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  1. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Yanina Beitrag anzeigen
    Welcher Stromableser oder Vermieter entscheidet, ob eine Familienpflegerin in die Familie geht?
    Nein, eine Sozialpädagogin vom Jugendamt oder dem Allgemeinen Sozialen Dienst macht das. Wenn Du tatsächlich in diesem berufsfeld mit Entscheidungsbefugnissen tätig bist, finde ich Deine abfälligen, verachtenden und abwertenden Aussagen und Berichte über Menschen, die Deine Hilfe brauchen, noch schlimmer. Dann bist Du in dem Beruf fehl am Platz.


    Für mein Klientel ist es die Regel. Schau doch einmal genau hin und beobachte. Sehr viele junge frauen kaufen ihren Kindern trockene Brötchen, die die Kleinen dann im Kinderwagen sitzend kauen, während Mama zigerrettenrauchend einen Kaffee genießt.
    Ein trockenes Brötchen hab schon ich als Kind im Kinderwagen gekaut und meine eigenen ebenfalls. Was bitte, ist daran schlimm?

    ODer schau in die Imbissstuben, dort siehst du sehr häufig Kinder, die für das Mittagsmahl einkaufen.
    Na und? Meine Tochter und ihre Freundin holen sich auch schon mal einen Döner, als Highlight sozusagen. Sind das jetzt asoziale Kinder von asozialen Müttern?

    Wieviel Kinder siehst du in der Mittagszeit im Supermarkt / Discounter, die sich ein Erfrischungsgetränk und Chips o. ä. kaufen?
    Gegenüber einer Gesamtschule in der Nähe ist ein Plus-Markt. Da machen täglich mittags hunderte Schüler genau das. Oder kaufen sich die ungesunden Sachen am Schulkiosk. Nach Deinen Erkenntnissen natürlich ausschließlich Hartz4-Kinder

    Ich sehe das auch, mache aber die Erfahrung, daß es sich dabei meist um Kinder von berufstätigen Eltern handelt, wo entsprechendes Taschengeld dafür da ist. Und wenig Zeit der Eltern für ein gemeinsames Mittagessen. Ein Teenager wird nicht mehr im Hort untergebracht, ist also eine zeitlang sich selbst überlassen.

    Wie willst du an diesem völlig normalen Verhalten von Teenies nur durch Ansicht unterscheiden, ob es sich um Steuerzahler oder Hartz-4-er handelt?
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Wenn man die Miete( in FFM nicht wirklich zu haben für 478,50 um bei den Kosten für 5 Personen zu bleiben das kostet hier schon eine ein Zimmer Bude), Strom und was rundherum dazu gehört abzieht, haben sie die 1600 eben nicht mehr "zum Leben".
    Wieder falsch. Wenn ich so hart wäre, wie manche hier, würde ich sagen "müssen sie halt umziehen". Nichts anderes passiert jemandem, der in Hartz 4 rutscht. Er hat seine Wohnungskosten zu senken, ansonsten übernimmt das Amt nach 6 Monaten nur noch den genannten Betrag. Wenn die Wohnung teurer ist, ist das vom Grundbedarf zu zahlen, es verbleiben also keine 1600 Euro mehr zum Leben.
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    Nein, eine Sozialpädagogin vom Jugendamt oder dem Allgemeinen Sozialen Dienst macht das. Wenn Du tatsächlich in diesem berufsfeld mit Entscheidungsbefugnissen tätig bist, finde ich Deine abfälligen, verachtenden und abwertenden Aussagen und Berichte über Menschen, die Deine Hilfe brauchen, noch schlimmer. Dann bist Du in dem Beruf fehl am Platz.
    Wo bitte stehen abfällige und abwertende Aussagen? Warum soll ich in meinem Beruf fehl am Platze sein? Unterlass bitte diese unangemessenen Vorwürfe.

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    Ein trockenes Brötchen hab schon ich als Kind im Kinderwagen gekaut und meine eigenen ebenfalls. Was bitte, ist daran schlimm?
    Hast du auch zigarettenrauchend und kaffeetrinkend in Coffeeshop daneben gesessen?

