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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Facharbeiter dürfte mit seinen 10€/h froh sein, dass er nicht wie sein neuer Kollege zu den Leiharbeiter-Lohnsklaven gehört.
    Es ist ja nun wirklich nicht so, dass es nur um unqualifizierte Arbeitsplätze geht.
    Warum gibt es Leiharbeiter? Wie konnte sich eine solche Branche in diesem Ausmaß überhaupt etablieren?
    Leiharbeiter werde normalerweise bei Urlaubsvertretung oder andere kurze Vertretungen benötigt.
    Für diese Einsätze bedarf es Topp Leuten, flexibel, gewandt, schnell einzuarbeiten mit einem hohen Allgemeinwissen und Fertigkeiten. Sie müssen sich sehr schnell einarbeiten und umstellen können. Diese Leute gibt es und die kosten richtig Geld und Betriebe sind auch bereit für diese Leute Geld zu zahlen.
    Die Branche Leiharbeit wurde zweckentfremdet und missbraucht. Ursache sind die Kündigungshemmnisse.
    Große Industriebetriebe zahlen hohe Stundenlöhne an Leiharbeitsfirmen, diese geben das Geld nicht weiter. Warum stellen diese Industriebetriebe die Leute eigentlich nicht fest ein, wenn sie sie über Jahre aber nur bis zur Krise beschäftigen? Richtig…………den Gewerkschaften und Betriebsräten sei Dank.

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wieso werden Minderqualifizierte vom Markt verdrängt, wenn Arbeit angemessen bezahlt wird?
    Wer bezahlt eigentlich die Arbeit?
    Wer bezahlt den Mindestlohn?

    Strom kommt aus der Steckdose, oder?
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

  3. Inaktiver User

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Sehr geehrter Herr blackjack21,

    Wer im Osten von 300 Euro monatlich normal lebt, der freut sich über 10 Euro = 1600 Euro pro Monat erheblich. Du darfst also von einem gravierenden Verdrängungswettbewerb ausgehen.
    Der gravierende Verdrängungswettbewerb findet auch so statt. Ich erinnere an die Transportbranche, Fleisch verarbeitende Industrie in D oder -was Sie ja auch wissen-, indem man kurzerhand die gesamte "Wirtschaft" gleich in das Niedriglohnland verlagert.

    Eine der unangenehmen Folgen ist, daß für das Funktionieren eines Staatswesens (insbesondere des Kapitalismusses, den ich in gewisser Form gutheiße) unabdingbarer Konsum sowie Inanspruchnahme von Dienstleistungen nicht mehr/ stark reduziert statt findet oder -optional bzw. meist substituierend- der Konsum sich Produkten und Dienstleistungen ausländischer Provenienz zuwendet. Auch dieses ist schädlich, sofern es im Übermaß statt findet.

    Ein Aspekt der Trendumkehr kann also durchaus sein, anhand guter Löhne die Möglichkeit zu geben, "inländisch" zu kaufen, aber auch das Bewußtsein dafür zu schärfen, daß und wie beides zusammenhängt. Da sehe ich aufgrund der Medienstruktur jedoch erhebliche Defizite. Theoretisch wäre es sinnvoll, sowas bereits in Schulen zu lehren.

    Weitere Aspekte könnten sein, politisch, d.h. EU-weit und in anderer Form an Schnittpunkten EU/ Nicht-Eu Sorge dafür zu tragen, daß sehr starke "Lohngefälle" und somit arbeitnehmerisches Migrationspotential abgemildert werden. Zu überdenken ist auch die Gestaltung falscher Anreizstrukturen wie Unternehmenssubventionen bei Verlagerung im EU-Raum und auch, ob nicht verlagernden Unternehmen eine Art "Strafe" aufgebrummt werden soll. Meinetwegen eine Teilübernahme der daraufhin anfallenden staatlichen Sozialkosten.

    Ersteres ist eine Informationsaufgabe und darum sollte sie Priorität haben; die anderen Ansätze sind wegen der schwierigen Umsetzung und wegen des Repressionscharakters nur ergänzend zu betrachten. Alle Maßnahmen könnten kombiniert jedoch helfen.

