich Reichen zu holen, wäre freilich ein zusätzlicher Schritt, mit dem die öffentliche Schuldenlast tatsächlich effektiv sogar zurückgefahren werden kann.
Falls du darauf hinweisen wolltest, sei dir gedankt !
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21.08.2011, 19:35Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
England und die anderen Länder, die gegen eine Transaktionssteuer sind, verdienen wesentlich mehr Geld durch ihre Rolle als Zentren des Geldhandels als sie von einer Transaktionssteuer erwarten könnten, die ihnen mit Sicherheit die gegenwärtigen Steuereinnahmen verkürzt.
Abgesehen davon, dass "die Weltpolitik" (noch?) nicht existiert - das Steuerrecht bleibt auf absehbare Zeit Sache der einzelnen Staaten. Und das bedeutet, dass jedem von ihnen das Hemd näher sitzt als der Rock: London (oder Singapur, Cayman, Dubai, ..) als Sitz internationaler Banken und Drehscheibe der Finanzwelt verdienen gewaltig an den Abgaben der Banken und der Einkommensteuer der Banker, und keines der Länder wird diese Einkünfte (und die entsprechenden Jobs) für eine Transaktionssteuer riskieren, die ihnen wesentlich weniger einbringt als sie zu verlieren haben.
Und wenn man sich tatsächlich auf eine entsprechende Steuer einigen sollte, dann wird sie bei uns und den meisten unserer Nachbarn irgendwo im Bereich von 0,01 - 0,05 % liegen, in England ( & Co.) bei 0.0001 %. Mit dem gleichen Ergebnis: Geldhandel bleibt lukrativ, und die Geschäfte wandern aus Frankfurt nach London oder Singapur ab ...
Und am Ergebnis der Spekulationen ändert sich nix ...
P.S.: Ich würde mir auch diese Steuer wünschen, aber ich bin eben nicht sehr optimistisch
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21.08.2011, 20:09
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22.08.2011, 08:25Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Transaktionssteuer: Finanzindustrie droht der EU - Banken - Unternehmen - Handelsblatt
Wie schon vielfach geschrieben:
Wenn es eine Transaktionstsuer nur in einzelnen Ländern gibt, dann verlagern die Finanzdienstleister ganz einfach ihre Aktivitäten in andere Länder ohne eine solche Belastung.
Und das würde nicht nur bedeuten, dass es praktisch keine Einnahmen aus dieser Steuer gäbe, sondern auch einen möglicherweise dramatischen Verlust aus wegbrechende Finanzaktivitäten in Frankfurt und anderen Bankenzentren.
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22.08.2011, 09:59Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Und das würde nicht nur bedeuten, dass es praktisch keine Einnahmen aus dieser Steuer gäbe, sondern auch einen möglicherweise dramatischen Verlust aus wegbrechende Finanzaktivitäten in Frankfurt und anderen Bankenzentren.
Dem setze ich entgegen was der Tagesspiegel schreibt:
Die Welt ist aus den Fugen
Im Krisensommer 2011 offenbart sich der desaströse Zustand unserer Demokratien.
Eine übermächtige Finanzwirtschaft führt Politik und Eliten vor.
Täglich schalten die Fernsehsender zu den Börsen, um die unausweichliche Frage zu stellen: Wie reagieren „die Märkte“ – jene nervösen und unruhigen Sensibelchen, auf die es vor allen anderen ankommt? Dabei müsste es Politikern und Bürgern doch darum gehen, deren Macht zu brechen. Seit dem Crash von 2008 wissen wir, dass nichts so irrational, gefährlich und unproduktiv ist wie das Meuteverhalten der Finanzakteure, die keinem anderen als dem eigenen Nutzen folgen.