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    Na und? Meine Tochter und ihre Freundin holen sich auch schon mal einen Döner, als Highlight sozusagen. Sind das jetzt asoziale Kinder von asozialen Müttern?
    Ich rede nicht von den Kindern, die sich 'mal einen Döner holen. Ich glaube kaum, dass deine Tochter die Mengen kauft, die für eine Familie ausreichen, dazu noch täglich, oder vielleicht doch?

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    Gegenüber einer Gesamtschule in der Nähe ist ein Plus-Markt. Da machen täglich mittags hunderte Schüler genau das. Oder kaufen sich die ungesunden Sachen am Schulkiosk. Nach Deinen Erkenntnissen natürlich ausschließlich Hartz4-Kinder
    Wo habe ich das geschrieben?

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    Ich sehe das auch, mache aber die Erfahrung, daß es sich dabei meist um Kinder von berufstätigen Eltern handelt, wo entsprechendes Taschengeld dafür da ist. Und wenig Zeit der Eltern für ein gemeinsames Mittagessen. Ein Teenager wird nicht mehr im Hort untergebracht, ist also eine zeitlang sich selbst überlassen.
    Es ist ein Unterschied, ob ein Kind sich das zwischendurch oder gelgentlich leistet. ICh rede vom Dauerzustand. Zudem habe ich nirgendwo geschrieben, dass ausschließlich Kinder aus armen Verhältnissen dies tun, oder gar das alle Kinder aus diesen Verhältnissen sich so verhalten.

    Zitat Zitat von .gerrimee. Beitrag anzeigen
    Wie willst du an diesem völlig normalen Verhalten von Teenies nur durch Ansicht unterscheiden, ob es sich um Steuerzahler oder Hartz-4-er handelt?
    Was du als normal ansiehst muss nicht unbedingt die Regel sein, gelle? Für mich ist es nicht normal, dass Kinder keine warme Mahlzeit bekommen. Auch ist es für mich nciht normal, dass kinder sich selbst überlassen werden.

    Meine Mutter war auch berufstätig, trotzdem hatten wir jeden Tag eine ausgewogne Ernährung inklusive einer warmen Mahlzeit am Tag bekommen. auch waren wir uns nicht uns selbst überlassen.

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Yanina Beitrag anzeigen
    Kennst du den Unterschied zwischen Beispielen und Beweisführung?
    Kennst Du den Unterschied zwischen Beweisführung und "Beweisführung"? Aber sei's drum - was wolltest Du denn mit Deinem ausgewalzten Beispiel darlegen, mit der Hervorhebung, dass das 1 1/2 jährige Kind noch nicht laufen/sprechen konnte? Und was damit, dass es älter als 1 1/2 (oh Wunder) beides gelernt hat?


    Welcher Stromableser oder Vermieter entscheidet, ob eine Familienpflegerin in die Familie geht?
    Weiss ich nicht, wieso fragst Du?

    Falls Du suggerieren möchtest, dass jemand, der Kinder mit normalem und altersgemässem Verhalten nicht von solchen mit Entwicklungsverzögerung unterscheiden kann eine Familienpflegerin o.ä. "vom Fach" sein könnte, so sei versichert, dass dies recht unglaubwürdig oder aber skandalös wäre.


    Für mein Klientel ist es die Regel. Schau doch einmal genau hin und beobachte. Sehr viele junge frauen kaufen ihren Kindern trockene Brötchen, die die Kleinen dann im Kinderwagen sitzend kauen, während Mama zigerrettenrauchend einen Kaffee genießt. ODer schau in die Imbissstuben, dort siehst du sehr häufig Kinder, die für das Mittagsmahl einkaufen. Wieviel Kinder siehst du in der Mittagszeit im Supermarkt / Discounter, die sich ein Erfrischungsgetränk und Chips o. ä. kaufen?

