Guten Morgen
Ich finde u.a. auch entscheidend, dass der Mauerfall das definitive Ende der Ost-West-Polarität im Sinne militärischer Konfrontation (NATO vs. Warschauer Pakt) besiegelte. Nie war seit dem die Bedrohung eines großen militärischen Konflikts in Europa weiter in die Ferne gerückt.
Jetzt muss ich aber los...
Beetec
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11.11.2009, 06:59
AW: Einigkeit und Recht und Freiheit, auferstanden aus Ruinen.
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11.11.2009, 09:28
AW: Einigkeit und Recht und Freiheit, auferstanden aus Ruinen.
Ich denke es gab damals viele Proteste und vor allem viele spektakuläre Fluchtversuche in letzter Minute, die in Dokus immer wieder gezeigt werden.Und ich frage mich, warum hat niemand geschrien, als 1961 die Mauer gebaut wurde? Mitten durch die Stadt Berlin (und das Land, der Todestreifen)? ich begreife es nicht.
Aber zuvor hatten die Westalliierten Moskau signalisiert, dass sie gegen wirksame Abschottungsmaßnahmen zur Eindämmung der Flüchtlingsströme eigentlich keine Einwände haben.
Zwei Zitate dazu:
„Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg.“
– John F. Kennedy, US-Präsident
„Die Ostdeutschen halten den Flüchtlingsstrom auf und verschanzen sich hinter einem noch dichteren Eisernen Vorhang. Daran ist an sich nichts Gesetzwidriges.“
– Harold Macmillan, britischer Premierminister
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.11.2009, 14:00Inaktiver User
AW: Einigkeit und Recht und Freiheit, auferstanden aus Ruinen.
An den 09.11.1989 habe ich gar keine ganz genauen Erinnerungen.
Natürlich bekam ich abends im TV die Öffnung der Grenze mit -
es muss also ein ganz gewöhnlicher, ruhiger Fernseh-Feierabend für mich und meine Familie gewesen sein.
Ich weiß aber noch, dass ein paar Tage später Kolleginnen auf meiner Arbeitsstelle darüber lästerten, dass nun alle in Scharen kamen, um die 100 DM Begrüßungsgeld in Empfang zu nehmen. Eine meinte, sogar die alte Oma, die kaum noch laufen kann, wird ins Auto gesetzt, um das Geld abzuholen.
Ich sagte, das hätten Sie natürlich nicht gemacht ;-)
DDR-Erinnerungen habe ich aber auch noch:
Mein erster Freund (und späterer 1. Ehemann) war (ist) (West-)Berliner.
Er hatte einige Freunde und Verwandte in der DDR.
Um 1972 besuchten wir eine befreundete Familie von ihm in einem Ost-Berliner Vorort.
Der Familien-Vater wirkte auf mich ein wenig intellektuell, sah mit seiner runden Brille ein wenig aus wie Bertolt Brecht ;-) und hatte auch eine ziemlich große Bibliothek in seinem Arbeitszimmer.
Die Familie hatte zwei ziemlich selbstbewusste Töchter, beide chic gekleidet und geschminkt, die jüngere ging noch zur Schule und die ältere war Mutter zweier niedlicher, quirliger Kinderkrippen-Kinder und arbeitete tagsüber in einem Büro.
Ich kam mir irgendwie komisch vor, auf Vorschlag meines Freundes jeder eine mitgebrachte Nylon-Strumpfhose zu überreichen - naja, sie freuten sich wohl schon ein wenig drüber.
Es gab irgendwas Leckeres zu essen, was genau, weiß ich nicht mehr.
Sie wohnten allesamt in einer netten Siedlung.
Ich fand, es sah fast genauso aus wie in meiner Siedlungsstraße, bei uns zu Hause im Ruhrpott.
Ein West-deutscher Freund hatte meinen Freund gebeten, ihm „Das Kapital“ von Karl Marx zu besorgen, was dieser nette Mann auch ganz gerne für uns tat (das durfte ja ohne Probleme „ausgeführt“ werden ;-)
Leider weiß ich nicht, was später aus dieser Familie geworden ist.
Bei "Tante Trudchen" war es auch sehr nett, ebenfalls einige Kilometer von Berlin entfernt. Sie lebte sehr ruhig, etwas abgelegen, in einem ziemlich alten Haus.
Sie freute sich über den Kaffee und die Schokolade, die wir ihr mitgebracht hatten - ansonsten war sie glaube ich rundum zufrieden.
Ich glaube, sie strickte genauso gerne ihre Pullover selbst, wie ich damals auch. Doch, die war auch echt sehr nett.
Bei ihr gab es Dresdener Christstollen und selbstgebackene Plätzchen.Geändert von Inaktiver User (11.11.2009 um 16:07 Uhr) Grund: Zahlendreher beim Datum :-(
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11.11.2009, 14:22Inaktiver User
AW: Einigkeit und Recht und Freiheit, auferstanden aus Ruinen.
Doch - auf beiden Besuchen wurde in gemütlicher Runde auch ein wenig über Politik gelästert und geschimpft.
Ganz genauso wie oft auch bei uns, wenn wir Besuch haben ;-)
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11.11.2009, 14:23
AW: Einigkeit und Recht und Freiheit, auferstanden aus Ruinen.
ich kann mich noch gut an diesen tag erinnern . . wir hatten 2 wochen davor geheiratet und die zur hochzeit eingeladene cousine meines mannes, die in der ddr wohnte, durfte erst 2 wochen spaeter (!) kommen . .
so waren wir abends mit ihr essen und haben noch philosophiert wie das mit der ddr weitergehen kann . .
als wir heimkamen wollte ich nur mal nachrichten im fernsehen anschauen und dachte, ich seh nicht recht . . da kletterten schon die leute auf der mauer rum . . wir sassen fasziniert stundenlang vor dem fernseher. wenn man in einer familie aufgewachsen ist, die via vertreibung in alle winde verstreut wurde, hatte man ja meistens die problematik der ddr-verwandten jahrelang mitbekommen. . .
paeckchen in die ddr im november und paeckchen aus der ddr an weihnachten gehoerten fuer uns als kinder einfach dazu. ich kann mich noch an die vielen geschnitzten tannenbaeumchen aus dem erzgebirge erinnern, von denen mein bruder und ich immer die loeckchen abschnipsten . . wir hatten diese baeumchen tonnenweise . . ebenso wie stollen und baumkuchen. . . bis ostern . .LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


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