Ich habe den Mann bei der Bundesagentur für Arbeit auch auf Missbrauch beim Kurzarbeitergeld angesprochen, er meinte, das wäre alles gar nicht so und würde in den Medien nur so dargestellt. Er würde keinen Fall von Betrug kennen......Na bitte. Hat mich der Mann doch gut aufgeklärt. Vielen Dank.![]()
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31.10.2009, 11:11
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
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31.10.2009, 11:35Inaktiver User
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Sie haben recht, es ist nicht Bosch, der seit Jahresbeginn in mehreren Werken Kurzarbeit ausweist und mir berichten dort Beschäftigte (ebenfalls in mehreren Werken) auch nichts von "Vorkommnissen". Buchen wir es unter "delirium" meinerseits ab. Es muß sich um einen anderen Automobilzulieferer handeln.
Darf ich wenigstens das Anzeigegebot aufrecht erhalten, falls Mißbrauch(sverdacht) besteht, ohne daß von Unternehmerseite das Wort "Hetze" fällt? Sonst fühle ich mich so... subversiv.
Sie meinen gesamtwirtschaftlich, Ihre Sparte betreffend oder Ihre Firma betreffend? Ich sehe da nichts kritisches auf uns zukommen - alles läuft wie geschmiertAber trotzdem, abwarten, das dicke Ende kommt noch.
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31.10.2009, 14:13
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Butter bei de Fische.
Kurzarbeit muss formell im Voraus bei der ARGE angekündigt werden.
Die AN müssen entsprechend belehrt werden.
Sie kann danach im Betrieb ohne Ankündigung täglich anfallen.
Erst am Monatsende bzw. am Anfang des darauf folgenden Monats muss die Anzahl der Kurzarbeit an die ARGE gemeldet werdet, die Abrechnung hat dann 3 Monate Zeit.
Das ist der Hintergrund warum viele Betriebe Kurzarbeit anmelden aber tatsächlich keine Kurzarbeit haben und auch nicht ABRECHNEN.
Es ist ein unbürokratisches Handling.
Der Betrieb verharrt im Status Kurzarbeit aber tatsächlich wird keine Kurzarbeit abgerechnet.
Im Übrigen muss die Kurzarbeit vom AN gegengezeichnet werden.
Also viele Latrinenparolen unterwegs, was die Kurzarbeit betrifft.
Meine Angestellten haben ausnahmslos unterschrieben, dass sie im Falle der Informationsweitergabe über Kurzarbeit im Betrieb an Dritte oder betrieblich Außenstehende die sofortige Kündigung des Arbeitsverhältnisses akzeptieren.
Es ist schon schwer genug in diesen Zeiten genügend Arbeit ranzuschaffen, da brauch ich das dumme Geschwätz und die Mutmaßungen von Halbwissenden, welches dann vielleicht Erklärungsbedarf bei Lieferanten hervorruft, nicht noch zusätzlich.
Am besten kennen sich mit der Kurzarbeit diejenigen aus, die es überhaupt nicht tangiert.
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31.10.2009, 14:21
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Weder meine Sparte noch meinen Betrieb.
Ich habe noch alle Reserven, im Gegenteil, ich habe im letzen Jahr weiter ausgebaut.
Kein Fremdkapital im Betrieb.
Die hoffnungsvollen Nachrichten über die gesamtwirtschaftliche Lage sind Makulatur um die Stimmung hoch zu halten.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Allerorts Buchgewinne, wenn man versucht diese zu realisieren geht die Karre bergab, die Tür wird dann eng, wenn alle gleichzeitig durch wollen.
Freitag gab es an der Börse einen kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehenden 3 Jahre der Depression.
Auch wenn mir schwer fällt es zu glauben, der Mensch ist so dumm, er wiederholt die Jahre 29 - 34.
Auch damals wurde die Krise von 29 bis 30 kleingeredet und die Börsen stiegen, unter Zuhilfenahme der Zentralbanken und Banken, um genau 60%.
