Die Banken haben was an die Staaten zurückgezahlt?Frank 60 O.K. i ich verstehe, die Materie ist etwas kompliziert und umfangreich.
Womit haben die Banken weltweit in den letzten 12 Monaten die immensen Milliarden verdient, die sie jetzt an die Staaten zurückführen?
Das kann ja trotz der Steuer weiter laufen.90% des Wertpapierhandels an den Börsen wird von Fonds , Banken und Investmenthäusern bei denen Daytrader handeln, initiiert.
Kommt darauf an ob die Kurse steigen oder fallen.Geld vermehrt sich nicht an der Börse, es hat nur ein anderer.
Die Probleme sind mit oder ohne Steuer da.Solange die Banken „nur“ 1%p.a. Zinsen für das Geld zahlen müssen bleibt die Situation (Seitwärtsbewegung mit täglich hoher Volatilität) bestehen, aber, wenn das Geld zurückgezahlt werden muss, dann müssen viele verkaufen und dann kracht es wieder.
Was ich eher befürchte, ist, dass bei der Einführung der Steuer das Geld im Anschluss wieder bei den Banken landet. Also dass sie wieder pleite gehen - so sieht die Tendenz im Moment aus - & dass sie nochmals aufgefangen werden (müssen?). Aber besser, als wenn sie gar nichts dafür zahlen…
Nur mal was anderes: Habt Ihr gesehen, von wem die Petition ausging? Das soll ein Bündnis sein: „Steuer gegen Armut“. Also die Bezeichnung passt ja gar nicht & dahinter sind die Jesuiten (die Sekte ist eigentlich ansonsten gegenteilig interessiert…), Attac & Gewerkschaften. Nun ja, egal. Die Idee ist schon mal nicht schlecht.
Ja, das kommt dazu. Sollen die Leute, denken, damit sei’s getan. Hoffentlich fallen viele nicht darauf rein. Ist ja nur ein winziger Schritt…Jack-London: so eine Steuer ist nur ein Ablenkungsmanöver von den wahren Problemen! Die "kleinen" Leute können sich damit etwas abreagieren und sind beschäfftigt. Das bringt doch garnichts!
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Ergebnis 41 bis 50 von 98
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12.12.2009, 22:28Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
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12.12.2009, 22:50Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
@Fifi: Du denkst sehr optimistisch. Mag schon sein, dass im Laufe der Geschichte hin & wieder was für die Armen abgefallen ist, aber häufig & an vielen Orten eben auch nicht. Heute gibt es auch noch viele Arme die keine Unterkunft haben, verhungern, ihre Kinder verkaufen usw.
Es werden in allen Dienstleistungsstaaten Unmengen an Waren weggeschmissen oder eingelagert. Da wird nur ganz wenig an Arme verteilt. Stimmt zwar, dass die Systeme zusammenbrechen, wenn sich niemand mehr die Produkte leisten kann. Aber das wird oft bis zum Letzten ausgeschöpft. Die Krise im osteuropäischen Raum ist ja entstanden, weil die Produkte in Westeuropa & Nordamerika nicht mehr benötigt werden, die Produktion eingestellt und ganz viele Leute entlassen wurden. Da es dort kaum bis keine – kommt auf das Land an – soziale Sicherung gibt, stehen die Leute vor dem Nichts. Sie bekommen erst mal auch nichts, um sich an der Produktion zu beteiligen. Deshalb finden vielerorts Massenproteste statt.
Aus den Gründen find ich die Bezeichnung „Steuer gegen Armut“ so daneben. Es ist nur fair, dass Börsentransaktionen auch versteuert werden, aber Arme Leute werden nichts davon sehen.
& sehr seltsam, dass die Jesuiten daran beteiligt sind. Das ist ja eine papsttreue Sekte, die ihre Ziele mit allen Mitteln durchsetzen will & gegen die Theologie der Befreiung ist, deren Ziel die Hilfe zur Selbsthilfe für Arme insbesondere in Lateinamerika ist.
