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29.10.2009, 11:07
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
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29.10.2009, 12:02Inaktiver User
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Wer ist der "normale Türke von nebenan"?

Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es hier nicht nur um finanzielle oder bildungsbezogene Unterschiede geht, sondern auch um Mentalitäten.
Es wurden doch hier einige Beispiele genannt: Morddrohnungen gegen eine türkische Autorin, Anfeindungen gegen das türkische Mädchen ohne Kopftuch usw.
Ich empfinde es einfach als einen Unterschied, ob man sich quasi im Ausland als Minderheit abschottet (was ich auch nicht gut finde! Und was ja allgemein ein Trend auch in Deutschland unter Reichen ist) oder ob man mehr oder weniger offen feindlich der Gesellschaftsordnung und der moralischen Werte einer Gesellschaft entgegensteht, in der man leben möchte.
Zu deiner letzten Frage: Siehe oben.
Der Hauptunterschied ist sicher vor allem das Bildungsniveau.
Aber bei Menschen mit Migrationshintergrund, die sich ins Private zurückziehen, dort ihre Werte weitergeben ... dürfte es eventuell noch problematischer sein, beispielsweise die Kinder zu erreichen, im Vergleich zu Prekariatskindern ohne Migrationshintergrund.
Aber das ist auch müsig.
Fakt ist doch: Dieses Problem besteht und es wird ja Gott sei Dank auch von gut integrierten Migranten benannt (die dann wenigstens vor dem Vorwurf-auf-dem-Fusse gefeit sind, Nazis zu sein).
Dass es zu einem großen Teil politisch verursacht ist, will ich auch nicht leugnen.
Aber die Betroffenen in Watte packen und nur mit Kuschelpädagogik bewegen zu wollen, ist wahrscheinlich kein effektiver Weg etwas zu verbessern.
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29.10.2009, 12:05
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
1. Wie definiert man denn nun deiner Ansicht nach den " normalen Türken oder Araber von nebenan " ? Und vor allem... was ist " nebenan "
Geh ich mal von mir aus - ich lebe seit nunmehr 15 Jahren auf dem Lande, dann ist der Türke von nebenan ein recht angenehmer Zeitgenosse. Allein aufgrund der Tatsache, dass er hier nicht in Massen auftritt , keine Ghettobildung erfolgt und er nicht dem üblichen Gruppenzwang eines Ghettos unterliegt.
Geh ich mal von Teilen der dt. Bevölkerung aus, die aufgrund mangelnder finanzieller Mittel dazu gezwungen sind, in Bezirken mit hohem Migrantenanteil zu leben / zu finden in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, etc. dann denke ich mal, dass diese Leute den o.g. normalen Türken oder Araber mit völlig anderen Augen sehen als ich im Landidyll.
Und just dies ist der Punkt....
Um das Ganze mal im europäischen Rahmen zu betrachten, empfehle ich eine Rundreise durch die entsprechenden europäischen Großstädte - vor allem den dortigen Migrantenbezirken.
Amsterdam, Rotterdam, Gouda, Brüssel, Kopenhagen, Stockholm, Malmö, Oslo, Paris , London, Birmingham usw.usw.
Es gibt eine offizielle Karte der französischen Regierung. Auf dieser Karte findest du rund 700 Städte - deren Migrantenbezirke man besser meiden sollte. Den Tipp gab mir übrigens ein franz. Hotelier als ich in Paris weilte.
In Kopenhagen gibt es den Stadtteil Nörrebrö. Hier hat sich die Polizei komplett zurückgezogen. Die dort noch verbliebenen Einheimischen hoffen auf die Hilfe der Hells Angels die sich mit den Migrantenbanden erbitterte Gefechte um Drogen- Frauen-Rauschgifthandel liefern.
Gabs übrigens auch in Hannover am Steintor. Erst die Hells Angels waren in der Lage die ausufernde Migrantengewalt ( Albaner und Russen überwiegend ) in den Griff zu bekommen. Heute wirbt Hannover mit der Amüsiermeile
Diese Bsp. in Sachen ... nette Nachbarn von nebenan ... könnte ich übrigens endlos fortführen.