hier nachzulesen
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22.08.2011, 10:08Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Micheline,
du hast ja nicht Unrecht, aber die von mir aufgeführten Punkte bleiben trotzdem relevant:
Eine Finanztransaktionsteuer kann nur dann funktionieren, wenn alle wichtigen Finanzplätze sie in ungefähr vergleichbarer Höhe erheben. Wenn dies nicht der Fall ist, weichen die Finanzdienstleister ganz einfach auf solche Märkte aus, wo die Steuer nicht erhoben wird. Mit dem genannten Ergebnis: Die Steuer bringt bei uns (und in den einzelnen anderen Ländern, die sie erheben) keine signifikante Einnahmen, sie führt im Gegenteil dazu, dass die entsprechenden Transaktionen weg von Frankfurt oder Paris nach London, New York oder Singapur verlagert werden - mit den dazu gehörigen Jobs und den daraus resultierenden "traditionellen" Steuern.
Eine Finanztransaktionssteuer kann, wie gesagt, nur dann funktionieren, wenn sie an praktisch allen relevanten Finanzplätzen erhoben wird.
Und die Aussichten, dass dies geschieht, liegen sehr nahe bei Null.
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25.08.2011, 12:39
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
djgm01 hat vollkommen Recht!! Es wird sich nichts tun, wenn es nicht weltweit beschlossen wird. Sonst gibt es zu viel Schlupflöcher!
Problem ist halt, dass es nie zu einer einheitlichen Regelung kommen wird. Das kann man vergessen -.-
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25.08.2011, 12:59
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Eine Finanztransaktionssteuer ist eine UMSATZSTEUER!
Die Banken und alle sonstigen Gewerbebetriebe zahlen aber keine Umsatzsteuer - die zahlt nur der Endverbraucher.
Wenn MAN nun die Mehrwertsteuer für Butter drastisch erhöht - bestrafe ich damit dann ALDI oder Lieschen Müller?
Wenn MAN nun die Finanztransaktionssteuer drastisch erhöht -bestrafe ich damit die Deutsche Bank oder Lieschen Müller?
Die Profis die riesige Aktienmengen mit diversen Hebeln handeln, werden dann sicherlich über andere Marktplätze handeln - es wird ja auch keine klassische Börse benötigt - man wettet, handelt und versichert sich ja nur über den Bezug zum Produkt .
Die einzige sinnvolle Handlung wäre eine Weltweite Aktion ohne jede Ausnahme - alles andere ist Populismus, Wishfull-Thinking oder plattes Wahlkampfgetöse ohne Sachbezug.
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25.08.2011, 13:20Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Die Finanztransaktionssteuer ist in der Tat eine Steuer auf den Umsatz.
Allerdings trifft sie - im Gegensatz zur Steuer auf Butter - Lieschen Müller nur sehr begrenzt, da diese nur in mikroskopischem Umfang Geldgeschäfte tätigt: Wenn sie übers Jahr Bankumsätze im Bereich von € 20.000 hat, dann würde sie bei einem Steuersatz von 0.05 % im Jahr 10 Euro zahlen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass auch in der Diskussion war, die Steuer erst auf Transaktionen über einem gewissen Schwellenwert (1000 Euro ??) zu erheben und/oder bestimmte Geldbewegungen (Gehaltskonten?) auszunehmen.
Die Steuer würde praktisch ausschließlich diejenigen treffen, die in großem Umfang mit Geld handeln. Der normale Steuerzahler und Bankkunde wäre nun wirklich nicht relevant betroffen.
Grundsätzlich wäre so eine Steuer ein guter Weg, diejenigen, die am Geldverkehr verdienen, auch an den gesellschaftlichen Risiken zu beteiligen, und zumindest dem Staat zusätzliches Geld zu beschaffen.
Allerdings - wie ich mehrfach schrieb - nur, wenn sie auch an allen relevanten Finanzplätzen erhoben wird, denn sonst ist sie bestenfalls ein Schlag ins Wasser oder sogar schädlich für die Wettbewerbsfähigkeit der Finanzplätze, wo sie erhoben wird.


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