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12.12.2009, 22:55Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Es gibt den brechtigten Verdacht, daß LEH nur darum für Tafeln spenden, weil ihnen das billiger als eine Entsorgung kommt. Nahe liegt er bei diesen Pfennigfuchsern allemal :).
Ach, diese Maßzahl ist es doch nicht. Schlimmer ist, was daraus erwächst: Kriminalität, Unfrieden etc. Das kostet und schadet weitaus mehr, als eine Umverteilung. Dumm ist es halt tatsächlich für die, die in der Mitte sitzen und sich zu Recht verarscht vorkommen. Sie haben nicht die Aussicht, so reich werden zu können, daß ihnen eine Wegnahme (die dann eh kaum mehr erfolgt) nicht sonderlich weh tut. Stets "droht" aber der Weg nach unten, der leicht und schnell geschehen kann. Schwerkraft ist eine Angewohnheit, die man nur sehr schwer ablegen kann.Für die Reichen ist es nicht gut, wenn in einem 200 Mio -Land nur 20 Mio. Geld haben um was zu kaufen, denn dann ist ihre Wirtschaft nur die eines 20 Mio. -Landes.
Darüber hatten wir es ansatzweise schon mal im Thread "Kapitalismus", glaube ich: Es ist erstaunlich, daß "Welt" ein ungeheures Potential von Kunden bereit hielte - aber der Kreis "Wohlstand für viele", schon gar nicht "für alle" überhaupt nicht funktioniert. Worin kann der Fehler liegen? Wie Sie richtig feststellen, u.a. wohl darin:- nämlich ganz simpel, daß die Möglichkeit, großen Reichtum -egal, ob Geld, Gut oder Boden- anzuhäufen eine große Masse "Verlierer" mit sich bringt. Wettbewerb, "survival of the fittest", auch enormer Produktivitätszuwachs erledigt dann den Rest. Es hieß auch, daß Automatisierung und Robotisierung weniger Arbeit und dennoch großen Wohlstand bedeuten würden - der Endpunkt sollte sein, daß für alle Güter produziert würden, von Menschen wenig zu tun sei und es mehr Freizeit gäbe. Das Prinzip wäre ja an sich richtig, nur: Es wurde nicht bedacht, daß eine technische Möglichkeit trotzdem in der Hand von Menschen verbleibt - und diese daran verdienen wollen. Nur: Zahlen können viele nicht, weil keine Einkünfte mehr bestehen.erreicht mittlerweile der innere Widerspruch des ganzen Systemes
Wäre sicher interessant, so eine Bankpleite mal richtig mitzuerleben -nicht alle, sondern mal dieses oder jenes Konsortium. Dumm ist halt, daß dann das gesamte Vertrauen in "alle Banken" weg wäre. Technisch betrachtet wären Einzelpleiten wohl nicht schlecht und weil ich das Bankssystem als Schwarm begreife (hat mit Schwarmintelligenz aber nichts zu tun), als Netz, müßten die anderen einen Ausfall kompensieren können. Wenn ein Kraftwerk vom Netz geht, wird ja auch nicht alles dunkel.Auch jetzt bei Bank- und Staatspleiten, gucken die Armen nur staunend zu. Auch ich, hoffentlich gehen die wirklich pleite.
b) sehe ich ein, aber inwiefern a)? Ich denke, Geld bzw. dessen Volumen sollte sich an irgend etwas meßbarem orientieren, was da ist. Jetzt hat es doch meist nurmehr (im Volumen und seiner Eigenschaft als Tauschmittel) die Eigenschaft eines "Versprechens" oder Hoffnung auf die Zukunft bzw. sogar einer in der Vergangenheit liegenden Schuld und erfüllt oft nicht den ihm zugedachten, ursprünglichen Zweck. Es hat die wundersamen Eigenschaften einer Zeitmaschine, weit voraus liegende Dinge beeinflussen zu können und von weit zurück liegenden Dingen beeinflußt zu werden - und zwar ganz erheblich. Ich hab den Eindruck, daß mit Erfindung des "Kredites" eine Büchse der Pandora geöffnet wurde. Aus einer realen Funktion "Erleichterung des Tausches realer Dinge" wurde die Funktion "spekulative Erwartung" - und damit ensteht automatisch eine Schere zwischen Realität und Phantasie, die womöglich niemals mehr so richtig schließbar ist.Geld hat seine Berechtigung a) in der Mangelwirtschaft und b) zur Vermeidung von Missbrauch (wie Berechtigungsscheine).