WanneGeändert von Wanne (29.10.2009 um 12:11 Uhr)
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29.10.2009, 12:17Inaktiver User
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
@BT und Wanne
Gegen Fundamentalismus und Ghettosierung bin ich ganz bei Euch.
Allerdings, was doch erstaunlich ist ... in Kreuzberg z.B. ist überhaupt kein Rechtsradikalismus oder Ausländerfeindlichkeit zu spüren. Dabei ist der Migrantenanteil sehr hoch. Klar, es ist traditionell ein "linker" Bezirk, aber die Leute werden ja auch älter
.
Dort scheint es also zu funktionieren und die Deutschen dort wählen fröhlich Ströbele in den Bundestag.
P.S...lese erst jetzt Deinen Kommentar zu den Hells Angels ... ob die so das optimale Gegenmittel sind wage ich stark zu bezweilfeln.Geändert von Inaktiver User (29.10.2009 um 12:23 Uhr)
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29.10.2009, 12:24Inaktiver User
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Ich glaube, wir sind hier alle sowieso nicht so weit voneinander weg

Ja das stimmt.
Aber ich erlebe schon manchmal Kreuzberg als Ort mit Parallelwelten und das ist sicher nicht nur angenehm.
Einen gewissen "Integrationsdruck" auszuüben, finde ich deshalb nicht falsch. Und vor allem für die Kinder ist er Voraussetzung für einen grundlegenden Lebenserfolg und eine gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland.
Das ist doch nicht bloße Gängelei, die immer nur einer Seite dienen kann.
Ich habe ihn auch gewählt.
Seinen Vorschlag zum moslimischen Feiertag oder der türkischen Strophe der Nationalhymne halte ich aber für eher seltsam bis kontraproduktiv.
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29.10.2009, 12:28
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Das ist ein ganz natürlicher Prozess. Ab dem Moment ab dem der Staat das Gewaltmonopol aufgibt, wird das Vakuum gefüllt. Da der Staat ( Bsp. Hannover ) sich mehr oder minder damals zurückgezogen hatte, wurde das Machtvakuum durch die H. Angels gefüllt - zu ungunsten der kriminellen Migrantengangs. Wie bereits oben erwähnt, erfreut sich diese Gegend mittlerweile wieder großer Beliebtheit - angesichts der Tatsache dass die Besucher sich ungehindert dort aufhalten können, wird schlichtweg ausgeblendet, dass die H. Angels ebenfalls eine kriminelle Vereinigung sind.
Ich befürworte derartiges nicht, ich zeige nur auf was passiert.
Gleiches gilt z.B. für Berlin - Neukölln. Hier sind es eben nicht die H. Angels die das Machtvakuum füllen, sondern die Migrantengangs und Libanesenclans. Gleiches gilt für Holland, Belgien oder Frankreich. In den nordischen Ländern in denen Hells Angels und Bandidos relativ stark vertreten sind und waren, gibt es zunehmend Revierkämpfe mit Migrantengangs. In erster Linie gehts dabei natürlich um Geld.... weniger um Eindämmung der Migrantengewalt die dort herrscht. Nebeneffekt für die verbliebenen Einheimischen ist eben dann, dass die gefühlte Sicherheit für sie ansteigt. Daher sympathisieren sie mit den H. Angels.
WanneGeändert von Wanne (29.10.2009 um 12:43 Uhr) Grund: Ergänzung
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29.10.2009, 13:10
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Ein interessanter Hintergrundbericht zu den " Sarrazinschen Wärmestuben " auch Männercafes genannt.
Wanne
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29.10.2009, 13:45Inaktiver User
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Wenn Berlins regierender Bürgermeister Wowereit bereits vor 3 Jahren in einer TV-Sendung äußerte, dass er seine Kinder (falls er welche hätte) nicht auf eine Kreuzberger Schule schicken würde und auch jeden verstehen könne, der sagt, er schicke seine Kinder da nicht hin... war das doch im Grunde schon nichts anderes als eine politische Bankrotterklärung.
