Was mich ein bisschen an der gesamten Diskussion stört, ist die Forderung dass der Staat die Wahlfreiheit des Einzelnen zu bezahlen hätte.
Wo bleibt eigentlich die Eigeninitiative? Ich wollte nach den Geburten wieder arbeiten, obwohl (oder gerade?) meine Kinder Wunschkinder waren. Weil mir mein Job Spaß macht, weil bei aller Liebe zu den Kindern, Windelwechseln und Trotzattacken mich geistig nicht auslastet bzw. ausgelastet hat.
Als ich wieder arbeiten ging, gab es noch keine Betreuungstage, wenn das Kind krank war. Da hieß es dann organisieren. Und nein, ich habe kein fiebriges Kind zur Tagesmutter gebracht. Kinder aufziehen und erziehen ist verdammt nochmal anstrengend und verlangt von den Eltern viel. Aber niemand zwingt einen, Kinder zu bekommen. Und mich regt es auf, wenn Mütter von kleinen Kindern so tun, als retteten sie den Staat. Und es gibt vielfältige Möglichkeiten der nachweislich qualifizierten Betreuung. Betreuungsgutscheine gehören nicht in diese Kategorie.
Denkt übrigens bei der Steuerdiskussion eigentlich irgendeiner an die Eltern, deren Kinder heute erwachsen sind? Haben die keine finanziellen Einbußen über mindestens 20 Jahre lang gehabt (bei Kindergeld von 50 DM für das erste und 130 DM für das 2. Kind!)? Sollen die heute mehr zahlen, weil sie ja "nur" noch ein Ehepaar sind? Und nebenbei bemerkt, diese jungen Erwachsenen zahlen heute in die Rentenkasse, meine tun es.
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05.11.2009, 23:03
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
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05.11.2009, 23:10Inaktiver User
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Das ist so nicht ganz richtig.
Schon mal was von frühkindlicher Bildung und Entwicklung gehört? Und von Verkümmerung und Verwahrlosung gerade in den ersten drei Lebensjahren, welche doch sehr schwer oder auch gar nicht mehr aufgeholt werden können?
Nun, Du vielleicht schon, aber sich nur mal vorzustellen, wie viele Mütter und Väter gerade mit dieser Art von qualifizierten Kindererziehung schlichtweg überfordert sind, benötigt man nicht einmal mehr sehr viel Phantasie. Die Resultate sind ja wohl nicht mehr zu übersehen, wenn man nur um sich schaut.
„In den ersten Jahren werden nachweislich die entscheidenden Grundlagen für die zukünftigen Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern gelegt.“
Wer entscheidet denn aber genau über die Bedürfnisse von Kleinkindern und ihre Zukunft? Und ob das alle Transferempfänger auch individuell gut leisten können? Das ist doch mittlerweile wirklich zu bezweifeln. Schon gar nicht mit s. g. Betreuungsgeld.
Quellen und Infos dazu gibt es reichlich, für all diejenigen, die sich auch informieren wollen. Besonders was die nachweislichen Vorteile einer frühkindlichen Förderung für die Volkswirtschaft allgemein betreffen. Mir fehlt momentan leider die Zeit für eine Nachforschung, aber meine eigenen Erfahrungen geben mir da auch mehr als Recht.
Das Kinderbettreuungsgeld für Eltern ist somit ganz schlicht formuliert oft eine s. g. Antibildungsprämie und so ziemlich kurzfristig gedacht.
Wie leider so oft gerade in diesem Bereich. Erst wird geschont, dann aber wieder völlig überfordert. Die Mischung macht es doch eigentlich. Ganz individuell. Und da ist glücklicherweise doch endlich so einiges in Arbeit. Und ich kann nur hoffen, dass es von Fachleuten durchdacht ist, die auch wirklich endlich mal langfristig denken können.
Eine Quelle: Institut für frühkindliche Entwicklung
Auch ein interessanter Beitrag vom 16.09.09.
Quelle: SWR2-Mogelpackung Kita
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05.11.2009, 23:45Inaktiver User
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Das sehe ich absolut genau so!