Ich kann Ihnen also hier durchaus zustimmen:
Wenn/dass das Geld heutzutage dem nicht mehr gerecht wird, bedeutet, dass das Geld abgeschafft (bzw in seiner Funktion reformiert / dem angepasst) werden muss. Nicht dass dann 95% der Bevölkerung abzuschaffen wären -- das wäre dann ein Sieg des Abstrakten über das Konkrete, der Regeln über das menschliche Leben , was der Teufel und seine Handlanger (all diese WiWis, Bankiers etc) nur wollen
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12.12.2009, 23:27Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Ja, zum Beispiel. Soziale Gedanken sind so gut wie nie dahinter.Es gibt den brechtigten Verdacht, daß LEH nur darum für Tafeln spenden, weil ihnen das billiger als eine Entsorgung kommt. Nahe liegt er bei diesen Pfennigfuchsern allemal :).
Ach, diese Maßzahl ist es doch nicht. Schlimmer ist, was daraus erwächst: Kriminalität, Unfrieden etc. Das kostet und schadet weitaus mehr, als eine Umverteilung.
Das mit der Kriminalität stimmt auch (z. B. Drogenkartelle in Mexiko). Deshalb bezeichne ich die Sozialleistungen als „Schutzgelder“. Aber vielen Staaten scheint die innere Sicherheit nicht so wichtig zu sein. Oder sie können sie sich nicht leisten.
Die Systeme bauen schon auf die Ungleichverteilung. Aber die Leute, die sich ganz unten befinden, würde ich nicht als Verlierer bezeichnen oder dass sie nicht stark genug seien. Vielleicht Einzelfälle. Doch generell haben sie von Geburt an keinen Zugang zu den Ressourcen. Um es wirklich zu „Was“ zu bringen, sind die Voraussetzungen vorgegeben. Ansonsten kann man noch so hart arbeiten & sich was vormachen.
Geld wird wohl nicht abgeschafft. Als äquivalentes Zahlungsmittel hat es durchaus seine Berechtigung. Dass es der nicht gerecht wird und seine Zuständigkeit überschreitet, ändert nichts daran, dass Manschen, würde das Geld abgeschafft werden, sofort das Gleiche in grün erfinden würden. Vielleicht interessiert Euch das Punktesystem. Hab mich jetzt noch nicht so damit auseinandergesetzt. Aber es geht darum, Produkte und Dienstleistungen gegeneinander auszutauschen. Natürlich kommt es da zu Streitigkeiten, wieviel Punkte was haben soll.
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12.12.2009, 23:41
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Mensch Wüstergobi, eine Bankpleite mal Live erleben.
Banken wurden mit Milliarden gestützt damit sie eine Mindesteigenkapitalquote von 5% erreichen.
Lies den Satz mal gaaanz langsam. ….sie brauchen Milliarden Bürgschaften damit sie mindestens 5%......
Eigenkapital bedeutet, dass im Falle der Insolvenz nur 5% der Schulden (Verbindlichkeiten) gedeckt sind.
Die restlichen Gläubiger gehen LEER aus.
Gehe davon aus das die einfachen Leute, die ihr Geld der Bank anvertraut haben, nicht von den 5% Eigenkapital bedient werden.
Oder einfach ausgedrückt, die Spareinlagen sind weg.
Was denkst du, was die Leute VOR der Bank veranstalten, wenn das Geld alle ist?
Die Menschen die noch irgendwo bei einer anderen Bank Geld zu liegen hat werden mit Sicherheit ihr Geld holen wollen während die anderen es Online versuchen usw. usw.
Der Dominoeffekt würde die Welt auf den Kopf stellen.