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29.10.2009, 13:47
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Zum besseren Verständnis des Interviews mit Sarrazin, stelle ich hier mal einen Ausschnitt ein der meiner Meinung nach Wesentliches zum Thema Berlin + Migranten enthält. Incl. der Passage mit den " Kopftuchmädchen " die man nicht losgelöst vom Kontext betrachten sollte.
Zitat:
Sie sprechen so sanftmütig und wohlwollend, wie Sie nie zuvor gesprochen haben:
Die Probleme sind lösbar; ob sie gelöst werden, weiß ich nicht. Man muß die Ebenen analytisch trennen. Man muß sehen,
was an Verbänden in die Stadt kommt, was die Bundesregierung hineinbringt - unabhängig davon, was die
Verwaltungskörperschaft aus eigenen Mitteln tut. Die Stadt hat eine überdimensionierte Infrastruktur für 4,5
Millionen Menschen, das sieht man an der Breite der Straßen. Die Stadt hat einen produktiven Kreislauf von
Menschen, die Arbeit haben und gebraucht werden, ob es Verwaltungsbeamte sind oder Ministerialbeamte. Daneben
hat sie einen Teil von Menschen, etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung, die nicht ökonomisch gebraucht werden,
zwanzig Prozent leben von Hartz IV und Transfereinkommen; bundesweit sind es nur acht bis zehn Prozent. Dieser
Teil muß sich auswachsen. Eine großes Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche
Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich
vermutlich auch keine Perspektive entwickeln. Das gilt auch für einen Teil der deutschen Unterschicht, die einmal in
den subventionierten Betrieben Spulen gedreht oder Zigarettenmaschinen bedient hat. Diese Jobs gibt es nicht mehr.
Berlin hat wirtschaftlich ein Problem mit der Größe der vorhandenen Bevölkerung.
Wenn Sie sagen "auswachsen", meinen Sie damit, daß die Leute sterben und sich diese Schicht nicht wieder neu generiert
durch Kinder, Enkel usw.?
Niels Bohr hat gesagt, er hat noch nie jemanden kennengelernt, der seine wissenschaftliche Meinung geändert hat.
Wissenschaftliche Meinungen sind immer nur ausgestorben. Und das ist auch sonst so. An das eine erinnern sich die
Leute nicht mehr, und das andere muß sich auswachsen. Ber!in wird niemals von den Berlinern gerettet werden
können. Wir haben ein schlechtes Schulsystem, das nicht besser werden wird. Berlin ist belastet von zwei
Komponenten: der Achtundsechzigertradition und dem Westberliner Schlampfaktor. Es gibt auch das Problem, daß
vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. Hier werden Trends verstärkt sichtbar, die ganz
Deutschland belasten. So daß das Niveau an den Schulen kontinuierlich sinkt, anstatt zu steigen. In Berlin gibt es
stärker als anderswo das Problem einer am normalen Wirtschaftskreislauf nicht teilnehmenden Unterschicht.
Haben Sie die Idee, daß Berlin eine dynamische, aus eigener Kraft wachsende Stadt werden könnte, aufgegeben?
