Natürlich will die Frau etwas ändern, es muss nur bequem sein. Sie erwartet, dass Andere ihr die Mühen abnehmen. Sie will ernten, was sie nicht gesäht hat. Sie handelt nicht aus Boshaftigkeit, sie handelt aus Bequemlichkeit.
Wenn du einmal eine Woche miterleben würdest, was bei uns in der Einrichtung abgeht, würdest du anders schreiben. Nur wer diese Welt mit eigenen Augen sieht, kann verstehen, was Wildblume und ich hier sagen / schreiben. Solche Geschichten muss ich erlebt haben, um sie mit dem Verstand erfassen zu können. Gerade die Vielschichtigkeit ist es, die uns beschäftigen.
Wer nur seine eigene Situation kennt oder vielleicht die Situationen von dem einen oder dem Anderen, der hat eine andere Sichtweise. Wir haben in einem Förderprojekt von Juli bis heute etwas über zweihundert Menschen, die unsere Hilfe erwarten (es kommenjeden Montag zwischen 12 und zwanzig Menschen dazu, ein paar gehen wieder weg). In einem anderen Projekt haben wir rund 180 Jugendliche und junge Erwachsene. Dann kommen noch die kleineren Projekte dazu. In der Summe haben wir es über das Jahr gesehen mit mehr als eintausend Menschen zu tun. Da kommt schon etwas zusammen.
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12.11.2009, 18:28
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
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12.11.2009, 18:40
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Das sehe ich nicht so. Die Frau erhält Gelder aus öffentlichen Kassen. Die von Steuerzahlern gefüllt werden. Und zudem sind Kinder involviert. Ich sehe da durchaus noch die Pflicht der Gesellschaft den Kindern gegenüber. Und die Pflicht des Staates, mit den Steuergeldern überlegt umzugehen. Oft genug missachtet.
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12.11.2009, 18:49
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Packst du hier gerade ein Totschlagargument für einen weiteren Austausch aus? "Weil du nicht meine Einblicke teilst, kannst du auch keine Meinung dazu haben"?
Oder nimmst du meine Meinung deshalb nur einfach nicht ernst. Trotz meiner "weisen" Einsichten?
Was mich wirklich immer mehr interessiert ist, WAS konkret für diese Menschen angeboten wird. Ihr habt es ja wohl wirklich nicht mit den "normalen" Arbeitssuchenden zu tun sondern mit den so genannten "Problemfällen".
Was für Unterstützung gibt es, um ein organisierten Alltag wieder möglich zu machen?
Auf welcher Ebene da Hilfe angeboten wird. (Die große Zahl an Kunden, spricht ja nicht für eine allzu individuelle Beratung. (Keine Wertung, nur ein Eindruck))
Aber ich kann gut verstehen, dass du nicht Gefahr laufen möchtest, deine Identität hier preis zu geben
. Also keine Aufforderung an dich, sondern nur Bedauern über meine geringen Einblicke.
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12.11.2009, 18:57
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Jaja, den Gedanke kann ich nachvollziehen.
Aber eine Verhaltensänderung kann ja nur immer dann erfolgen, wenn derjenige sein Verhalten auch ändern möchte.
Ob nun aus Verpflichtungsgefühl der Gesellschaft oder seinen Kindern gegenüber oder aus anderen Gründen ist dabei ja Nebensache!
Aber von jemandem zu erwarten, dass er sein Verhalten ändert ohne von einem Änderungswillen desjenigen auszugehen ist doch absurd.
Man kann natürlich versuchen einen anderen Menschen von der Notwendigkeit einer Verhaltensänderung zu überzeugen, aber solange derjenige dass nicht auch selbst möchte, sollte ich auch nicht auf eine Änderung warten!
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12.11.2009, 19:17
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Tja, und ganz ehrlich? Meine Meinung dazu wäre dann, wenn er nicht möchte, dann möchte ich auch nicht, dass er übermäßig Geld aus der allgemeinen Kasse bekommt.