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13.12.2009, 00:08Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Wäre mir egal, da ich auf keiner Bank mehr was habe
- steckt alles im Portemoneng und knistert bzw. existiert in Güterform. Darum fände ich so ein Experiment ja sehr interessant. Vielleicht würde das live-Erlebnis zu größerer Einsicht führen, als es das Wissen der Theorie jemals könnte.
Ich muß ja immer noch über Frau Merkels Coup lachen, als sie irgendwas faselte von "die Einlagen sind garantiert" oder wie das war. Oktober 08 hat mich die Bank angeschrieben, "jede Barabhebung ab 1500 € 1 Woche im Voraus schriftlich anzuzeigen"
Ich sehe aber grundsätzlich kein Problem in den "5%" oder sonstwas. Es heißt doch immer, daß Geld Geld ist
- also muß es doch da sein, wenn die Zahlen es aussagen. Das ist sehr mysteriös!
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13.12.2009, 01:49Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Oh ja, die hier: http://www.lehman-zertifikateschaden.biz/ hatten so richtig "Spaß"...
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13.12.2009, 02:52
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Ich habe 20 Jahre lang in Brasilien gelebt, immer arm und meist mitten im groessten Schlamassel, auch sehr oft auf der Strasse übernachtet. Da habe ich alle Details der Armut, der Akteure, ihrer Denkweise, den Totalabsturz der Mittelklasse, Gewinner, Verlierer, Inflation von ca. 100% mtl (1989) usw usf kennen gelernt. Auch zBsp SH 'in natura' zBsp einen brasilienweit gültigen Freipass mit dem ich dann spaeter nach Frz-Guyanaland gekommen bin. Über all diese Erlebnisse könnte man ein Extra-Forum aufmachen
Nur kurz zu obigem
Momentan unter Lula alias gehts in Brasilien sehr gut aufwärts
Eins ist dort sehr markant: Die alte bras. Mittelklasse, die ja auch die Militärregierung befürwortet hatte aber letztendlich während oder kurz nach ihr unterging, war alles widerliches Gesindel, Kleinkariertbürgertum. Die neue bras. Mittelklasse hat ein offeneres Verhältnis zur Armut. Man sah nicht nur, daß es so nicht ging; man fragt sich inzwischen auch (fast so wie ich es hier immer aufwerfe) ob das Totsparen der Leute in der Zeit der Massenproduktion und Rezession überhaupt noch für irgendjemand sinnvoll ist. Es werden nicht nur viele private Einrichtungen gegründet; viele Jugendliche und Studenten aus dem Rest der Mittelklasse sind sehr positiv gegenüber der Gründung sozialer Organisationen. In den südlichen Ländern ist in den letzten 7 Jahren auch eine pekuniäre SH eingeführt worden, mindestens für Kinder die im Schulalter sind, aber zunehmend auch darüber hinaus. Nur in den nördlichen Ländern, wo noch viele Grossgrundbesitzer usw sind (aber zZt auch alle verarmend) ist die Denkweise noch konservativer. Man muss abwarten und beobachten, was sich in den nächsten 10-20 Jahren in Brasilien ergibt.
Sicherlich ist die Anlagen- Steuer nur ein Ablenkungsmanoever, bzw die Armut ein scheinheiliger Grund. Davon zeugt auch, dass sie vorgestern von Sarkosy zusammen mit dem engl. Praesident nochmal ausdruecklich befürwortet wurde. Wie vor 2 Jahren der algerische Präsident offen sagte, kommt Sarkozy aus dem ungarischen Klein-Judentum und wurde von diesen Leuten ihrer Lobby in die Position gebracht um ihre Politik zu machen. Kaum was soziales.
Die Kriminalität ist sicherlich nicht der Grund für SH und für Änderungen. Einer der Gründe ist, daß selbst die 'offiziellen' Bandenfürher nur Strohmänner sind, und 100% alles organisierten Verbrechens von Politikern und höheren Angestellten des Staates gelenkt werden. (Das ändert nichts daran, dass ab und zu einmal eine Säuberung von den kleineren, mittleren Handlangern angebracht ist und erfolgt; ebenso dass offiziell, zum Vorzeigen, die Grosskriminalität bekämpft wird). Hierzu liessen sich sehr, sehr viele konkrete Beispiele bringen, nur ist das hier der falsche Ort / Thread.