Wir haben in den ersten Jahren sehr viel Wert darauf gelegt, die Aufmerksamkeit unserer Kinder zu wecken (und zu fördern) ... sei es durch regelmässiges Vorlesen und auch regelmässiger gemeinsamer Beschäftigung, gerade draussen und im Zusammensein mit anderen Kindern.
Man muss Kinder nicht mit Reizen überfluten ... aber vorenthalten sollte man sie ihnen schon erst recht nicht ...
Hummse sagte kürzlich etwas, das mein Herz so richtig erfreute: Coco-Lore schaute sie anerkennend an, weil sie zu glauben schien, das Naturschauspiel, das sich ihr bot, wurde von ihrer Mama zu ihrer Freude und Unterhaltung organisiert ...
Genau so sollte es sein ... Kinder sollten das Vertrauen in ihre Eltern besitzen können, dass sie für ihre Entwicklung (und ihr Wissen) sorgen
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05.11.2009, 23:58Inaktiver User
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Nun, dieses Vertrauen haben Kinder in ihre Eltern ja eh. Und es ist nur gut für die Kinder, deren Vertrauen nicht missbraucht wird. Für viele doch eher mehr als selbstverständlich. Glücklicherweise.
... aber... das ist nicht immer so ...
das z. B. die Eltern für die Entwicklung und das Wissen ihrer Kinder sorgen. Und genau das ist ja bei dem Thema so schade. Und mal abgesehen davon, es ist doch auch mehr als traurig. Oft.
Und das ist zu ändern. Darum geht es. Nicht mehr und nicht weniger.
Aber das müssen diejenigen, die das nicht mal erahnen können, wohl vermittelt bekommen. Denn anders kann ich mir diese allgemeine und offensichtliche Fehlentscheidung zum Betreuungsgeld nun wirklich nicht mehr erklären.
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06.11.2009, 00:15Inaktiver User
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Naja ... ganz so einfach isses nun auch nicht

Das Grund- (Ur)- Vertrauen ist schneller zerstört, als manche Eltern gucken können. Allein mit Ungeduld und Lautstärke können Eltern ziemlich viel (und eben schnell) kaputt machen.
Ich befürchte, dass viele Menschen dieses Aufbauen des Urvertrauens inzwischen ziemlich unterschätzen.
Ich glaube, gerade weil genau dieses Vertrauen von vielen Eltern nicht mehr ihren Kindern "eingepflanzt" wird, leiden so viele junge Menschen an mangelnder echter, natürlicher Empathie.
Das als alleinige Ursache zu sehen, wäre natürlich Blödsinn ... aber als Wirkverstärker ist das sicher zu werten.
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06.11.2009, 00:51Inaktiver User
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Also bei dem Thema fällt mir doch auch irgendwie auch diese diese Szene ein.
Keinen weiteren Kommentar dazu. Also von mir.
Denn der Film hat mich damals schon sehr bewegt, Und nicht nur die zugegeben sehr dramatisch dargestellte Szene zwischen 2:31 – 4:27. Aber da doch irgendwie ganz besonders. Keine Ahnung warum.
Und es ging ja noch sehr viel weiter ... und trotzdem dachte ich immer wieder darüber nach.
Auch wenn ich glücklicherweise nicht so, sondern sehr wohl anders und besser gebor(g)en wurde und mich so auch so fühlen konnte und ja, das natürlich auch durfte. Aber ich ahnte damals doch schon irgendwie: Was bin ich doch für ein Glückspilz. Gewesen. Und immer noch. Und diese Ahnung bleibt dann doch ... irgendwie. Wenn man sowieso erst mal darüber nachdenken kann.
Nur so mal angenommen.
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06.11.2009, 11:43
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Der größte Teil der Familien, die dieses Betreuungsgeld bekommen würden, stammte aus der Mittelschicht, und da wäre dieses Geld hochwillkommen, es würde weder verraucht noch versoffen werden und auch nicht auf einem Geldkonto in Lichtenstein verschwinden.
