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  1. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Tabetha Beitrag anzeigen
    Heißt im Klartext: Die Eltern der Mädels haben kein Geld zugeteilt bekommen, sondern ihr Geld verdient.
    Es ist übrigens genauso ungerecht, Kinder von reichen Eltern verachtungsvoll anzusehen, wie Kinder von armen Eltern zu verachten. Menschen aufgrund ihrer finanziellen Umstände negativ zu bewerten ist in beide Richtungen zu kritisieren.

    Dann gibt es den Personenkreis, um den es hier geht, der tatsächlich Geld zugeteilt erhält. Und wenn ich dann lese, dass kostenfreie oder sehr günstige Angebote nicht angenommen werden oder mangels Interesse gar nicht erst stattfinden, gleichzeitig aber vor das Gericht gegangen wird, weil das Geld nicht reicht - dann könnte ich an die Decke gehen.
    Also ob jetzt alle Eltern ihr gesamtes Geld eigenhändig verdient haben, wage ich zu bezweifeln. Meist stehen da neben den solventen Eltern noch solventere Großeltern hinter, was ja auch jedem gegönnt sei.

    Ich schreib auch nichts gegen die "Verachtung der Reichen oder Armen", sonst würd ich da ja nicht reiten. Ich teile hier nur meine Beobachtung mit und versuche das zu verstehen, was hier gerade abläuft. Sehe diesen Punkt ähnlich wie du, dass man sich nicht in die Ecke stellen sollte und schämen, nur weil man ein paar Euro mehr verdient als andere.

    Aber: Wer Geld hat, hat eben auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten, diese sehe ich bei H4 Kindern nicht gegeben, wovon denn?

    Habe mal für einen Unternehmensberater gearbeitet, der nach Strich und Faden das Finanzamt betrogen hat. Sollte er erwischt werden, würde er eben eine Strafe bezahlen. Das hat er schon alles einkalkuliert.

    Ein anderer Freund von mir ist Privatier. Sei ihm auch gegönnt. Hat ein Leben lang geschuftet und ein Unternehmen aufgebaut, verkauft und lebt jetzt vom Verkauf. Die Einkommensteuer umgeht er, indem er spekuliert und nach 13 Monaten (kenn mich da nicht aus) sind Gewinne wohl steuerfrei. Oder nicht viel. So habe ich das verstanden.
    Gut in der Finanzkrise hat er auch Miese gemacht, die hat er seitdem aber schon 10 mal wieder mit Gewinn verrechnet, weil er an der Börse zockt.

    Kenne aber persönlich auch zwei Fälle von - diplomatisch ausgedrückt - Leben auf Kosten der Allgemeinheit. Noch nie etwas gearbeitet, Kinder bekommen und sehr genau wissend, wo man welche Gelder abgreifen kann, sich aber immer mal vorsorglich beklagen, der Staat habe einem gefälligst Arbeit zu verschaffen.

    Dennoch glaube ich auch, dass die Zahl derer steigt, die gut ausgebildet sind, verzweifelt einen Job suchen und keinen finden.

    Ich denke, dass viele sich vor Gericht wehren, weil sie sonst keine andere Möglichkeit sehen. Würden die Argen menschengerechter und besser arbeiten, gäbe es weniger Klagen. Meine Meinung. Außerdem verdienen viele Anwälte mit diesen Menschen doch gutes Geld. Wären diese Anwälte daran interessiert, den Steuerzahler nicht zu stark zu belasten, würden sie ihr Klientel sicher anders beraten. Die Klageflut zeigt ja auch, wie schwammig die Gesetze sind. Schau ich mir zum Beispiel das Mietrecht an, da kann ich als Vermieter das kalte Grausen kriegen. ;-) Aber das ist eine andere Baustelle.

    Ich jedenfalls würde mir persönlich wieder etwas mehr Solidarität wünschen. Von beiden Seiten. Reich und arm. Und bitteschön ein bisserl Verständnis für die Mitte, Menschen wie mich, die unter der ganzen Sozialabgaben- und Steuerlast ganz schön ächzen. Amen.
    Geändert von Inaktiver User (24.10.2009 um 10:37 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    ...
    Das ist schlimm genug. Es tut zusätzlich weh, z.B. Meinungen wie die von Yanina zu lesen. Denn diese repräsentiert ja nur, was viele oberflächliche dumpfe Menschen denken und äußern. Dieser Art Vorurteil begegnet man nun mal.
    Kannst du bitte endlich deine Angriffe gegen mich sein lassen? Duz behauptest, mit Hilfebedürftigen zu arbeiten und negierst meine Postings.

    Nirgendwo habe ich das geschrieben, was du mir andauernd unterstellst. Besser wäre es, wenn du deine negative Grundhaltung änderst, dann wird auch für dich das Leben leichter.