Es ist ziemlich klar, daß die Armut -- jetzt in der Zeit der Massenproduktion -- den Reichen keine Vorteile mehr bringt. Wie gesagt war Brasilien mit 200 Mio. Einwohnern nur eine 20 Mio. Wirtschaft. Jeder Arme richtet einen Schaden von ca. 3000 Euro p.m. an, durch seine Nicht-Teilnahme an der Wirtschaft; Kleinkriminalität, selbst SH sind wenig dagegen. Die Strategie ist daher jetzt, diese Leute auch als Kunden zu haben und zu beliefern, und jemandem anderen die Rechnung zu schicken.
Ich stimme dem nicht zu, dass die Anhäufung von Reichtum der Einen notwendigerweise Massen von armen Anderen produzieren muss. Das ist in einer Spekulations-Gesellschaft so, wo nichts hergestellt wird, jedoch eben nicht in einer Produktions-Wirtschaft.
Die Lösung ist ganz einfach: man muss nur auf Hochturen produzieren, und die Produktion dann auch den Leuten geben. Das ist ja eigentlich auch das 'Normalste'. Unnormal wurde es erst durch die Zwischenschaltung von Geld und Regeln der Wiwi. Der Teufel hat es geschafft, trotz Errungenschaften in Medizin, Mondflügen usw dass die Menschen nicht ihre Kapazitäten zu ihrem Wohl nutzen, sondern 95% in Slums und größter Armut leben, weil sie Regeln in sich gehen, sich in ihnen realisieren lassen
Die Regel der Wiwi/Wirtschaftswisenschaft ist: wer kein Geld hat, kriegt nichts. Das Abstrakte gewinnt über das Konkrete, der Bedürftige der an der Tür des Supermarktes verhungert oder der Apotheke an einer Krankheit stirbt. Ein Almosen ist eine Unverfrorenheit: ein Desrespekt des Teufels, ein Bruch der Regel, eine spontane, fast terroristische Handlung gegen das Abstrakte, konkrete Hilfe für eine konkrete Notwendigkeit. Für ein konkretes menschliches Leben (des Bedürftigen), aber auch für die Wiedererlangung der Würde ihres Lebens und ihrer Verdienste der Menschheit, ist jeder solcher Akt mehr wert als das gesamte Regelwerk der Wiwi. Allerdings darf die Hilfe nicht ihrerseits zur Regel werden.
Geld hat seine Berechtigung in der Mangelwirtschaft, also in den vergangenen Jahrhunderten als zu wenig hergestellt wurde. Hat sie aber nicht mehr jetzt, allenfalls gegen Mißbrauch damit einzelne Leute nicht zu horten anfangen wenn es was soziales gibt
Gerade die Erfindung des Kredites, von manchen hochlobbesungen, ist die Wurzel des Problemes. Nur dadurch wird Verschuldung möglich, oder etwas Negatives zu haben. Wieder etwas Abstraktes. Vorher hatte man nur etwas positiv. Tiere haben kein Geld, kein Kredit, sind nicht verschuldet; selten leben Tiere in Armut oder verhungern (allenfalls bei allgemein bedingter Hungersnot -- und wegen solcher sind zBsp im Mittelalter trotz Geldwirtschaft auch massenhaft Menschen gestorben)
Bankpleiten habe ich in Brasilien miterlebt - aber nur als Unbeteiligter. Für die Armen jedenfalls haben sie nicht geschadet. Alles verloren dagegen haben halt Mittelständische, Kleinanleger usw, alles Leute die nie den Armen was gegeben hätten oder ein soziales System mitfinanzieren wollten -- insofern trauert niemand um sie. Aber dem Sarkozy traue ich nicht, der sieht auch pleite aus. Ich hole meine SH sofort von der Post wenn sie kommt. Kurzum: ich vertraue nicht einen Pfennig Banken an, habe ich nie gemacht. In solch einer Pleite-Wirtschaft gibt man am besten alles gleich aus.
