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  1. Inaktiver User

    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Das Grundkonzept unseres Wahlrechts funktioniert genau anders herum als hombre es beschreibt:

    Die Idee der "Väter des Grundgesetzes" war ein Parlament, das auf direkt gewählten Abgeordneten beruhte.

    Das würde aber dazu führen, dass Minderheiten (kleine Parteien) benachteiligt würden. Deswegen wourden die Listenmandate eingeführt, die die "Ungerechtigkeiten" der Direktwahl ausgleichen sollten, damit nämlich auch eine ausreichende Zahl von Vertretern kleiner Parteien in den Bundestag kämen.

    Man sollte das Konzept der beiden Stimmen so sehen, wie es gemeint ist: Die Erststimme gilt einer Person - Otto Meier - die erst einmal unabhängig von jeder Parteizugehörigkeit gewählt wird: Es gibt ja in den meisten Wahlkreisen auch jetzt meist mindestens einen parteilosen Kandidaten, den ma genauso in den Bundestag schicken kann wie den Abgeordneten einer Partei.

    Unser Wahlsystem ist also in der Tat perfekt geeignet, die Nachteile jedes Mehrheitswahlsystems zu vermeiden, und gleichzeitig auch die Zersplitterung, die ein reines Verhältniswahlrecht mit sich bringen würde.

    Ja, jeder hat mit Absicht!! zwei Stimmen. Und jeder sollte sehen, dass er seine zwei Stimmen optimal nutzt.

    Sa lief es zu Zeiten der sozialliberalen Koalition, als auch die Zahl der Erststimmen für die FDP minimal war, da man ganz gezielt die Direktkandidaten der SPD unterstützt hat: Ein FDP-Kandidat hatte damals genau wie heute keine Chance gewählt zu werden.

    Und heute wählen einige FDP-Wähler (aber auch einige Wähler der Grünen - und anderer Parteien) den Unionskandidaten, weil der ihnen näher steht als der Kandidat von SPD oder Linken.

    Wie oben bereits geschrieben wurde: Warum nutzen denn die Wähler von "Rot-Rot-Grün", die ja auch vorhatten gemeinsam zu regieren, diesen Aspekt ihres Wahlrechts nicht ??

    Überhangmandate sind unvermeidlich (und von Konzept her gewollt), wenn man nicht auf ein reines Verhältniswahlrecht übergehen will.

    Mn sollte im Gegensatz einmal betrachten, wie viele "Überhangmandate" die jeweiligen Regierungsparteien in England oder Frankreich gewinnen, weil eben bei jeder Direktwahl derjenige, der auch nur eine Stimme mehr gewinnt, alle anderen Stimmen unter den Tisch fallen lässt.

    Hombre - ist England etwa undemokratisch??

    Nein, es ist ein anderes System. Unser System halte ich für einen hervorragenden Kompromiss, denn von Überhangmadaten profitiert jede große Partei gelegentlich. Und die Alternative, ein reines Verhältniswahlrecht wäre natürlich möglich, wäre aber - besonders nach der Weimarer Erfahrung - wenig wünschenswert.

  2. Inaktiver User

    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Nachtrag:

    Bei den Wahlen in UK 2005 erhielt Labour 35.6 % der Stimmen, aber 356 (= 55.1%) Mandate, die Konservatieven erhielten 32,3 % der Stimmen, aber nur 30,7 % (198) der Abgeordneten. Die Liberaldemokraten hatten 62 Abegeordnete (9.6 %) aber 22.1 % der Stimmen.

    (Fischer Weltalmanach 2006)

    Ist Großbritannien also undemokratisch, weil Labour nur wegen der "Überhangmandate" regieren konnte ??????????

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    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Überhangmandate sind unvermeidlich (und von Konzept her gewollt), wenn man nicht auf ein reines Verhältniswahlrecht übergehen will.
    Überhangsmandate sind nicht unvermeidlich. Es ist immer möglich, die Überhangsmandate durch Aufstockung der Abgeordnetenplätze für andere Parteien auszugleichen. Mathematisch überhaupt kein Hexenwerk.
    Dann hätten wir einerseits die direkt gewählten Abgeordneten, was gewollt zu sein scheint, und andererseits ein Verhältniswahlrecht, das die tatsächlichen Verhältnisse fair wiedergibt.
    So sollte es meiner Meinung auch sein, da ich es befürworte, von der Partei regiert zu werden, die auch die Mehrheit der Stimmen bekommen hat. Dieses Mal kanns mir ja eigentlich egal sein, da es auch eine Mehrheit für FDP-Union ohne Überhangsmandate gegeben hätte, aber für die Zukunft sollte man das System unbedingt verbessern.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Überhangsmandate sind nicht unvermeidlich. Es ist immer möglich, die Überhangsmandate durch Aufstockung der Abgeordnetenplätze für andere Parteien auszugleichen. Mathematisch überhaupt kein Hexenwerk.
    Wie Du meinem Beitrag weiter vorne entnehmen kannst, habe ich genau Deinen Vorschlag mal umgesetzt. Wie äußerst Du Dich zum Ergebnis der dann 1500 nötigen Abgeordneten (mitsamt ihrer Büros, Sekretärinnen, Dienstwagen usw)?
    Geschweige denn, wo sollen die alle im Bundestag sitzen?
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

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    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Zitat Zitat von blackjack21 Beitrag anzeigen
    Wie Du meinem Beitrag weiter vorne entnehmen kannst, habe ich genau Deinen Vorschlag mal umgesetzt. Wie äußerst Du Dich zum Ergebnis der dann 1500 nötigen Abgeordneten (mitsamt ihrer Büros, Sekretärinnen, Dienstwagen usw)?
    Geschweige denn, wo sollen die alle im Bundestag sitzen?
    Hallo blackjack, ich habe auf den Beitrag von djgm, nicht auf deinen Beitrag, geantwortet. ich lese häufig nicht alle Beiträge eines Stangs, manchmal fehlt mir eben die Zeit.