    Geh einfach mit offenen Augen durch die Stadt, dann wirst du vieles sehen, was du so gar nicht wahrnimmst.
    Falls Du mitteilen möchtest, dass eine Fachperson die sich mit Randproblemen beschäftigt nicht in der Lage ist zu erkennen, dass sie eben am Rand arbeitet und nicht in einem repräsentativen Querschnitt, dann tut es mir leid. Was soll und kann man dazu mehr sagen?

    Und wenn ich die rauchenden Mütter etc. sehe, was soll mir das sagen? Warum schreibst Du das? Ich verstehe überhaupt nicht was Du mit Deinen Beispielen Brötchen/ Imbissbude Discounter sagen willst. Hat das einen Zusammenhang zum Thema Hartz IV?

    Du meinst doch nicht etwa, daran dass die Mutter raucht soll ich erkennen, das es sich um Hartz IV Bezieherinen handelt und das soll mir dann absurd selbstreferenziell umgekehrt wieder als Beispiel dienen, das alle Hartz IV Empfängerinnen rauchen?

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Yanina Beitrag anzeigen
    Wo bitte stehen abfällige und abwertende Aussagen? Warum soll ich in meinem Beruf fehl am Platze sein? Unterlass bitte diese unangemessenen Vorwürfe.
    Du stellst hier immer wieder Menschen, die Hartz-4 empfangen als nicht in der Lage dar, mit Geld umzugehen, Geld ihren Kindern sinnvoll zukommen zu lassen, rauchend, trinkend, verwahrlost und verwahrlosend dar. Wenn das nicht abfällig ist...

    Hast du auch zigarettenrauchend und kaffeetrinkend in Coffeeshop daneben gesessen?
    Ich rauche nicht, habe aber sicher schon öfter mit Kind im Buggy mit Freundinnen einen Kaffe oder sogar einen Prosecco irgendwo beim Bummeln getrunken. Und nun?


    Ich rede nicht von den Kindern, die sich 'mal einen Döner holen. Ich glaube kaum, dass deine Tochter die Mengen kauft, die für eine Familie ausreichen, dazu noch täglich, oder vielleicht doch?
    aha. Und das beobachtest Du also ständig, wenn Du mit Deinen "offenen Augen" durch die Stadt läufst? Immer das gleiche Kind, das täglich beim Imbiß die Menge für die Familie kauft. Ich entnehme Deinen Postings, daß Du arbeitest, was machst du dann mittags beim Imbiß, auch noch täglich beim gleichen?


    Es ist ein Unterschied, ob ein Kind sich das zwischendurch oder gelgentlich leistet. ICh rede vom Dauerzustand.
    Siehe oben.

    Hast Du vielleicht einen Dönerladen? Nebenbei dringst Du bei Familien ein, die öfter bei Dir essen und wo Du vermutest, dass sie Hartz 4 bekommen, verschaffst Dir einen Überblick über die Wohnungseinrichtung und die Markennamen der Kleidung, zählst noch schnell die Zahnputzbecher und beantragst dann Familienhilfe. Das ganze erzählst Du dann Freundinnen, damit die auch schreiben/sagen können: "Eine Freundin hat mir erzählt...." *ironieaus*

    Was du als normal ansiehst muss nicht unbedingt die Regel sein, gelle? Für mich ist es nicht normal, dass Kinder keine warme Mahlzeit bekommen. Auch ist es für mich nciht normal, dass kinder sich selbst überlassen werden.
    Wie schon geschrieben, dieses Verhalten Kindern gegenüber ist unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern.
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

  6. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    So. Um jetzt nochmal auf die sachliche Ebene zurückzukommen: Es geht bei der Klage nicht darum, daß jeder, der H4 bekommt, grundsätzlich mehr Geld braucht (was nicht falsch wäre...), sondern darum, ob ein Kind weniger Geld zum Leben braucht, als ein Erwachsener. Daß der derzeitige Satz das nicht aussagt und ob das gerecht ist.

    Und das ist es meiner Meinung nach nicht. Ein Kind braucht mehr als ein Erwachsener, alleine für Kleidung und Ernährung.