In Frz-Guyana habe ich einen Mann kennengelernt, der vor noch knapp 10 Jahren der reichste Mann hier war, über 1 Mrd Euro hatte. Er hat praktisch alles hier in Frz-Guyana von Brasilianern ausgegrabenes Gold weitergeleitet und verkauft. Jetzt hat er einen Prozess wg. angeblich 19 Mio. Steuerschulden. Ich hatte ihn schon mal kurz hier im Forum erwähnt, im Familienbereich, inwieweit es für Frauen günstig ist einen reichen Mann zu suchen (seine Ex-Frau wird jetzt neben ihm für die angebl. Steuerschuld belangt). Ich habe bei ihm über 1 Jahr kostenlos in seinem Haushalt gewohnt bevor ich eine Sozialwohnung bekam. Er ist jedenfalls auch an den Umstellungen mit Lula echt, nicht nur scheinbar pleite gegangen, und schimpft sehr über ihn.
Ähnlich wie bei Bankpleiten, geht das bei Pleiten aller Firmen. Der Staat bezahlt dann alles. Für die Armen zumindest ist das gut. Gerade jetzt habe ich die Pleite der frz. staatl. Wohnungsbaugesellschaft HLM miterlebt, und zwar von innen, denn dort habe ich noch meine 2. Sozialwohnung, in Matoury/Copaya. Die ist pleite gegangen, weil von 4000 Mietern 3966 jahrelang keine Miete mehr bezahlt haben (ich seit 5 Jahren auch nicht). Weil HLM kein Geld mehr hatte, konnten sie auch nichts mehr reparieren, und die Wohnungen sind am Schluss schlecht geworden. Daher bin ich in den letzten Monaten langsam in eine andere Wohnung gezogen (siehe Bild links), sehr schön, direkt am Strand, die Miete von 42 Euro bezahle ich momentan. Am 12. November hat der frz. Wohnungsminister B.Aparu (der auch eine Sozialwohnung von HLM hat wo er seit 15 Jahren keine Miete bezahlt) HLM Guyana per Verwaltungsakt aufgelöst. Zumindest bis jetzt sind über 400 Mio Schulden und Bürgschaften für fehlgeleitetes / verschwundenes öfftl. Geld bekannt geworden. Der Staat bezahlt das alles, ausserdem noch 80 Mio um die Wohnungen zu renowieren. Wer drin ist, darf seine Wohnung behalten. Ich will meine aber nicht, hole momentan noch (per Fahrrad) nach und nach meine sachen und lasse sie dann leer. Allerdings habe ich beim Gericht einen Prozess, ich will eine Entschädigung weil die Wohnung am Schluss schlecht war, und bei der Audienz vorletzten Freitag hat mich die Richterin auch gefragt wieviel ich meine zu wollen, was hoffentlich ein gutes Zeichen ist. -- Das ist eine Autopsie einer grossen Firmen -Pleite, ganz ähnlich ist wohl auch der Mechanismus von Bank-Pleiten
Nun gut. Jedenfalls wird die Einführung der genannten Finanz-Transfer-Steuer einige gute Effekte für die Armen haben: Soziales wird 'offizialisiert', kann daher hinterher schlecht als Terrorismus, Kommunismus usw bezeichnet werden, auch werden die Kleinreichen die diese Steuer zu bezahlen haben, geistig schon damit vertraut gemacht und daran gewöhnt. Ausserdem, zum Vorzeigen und gegen das Argument der Fehlleitung solcher Steuer (was dann ja Verlangen ihrer Streichung rechtfertigen könnte) wird dann ein Teil wohl doch den Armen gegeben.