Da gibt es nämlich ausreichend andere, die möchten, aber nicht weiterkommen, weil es keine Jobs mehr für sie gibt. Oder sie alleinerziehend sind und deswegen schon die rote Karte haben.Geändert von Tabetha (12.11.2009 um 19:28 Uhr)
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12.11.2009, 19:17
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Yanina, für mich hört sich das sehr übertrieben an:
50 Euro in einer Frittenbude ausgeben? Für eine Mutter und ein Kind? Wie haben die das zu zweit geschafft? Und Du warst mal wieder spontan am "Tatort", genau wie weiter oben im Strang in der Dönerbude und auch mittags im Café, wo rauchende Mütter ihre Kinder mit trockenen Brötchen ruhigstellten.... obwohl du ja so eine wichtige soziale Position hast. Oder verschwendest Du selbst vielleicht Dein so sauer verdientes Geld mit Fast foodWenn ich sehe, dass eine Mutter am Geldtag das Kind in eine Frittenbude schickt und dort für fünfzig Euro Speisen einkauft, dann könnte ich an die Decke gehen.
Verzeih mir die Ironie, aber durch diese Art von Übertreibung des Negativen kann ich auch Deine anderen Beispiele nicht ernstnehmen. Ziehen wir die Hälfte ab und es paßt vielleicht.... Genau wie Du herausgestellt hast, daß die lebensunfähige Mutter immerhin ein Esprit-Shirt trug.
Yanina, ich kann mir nicht vorstellen, daß in Deinen Förderprojekten wirklich nur und ausschließlich diese Menschen sitzen, die grundsätzlich Probleme bei der Bewältigung ihres Lebens haben. Die gibt es. Sie sind aber nicht der typische Hartz-4-Empfänger. Das sind nämlich ganz normale Menschen, die aufgrund Trennung/Scheidung, Kindererziehung, Jobverlust in diese wirtschaftliche Notlage geraten sind und für sich versuchen, trotzdem ihre Kinder sorgfältig zu erziehen, kulturellen/gesellschaftlichen Leben weiter teilnehmen möchten und/oder auch ihre Würde als Mensch nicht zu verlieren, denn diese ist in unserer Gesellschaft viel zu sehr mit dem Job verknüpft, auch für sie selbst.
Hier schreiben und lesen viele, die genau in diese Situationen geraten sind. Da wunderst Du dich, daß Du hier "Gegnerinnen" hast und klagst darüber "angegriffen" zu werden.
Du machst Sprüche wie diesen:
und die vielen anderen, z.B. daß man nur umziehen muß, um Arbeit zu finden und vieles mehr. Wenn mir jemand sagt, ich bekomme eigentlich viel zu viel Geld vom Staat, dann beschämt mich das. Da brauche ich gar keinen weiteren Frust und trete auch nicht um mich. Ich reagiere aber heftig, und manch anderer hier auch, der diese oberflächlichen und vorurteilsbehafteten Aussagen ebenso unerträglich findet.Meiner Meinung nach bekommen HartzIV-Empfänger viel zu viel Unterstützung.
Ich bin nicht vom Fach, aber seit januar genau mit Deiner "Klientel" in Kontakt, beim ASD. Und zwar im größten Problemviertel unserer - immerhin großen - Stadt. Im 1-Euro-Job übrigens (
wuestergrobi, toll geschrieben und absolut wahr).
Ich kann bestätigen, daß es Fälle gibt, wie diesen, den Du beschrieben hast. Bei uns wird das aber als Ganzes gesehen, der Hintergrund dieses Menschen spielt bei der Beurteilung der Situation genau so einen wichtigen Part wie die Erfahrungen, die er gemacht hat in seinem Leben. Es gibt vieles, was ein Leben zerstören und kaputtmachen kann. Nicht alles davon hat sich der Inhaber selbst so ausgesucht. Im Gegenteil, ich bin immer ganz klein, wenn ich sehe, was einem im Leben so passieren kann.