Wie sieht die Wirtschaft der Zukunft aus? In den westlichen Industriegesellschaften werden die einfachen und mittleren
Arbeitsplätze in der Warenproduktion, aber auch in Dienstleistungen, die man elektronisch übermitteln kann, ob das
Callcenter sind oder einfache Ingenieurs- und Konstrukteurstätigkeiten, zunehmend ins Ausland verlagert. Wir bewegen
uns auf einen Weltarbeitseinheitslohn zu. Der Arbeitsplatz eines Wissenschaftlers in der Chemie kostet bei uns und in
Schanghai etwa dasselbe. Die Kosten für das Labor und die Stoffe sind nicht sehr verschieden. Man macht das dort,
wo es am besten geht. Es kommt nicht so genau darauf an. Unten wird der Arbeitslohn im Prinzip gesetzt von den
vielen fleißigen asiatischen Arbeitern, von Thailand bis China. Ein großer Flachbildfernseher kostet zehn Dollar
Transportkosten von Schanghai nach Hamburg. Das ist das Problem. Betroffen werden von dieser Entwicklung in
ganz Europa einfache und mittlere Tätigkeiten, besonders solche für Ungelernte. Deshalb steigen Arbeitslöhne hier
nicht mehr, deshalb gibt es dort die höchste Arbeitslosigkeit. Benachteiligte aus bildungsfernen Schichten - davon hat
Berlin besonders viele. Es gibt auch keine Methode, diese Leute vernünftig einzubeziehen. Es findet eine
fortwährende negative Auslese statt. Das ist für die Stadtpolitik von Bedeutung. Ich habe gesagt: Unsere
Bildungspopulation wird von Generation zu Generation dümmer. Der Intellekt, den Berlin braucht, muß also
importiert werden, und er wird auch importiert werden, wie im New York der fünfziger Jahre, als es Harlem mit seiner
zunehmenden Hoffnungslosigkeit auf der einen Seite gab und das Leben in Midtown und um den Central Park auf der
anderen Seite.
Eigentlich wäre es doch plausibel, daß man im öffentlichen Dienst, wo die Politik direkten Zugriff hat, versucht, eine Integrationspolitik
exemplarisch durchzusetzen, indem man im Polizeidienst, in Justiz- und Finanzbehörden, in der bürgernahen Verwaltung bis zu einem
gewissen Grad Zugang schafft für Menschen mit beispielsweise türkischem Hintergrund. Wir haben den Justizsenat, die Finanzverwaltung,
den Innensenat, den Ausländerbeauftragten, die Gewerkschaft ver.di, den DGB um Zahlen zu der Frage gebeten, wie viele Menschen mit
ausländischem Hintergrund in der öffentlchen Verwaltung tätig sind und wie viele im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst. Niemand
konnte uns die Zahlen geben. Man hat sie nie erhoben.
Die Berliner Verwaltung war bei Zahlen noch nie gut.
Das ist doch erstaunlich; wir dachten, es müßte ein Bewußtsein davon geben, daß man auch im Sinne symbolischer Anerkennung etwas für
die Integration leistet.
Das sehe ich anders. Man muß aufhören, von "den" Migranten zu reden. Wir müssen uns einmal die unterschiedlichen
Migrantengruppen anschauen. Die Vietnamesen: Die Eltern können kaum Deutsch, verkaufen Zigaretten oder haben
einen Kiosk. Die Vietnamesen der zweiten Generation haben dann durchweg bessere Schulnoten und höhere
Abiturientenquoten als die Deutschen. Die Osteuropäer, Ukrainer, Weißrussen, Polen, Russen weisen tendenziell
dasselbe Ergebnis auf. Sie sind integrationswillig, passen sich schnell an und haben überdurchschnittliche
akademische Erfolge. Die Deutschrussen haben große Probleme in der ersten, teilweise auch der zweiten Generation,
danach läuft es wie am Schnürchen, weil sie noch eine altdeutsche Arbeitsauffassung haben. Sobald die
Sprachhindernisse weg sind, haben sie höhere Abiturienten- und Studentenanteile usw. als andere. Bei den Ostasiaten,
Chinesen und Indern ist es dasselbe. Bei den Kerngruppen der Jugoslawen sieht man dann schon eher "türkische"
Probleme; absolut abfallend sind die türkische Gruppe und die Araber. Auch in der dritten Generation haben sehr viele
keine vernünftigen Deutschkenntnisse, viele gar keinen Schulabschluß, und nur ein kleiner Teil schafft es bis zum
Abitur. Jeder, der integriert werden soll, muß aber durch unser System hindurch. Er muß zunächst Deutsch lernen. Die
Kinder müssen Abitur machen. Dann findet die Integration von alleine statt. Hinzu kommt das Problem: Je niedriger
die Schicht, um so höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an
Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch
integrationsfähig. Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies
im Ausland tun. Ständig werden Bräute nachgeliefert: Das türkische Mädchen hier wird mit einem Anatolen
verheiratet, der türkische Junge hier bekommt eine Braut aus einem anatolischen Dorf. Bei den Arabern ist es noch
schlimmer. Meine Vorstellung wäre: generell kein Zuzug mehr außer für Hochqualifizierte und perspektivisch keine
Transferleistungen mehr für Einwanderer. In den USA müssen Einwanderer arbeiten, weil sie kein Geld bekommen,
und werden deshalb viel besser integriert. Man hat Studien zu arabischen Ausländergruppen aus demselben Clan
gemacht; ein Teil geht nach Schweden mit unserem Sozialsystem, ein anderer Teil geht nach Chicago. Dieselbe Sippe
ist nach zwanzig Jahren in Schweden immer noch frustriert und arbeitslos, in Chicago hingegen integriert. Der Druck
des Arbeitsmarktes, der Zwang des Broterwerbs sorgen dafür. Das sind Dinge, die man nur durch Bundesrecht ändern
kann. Für Berlin ist meine Prognose düster, was diese Themen betrifft. Aber es kann in einer Stadt, in der man
prächtig leben kann, gleichzeitig kompakte und wachsende, ungelöste Probleme geben. Genauso wird es in Berlin
werden.