Gestern waren auch in USA und in D die 60% erreicht.
Erst ab 30 bis 34 begann der Abstieg an den Arbeitsmärkten und der Gesamtwirtschaft.
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31.10.2009, 20:04
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Klar
alles nur Propaganda
... aber das ist nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs
Wanne
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31.10.2009, 20:08Inaktiver User
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Bedeutet das:
a) daß schon die Aussage gegenüber Dritten "Wir haben KA" zur Kündigung führen kann
b) daß der AN (natürlich nur theoretisch) keine Latrinenparolen streut, obwohl er ja gar nicht wissen kann, wie das monatlich flexible Ergebnis aussehen wird?
c) daß der AN (natürlich nur theoretisch) in die Zwickmühle gerät, beim KA-Mißbrauch in beiden Fällen Nachteile zu haben? Entweder er wird gekündigt, weil er aufmuckt oder er macht sich strafbar, wenn er das System mit trägt.
Ich verstehe Ihren Beweggrund für diese Maßnahme der Unterschrift durchaus. Das Folgende ist ausdrücklich nicht auf Sie bezogen. Ich versichere ich Ihnen aber, daß:Es ist schon schwer genug in diesen Zeiten genügend Arbeit ranzuschaffen, da brauch ich das dumme Geschwätz und die Mutmaßungen von Halbwissenden, welches dann vielleicht Erklärungsbedarf bei Lieferanten hervorruft, nicht noch zusätzlich.
a) in unserer wirtschaftlich recht überschaubaren Stadt der weitaus größte Teil der relevanten "Industrie"firmen seit teilweise Herbst 08 Kurzarbeit hat - und das ist keine flexible, sondern tatsächliche, weil entweder Freitags dicht ist oder täglich Stunden früher dicht ist (bis auf einen Teil, der dennoch regelmäßig arbeitet). Und da fast aus jeder Firma Kunden bei mir sind, unterhält man sich auch über dieses Thema. Aufgrund guten Willens ziehen wir 1/3 Latrine ab, 1/3 Falschinformation - so bleibt immer noch ein gehöriger Anteil Firmen, denen man unterstellen kann, was durchaus sonst in der Wirtschaft üblich zu sein scheint: Betrug, fußend auf Arbeitsplatzerpressung der AN und der Meinung, dies wäre Kavaliersdelikt.
b) der (auch laut Wirtschaftsmedien) rasant ansteigende Betrug keine Überraschung ist: Es scheint der letzte Ausweg zu sein. Ich vermute, die Rechnung ist simpel: Betrug versuchen und (auch aufgrund der schieren Masse) damit durchzukommen, alternativ die Zeit im Hoffen auf Besserung zu überbrücken und eine Strafe zu riskieren - ansonsten droht sowieso Insolvenz.
c) Sieht man -wird absolut überall berichtet- die Vorgehensweisen in der Wirtschaft (klare Tendenz zu Betrug, AN-Erpressung und -ausbeutung, toleriert von der Politik, Korruption, Ellbogen, Kündigungsversuche, eisige Verachtung und Kälte), so wird die "Ausschöpfung" auch des Mittels "Kurzarbeit" keiner besonderen Hemmschwelle unterliegen.
Ich sehe es durchaus so (ähnlich Ihrer Betrachtung zur Depression), daß ein großer Teil der Unternehmerschaft absolut abgewirtschaftet hat - nicht nur wirtschaftlich, sondern besonders auch vom moralischen Standpunkt.Geändert von Inaktiver User (31.10.2009 um 20:13 Uhr) Grund: Schxreipvehler
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01.11.2009, 01:00Inaktiver User
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01.11.2009, 10:09
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Mein Mann musste gar nichts gegenzeichnen.
Außerdem- wieso sollte mein Mann, wenn er tagsüber auf der Straße gesehen wird, lügen? Wenn Kurzarbeit ist, dann ist Kurzarbeit.
