>Ich gehöre selbst zur ausgequetschen Mittelschicht.
da sind wir schon zu zweit . .
ich wiederhole mich ungern wie ein papagei, aber meiner meinung nach braeuchten wir wirklich viele viele sozialarbeiter, die sich um beduerftige kuemmern . . sie zum sport und zu bildung motivieren etc. pp.
gerrimee schreibt ja, dass viele angebote nicht wahrgenommen werden. also brauchen wir fachkraefte, die dafuer sorgen, dass die, die hilfe benóetigen (insbesondere kids und jugendliche aus problemfamilien), diese auch bekommen. auf die eltern, wenn diese in alter h4-tradition leben, kann man da wohl eher nicht bauen.
aus den schilderungen einer freundin (sozialpaedagogin in problemfamilien) kann ich bestaetigen, dass die eltern da oft keine grosse hilfe sind und man manchen kids die banalsten dinge beibringen muss. ich will da niemand zu nahe treten. es ist einfach eine tatsache, dass es viele solcher problemfamilien gibt. die kinder koennen einem da schon leid tun und denen nutzt eine erhoehung des h4-geldes nix.
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23.10.2009, 21:01
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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23.10.2009, 21:26Inaktiver User
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Ja stimmt, die würden auch davon profitieren.
Aber du hast vermutlich recht, die Problemfamilien nehmen das vermutlich nicht in Anspruch.
Dann müßte man die Eltern verpflichten, ihre Kinder zu unterstützen. Sonst gibt es finanzielle Sanktionen.
Aber das geht vermutlich auch wieder nicht. So n Mist
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23.10.2009, 22:04
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Bzgl. der Angebote, die nicht wahrgenommen werden --> leider stimmt das. Hier in Hamburg gibt es Kochkurse, die von der Hamburger Tafel & dem Großmarkt organisiert und gesponsort werden. Kosta quantum für 5 Termine sind 5 €, also im Endeffekt 1 € pro Treffen. Dafür wird zusammen gekocht und gegessen und hinterher gibt's für jeden noch eine Tüte mit allem Obst und Gemüse zum nachkochen mit. Der Kochkurs heißt *Gut kochen mit wenig Geld* und ist vor allem für Hartz-IV-Empfänger und natürlich auch sonst für Leute, die es nicht so dicke haben.
Es sind oft dieselben, die kommen und 1 oder 2 Plätze sind immer frei. Leider muß man sagen.Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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23.10.2009, 22:20
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Stimmt Tahnee, soviel Glück hatten wir noch nicht mal. Unsere Gemeinde hat auch so einen Kurs am Freitagabend für Eltern und Kinder angeboten. Der Pfarrer rief mich dann an und mußte mir absagen, weil ich und meine beiden die Einzigen waren, die sich überhaupt angemeldet hatten. Dabei war das komplett kostenlos!
Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.
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23.10.2009, 22:36
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Wie bitte -> Ihr wart die Einzigen, die angemeldet waren?
Das gibt's doch nicht. Nun gibt's schon solche Angebote, entweder kostenlos oder halt für 'nen Obulus von einem Euro pro Treffen, was ja auch ein Witz ist, zumal die Obst-/Gemüsetüte da schon mit drin ist, und dann kommt keiner. Das ist hier in HH bei den Kochkursen zum Glück nicht, die werden schon genutzt. Aber es sind halt oft dieselben.
Ich bin da durch einen kleinen Artikel im Hamburger Abendblatt drauf gestoßen und meldete mich prompt an. Nun bin ich samt Töchting im November zum 5. Mal dabei. Wir machen alle 6 Monate mit und es macht Spaß, zumal wir in einer Einrichtung mitmachen, die nur 3 U-Bahn-Stationen entfernt ist. Auch einige Ehrenamtliche von sozialen Einrichtungen machen mit und nutzen das z.B. in Kinderkochkursen in ihren Einrichtungen.Geändert von Tahnee (23.10.2009 um 22:44 Uhr)
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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23.10.2009, 23:10
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Stimmt. Ich erinner mich, daß Du davon schon mal berichtet hast und ich ganz neidisch war, daß es sowas bei uns nicht gibt

Ja leider. Der Kurs hier kam nicht zustande, wir waren die einzigen. Es wurde allerdings auch nur im Gemeindebrief bekanntgegeben. Man muß also in der Kirche sein, damit man davon hört. Schade, daß nicht auch allgemein in unserem Stadtteil sowas angeboten wird. Das ist dort, wo ich arbeite und wo der Migrantenanteil sehr hoch ist, anders. Es ist aber für den Alltag zu weit für uns dorthin. Eine Stunde Fahrtzeit mit den Öffentlichen.Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.
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23.10.2009, 23:13Inaktiver User
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Na ja, es könnte daran liegen, dass sich Menschen, die auf H4 angewiesen sind, vielleicht nicht wollen, dass sie "erzogen" werden, vielleicht kommen diese Kochkurse so rüber. Viele fühlen sich von der Arge ja auch schon drangsaliert. Ich glaube, mit der Zeit bekommt man da eine dünne Haut und verbringt sehr viele Ressourcen damit, gegen die Ämter zu kämpfen, anstatt die Kraft für die Jobsuche zu benutzen.
Ich habe von einer Freundin, die sich politisch für Menschen mit nicht so viel Geld engagiert mitbekommen, dass die Menschen, die ALG II erhalten nur sehr schwer bis gar nicht zu mobilisieren sind.
Vielleicht stigmatisiert ALG II schon zu sehr. Man will sich nicht den ganzen Tag mit seiner Armut und mit dem, was man dagegen tun könnte, auseinandersetzen.
Ich glaube, viele haben sich einfach aufgegeben und richten sich ein. Es ist aber nur eine Mutmaßung.
Aber was passiert mit denen, die sich aufgegeben haben und dann Kinder bekommen. Das kann ja nur schief gehen.

