Ich habe mir das Buch "Terrorziel Europa" von Jürgen Elsässer gekauft, weil ich das Gefühl hatte, das in keinem Fall ein wirklich schlüssige Aufklärung der grossen Terroranschläge geliefert wurde. Zudem hat mich irritiert, dass öfter mal Geheimdienstmitarbeiter oder Spitzel geradezu ermöglichend unterwegs waren. So ist einer der beiden für die Madrider Anschläge verurteilten als Spitzel für die Polizei unterwegs gewesen, hat die Madrider Gruppe infiltriert und den Sprengstoff geliefert! Nach dem Lesen des Buches bin ich immer noch irritiert.
Seit 911 hat die USA nicht nur zwei Kriege geführt, die sonst nicht zu begründen gewesen wären, das gesamte gesellschaftliche Klima hat sich umfassend verändert. Freiheiten, welche Bürger früher hatten, sind mit breitestem Einverständnis abgeschafft worden. Nicht nur in den USA, aber vor allem dort. Es ist möglich, Leute zu verhaften und in Haft zu behalten, ohne dass sie irgendwen benachrichtigen dürfen. Wir alle werden ziemlich umfassend überwacht. Das hilft ganz sicher gegen islamitischen Terror, es wird sich auch sehr nützlich erweisen, wenn der "Kasinokapitalismus" die Leine anzieht, oder wenn auf Grund einer wirklichen Krise die Menschen massenhaft auf die Barrikaden wollen. Meiner Meinung nach war Guantanamo und die Gefangenencamps in Afghanistan und anderswo nicht zuletzt ein Ort, wo Spitzel und Mitarbeiter für Geheimdienste rekrutiert wurden. So habe ich auch die Aussage des Deutsch-Türken, dessen Name mir entfallen ist, und der jahrelang unschuldig auf Guantanamo einsass, aufgefasst. Dienen diese Leute alle der Terrorabwehr, oder hat es auch solche darunter, die Anschläge planen oder provozieren und dann abtauchen - ohne das was ganz schlimmes geschehen wäre, aber doch so bedrohlich, dass Sicherheitsvorkehrungen eingeführt werden können, welche die Bürgerfreiheit noch mehr schmälern? Und wieso, wenn doch die Terroristen von al Qaida und Co. den Westen bekämpfen wollen, sind weitaus die meisten Opfer von Terroranschlägen andere Muslime? Der Irak ist im Wesentlichen eine Bürgerkriegszone mit ein paar verstreuten grünen Inseln, die Menschen in Bagdad haben mehr zu fürchten als der morgentliche U-Bahn Fahrer irgendwo in Europa.
Uns wurde mit der sehr eindrücklichen Ikonographie von 911 ein neues Feindbild verkauft, welches das alte der Kommunisten ablöste, und den Bürger in dauernder latenter Angst und Besorgnis hält - vor Terroranschlägen finsterer Männer, nicht vor der realen Gefahr einer Finanzkrise, die damit enden kann, dass die Währungen auf ihren intrinsischen Wert zurückfallen. Und das ist dann der Wert von Altpapier.
Fazit: ich bin nicht ganz sicher, ob alles damals wirklich so abgelaufen ist, wie es im Spiegel stand.
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04.08.2011, 11:36
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
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04.08.2011, 12:07Inaktiver User
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Ich habe gerade Herrn Elsässer gegoogelt, weil er mir bis dato kein Begriff war.
Nach dem ersten Treffer bin ich geneigt, ihn für einen Wirrkopf zu halten.
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04.08.2011, 21:18
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Kann ich verstehen, bei der Page. Das Buch liest sich aber nicht wirr, und ist mehr oder weniger eine geordnete Ansammlung von Zitaten anderer Autoren oder Journalisten. Wobei dann auch nicht klar ist, wie wirr diese sind. Ist z.B. Michael Buback ein Wirrkopf? Zudem erinnere ich mich selber an einzelne Dinge, die ich nie stimmig fand. Im Zusammenhang mit 911 eben die Besuche in Nachtclubs der Attentäter, dass einer der Attentäter eine Freundin hatte, der Umstand dass Mohamed Attas Pass (!) in den Trümmern der Totalzerstörung des WTC gefunden wurde, und dass die Attentäter einen Koran im Leihwagen zurückgelassen hätten. Das würden strengläubige Muslime nie tun, weil sie würden verhindern wollen, dass das Buch in die Hände Ungläubiger gelangt, die sich kaum vor dem Berühren die Hände waschen würden. Das alles stand in den ersten Berichterstattungen und wurde dann teilweise wiederrufen. Ich hätte mir eben schon eine klare, lückenlose Aufklärung erhofft. Bis jetzt weiss ich auch von keiner schlüssigen Erklärung wieso das nicht von Flugzeugen getroffene Gebäude sauber in sich zusammenfiel.