    Ein weiterer Skandal bzw. nicht gerecht ist, daß in dem Hartz 4 Satz für ein Kind nichts (!) für Bildung vorgesehen ist, wohl eins der wichtigsten Dinge für ein Kind.

    Ich finde die Klage richtig und hoffe, daß die Kläger gewinnen.
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

  7. Moderation

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Hallo,

    es wäre hilfreich, wenn sich hier nicht jeder direkt angegriffen fühlen würde und entsprechend reagiert.

    Es gibt nicht DEN Hart4-Empfänger.

    Es gibt sozial verwahrloste Menschen und von denen sind mehr unter den Sozialhilfeempfängern zu finden als in den meinsten anderen Bevölkerungsgruppen und dazu gehört zb auch die von Yanina geschilderte Mutter, die ihr Kind nicht gut ernährt, nicht motorisch und intelektuell fördert und zudem auch ihrem Zigarettenqualm aussetzt.

    Ich denke, es wird niemand bezweifeln, dass es solche Familien gibt und jeder von uns hat solche Menschen schon im Supermarkt, auf der Straße und in der Bahn gesehen - und teilweise ihre Alkoholfahne bis gegen den Wind gerochen.

    Es ist auch nichts neues, dass viele Menschen nicht gelernt haben zu kochen oder sich gesund zu ernähren und deswegen viel von Fertiggerichten leben. Das ist nicht nur weitgehend ungesund, sondern auch teuer. Und auch dazu gibt es Statistiken, dass dies Geringverdiener mehr trifft als Großverdiener, weshalb erste auch eine geringer Lebenserwartung haben.

    Es gibt mittlerweile aber auch jede Menge Menschen, die trotz Bildung, Studium, Herkunft Hartz4 beziehen, aus den unterschiedlichsten Gründen, jedenfalls sie finden keinen Job und das nicht weil sie nicht wollen, sondern weil es diese Jobs nicht gibt. Meiner letzten Sekretärin wurde mit 44 Jahren gesagt, dass sie beim Arbeitsamt in dem Alter als unvermittelbar gilt ! Ein Skandal, aber zum Teil Realität.

    Diese Hartz4-Empfänger (und das gilt genauso für viele ungebildete Hartz4-Empfänger, die aber trotzdem bei klarem Verstand sind) geben ihr Geld nicht für nutzlosen Kram aus, erziehen ihre Kinder vernünftig, ernähren sich und die ihren gesund und und und. Trotzdem reicht das Geld eben knapp für das nötigste.

    Und wie man von Hartz4 ein Kind angemessen kleiden und beschuhen soll ist mir ein Rätsel. Denn gerade Kinder brauchen deutlich häufiger neue Klamotten und Schuhe und gerade letztere sollten schon aus gesundheitlichen Gründen nicht gebraucht sein. Außerdem sollten Kinder einen vernünftigen Fahrradhelm tragen und brauchen eben auch für die Schule immer wieder Sachen wie Taschenrechner, Sportklamotten, Bücher, Hefte usw. und das dafür nicht direkt ein Betrag eingerechnet wird, finde ich bemerkenswert.

    Aus meiner Sicht müsste eigentlich ein Kind einen höheren Bedarf haben als ein Erwachsener.

    Wobei ich auch Bauchschmerzen bei dem Gedanken habe und einfach weiß, dass nicht bei jeder Familie diese Mehrgeld bei den Kindern ankommen wird.

    Es wird viele geben, die es gerne in ihre Kinder investieren, aber auch genauso viele, dies es für andere Dinge ausgeben und die Kindern haben immer noch keine anständigen Schuhe, Ernährung usw. Eine echte Lösung dafür habe ich nicht.

    Ich wäre auf jeden Fall eine Freundin von Ganztages-Kita-Plätzen für jedes Kind kostenlos und kostenlose Schulspeisung, denn davon haben alle Kinder etwas. Ebenso sprachliche Frühförderung u.ä.

    Aber wie ich die Eltern dahin bekomme, deren Kinder es am nötigsten hätten, weis ich auch nicht.

