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  1. Inaktiver User

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Sehr geehrter Herr blackjack21,

    1. Ob es uns nun gefällt oder nicht, es gibt unveränderbare Abhängigkeiten.
    Weshalb schrieben Sie dann:
    2. In einer global vernetzten Welt ist Stillstand eine Utopie
    Ich muß also ableiten, daß Sie eine der beiden Thesen nur so dahin gesagt haben.

    Was veranlasst Sie zur absurden These, alle Manager würde nicht für Ihr Geld arbeiten?
    Natürlich war das nicht besonders ernst gemeint. Sie arbeiten sehr, sehr hart und die Ergebnisse sind oft erstaunlich.

    Erfahrungen im Speditionswesen.
    Gibt es da einen Mindestlohn? Weiß ich gar nicht.

    Den arbeitslosen muss ich eh bezahlen, aber da wäre es doch gut, wenn nicht der Arbeitslose sein Gehalt für Mindestsicherung festlegt, sondern diejenigen, die bezahlen (sollen).
    (O.T zwar, aber ich kann es mir nicht verkneifen: Die IHK z.B. beziehen ihre leistungslosen Einkommen anhand von -raten Sie mal?- richtig: Selbst festgelegter Höhe der Zwangsbeiträge. Sie gönnen sich einen Mindestlohn. Dieselben Damen und Herren wiederum -davon schrieb ich gestern- pöbeln die "Kommunisten" an, weil diese dasselbe für tatsächlich arbeitende Menschen fordern. Das nur am Rande).

    Aber: Verwechseln Sie da nicht etwas? Es geht doch um AN und nicht darum, was Sie einem AL zugestehen wollen.

    Wie ist das eigentlich? Nach Ihrer Logik müßte es in Ländern mit ML höhere Arbeitslosigkeit geben. Ist das so?

    Schauen wir mal 2 Übersichten an:

    1. Arbeitslosenquoten EU http://www.wko.at/statistik/eu/europ...osenquoten.pdf

    2. Mindestlöhne EU Mindestlohn ? Wikipedia

    Mir fällt vor allem auf:

    - Die Ø Arbeitslosigkeit ist in Ländern mit ML nicht höher als in D ohne ML.
    - Länder mit recht hohem ML haben oft geringe AL-Quoten (Luxemburg, Frankreich, Niederlande, vermutlich Dänemark)
    - Länder mit sehr niedrigem ML haben hohe AL-Quoten (Ungarn, Polen, Spanien)

    Natürlich kann man das nicht so einfach vergleichen, aber ich kann keinen herausragenden Schaden in Ländern mit (höherem) ML erkennen.

    So weit will ich nicht gehen, aber Wettbewerb fordert und fördertz den Fortschritt.
    Demzufolge müßte ein kluger Unternehmer sehr fortschrittlich und gut wirtschaften, wenn er super Wettbewerbsbedingungen bietet: Indem er gut zahlt. Ich kann aber oft nur die Anstrengung erkennen, daß genau dort gespart wird. Was stimmt da also nicht?

    zudem wissen Sie auch sicher um die Leistungssteigernde Wirkung von Anreizen, wenn Leistung erbracht wird.
    Richtig. Was meinen Sie, wie eifrig die Leute arbeiteten, wenn sie statt für 1€ Hundekacke (meines Wissens sind da die Aufstiegsmöglichkeiten nicht so der Brüller - es sei denn, man gründet eine Bullshit-AG und geht an die Börse) unter Zwang aufsammeln zu müssen auch für 7 oder 8 Euro Rosen beschneiden könnten. Okay, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber ganz ehrlich: Ich würde die Rosen bevorzugen.

    Sehr geehrter Herr Ahab,
    Ansonsten gebe ich Frank recht, am Verlust von Qualitätsware, verkauft von qualifizierten und entsprechend bezahlten Verkäufern etc. , tragen die ganzen "geiz ist geil" und "stolz bei Aldi sparer trotz gutem Einkommen" einen grossen Anteil.
    das sehe ich exakt auch so. Ich würde ohne Weiteres einen anständig bezahlten Arbeitsplatz schaffen, wenn das Geschäft es hergäbe. Nur muß ich mich mit genau diesen "Kunden" herumschlagen, die den E-Bay-Preis für Billigramsch als das Maß aller Dinge betrachten und auch mit Wettbewerbern, die "Praktikanten" und "1€-Jobber" gefördert in Anspruch nehmen. Da ist natürlich kein Kraut gegen gewachsen.