  3. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Yanina Beitrag anzeigen
    Zudem: es gibt sie, die günstigen Wohnungen. Für die Ermittlung des angemessenen Wohnraums zählen nicht die Anzahl der Räume sondern die Wohnfläche. In meinem Beispiel hat die Wohnung rund 100 m², der Preis pro m² beträgt drei Euro (einfache Ausstattung, Altbau).
    In der Kleinstadt, in der ich wohne gibts keine Wohnungen unter 6€/m². Selbst die Wohnungen im "Russenghetto" sind teurer. Eventuell könnte man noch irgendwo im Umkreis was zur Untermiete finden, das ist jedoch keine Option für Familien. Obwohl das auch nicht billiger ist. Ich hab im alten Land für 10 m² mit Küchenbenutzung 400 € bezahlt.

    Zitat Zitat von Yanina Beitrag anzeigen
    Nein, der Betrag für Lebensmittel ist für HartzIV-Empfänger deutliche geringer, da sie bei der Tafel zum größten Teil kostenlos Lebensmittel bekommen. Arbeitnehmer müssen alles bezahlen.
    Hier gibts keine Tafel. Die nächste ist in Hamburg. Was dann wieder 11,50 € Fahrgeld kosten würde. Die ich, gesetzt den Fall, ich wäre arbeitslos, nicht hätte. Und selbst wenn, die Tafeln bieten nicht alles, was für eine gesunde Ernährung notwendig ist. Das ALG II soll das Existenzminimum sichern. Da kann nicht davon ausgegangen werden dass alle Empfänger schon irgendwo Spenden und Almosen bekommen könnten.


    Das Kindergeld wird als Einnahme gegengerechnet und vom Grundbedarf wieder abgezogen. In der Summe ergibt sich der Grundbedarf.

    Der Hohn am Kindergeld: Wer als Ausbildungsplatz suchend eingetragen ist, bekommt bis zu seinem 25. Lebensjahr Kindergeld. Dabei ist es unerheblich, ob das "Kind" verheiratet ist und selbst schon vier Kinder hat. Junge Menschen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen bekommen kein Kindergeld mehr, sobald sie das 18. Lebensjahr erreicht haben.
    Die meisten Lehrlinge, die ich kenne bekommen derart wenig Lehrlingslohn, dass sie weiterhin kindergeldberechtigt sind. Und der Betrag geht meist komplett für Arbeitskleidung, Fahrten zur Berufsschule, Unterkunft und ähnliches drauf, so dass die Eltern noch zuschiessen müssen, solange das Kind lernt. Es soll Eltern geben, die sich das nicht leisten können von ihren 311 €.
    Ich zahle meinem jetzt 25jährigen immer noch Unterhalt, weil er mit dem Kindergeld, der Ausbildungsvergütung und dem am Wochenende nebenbei verdienten nicht über die Runden kommt. Und das in Berlin, wo die Mieten vergleichsweise wirklich noch billig sind.



    Mir persönlich sind deutlich mehr HartzIV-Empfänger bekannt, die mit ihrer Situation sehr zufrieden sind, als Menschen, die aus ihrer Lage heraus wollen.

    Statistiken von mit bekannten ARGEN besagen Ähnliches.
    Klar, alle Hartzis sind gern arm und fühlen sich wohl in der sozialen Hängematte.
    Das ist übelste Stimmungsmache von Bild, RTL und Co. Und erzähl mir nicht, die sind nicht von gewissen Kreisen gesteuert. Es gibt nun mal nicht mehr Arbeit für alle. Falsch, es gibt Arbeit, nur will sie keiner anständig bezahlen. Und die, die arbeiten dürfen, lassen sich durch die täglichen "Tatsachenberichte" in Bild und Co. doch in beliebiger Hinsicht manipulieren. Einerseits, "Boah, wat bin ick fleissig, ich arbeite, guck dir dagegen die Schlampe im Fernsehen an, nix als poppen, rauchen und vorn Fernseher liegen" Andererseits "ich halt bei Tarifkämpfen lieber schön die Klappe, sonst ergeht mir das wie der"

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    >Und wenn ich dann lese, dass kostenfreie oder sehr günstige
    >Angebote nicht angenommen werden oder mangels Interesse gar
    >nicht erst stattfinden, gleichzeitig aber vor das Gericht gegangen
    <wird, weil das Geld nicht reicht - dann könnte ich an die Decke
    >gehen.

    . . . noch dazu, wenn wir steuerzahler via prozesskostenhilfe den anwalt zahlen. ist vermutlich nicht ganz billig, beim bvg rumzuklagen.

    wenn die momentanen angebote nicht mal wahrgenommen werden, wozu will die koalition dann mehr geld in die bildung stecken? mir ist das eh schleierhaft, was das bringen soll. es gibt genug bildungsangebote und dazu ein bildungssystem, in dem man ueber unzaehlige wege sogar vom foerderschulabschluss bis zur uni kommt . . vorausgesetzt man will das.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  5. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    >Und wenn ich dann lese, dass kostenfreie oder sehr günstige
    >Angebote nicht angenommen werden oder mangels Interesse gar
    >nicht erst stattfinden, gleichzeitig aber vor das Gericht gegangen
    <wird, weil das Geld nicht reicht - dann könnte ich an die Decke
    >gehen.