    Ich will auf der einen Seite keinen totalen Überwachungsstaat, der entscheidet, was für die Kinder am besten ist und sie möglichst früh aus der Familie rausholt - ich will aber auch keine vernachlässigten Kinder und da gehören für mich auch Kinder zu, die in besserverdienenden Familien ab dem ersten Lebensjahr vor dem Fernseher geparkt werden statt sich mit Ihnen zu beschäftigen.

    Ich habe keine handhabbare Lösung, aber im Moment leiden am meisten die Kinder unter der Gesamtsituation.

    Liebe Grüße

    promethea

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    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen

    Ich wäre auf jeden Fall eine Freundin von Ganztages-Kita-Plätzen für jedes Kind kostenlos und kostenlose Schulspeisung, denn davon haben alle Kinder etwas. Ebenso sprachliche Frühförderung u.ä.

    Aber wie ich die Eltern dahin bekomme, deren Kinder es am nötigsten hätten, weis ich auch nicht.
    Da sagst Du was. Bei uns läuft es rund, unsere kleine Familie kann man "intakt" nennen, vor allem, nachdem, was ich derzeit in meinem (1-Euro)Job beim Jugendamt erlebe - nein, nicht vor allem bei H4 Familien.

    Uns würde der finanzielle Ausgleich des Kinderbedarfes vieles ermöglichen, was jetzt nicht machbar ist, ohne jetzt auf das einzelne einzugehen. Die Situation, die mich getroffen hat, gilt für den Großteil der H4-Empfänger: Trennung, Alleinerziehend, Vater kümmert sich nicht. Da winkt jeder Arbeitgeber ab. Selbst vorher funktionierende Modelle versagen im Trennungsfall und der, bei dem die Kinder sind, kann eben nicht mehr so viel arbeiten, daß es ohne H4 reicht.

    Wie gesagt, Fälle wie meinen gibt es zuhauf. Ein Arbeitgeber war mal ehrlich und sagte mir, er hätte mich sofort eingestellt, hätte ich die Kinder nicht, deretwegen er mich eben nicht flexibel einsetzen könnte. Und er hatte ja auch Recht. Ganztagesbetreuung ist keine Lösung, weil damit das Familienleben derart reduziert wird, daß der Einfluß des Erziehenden quasi wegfällt, wenn dieser auch noch die Haus- und Familienarbeit zusätzlich zum Vollzeitjob alleine machen soll. So soll auch kein Kind aufwachsen müssen, vor allem, wenn es vorher super geklappt hat. Im Focus stehen die Kinder, nicht das Geld.

    Ich will auf der einen Seite keinen totalen Überwachungsstaat, der entscheidet, was für die Kinder am besten ist und sie möglichst früh aus der Familie rausholt - ich will aber auch keine vernachlässigten Kinder und da gehören für mich auch Kinder zu, die in besserverdienenden Familien ab dem ersten Lebensjahr vor dem Fernseher geparkt werden statt sich mit Ihnen zu beschäftigen.

    Ich habe keine handhabbare Lösung, aber im Moment leiden am meisten die Kinder unter der Gesamtsituation.

    Liebe Grüße

    promethea
    Es müßten eben noch mehr Gelder in die Sozialarbeit fließen, vielleicht müßte es mehr Kontrollen geben, im Sinne von mehr und besseren Vorsorgeuntersuchungen der Kinder. Aber dafür gibt der Staat eben ungern Geld aus. Lieber wird ein über 100.000 Euro teures Klo finanziert (ich gebe zu, das hab ich bei Brisant gesehen, glaube aber, dass das stimmen kann).

    Unsere Stadt wird bald "Kulturhauptstadt". Ich bin ja im Moment beim Jugendamt und bekomme hautnah mit, wie schwer es ist, Gelder zu bekommen. Im Gegenteil, es wird gekürzt, wo man nur kann. Nicht zuletzt arbeitet in unserem Außenbüro in einem wirklich schwierigen Stadtteil nur 1 festangestellte Kraft, der Rest ist 1-Euro. Wenn man dann sieht, wofür die Stadt das Geld aus dem Fenster wirft wegen dieser Kultursache....