  2. Inaktiver User

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ganz richtig.
    Aber eins ist sicher: Löhne, von denen man nicht leben und nicht sterben sind, sind auf keinen Fall angemessen.
    Vor allem verachtet offenbar niemand das Problem der Altersarmut, die daraus resultiert.

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ist den an den ganzen Möglichkeiten mit den Zeitverträgen noch unzureichend?

    Wenn große Industriebetriebe ihre eigenen Zeitarbeitsfirmen gründen, um dann die gekündigten Angestellten wieder zu besseren Bedingungen , aus Sicht der Betriebe ;), einzustellen, dann geht es IMHO nicht um Kündigungshemnisse, sondern Umgehung der Tarifverträge.
    Ist offensichtlich unzureichend, einerseits ist da das Risiko einer Vertragsgestaltungsfalle, anderseits kann ein Zeitvertrag max. über 2 Jahre gehen und/oder nur max. 3 mal verlängert werden.

    Ich denke nicht, dass es bei den „Großen“ vordergründig um preiswerte Entlohnung ging.
    Bei einem Zeitarbeiter ist man das Risiko der Arbeitnehmerrechte, über die man trefflich streiten könnte, los.

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von foo-foo Beitrag anzeigen
    DIE LINKE unterstützt die Initiative der IG Metall für eine gerechte Entlohnung von Leiharbeit. Werner Dreibus, stellvertretender Vorsitzender und gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, erklärt anlässlich der Präsentation des Schwarzweißbuchs der Gewerkschaft zur Leiharbeit:

    "Die Leiharbeit ist das Einfallstor für Lohndumping. Die rot-grüne Bundesregierung hat das mit der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes im Jahr 2003 sehenden Auges in Kauf genommen. Die damals eingeführte Tariföffnungsklausel ermöglicht es Unternehmen, Leiharbeitskräfte niedriger als ihre Stammbelegschaft zu entlohnen, wenn ein Leiharbeitstarif vorliegt. Damit wird eine Grundregel des deutschen Arbeitsrechts ausgehebelt: das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
    Stimmt doch überhaupt nicht.
    Die Betriebsräte in den Großbetrieben haben genauestens darauf geachtet, dass die Zeitarbeit auskömmlich bezahlt wird, allerdings an den Verleiher, was er davon weiter gibt liegt in seinem kaufmännischen Geschick.
    Es ist keine Seltenheit, dass für Schichtarbeiter mit etwas anspruchsvollen Arbeiten mehr als 20,00/h gezahlt wurde.
    Ich kenne einen solchen „Sklavenhändler“ mit mehr als 130 Leuten, wie es heute aussieht vermag ich nicht zu beurteilen, zumindest wurden wohl ein paar Investitionen zurück gestellt.
    Von seinem Geld, welches er damit verdient hat, träumen eine Menge Leute.
    Geh davon aus, der Überschuss war siebenstellig p.a..

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von blackjack21 Beitrag anzeigen
    Putzen: Kennt irgendjemand eine deutsche Putzfrau? Vielleicht eine. Selbst die Absetzbarkeit der Haushaltstätigkeiten hat nur begrenzt zu neuen Jobs verholfen. Wenn diese nun per Mindestlohn abgerechnet werden, ist das zarte Pflänzchen gleich wieder perdu. Und im Schwarzmarkt.


    Exakt. Siehe oben. Der Verbraucher denk eben als Verbraucher und nicht gleichzeitig als Arbeitnehmer.
    Ja ich, meine.
    Ich habe mir nicht getraut über den Preis zu verhandeln.
    Sie ist es wert.