    . . . noch dazu, wenn wir steuerzahler via prozesskostenhilfe den anwalt zahlen. ist vermutlich nicht ganz billig, beim bvg rumzuklagen.

    wenn die momentanen angebote nicht mal wahrgenommen werden, wozu will die koalition dann mehr geld in die bildung stecken? mir ist das eh schleierhaft, was das bringen soll. es gibt genug bildungsangebote und dazu ein bildungssystem, in dem man ueber unzaehlige wege sogar vom foerderschulabschluss bis zur uni kommt . . vorausgesetzt man will das.

    Dann versteh ich dich ehrlich gesagt aber nicht. Ich hatte dich bislang so verstanden (in Kurzform)
    mehr Geld für Kinder: nein
    bessere Bildungsangebote für arme Kinder: ja ZUSÄTZLICH
    mehr Sozialarbeiter, die in Problemfamilien reingehen und Kinder zu den Bildungsangeboten holen.

    Jetzt schreibst du, es ist doch alles bestens wie es ist .

    Versteh ich jetzt nicht.

  6. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    >Und wenn ich dann lese, dass kostenfreie oder sehr günstige
    >Angebote nicht angenommen werden oder mangels Interesse gar
    >nicht erst stattfinden, gleichzeitig aber vor das Gericht gegangen
    <wird, weil das Geld nicht reicht - dann könnte ich an die Decke
    >gehen.

    . . . noch dazu, wenn wir steuerzahler via prozesskostenhilfe den anwalt zahlen. ist vermutlich nicht ganz billig, beim bvg rumzuklagen.
    Der Fall wurde vom Bundessozialgericht weiter geleitet. Daraus lese ich jetzt einfach heraus, dass es in dieser Frage durchaus auch ein allgemeines Interesse besteht.

    Die Prozesskostenhilfe ist ein wichtiger Baustein unseres Recht(mittel)staates. Und dieses Mittel soll der Unterschicht nicht mehr zur Verfügung stehen? Interessant...
    Zumal man nicht vergessen sollte, dass man die Kosten selbst tragen darf, wenn man einen Prozess verliert. Davor hat die PKH noch nie geschützt.

  7. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Weil hier ständig auf der Prozesskostenhilfe herumgeritten wird - es gibt weiß Gott sinnlosere Anliegen, für die PKH gewährt wird als der Bedarf für Kinder von ALG 2 - Beziehern. Wenn die Klärung dieser Frage (in welche Richtung auch immer) nicht von allgemeinem Interesse ist, dann weiß ich auch nicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen

    . . . noch dazu, wenn wir steuerzahler via prozesskostenhilfe den anwalt zahlen. ist vermutlich nicht ganz billig, beim bvg rumzuklagen.
    Die beiden Fälle wurden vom Hessischen Landessozialgericht bzw. vom Bundessozialgericht weitergeleitet, weil die Gerichte selbst Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der betreffenden Regelungen hatten. Dein Vorwurf, es würde vor dem BVerfG "herumgeklagt", geht also ins Leere.

  9. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    >mehr Sozialarbeiter, die in Problemfamilien reingehen und Kinder zu den Bildungsangeboten holen.

    dazu stehe ich. wenn die bildungsangebote dann nicht reichen, gerne auch mehr angebote.
    aber erst mal sollte man nutzen, was an angeboten schon da ist.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  10. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von tabetha
    Dann gibt es den Personenkreis, um den es hier geht, der tatsächlich Geld zugeteilt erhält. Und wenn ich dann lese, dass kostenfreie oder sehr günstige Angebote nicht angenommen werden oder mangels Interesse gar nicht erst stattfinden, gleichzeitig aber vor das Gericht gegangen wird, weil das Geld nicht reicht - dann könnte ich an die Decke gehen.
    Und ich, wenn das lese, was Du schreibst.

    Die Angebote bei uns, u.a. Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe richten sich an alle Bürger, egal, wie hoch oder niedrig das Einkommen ist, die Nachfrage ist unterschiedlich, im Moment gering. Genau wie das Kochkursangebot. Das sind keine speziellen Bildungsangebote für H4-Empfänger.

    Ich erlebe es bei der VHS seit Jahren, daß gerade H4-Empfänger ein großes Interesse an den Angeboten haben.

    Du suggerierst, daß es die gleichen Leute sind, die nichts tun wollen, gleichzeitig klagen. Das stellst Du völlig verdreht dar.

    Es gibt sicher einige faule Menschen, die sich ausrechnen, ohne Arbeit besser zu leben. Das ist meines Erachtens eine Minderheit, denn RTLII und Co. haben selten Interesse Menschen zu zeigen, die klug sind und gut zurechtkommen mit ihrem Leben. Daher der Eindruck, es gäbe Millionen davon. Wer aber als Erwachsener nicht in der Lage ist, kritisch nachzudenken, sondern solche Vorurteile übernimmt, dem fehlt ein kleines bischen Verstand.

    Und noch eins: Wenn wir uns im Bundeshaushalt Milliardenverluste durch Steuerhinterziehung und Wirtschaftskriminalität leisten können, können wir die wenigen schwarzen Schafe auch noch mitdurchbringen. Wenn auch nur in der Hoffnung, daß ihre Kinder es mal besser machen als sie selbst.
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

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