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04.08.2011, 21:53Inaktiver User
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Das mit der Prüfung des Zusammenbruchs von WTC 7 befasste National Institute of Standards and Technology (NIST) hat die Ergebnisse bereits im August 2008 veröffentlicht. Das WTC 7 stürzte – obwohl es nicht von einem Flugzeug getroffen wurde – zusammen, weil an mehreren Stellen Feuer ausgebrochen war, das etwa 7 Stunden brannte.
Dazu empfehle ich die Vorlesung Baustatik, 3.Semester.
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05.08.2011, 09:16Inaktiver User
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Das ist möglicherweise der Knackpunkt. Vergleiche den Fall Strauss-Kahn. Da geistern mittlerweile mehr Versionen durch das öffentliche Bewusstsein, als man zählen kann. Und wer an eine Inszenierung der Geheimdienste glauben will, findet dafür haufenweise "Belege". Bei näherem Hinsehen gibt es nur sehr wenige greifbare Fakten (die noch keine sicheren Schlüsse zulassen) und dafür haufenweise Gerüchte.
Ich glaube, dass die Geschichte mit dem Pass schlicht und ergreifend eine Ente ist. Im Fall des Falles wären die Geheimdienstmitarbeiter ja schön blöd, einen Personalausweis säuberlich in den Trümmern zu plazieren. Damit würden sie allen, die eine Inszenierung wittern, einen wundervollen Beleg liefern. Wozu?
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05.08.2011, 09:34
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Damit sie erklären konnten, wieso sie innert Stunden wussten, wer das Attentat plante und ausführte? Auf der Passagierliste waren die Namen der Attentäter jedenfalls nicht. Wenn niemand über die Pläne informiert war, hätte man doch annehmen müssen, dass es ein paar Tage dauert, bis die Täterschaft feststand? Aber nein, es dauerte gerade mal Stunden.
Es gab viele wiedersprüchliche Informationen, die in der deutschen Presse breit diskutiert wurden, aber nie eine schlüssige Aufklärung, der ebensoviel Raum gegeben wurde. Wie gesagt, es wäre mir wohler, wenn nicht in jedem mir bisher bekannten Fall Geheimdienste irgendwie informiert oder mitbeteiligt waren. Wurden z.B. die Vorgesetzten des Mannes, der den Attentätern in Madrid den Sprengstoff lieferte mit zur Verantwortung gezogen? Wenn nein, wieso nicht? Was dachte der Spitzel, wofür diese Kriminellen so viel Sprengstoff brauchen?
@Alinghi: ich habe auch schon abgebrannte, eingestürzte Häuser gesehen, wenn auch viel kleinere. Aber noch keines, das so sauber und punktgenau in sich zusammengestürzt ist.
Ich bin keinesfalls überzeugt, dass das nicht Werke von Terroristen waren, denen durch die Geheimdienste nicht Einhalt geboten werden konnte. Aber die Aufklärung der Öffentlichkeit seitens des Staates und der Presse scheint mir deutlich zu wenig klar und fundiert.
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05.08.2011, 10:07Inaktiver User
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Das verstehe ich nicht ganz. Der Pass in den Trümmern würde doch nicht erklären, warum man den Täter benennen kann. Angenommen, an der Stelle des Attentats flattert ein Pass mit dem Namen Mohammed Atta druch die Gegend. Das würde nur belegen, dass sich ein Mensch dieses Namens in den Türmen aufgehalten hat. Als Erklärung dafür, warum Atta der Täter sein sollte, taugt dies aber nicht.
Abgesehen davon stellt sich hier wieder die Frage: Wozu ist das gut? Es wäre für die Geheimdienste doch kein Problem gewesen, zum Schein ein paar Tage abzuwarten, bis sie die vermeindlich Schuldigen benennen. Was hätten sie damit gewonnen, schon nach wenigen Stunden mit dem Namen Atta vorzupreschen?
Übrigens finde ich nirgendwo eine Quelle für die Pass-Geschichte. Irgendwo wird behauptet, sie sei erst ein Jahr nach den Anschlägen von einem britischen Journalisten erfunden worden. Aber auch diese Information kann ich nicht verifizieren. Gibt Elsässer denn eine verlässliche Quelle an?
Ich kenne die Hintergründe nicht, aber der Mann kann doch ein "Doppelagent" gewesen sein. Er dient sich den Behörden als vermeintlicher Informant an, gibt vor, die Zelle zu infiltrieren und macht in Wahrheit gemeinsame Sache mit den Terroristen.Wurden z.B. die Vorgesetzten des Mannes, der den Attentätern in Madrid den Sprengstoff lieferte mit zur Verantwortung gezogen? Wenn nein, wieso nicht? Was dachte der Spitzel, wofür diese Kriminellen so viel Sprengstoff brauchen?