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Ich bin für Mindestlöhne.
    Im Übrigen haben wir eine Art Mindestlohn. Der Familienvater rackert sich ab, erhält einen jämmerlichen Lohn in der Lohntüte, muss dann zum Sozial / Arbeitsamt rennen, um dann um den Rest zu betteln. Dann wird aufgestockt, so dass er wenigstens noch durch ein bissel Wohngeld seine Miete zahlen kann.
    Und wer zahlt nun den Mindestlohn? Zum Teil die Steuerzahler über das Arbeits- und Sozialamt. Warum kann dann nicht der Arbeitgeber den Mindestlohn zahlen? Warum müssen ihn denn die Steuerzahler über den Umweg Sozial- und Arbeitsamt auch noch mitfinanzieren.
    daher:
    Ich bin für den Mindestlohn, und zwar
    a) aus ethischen Gründen und
    b) aus ökonomischen Gründen
    Ich bin, also denke ich

  7. Inaktiver User

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von foo-foo Beitrag anzeigen
    Immerhin will Karl-Gerhard Eick (55), der Chef des insolventen Handelskonzerns Arcandor ein Drittel von seiner 15-Millionen-Euro-Abfindung, die er nach 6 Monaten Arbeit bekommt, den Mitarbeitern spenden!
    Ich hab' vor Rührung schon 'ne ganze Packung Tempos
    verflennt......

  8. User Info Menu

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat:
    1. Ob es uns nun gefällt oder nicht, es gibt unveränderbare Abhängigkeiten.
    Weshalb schrieben Sie dann:Zitat:
    2. In einer global vernetzten Welt ist Stillstand eine Utopie
    Ich muß also ableiten, daß Sie eine der beiden Thesen nur so dahin gesagt haben.
    Was haben Sie nicht verstanden? Veränderung ist trotz unveränderbarer Abhängigkeiten möglich. Die ganze Mathematik besteht aus diesem Thema.
    Wenn A das doppelte von A/2 ist, dann ist es egal, welche Zahl man für A einsetzt. A ist veränderbar, die Gesetzmäßigkeit / Abhängigkeit nicht.

    - Die Ø Arbeitslosigkeit ist in Ländern mit ML nicht höher als in D ohne ML.
    - Länder mit recht hohem ML haben oft geringe AL-Quoten (Luxemburg, Frankreich, Niederlande, vermutlich Dänemark)
    - Länder mit sehr niedrigem ML haben hohe AL-Quoten (Ungarn, Polen, Spanien)
    Die unterschiedlichen Arbeitsmarktzahlen hängen bei den aufgeführten Ländern individuell von ganz anderen Faktoren ab. Das würde jetzt deutlich die Diskussion sprengen. Nur ganz kurz: Ungarn hat enorme Wirtschaftsprobleme, weil die Regierung Ungarns kein Konzept hat und 20 Jahre alles auf Kredit finanziert hat. Der Staat ist pleite. In Spanien gibt es enorme Arbeitslosenzahlen, weil die Bauindustrie der stärkste Wirtschaftszweig ist. Dank Kreditklemme gabe es Baustops ohne Ende und somit eine Entlassungswelle sondergleichen.
    Im Gegensatz dazu arbeiten in Luxemburg überwiegend hochqualifizierte Banker (gut, darüber kann man geteilter Meinung sein) und es handelt sich um ein vergleichsweise vermögendes Land.
    Sie sehen, Ihre theorie könnte zwar auf dem Papier stimmen, in der Praxis liegt der Hintergrund aber ganz woanders. Ohne dass Sie Kenntnisse über die einzelnen Märkte haben, macht eine solche Vergleichsdiskussion leider keinen Sinn, weil solche Zahlen nicht dank Mindestlohn zustande kommen. Aber es klingt gut, zugegeben. Genauso wie "10 Euro für alle!" von den Linken..

    Natürlich kann man das nicht so einfach vergleichen, aber ich kann keinen herausragenden Schaden in Ländern mit (höherem) ML erkennen.
    Immerhin haben Sie es dann doch noch erkannt.. Schäden muss man im Detail betrachten, auch das führt hier zu weit.