Da auch die Eltern, die ihre Kleinkinder selbst betreuen wollen, die Fremdbetreuung der Kinder anderer Eltern über ihre Steuern mitfinanzieren, sehe ich nicht, was daran unfair sein sollte, wenn dieses Betreuungsgeld ebenfalls aus Steuermitteln bezahlt wird.
Das das Geld an anderer Stelle fehlt ist richtig, aber das ist bei allen staatlichen Ausgaben so und da gäbe es wohl deutlich diskussionswürdigere Etatposten im Staatshaushalt, über die man mal reden könnte.
Betreuungsgeld sehe ich positiv, würde mir allerdings auch wünschen, das der Kindergarten, zumindest ein Jahr, kostenlos für die Eltern wäre.
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06.11.2009, 12:01
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Deine Wut richtet sich gegen ein bestimmtes Elternbild, das es in meiner Realität so kaum gibt.
Es ist für mich ein Unterschied, ob ich über Kleinkinder spreche oder über Kindergarten-Kinder.
Für Kinder über drei Jahren ist der Kindergarten, das Spielen mit anderen Kindern, das Lernen sozialer Regeln, ein Segen.
Für Kinder unter drei Jahren ist eine Kinderkrippe sicher kein Segen (für manche Eltern aber schon), zumal die Qualität dieser Einrichtungen stark schwankt.
In diesem Alter ist vor allem der Aufbau einer stabilen und verlässlichen Beziehung zu einer oder zwei Bezugspersonen wichtig, weniger das soziale Miteinander mit anderen Kindern.
Ich lese aus manchen Beiträgen hier ein tiefes Mißtrauen der Erziehungskompetenz von Eltern gegenüber heraus und im Gegenzug dazu ein großes Vertrauen in die Fähigkeiten und Möglichkeiten der staatlichen Kleinkinderbetreuung.
Wenn es danach ginge, dann wären die heutigen Erwachsenen meiner Generation (Mitte 30) in Westdeutschland alles Egozentriker und die entsprechenden Menschen aus der ehemaligen DDR alle sozial hochkompetent, da die einen die ersten drei Lebensjahre bei Mutti und die anderen ihre in der Kinderkrippe verbracht haben. Das ist doch Unsinn.
Das eine Erzieherin sieben, acht oder zehn Kleinkinder, sicherlich manche davon auch krank, besser betreuen und versorgen kann als die Eltern ihr eigenes Kind, das ist doch Wunschdenken und hat mit der Realität nicht viel zu tun.
Zudem gibt es nicht nur schlechte Eltern, sondern auch schlechte Erzieherinnen (ich bin mir sicher, jede Mama und jeder Papa kennt mindestens eine davon).
Man sollte immer vor Augen haben, das sich diese Diskussion ums Betreuungsgeld auf Kleinkinder unter drei Jahren bezieht.
Ich bin auch für Wahlfreiheit, wer eine Kinderkrippe braucht und/oder möchte, der soll dazu die Möglichkeit haben.
Wer dies nicht möchte, hat für seine Erziehungs- und Betreuungsarbeit einen Lohn von der Gemeinschaft verdient.
Hier die Leistung von Eltern schlechtzureden, weil man das Betreuungsgeld ablehnt (und damit ja auch einen bestimmten Lebensentwurf), halte ich für verfehlt und fast schon beleidigend.Geändert von marmor (06.11.2009 um 12:15 Uhr)
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06.11.2009, 12:25
AW: Kinderbetreuung - Betreuungsgeld - Bildungsgutscheine
Frühkindliche Bildung für Kinder unter drei Jahren ist doch der totale Humbug und reine Geldmacherei.
Lasst die Kinder Kinder sein, gebt ihnen die Möglichkeit, die Welt zu entdecken und kleine Abenteuer zu erleben, lasst sie spielen und ihre Erfahrungen sammeln.
Wenn man schon die schlechten, überforderten Eltern immer wieder als Maßstab heranzieht, dann sollte man im Gegenzug auch immer an die schlechten, unmotivierten, überforderten Erzieherinnen in den Kinderkrippen denken. Auch hier kann man sich die Resultate anschauen, so man denn will.
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06.11.2009, 12:30Inaktiver User


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