Also doch mehr Sozialarbeiterinnen, die quasi gleich von Anfang an zur Familie gehören. Ersetzen die früheren Patentanten und -onkels.
Hört sich aber auch ein bißchen erschreckend an, aber was besseres ist mir noch nicht eingefallen.
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23.10.2009, 23:23
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Es gab ja mal Zeiten, wo es wirklich genug Arbeit für die meisten Menschen gab und wo viele Sozialhilfeempfänger (so hießen sie ja damals noch) tatsächlich diesen Klischees entsprachen, z.b. nicht arbeiten zu wollen.
Die Leute, die heute noch so urteilen, sind von der Jetztzeit überholt worden. Es gibt nicht mehr genug Arbeit. Selbst für die nicht, die hunderte Bewerbungen im Jahr schreiben. Die Rationalisierung durch Computer und Maschinen, die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.
Es sind Leute wie Du und ich, die ihre Arbeitsstellen verlieren und keine neue mehr finden können. Vernünftige, gut ausgebildete Menschen, die Werte im Leben haben. Der Kampf um Arbeit ist hart geworden. Eine kleine Schwäche (krankheit, Kinder, Alter) und man ist weg vom Fenster, dauerhaft.
Ich sehe viele Menschen, die krabbeln und strampeln, und auch irgendetwas finden, aber trotzdem nicht aus H4 herauskommen.
Das ist schlimm genug. Es tut zusätzlich weh, z.B. Meinungen wie die von Yanina zu lesen. Denn diese repräsentiert ja nur, was viele oberflächliche dumpfe Menschen denken und äußern. Dieser Art Vorurteil begegnet man nun mal.Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.
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24.10.2009, 00:40Inaktiver User
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Ja .gerrimee.
, verfolge es ja im Sparstrang wie schwierig das alles zu sein scheint.
Es müssen nur zwei Komponenten zusammenkommen und schon paßt das alles nicht mehr und es geht bergab. Es gibt aber leider auch Menschen, die es sich in der sozialen Hängematte gut eingerichtet haben. Es steht mir nicht zu hier zu urteilen.
Ähnlich ist es ja in großen Unternehmen oder ich kann mir das im öffentlichen Dienst auch vorstellen. Einige arbeiten sich den *** ab und andere schieben auf Kosten von anderen eine ruhige Kugel.
Andere haben nix besseres zu tun, als andere rauszumobben und andere sitzen nur im Meeting.
Ach ja, ich bin übrigens vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Angestelltendasein ausgeschieden und bin jetzt selbständig. Ich konnte dieses System einfach nicht mehr ertragen und bin richtig krank geworden.
Aber denkst du nicht auch, dass, gerade wenn sich unsere Gesellschaft eben so verändert, dass nicht für alle genügend Arbeit da ist, es ausreicht, die "Bedürftigen" (was für ein Wort
) einfach mit mehr Geld "ruhigzustellen"? Oder kann man die gesellschaftliche Teilhabe nicht doch auch durch kostengünstige oder -lose Angebote ermöglichen? Ich weiß, ich wiederhole mich.
Manche befürworten ja auch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ich finde die Idee gar nicht so schlecht. Mir gefällt nicht dieser..."ich bin was wert, weil ich Geld habe-Gedanke"
Nochwas fällt mir ein: ich reite ja in einem sehr teuren Stall und dort sehe ich 10 bis 17 jährige Mädels, mit eigenem (oft teuren) Pferd, das natürlich auch einen eigenen Trainer hat und einige von ihnen sind sehr arrogant. Die meisten nicht, aber einige. Da wird einem manchmal schon ein wenig übel, wie ungerecht Geld verteilt ist. Und andere Kinder sollen von 300 Euro im Monat leben. Ungerecht das.
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24.10.2009, 09:06
AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?
Du reitest in einem sehr teuren Stall, bemängelst aber die ungerechte Verteilung des Geldes. Die von Dir genannten Kinder sind einfach Kinder von Menschen, die sich wie Du einen sehr teuren Stall leisten können.
Diesen Satz von der Verteilung des Geldes kann ich langsam nicht mehr hören.
Er suggeriert einen Topf, in dem das Geld für die Allgemeinheit liegt und verteilt wird.
Das ist aber nicht das System in dem wir leben. Geld wird verdient und vererbt. Dass die Bedingungen Geld zu verdienen von vielen Faktoren abhängen, die es nicht jedem in gleichem Maße ermöglichen daran teilzuhaben, ist klar. Dass nicht jeder im gleichen Maße fähig (eventuell auch nicht willens) ist daran teilzuhaben, wird gerne übersehen. Heißt im Klartext: Die Eltern der Mädels haben kein Geld zugeteilt bekommen, sondern ihr Geld verdient.
Es ist übrigens genauso ungerecht, Kinder von reichen Eltern verachtungsvoll anzusehen, wie Kinder von armen Eltern zu verachten. Menschen aufgrund ihrer finanziellen Umstände negativ zu bewerten ist in beide Richtungen zu kritisieren.
Dann gibt es den Personenkreis, um den es hier geht, der tatsächlich Geld zugeteilt erhält. Und wenn ich dann lese, dass kostenfreie oder sehr günstige Angebote nicht angenommen werden oder mangels Interesse gar nicht erst stattfinden, gleichzeitig aber vor das Gericht gegangen wird, weil das Geld nicht reicht - dann könnte ich an die Decke gehen.Geändert von Tabetha (24.10.2009 um 09:51 Uhr)


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