In Brasilien kurz bevor ich weggegangen bin vor ca. 7 Jahren wurde genauso eine Steuer uebrigens auch eingeführt, es waren 0,2 % glaube ich, und genau davon wurde dann auch die og pekuniäre SH für Familien mit Kindern im Schulalter finanziert.Geändert von fifi1234 (13.12.2009 um 04:16 Uhr)
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13.12.2009, 10:59Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
Ja, oder eine Biografie schreiben.fifi1234: Ich habe 20 Jahre lang in Brasilien gelebt, immer arm und meist mitten im groessten Schlamassel, auch sehr oft auf der Strasse übernachtet. Da habe ich alle Details der Armut, der Akteure, ihrer Denkweise, den Totalabsturz der Mittelklasse, Gewinner, Verlierer, Inflation von ca. 100% mtl (1989) usw usf kennen gelernt. Auch zBsp SH 'in natura' zBsp einen brasilienweit gültigen Freipass mit dem ich dann spaeter nach Frz-Guyanaland gekommen bin. Über all diese Erlebnisse könnte man ein Extra-Forum aufmachen
Das mit dem Freipass hört sich gut an. Aber ansonsten wäre Geld doch netter, als „natura“. Da können sich die Leute nämlich aussuchen, was sie wollen & eigene Prioritäten setzen. Ansonsten hat es immer so einen Beigeschmack, von wegen, wenn man arm ist, hat man kein Recht, zu entscheiden, was man essen, anziehen usw. will & soll sich darüber freuen & auch noch dankbar sein, was vorgesetzt zu kriegen. Da fällt mir die Situation von Flüchtlingen in Dtl. ein. Die kriegen nämlich kein Geld mehr & müssen sich Produkte (meistens überteuerte Abfälle) aus Katalogen aussuchen. Krankheiten & Allergien dürfen erst gar nicht haben, geschweige denn Präferenzen.
Genau. Das Geld kriegt aber erst mal die Regierung. & ich glaub nicht, dass sie was gegen die Armut tun möchte.Sicherlich ist die Anlagen- Steuer nur ein Ablenkungsmanoever, bzw die Armut ein scheinheiliger Grund.
Die Petition juckt sicherlich keine Regierung. OK, die Gewerkschaften sind in Dtl. zumindest staatstreu, aber die anderen leicht wahnsinnigen Organisationen dahinter, sind echt nicht ernst zu nehmen. (& dann noch das rührende Bildchen dabei mit den zwei afrikanischen Kindern mit leerem Teller. Die haben damit ja so überhaupt nichts zu tun. Aber vielleicht sind es ja keine afrikanischen Kinder, vielleicht sind es Amis oder Franzosen(?) Trotzdem haben sie nichts mit der Besteuerung zu tun.) Dass Regierungen der Steuer zustimmen, liegt allein in ihrem Ermessen und ihren Interessen, auch wenn es nur ein Showeffekt ist. Die müssen aber mit der Wirtschaft koordiniert werden, da ja die Staaten davon abhängig sind. Bestimmt hat man sich längst vor der Petition und dem Medienspektakel auf die Prozentzahl geeinigt.
Das stimmt. Nur gibt es auch Staaten (z. B. Rumänien, Ruanda,…) da haben die Regierung & die Polizei, obwohl selbst korrupt & in die Kriminalität involviert, so gut wie nichts mehr zu melden.Die Kriminalität ist sicherlich nicht der Grund für SH und für Änderungen. Einer der Gründe ist, daß selbst die 'offiziellen' Bandenfürher nur Strohmänner sind, und 100% alles organisierten Verbrechens von Politikern und höheren Angestellten des Staates gelenkt werden. (Das ändert nichts daran, dass ab und zu einmal eine Säuberung von den kleineren, mittleren Handlangern angebracht ist und erfolgt; ebenso dass offiziell, zum Vorzeigen, die Grosskriminalität bekämpft wird). Hierzu liessen sich sehr, sehr viele konkrete Beispiele bringen, nur ist das hier der falsche Ort / Thread.
& wenn die Leute nichts mehr zu verlieren haben, werden sie erst recht „gefährlich“…
Doch, wenn die Armen zwar produzieren, sich aber die Produkte, an deren Herstellung sie selbst beteiligt nicht leisten können. Ist ja meistens so.Ich stimme dem nicht zu, dass die Anhäufung von Reichtum der Einen notwendigerweise Massen von armen Anderen produzieren muss. Das ist in einer Spekulations-Gesellschaft so, wo nichts hergestellt wird, jedoch eben nicht in einer Produktions-Wirtschaft.