    Demzufolge müßte ein kluger Unternehmer sehr fortschrittlich und gut wirtschaften, wenn er super Wettbewerbsbedingungen bietet: Indem er gut zahlt. Ich kann aber oft nur die Anstrengung erkennen, daß genau dort gespart wird. Was stimmt da also nicht?
    Was nicht stimmt, ist die bereits wissenschaftlich wiederlegte Annahme, alleine mehr Gehalt würde zu mehr Motivation führen. Aus eigener unternehmerischer Historie kann ich Ihnen bestätigen, dass Mitarbeiter durchaus Gehalterhöhungen von bis zu 40% der Mitbewerber ablehnen, wenn das Betriebsklima und die Führung stimmen und sie zufrieden sind. Denn genau das ist die eigentliche Lehre: Nicht ein maximum an Gehalt bringt ein Maximum an Leistung, sondern das Gesamtpaket muss stimmen. Die Dinge sind leider nicht so simpel, wie sie die Populisten gerne darstellen. Aber das liegt wohl daran, dass die meisten nkompliziertere Zusammenhänge nicht verstehen und daher den einfachen "Thesen" und "Statistiken" glauben.

    Richtig. Was meinen Sie, wie eifrig die Leute arbeiteten, wenn sie statt für 1€ Hundekacke (meines Wissens sind da die Aufstiegsmöglichkeiten nicht so der Brüller - es sei denn, man gründet eine Bullshit-AG und geht an die Börse) unter Zwang aufsammeln zu müssen auch für 7 oder 8 Euro Rosen beschneiden könnten. Okay, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber ganz ehrlich: Ich würde die Rosen bevorzugen.
    Zustimmung. Die Frage ist - wer bezahlt die 8 Euro für die Rosen? 1 Euro Jobs sind dem Gedanken geschuldet, Menschen den Lebensrythmus zu erhalten, damit sie leichter wieder einzugliedern sind. 1 Euro Jobs sind nicht als Geldquelle gedacht.
    Wie gesagt, wir können gerne über andere Formen von Anreizen zur Arbeitsaufnahme diskutieren. Aber einfach mal so "Brot und Spiele" auf kosten der arbeitenden ist weniger lustig.
    Geändert von blackjack21 (02.09.2009 um 21:01 Uhr)
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

  9. User Info Menu

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gibt es da einen Mindestlohn? Weiß ich gar nicht.
    Frachtführer sind in der Regel selbstständige Unternehmer. Deutsche Frachtführer sind nahezu ausgestorben, weil pleite. Frachtführer aus Ost-Europa leasen ihren LKW langfristig, teils subventioniert/finanziert durch auftraggebende Speditionen. Es liegt alleine beim Frachtführer, welchen Preis er nimmt. Er muss halt Leasing-Rate, Benzin, Maut und seinen Lebensunterhalt verdienen. Das ist ein hartes Brot und es findet sich immer noch jemand, der günstiger fährt. Die Frachten werden Europaweit an einer Art Börse angeboten und viele sehen das gleichzeitig, so in der Art wie MYHammer oder ebay. Gnadenloser Preiskampf mit ganz Europa.
    Eine LKW Ladung durch Europa kostet so ca. einen Euro pro KM, mitunter auch deutlich weniger. Manchmal hat man als Frachtführer/Spedition glück und findet einen doofen, der die Preise nicht kennt und 5 Euro pro KM bezahlt. Aber das ist wie im Lotto.

    Falls sie noch Infos zu anderen Branchen oder Unternehmen benötigen, helfe ich gerne weiter. Vielleicht verstehen dann die Theoretiker endlich mal die Realität, die nicht in den Wahlprogrammen steht.

    Wie Sie erkennen können, bringt ein Mindestlohn hier z.B. überhaupt nichts - deshalb kommen die Jobs nicht zurück.
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab' vor Rührung schon 'ne ganze Packung Tempos
    verflennt......

    Und nach der Spende geht er wieder mit den Hut umher ...
    da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblog
    carpe diem
    Alles wird gut
    Lieber groß gemustert, als keinkarriert

    BVB
    Cuba oder Kuba

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