@Frank- ich stell mir grad vor, dass deine Mitarbeiter dann morgens aus dem Haus gehen und sich erst nach Feierabend wieder nach Hause bewegen, denn die Ehefrau darf ja nichts von der Kurzarbeit mitbekommen.....hm, sie müssen dann nur noch das Defizit auf der Abrechnung erklären.....
Erst gestern haben wir im Familien- und Freundeskreis darüber geredet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die meisten erst jetzt, nach Jahren in denen sie sich für ihren Betrieb und ihre Chefs aufgeopfert haben, ihre Chefs so richtig kennen lernen.
Und um zumindest beim Thema Weihnachten zu bleiben: auf eine Weihnachtsfeier hat wahrlich keiner Lust.
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01.11.2009, 10:44Inaktiver User
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
Das ist genau der Punkt. Es kumulierte zwar sowieso während der letzten 10, 15 Jahre - konnte aber irgendwie noch "vermittelt" werden oder keiner wollte es wahr haben. Jetzt, unter Druck, kommen die unfeinen Seiten ganz klar offen zum Vorschein.
Da muß ich an meinen früheren AG denken. "Aus finanziellen Gründen" mußte er einem Mitarbeiter kündigen - das war freiwillig ich. Nachdem ich über 8 Jahre seinen maroden Betrieb auf Vordermann gebracht hab, aber naja. Nachdem ich weg war, hatte seine Frau einen New Beetle 1,8T und die Tochter ein 3000 € - Kinderzimmer bekommen. Er selber hatte den Pilotenschein gemacht und flog dann jedes WE mit dem Segler (der aber nur aus dem Verein). Soviel zum Thema
Naja, gibt schon noch viele Betriebe, wo nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im Bezug auf das Betriebsklime die Stimmung sehr gut ist. Handwerk zum Beispiel läuft einwandfrei - und die machen allesamt was.Und um zumindest beim Thema Weihnachten zu bleiben: auf eine Weihnachtsfeier hat wahrlich keiner Lust.
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01.11.2009, 18:34
AW: passt weihnachtsgeld zur konjunkturlage?
hallo zusammen!
da ihr gerade beim kurzarbeitergeld seid . . .
ich sehe die kurzarbeit durchaus als legitimes mittel.
frank, wahrscheilich gehoerst du zu den ehrlichen unternehmern, die nicht einfach auf den zug kurzarbeit aufspringen, um sozialversicherunsgbeitraege opm-maessig zu bekommen (OPM = other people money), sondern diese als mittel bei geringer auftragslage sehen. dafuer ist die kurarbeit naemlich gedacht.
das problem bei der kurzarbeit sehe ich darin, dass firmen voellig unabhaengig von ihrem niveau und ihren gepflogenheiten kurzarbeitergeld bekommen koennen. . .
ich war gestern bei einer familienfeier. mein bruder hat einen film gezeigt von einer 1 mio teuren segelyacht. die yacht gehoert seinem arbeitgeber (grosskonzern) . . und ist gedacht, um "teamfindung" zu machen . . ja ja . . *staun* . . muss ich jetzt noch sagen, dass dieses unternehmen ungeniert kurzarbeitergeld beantragt hat? fuer das gehalt eines skippers reichts allemal . . einer muss ja auf die yacht aufpassen . . .
naechstes beispiel, porsche. porsche hat ebenfalls kurzarbeit angemeldet (quelle: stuttgarter zeitung vom 30.1.09). gleichzeitig zahlt porsche jedem arbeitgeber fuer 2009 freiwiilig 1100 euro, weil der laden so gut laeuft . .
hingegen kenne ich viele kleinunternehmer, die mit dem zettelkram fuer die kurzarbeit ueberfordert sind . . . liquiditaetsprobleme haben nicht zuletzt, weil grosskonzerne eine saumaessige zahlungsmoral haben (teilweise 6 monate zahlungsziel) . .
irgendwie sind die kleinunternehmer da echt die dummen.LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


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