Da geb ich Dir Recht! Alle haben das Recht gut zu leben & Almosen sind echt das Letzte!Das Abstrakte gewinnt über das Konkrete, der Bedürftige der an der Tür des Supermarktes verhungert oder der Apotheke an einer Krankheit stirbt. Ein Almosen ist eine Unverfrorenheit:…
Das mit dem Negativen kommt hin. Aber das geht auch ohne Geld (z. B. Naturalien oder Dienstleistungen auf Kredit). & Kredite sind zum längerfristigen Planen da bzw. zum kurzfristigen Umsetzen (positiv), was erst in Zukunft beglichen werden soll (negativ). Keine Einzelpersonen & keine Unternehmen haben so viel in bar zur Verfügung, um größere Anschaffungen zu tätigen.Gerade die Erfindung des Kredites, von manchen hochlobbesungen, ist die Wurzel des Problemes. Nur dadurch wird Verschuldung möglich, oder etwas Negatives zu haben.
Es liegt schon an dem System & dem Liberalismus der Wirtschaft. Es ist ständig das gleiche Spielchen: Banken gehen pleite und werden von den Regierungen aufgefangen. Zwischendurch wird das alles durch die Medien gezerrt & dann kommt irgend ein Gesetz raus, welches auch nicht die Relevanz hat, wirklich was zu ändern bzw. erst gar nicht diese Absicht dahinter steht & dann läuft alles weiter. Irgendwann in den 90’gern wurde der Aktiengewinn besteuert. Gute Idee. Aber die Armen hatten nichts davon.
Mit der Wohnung hast Du Glück gehabt. Das Beispiel mit Brasilien lässt vielleicht hoffen.
Hätte übrigens nichts dagegen, mich zu täuschen & dass es doch noch positive Veränderungen gibt. Na ja, wir werden sehen.
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13.12.2009, 11:28Inaktiver User
AW: Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer
fifi1234:
Bankpleiten habe ich in Brasilien miterlebt - aber nur als Unbeteiligter. Für die Armen jedenfalls haben sie nicht geschadet. Alles verloren dagegen haben halt Mittelständische, Kleinanleger usw, alles Leute die nie den Armen was gegeben hätten oder ein soziales System mitfinanzieren wollten -- insofern trauert niemand um sie.
WuesterGrobi: Wäre mir egal, da ich auf keiner Bank mehr was habe - steckt alles im Portemoneng und knistert bzw. existiert in Güterform. Darum fände ich so ein Experiment ja sehr interessant. Vielleicht würde das live-Erlebnis zu größerer Einsicht führen, als es das Wissen der Theorie jemals könnte.
Das hättest Du Dir ja live anschauen können. In Deutschland wurden ja vielen Leuten Zertifikate der Pleite Bank angedreht und anschließend waren ihre Ersparnisse weg. Da gab es auch Veranstaltungen, Proteste und Demonstrationen.
Ansonsten sehe ich das anders. Hab jetzt auch keine Anlagen, Rente, lebensversicherung oder so was. Hab ja auch nicht vor in Rente zu gehen & wer weiß, wie der Geldwert bis zur Auszahlung sich entwickelt. Gut, man kann, & sollte auch, einen Inflationsausgleich im Vertrag vereinbaren. Aber egal. Nicht alle Betroffenen sind jetzt so die ignoranten Leute, die nichts abgeben wollen usw. Auch, dass sie was ansparen wollten, ist ja nicht verwerflich, ist halt ein anderer Lebensentwurf, sicher auch begünstigt durch andere Bedingungen, als der jetzt von uns. Viele haben einfach ein höheres Sicherheitsbedürfnis & mehr Existenzangst. Ist ja nicht schlimm. Übel ist stattdessen, wie die Banken das instrumentalisiert haben. Viele Anleger_innen kannten sich auch nicht sonderlich aus mit Finanzsachen, was ja auch kein Verbrechen ist im Gegensatz zum Vorgehen der Banken.


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