    Das Problem wäre, wenn es nur noch eine große Partei gäbe, und der Rest würde sich aus mittleren und kleineren Parteien zusammensetzen. Z. B. Union 33 Prozent, der Rest zwischen 5 und 20 Prozent. dann könnte womöglich eine Regierung zustandekommen (gerade dein Beispiel könnte zu solch einem Ergebnis führen), die nicht mal 40 Prozent der Wähler gewonnen hat. Für mich wäre das eine totale Katastrophe für unsere Demokratie. Wenn sich über 60 Prozent der Wähler nicht mehr in einer Regierung vertreten sehen hat das meiner Meinung nach absolut nichts mehr mit Demokratie zu tun.
    Eine Systemänderung muss kommen, sonst regiert in Zukunft eine Minderheit unser Land.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Eine Systemänderung muss kommen, sonst regiert in Zukunft eine Minderheit unser Land.
    Wie also sieht Dein System aus?
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

  7. Inaktiver User

    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Hallo blackjack, ich habe auf den Beitrag von djgm, nicht auf deinen Beitrag, geantwortet. ich lese häufig nicht alle Beiträge eines Stangs, manchmal fehlt mir eben die Zeit.

    Das Problem wäre, wenn es nur noch eine große Partei gäbe, und der Rest würde sich aus mittleren und kleineren Parteien zusammensetzen. Z. B. Union 33 Prozent, der Rest zwischen 5 und 20 Prozent. dann könnte womöglich eine Regierung zustandekommen (gerade dein Beispiel könnte zu solch einem Ergebnis führen), die nicht mal 40 Prozent der Wähler gewonnen hat. Für mich wäre das eine totale Katastrophe für unsere Demokratie. Wenn sich über 60 Prozent der Wähler nicht mehr in einer Regierung vertreten sehen hat das meiner Meinung nach absolut nichts mehr mit Demokratie zu tun.
    Eine Systemänderung muss kommen, sonst regiert in Zukunft eine Minderheit unser Land.
    Du hältst also das englische Wahlsystem für undemokratisch!

    Denn wie oben geschrieben, regiert Labour gegenwärtig mit einer Riesenmehrheit der Sitze aber nur knapp 36 % der Wählerstimmen.



    Das System der Überhangmandate wird sowieso 2011 entsprechend der Vorgaben aus Karlsruhe geändert.

    Allerdings bin ich gespannt, wie sich die SPD verhalten wird, die ja - nach Meinung der Mehrheit hier - bei den nächsten Wahlen gewinnen wird und dabei ggf. auch von Überhangmandaten profitieren würde - wie sie ja in der Vergangenheit oft genug davon profitiert hat!

    Und die SPD hat ja vor der Wahl nicht wirklich gedrängelt, dass die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts schnell umgesetzt würden. Denn, wie gesagt, man weiß ja nie, wann man nicht selbst wieder davon profitieren wird ....


    Einfach mal eine Informationsfrage: In welchem europäischen Land gibt es ein Wahlsystem, das die tatsächliche Wählermeinung besser abbildet als unseres ?

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    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    djgm und blackjack,
    zuerst mal: Ja, ich halte sowohl das englische als auch das US-amerikanische System für falsch, das Wort undemokratisch würde ich nicht unbedingt verwenden.
    Ja, wenn eine Partei nur 36 Prozent der Stimmen hat, regiert sie nach meiner Meinung zu Unrecht, denn sie hat nur etwa ein Drittel der Wähler hinter sich.
    Bei der umstrittenen Wahl des Kriegsverbrechers G.W. Bush konnte dieser nur Präsident werden, weil eine grüne Partei es gewagt hatte, sich aufzustellen, und den Demokraten (Al Gore) zwei Prozent der Stimmen zu klauen. Das hat genügt.

    Aber wir sollten uns zuerst um unser Land kümmern, und nicht um England und die USA.

    Zum deutschen System: Wenn du (blackjack) meinst, wir könnten durch zu viele Ausgleichsmandate zu einer viel zu großen Anzahl an Abgeordneten kommen, könnten wir z.B. mit weniger Wahlkreisen arbeiten. Dann hätten wir nicht mehr 300 Wahlkreise, sondern 250. Das ist immer noch im Sinne des Erfinders.
    Aber wenn es wirklich dazu kommen sollte, dass es nur noch eine große und mehrere kleine Parteien geben wird, dann ist unser altes System mega-undemokratisch, egal wer regiert, ob die schwarzen, Roten oder wer auch immer
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Die Bedenken verstehe isch schon, aber wieso undemokratisch?

    Wenn von 10 Leuten 3 blau wollen, und jeder der verbleibenden 7 je eine andere Farbe. Welche Farbe soll es dann geben? Gar keine (wie soll das gehen?), weil die Mehrheit nicht für blau ist - oder blau, weil die meisten eben blau wollen, auch wenn es grad mal 30% sind?

  10. User Info Menu

    AW: Wahl: Beseitigung von Überhangmandaten

    Wenn sich die anderen 7 auf violett einigen, nur um blau zu verhindern, und trotzdem kommt blau?

    Na ja, ich denke, wir werden uns nicht einig. Mal abwarten, wie die neue Regelung aussehen wird, die das alte System (spätestens ab 2011) ablösen wird.
    Ich bin, also denke ich

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