Sind für das Scheitern der Integration nicht beide Seiten verantwortlich? Oder liegt es nur daran, daß diese Menschen sich nicht integrieren
wollen?
Die Integration hat Stufen. Die erste Vorstufe ist, daß man Deutsch lernt, die zweite, daß man vernünftig durch die
Grundschule kommt, die dritte, daß man aufs Gymnasium geht, dort Examen macht und studiert. Wenn man durch ist,
dann braucht man gleiche Chancen im öffentlichen Dienst. So ist die Reihenfolge. Es ist ein Skandal, daß die Mütter
der zweiten, dritten Generation immer noch kein Deutsch können, es allenfalls die Kinder können, und die lernen es
nicht wirklich. Es ist ein Skandal, wenn türkische Jungen nicht auf weibliche Lehrer hören, weil ihre Kultur so ist.
Integration ist eine Leistung dessen, der sich integriert. Jemanden, der nichts tut, muß ich auch nicht anerkennen. Ich
muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht
vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für siebzig Prozent der türkischen und
für neunzig Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin. Viele von ihnen wollen keine Integration, sondern ihren
Stiefel leben. Zudem pflegen sie eine Mentalität, die als gesamtstaatliche Mentalität aggressiv und atavistisch ist. Die
Türkei ist das Land, wo man heute noch bestraft wird, wenn man vom Völkermord an den Armeniern redet. Ich war
1978 zum ersten Mal in der Türkei, dienstlich mit meinem damaligen Chef, Herbert Ehrenberg, der Arbeitsminister
war. Ich war in seinem Stab. Wir kamen von Ankara, fuhren vom Flughafen rein, vorn saß mein Minister mit dem
türkischen Minister, und ich saß im Wagen dahinter mit dem türkischen Staatssekretär auf der Rückbank. Der
Staatssekretär sprach Deutsch und fragte mich, wie viele Einwohner Deutschland habe und wie unsere Geburtenraten
seien, und dann sagte er, im Jahre soundso werden wir Deutschland an Bevölkerungsgröße überholt haben. Darauf
war er stolz. Das ist dieselbe Mentalität, die Erdogan dazu verleitet hat, diese Rede in der Kölnarena zu halten, wie er
sie gehalten hat. Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine
höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren
IQ als dem der deutschen Bevölkerung. Ich habe dazu keine Lust bei Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur
Integration nicht akzeptieren, und auch, weil es extrem viel Geld kostet und wir in den nächsten Jahrzehnten genügend
andere große Herausforderungen zu bewältigen haben.
Politisch kann man zu einer gelingenden Integration aktiv nichts beitragen?
Man stößt gegen viele Mauern der politischen Korrektheit, aber man merkt, daß der Ton an Deutlichkeit zunimmt, wir
haben noch nicht verstanden, daß wir ein kleines Volk sind. Wir verstehen uns immer noch als ein großes Volk. 1939, als der
Zweite Weltkrieg begann, hatte Deutschland 79 Millionen Einwohner, die USA 135, Rußland 160 und England 50.