Daher kann ich Deine Meinung über diese Menschen nicht nachvollziehen. Und ich hatte es ja schon mal geschrieben: Wenn Du nicht mehr sehen kannst, daß es auch positive Fälle gibt, sondern für Dich nur noch das schlechte überwiegt obwohl Du eigentlich sozial denken müßtest - dann bist Du "fehl" am Platz in Deinem Job. Das meine ich nicht angreifend, sondern befürchte, daß Du aufgrund der schwierigen Aufgabe in eine Art emotionalen "Burn-out" gehst.Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.
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12.11.2009, 19:33
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12.11.2009, 19:36
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12.11.2009, 19:40Inaktiver User
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
... übrigens... eine Frau die - in einer nicht idealen Situation ein Kind bekommt weil z.B. ungeplant oder O Gott! ein befristeter Vertrag und daher zur Geburt in Hartz 4 rutscht "kostet" den Staat im ersten Jahr weniger als eine Frau, die in einem sehr gut verdienenden Job ein Jahr pausiert, wenn ihr Ehemann dann noch 2 Monate Elternzeit nimmt wird's ja noch teurer. Und dann kriegen die ja auch noch Kindergeld.


Also wenn man die reinen Kosten rechnet (und mit denen argumentieren hier ja viele) ist es "billiger" für die Gesellschaft, wenn die Babyzeit in Hartz 4 verbracht wird.
Gibt es hier jemanden der sagt, Elterngeld als soziale Leistung solle nur von denen beantragt werden, die es auch nötig haben? Würde mich mal interessieren. (Ist meine Meinung nicht).
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12.11.2009, 20:17
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Gerade hier in Berlin gibt es sehr sehr viele Möglichkeiten, sich helfen zu lassen. Aber viele dieser Menschen, die ich und wahrscheinlich auch Yanina meinen, kennen diese Möglichkeiten nicht und erkundigen sich auch nicht nach Hilfe. Und selbst, wenn ihnen Hilfe angeboten wird oder ihnen gesagt wird, wo sie Hilfe bekommen können, nehmen sie diese Möglichkeiten nicht an. Weil ihnen Eigenverantwortung, Selbstreflexion oder Bildung oder andere wichtige Voraussetzungen fehlen, um Hilfsmöglichkeiten nutzen zu können. Therapien werden abgelehnt, man wäre ja nicht krank oder so...... Was willst du dann machen?
Wir lesen hier so viele Beiträge von Frauen, die sich ein unmögliches Verhalten von ihren Männern oder LG gefallen lassen und man fragt sich dann auch, warum die ihr Verhalten nicht ändern bzw. aus der Beziehung aussteigen.
So ähnlich sehe ich es persönlich bei diesen Menschen auch. Es tut mir leid, aber ich kenne mehr Problemfälle, als die betroffenen Menschen, die durch Konkurs oder so von Hartz IV betroffen sind.
Eine Bekannte beim Job Center, ich schrieb es hier schon mal an anderer Stelle, hat früher auch gedacht, bevor sie beim Job Center anfing zu arbeiten, dass jeder durch Arbeitsplatz Verlust etc. in die Lage kommen kann, Hartz IV zu bekommen.
Es war für sie eine teilweise erschütternde Erkenntnis, dass der größte Teil ihrer Kunden, so heißen hier in Berlin diese Menschen, viele Defizite haben und das diese Defizite, oft vielschichtig und meistens auch psychische Gründe sind, warum diese Menschen von Hartz IV leben, dazu führten, dass diese Menschen so leben müssen. Und oft sind es auch gut qualifizierte Menschen, aber letztendlich gibt es oft die Probleme wie Alkohol und psychische Probleme, die dazu führen, dass sie keinen Arbeitsplatz finden.
Dazu hat die Politik in den vergangen 20-30 Jahren durch falsche Maßnahmen es versäumt, die Menschen die schon in 2. oder 3. Generation vom Amt leben, dazu zu bringen, wieder für sich selbst zu sorgen. Egal ob deutsch oder Ausländer.
Wildblume



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