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Ob es sinnvoll ist, darüber kann man streiten, oder ob andere Länder bessere Empfänger wären.

Bis 2010 wollen die EU-Mitglieder ihren Entwicklungshilfe-Anteil auf 0,51 des BIP steigern. Deutschland liegt derzeit bei 0,35 Prozent des BIP, knapp über dem Durchschnitt.

Also, wenn Deutschland dieses Ziel erreichen will, dann wird es nix mit sparen, aber Niebel hat sicher einen populistischen Nerv getroffen.
Nachdem ich ein Interview mit Dambisa Moyo (sehr lesenswert, unbedingt googeln) gelesen habe, bin ich von Entwicklungshilfe als Mittel zur Problemlösung und zur wirklichen Entwicklung nicht mehr überzeugt.

Ich habe ausserdem einen indischen Bekannten und habe mich mal mit einem afrikanischen Doktoranden der Politologie unterhalten: keiner von beiden hat nach Entwicklungshilfe geschrieben, eher im Gegenteil. Ich würde sogar sagen, dass es ohne Entwicklungshilfe ein paar Diktatoren weniger gäbe in der Welt.

Nein, ich mache es mir nicht bequem in der "Villa Europa" und dass Afrika seit Jahren nicht vom Fleck kommt, macht mich sehr betroffen, denn Afrika ist im Grunde ein wunderbarer und faszinierender und teilweise auch sehr reicher Kontinent. Aber immerhin gibt es seit 40 Jahren staatliche Entwicklungshilfe. Komisch aber: vor ca. 20 - 40 Jahren lebten 10 % der Afrikaner unter der Armutsgrenze, heute sind es 70 %. (Dies laut Aussag von D. Moyo.)

Übrigens: die Entwicklungsländer bezahlen meist ein Vielfaches an Schuldzinsen an den Westen als sie überhaupt Entwicklungshilfe erhalten. Eine umfassende Entschuldung schiene mir viel wirkungsvoller. Aber da stünde der Westen nicht mehr als der grosse Wohltäter da.