Mit dieser Strategie können die Terroristen die Ermittler ganz intelligent hinter's Licht führen.
Aber wie gesagt: Ich kenne das Buch von Elsässer nicht. Also kann ich zu seinen Ausführungen eigentlich nicht viel sagen.
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05.08.2011, 17:45
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Die Passgeschichte habe ich selber Tage nach dem Ereignis in der Presse gelesen und fand sie damals schon unglaubwürdig, genau wie die Berichte, nach denen angebliche fromme Muslime in Nachtclubs bei Whiskey und Weiber feierten. Auch diese Meldung wurde kurz nachher revidiert.
Der Spanier, welche den Sprengstoff lieferte, war als Spitzel in der Gruppe unterwegs. Er wurde seinerseits von einem weiteren Spitzel überwacht, der der Guardia Civil 2001 schon meldete, dass Ersterer ihm Sprengstoff angeboten habe und Zünder suche. Der Mann, ein gewisser Trashorras wurde zu 35'000 Jahren Gefängnis verurteilt. Gemäss Elsässers Quellen waren von 11 Personen, welche in Asturien wegen des Sprengstoffschmuggels verhaftet wurden, 5 Mitglieder der Dienste. Diese kamen mit Freisprüchen und kürzeren Strafen davon. Darunter die Ehefrau von Trashorras, welche nach den Anschlägen mit einem Chefinspektor der Polizei telefonierte, und gemäss "El Mundo" zu diesem sagte: "ich glaube, wir haben es verschissen", worauf der Inspektor sie beruhigte indem er ihr mitteilte, dass die Anschläge auf das Konto der ETA gingen. Wieso sollte ein nicht-muslimischer Spanier mit Terroristen gemeinsame Sache machen? Wegen der paar Tausend Euro und des Haschisch, die er für den Sprengstoff bekam? Das sind doch keine Überzeugungstäter, das sind einfach Kriminelle. Deren Telefone noch dazu abgehört wurden, wie das der Ehefrau mit dem Polizisten. Wie gesagt, es bleibt ein blödes Gefühl. Angesichts so vieler Toter hätte ich mir eine bessere Aufklärung auch über die Handlungen und Unterlassungen der Männer gewünscht, welche die Spitzel führten.
Was 911 angeht, kann ich die Quellen Elsässers nicht auflisten, ich habe das Buch weitergegeben und es wäre mir auch zuviel Arbeit. So sehr möchte ich mich nicht da hineinknieen. Aber zumindest die Sache in Spanien hinterlässt mir ein sehr ungutes Gefühl, wie auch die Anschläge in London, wo einfach nicht ganz klar wurde, wer den wieso diese doch ziemlich harmlosen und gar nicht besonders frommen Somali mit Bomben im Gepäck losschickte. Ich meine hier die zweiten, zum Glück nicht geglückten Anschläge. Zur Zeit der Verhaftung dieser Täter war ich gerade in London, das war eine seltsame Sache. Man verhaftet Terroristen und stellt vorher dutzende Kameras vors Haus...? Mir kam das vor wie eine TV-Soap, der eine Täter erinnerte mich fatal an Leute, denen man irgendwo in Europa begegnen kann. Auch kein Überzeugungstäter, aber jemand, der auch mal was Grosses leisten wollte, nachdem ihm jemand, den er im Krafttraining kennenlernte (und der nie gefasst wurde) Filme über tote und verletzte Frauen und Kinder in Irak zeigte.
Ich weiss auch, dass muslimische Eltern sich teilweise fürchten davor, dass ihre Jugendlichen in falsche Gesellschaft geraten, und dass sie sich nicht ganz sicher sind, ob das dann Männer von der Kaida wären, oder Agent Provocateur deren Hintergrund nicht ganz klar ist. Man ist wachsam in den Moscheen hier, und das finde ich wiederum beruhigend.Geändert von Andalusiana (05.08.2011 um 17:54 Uhr)
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09.08.2011, 03:08
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
Was die Türme angeht, so kamen die Inneren Kolumnen als letztes herab. Also das Gegenteil von "controlled demolition"
‪South tower Core Standing‬‏ - YouTube
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07.09.2011, 10:58
AW: Was haltet Ihr von diesen Thesen?
WTC7 und andere Rätsel um 9/11 - News Ausland: Amerika - tagesanzeiger.ch
Kurz und klar zusammengefasst die Ungereimtheiten. Es scheinen sich nicht nur Spinner so ihre Gedanken zu machen. Besonders schade ist, dass die beschuldigten Haupttäter sich nie mehr äussern können: Bin Laden ist tot, und Khaled Shaikh Mohammed durch ausgiebiges Waterboarding nicht mehr befragungsfähig.


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