Die Proportionen haben sich völlig verschoben. Wenn von unseren 80 Millionen praktisch dreißig Prozent im Rentenalter
sind, sind wir bereits eine relativ kleine Bevölkerung. Wir sind näher an den Holländern und Dänen als an den USA. Daß
diese kleinen Völker ihre Ausländer heute mit viel radikaleren Programmen als wir forciert integrieren, hat einen guten
Grund. Heute muß man Sprachtests in den Botschaften machen, davor darf man gar nicht einreisen. Sie haben spät
angefangen, aber sie haben wenigstens angefangen. Wenn die Türken sich so integrieren würden, daß sie im Schulsystem
einen anderen Gruppen vergleichbaren Erfolg hätten, würde sich das Thema auswachsen. Der vietnamesische Kioskbesitzer
wird immer gebrochen Deutsch sprechen, weil er erst mit dreißig eingewandert ist und ungebildet war. Wenn seine Kinder
Abitur machen oder Handwerker werden, hat sich die Sache erledigt. Türkische Anwälte, türkische Ärzte, türkische
Ingenieure werden auch Deutsch sprechen, und dann wird sich der Rest relativieren. So aber geschieht nichts. Die Berliner
meinen immer, sie hätten besonders große Ausländeranteile; das ist falsch. Die Ausländeranteile von München, Stuttgart,
Köln oder Hamburg sind viel höher. Aber die Ausländer dort haben einen geringeren Anteil an Türken und Arabern und
mischen sich über breite Ausländergruppen. Zudem sind die Migranten in den Produktionsprozeß integriert. Während es bei
uns eine breite Unterschicht gibt, die nicht in Arbeitsprozesse integriert ist. Doch das Berliner Unterschichtproblem reicht
weit darüber hinaus. Darum bin ich pessimistisch. Wir haben in Berlin vierzig Prozent Unterschichtgeburten, und die füllen
die Schulen und die Klassen, darunter dele Kinder von Alleinerziehenden. Wir müssen in der Familienpolitik völlig
umstellen: weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht. Ich erinnere an ein Dossier der Zeit dazu. Es berichtet
von den zwanzig Tonnen Hammelresten der türkischen Grillfeste, die die Stadtreinigung jeden Montagmorgen aus dem
Tiergarten beseitigt - das ist keine Satire. Der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky erzählt von einer Araberfrau, die ihr
sechstes Kind bekommt, weil sie durch Hartz IV damit Anspruch auf eine größere Wohnung hat. Von diesen Strukturen
müssen wir uns verabschieden. Man muß davon ausgehen, daß menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu
einem anderen Teil jedoch erblich. Der Weg, den wir gehen, führt dazu, daß der Anteil der intelligenten Leistungsträger aus
demographischen Gründen kontinuierlich fällt. So kann man keine nachhaltige Gesellschaft bauen, das geht für ein, zwei,
drei Generationen gut, dann nicht mehr. Das klingt sehr stammtischnah, aber man kann das empirisch sehr sorgfältig
nachzeichnen.
Nun frag ich mich... wo liegt er hier falsch in seiner Analyse der tatsächlichen Um/Zustände ???
WanneGeändert von Wanne (29.10.2009 um 13:56 Uhr) Grund: Ergänzung
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29.10.2009, 14:08
AW: Sarrazin - abwertende Sprüche über Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Beamte
Wowi hats ausgesprochen, viele Andere tun es ( insofern finanziell dazu in der Lage ) Und die, die dazu nicht in der Lage sind - zunehmend auch die untere bis mittlere Mittelschicht , die schieben Frust der sich derzeit noch überwiegend in Foren und Blogs manifestiert.
Betrachten wir uns mal kurz die Verhältnisse im Nachbarland Holland, dann können wir unschwer erkennen woher die Stimmen für Geert Wilders bei der Europawahl wohl gekommen sind.
Wanne



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