    Denen, die es brauchen, egal aus welchem Beweggrund, sei es weil sie Hilfe benötigen, die nicht bezahlbar ist, oder weil sie selber klar kommen, das Geld aber nicht fließt, kommen die wenigsten Steuergelder zu.
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

  9. Inaktiver User

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Meine Meinung ist ebenfalls, dass es eine kostenlose Schulspeisung, kostenlose Kita, kostenlose Nachhilfe, Betreuungsangebote usw geben sollte. Außerdem sollte es vielmehr kostengünstige Ferienangebote für Kinder geben.

    Es ist einfach unglaublich, dass ein so reiches Land wie wir es uns leisten, diese finanziell benachteiligten Kinder zu vernachlässigen und zu stigmatisieren.

    Außerdem sollte mehr Wert auf die Lehrerauswahl gelegt werden. Ich lebe in München. War gestern wieder bei der Englischlehrerin meines Sohnes. Er ist sprachlich ein Pflegefall. Die hat überhaupt keinen Bock ihn zu unterstützen. Hauptsache, sie ist verbeamtet und hat 13 Wochen Urlaub im Jahr, ein super Gehalt und fette Pension. So kam es mir vor. Mein Sohn geht auf s Gymnasium. Wenn ich jetzt kein Geld für die Nachhilfe zusammenkratze, kann es sein, dass er runter von der Schule muß. Er ist nicht so begabt in Sprachen, dafür hochbegabt in Naturwissenschaften. Junge halt. Will Informatik studieren.

    Eine andere Freundin hatte kein Geld für Nachhilfe. Ihr Sohn ist vom Gymnasium direkt auf die Hauptschule, wegen zwei Fünfen in Deutsch und Englisch. Seitdem schwänzt er die Schule, weil als Hauptschüler hat man ja eh keine Zukunft mehr, denkt er. Er ist - obwohl normal begabt - einfach durchgerasselt durch das System und hat sich aufgegeben.

    Ich denke nicht, dass "mehr Geld" das Problem löst, weil ich auch glaube, dass viele, die für das Geld nicht arbeiten müssen - und das in fünfter Generation - einfach keinen Bezug mehr dazu haben. Sie kennen es eben nicht anders. Aber ich will das jetzt nicht pauschalisieren. Es gibt auch ganz viele, die arbeiten gehen wollen, es aber keine bezahlte Arbeit mehr gibt.

    Bislang war doch der blöd, wenn er Vermögen gespart hatte und dies aufbrauchen musste, bevor er in H4 ging. Muss man auch mal sagen. Ich gehöre selbst zur ausgequetschen Mittelschicht.

    Diese ganze Entsolidarisierung und das Rumhacken auf den Schwächsten, den Kindern, kotzt mich an.

  10. User Info Menu

    AW: Hartz-IV-Klage: Wie viel Geld braucht ein Kind zum Leben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Meinung ist ebenfalls, dass es eine kostenlose Schulspeisung, kostenlose Kita, kostenlose Nachhilfe, Betreuungsangebote usw geben sollte. Außerdem sollte es vielmehr kostengünstige Ferienangebote für Kinder geben.

    Es ist einfach unglaublich, dass ein so reiches Land wie wir es uns leisten, diese finanziell benachteiligten Kinder zu vernachlässigen und zu stigmatisieren.
    Davon würden aber auch die besserverdienenden, wohlhabenden Bürger profitieren, oder nicht? Die, die in der Lage sind, fix den Antrag zu stellen und damit dabei sind.

    Das Problem ist ja, daß diese Problemfamilien das alles nicht in Anspruch nehmen.

    Wir bieten z.B. kostenlose (!) Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung, natürlich auch kostenlos, an. Es kommen kaum Kinder. Und wenn, dann sind diese aus Familien, die ohnehin bildungsorientiert sind. Das gleiche beim Ferienprogramm.

    Das löst das Problem nicht.
    Wenn man einen Fehler gemacht hat, kommt manchmal etwas ganz Wunderbares dabei heraus.

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