    Sehr geehrte Frau Dharma05,
    Weil jemand der viel verdient eine gute und lange Ausbildung hatte, sich qualifiziert hat.
    Deswegen wird doch weiterhin der gut qualifizierte Arbeitnehmer mehr verdienen als einen Mindestlohn. Gehen wir von einem pauschal einzuführenden ML von sagen wir mal 8 Euro aus. Verdienen Sie denn nicht bereits jetzt erheblich mehr?

    Und was halten Sie von folgendem Umstand: Nehmen wir "Zeiten" wie jetzt, wo Sie in Arbeit stehen und gut bezahlt sind. Aufgrund der wirtschaftlichen Problematik gibt es nun zunehmend Arbeitslose, die ebenso hoch (oder gut qualifiziert) sind und Sie theoretisch ersetzen könnten. "Der Neue" könnte und müßte lediglich genauso wie Sie damals eingearbeitet werden.

    Was glauben Sie, wo Ihr "Schutz" höher ist?
    a) Kein ML und Ihr Arbeitgeber kann versuchen, Sie gegen einen möglichst billigen AN zu ersetzen
    b) ML, der dieses für Ihren AG weitaus weniger reizvoll macht.

  4. Inaktiver User

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Kann mir irgendjemand der Mindestlohngegner erklären, warum ausgerechnet die sehr kapitalistisch geprägten Länder USA und GB Mindestlöhne haben, wenn das doch so ein Teufelszeug ist?

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von blackjack21 Beitrag anzeigen
    Wer bezahlt eigentlich die Arbeit?
    Wer bezahlt den Mindestlohn?

    Strom kommt aus der Steckdose, oder? (dummes provokantes geschwätz)

    "Wir wissen jedoch bereits, daß der Arbeitsprozeß über den Punkt hinaus fortdauert, wo ein bloßes Äquivalent für den Wert der Arbeitskraft reproduziert und dem Arbeitsgegenstand zugesetzt wäre. Statt der 6 Stunden, die hierzu genügen, währt der Prozess z. B. 12 Stunden.

    Durch die Betätigung der Arbeitskraft wird also nicht nur ihr eigner Wert reproduziert, sondern ein überschüssiger Wert produziert. Dieser Mehrwert bildet den Überschuß des Produktenwerts über den Wert der verzehrten Produktbildner, d.h. der Produktionsmittel und der Arbeitskraft."[4]

    Karl Marx, Das Kapital, MEW Bd. 23, S. 223

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von blackjack21 Beitrag anzeigen
    Wer bezahlt eigentlich die Arbeit?
    Wer bezahlt den Mindestlohn?

    Strom kommt aus der Steckdose, oder?
    Den bezahlen diejenigen, die mit dem täglichen Schnäppchenflyer durch die Regalzeilen im Supermarkt um die Ecke streifen, jede Sonderangebotspackung noch mal umdrehen und das Haltbarkeitsdatum prüfen um im Falle einer geringen Restlaufzeit noch einen weiteren Preisabschlag heraushandeln zu können.
    Für sich selbst (AN) einen freien Markt einfordern aber anderen (AG) ihn mit Mindestlöhnen verwehren.

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der gravierende Verdrängungswettbewerb findet auch so statt. Ich erinnere an die Transportbranche, Fleisch verarbeitende Industrie in D oder -was Sie ja auch wissen-, indem man kurzerhand die gesamte "Wirtschaft" gleich in das Niedriglohnland verlagert.
    Richtig. Er würde dann aber weiter verstärkt. In einer global vernetzten Welt ist Stillstand eine Utopie und ein gravierender Rückschritt.

    Eine der unangenehmen Folgen ist, daß für das Funktionieren eines Staatswesens (insbesondere des Kapitalismusses, den ich in gewisser Form gutheiße) unabdingbarer Konsum sowie Inanspruchnahme von Dienstleistungen nicht mehr/ stark reduziert statt findet oder -optional bzw. meist substituierend- der Konsum sich Produkten und Dienstleistungen ausländischer Provenienz zuwendet. Auch dieses ist schädlich, sofern es im Übermaß statt findet.
    Wenn diese Theorie richtig wäre, weshalb hat man dann keine Konsum-Gutscheine über 100.000 euro an jeden Bundesbürger verteilt?
    Ihre Argumentation für Mindestlohn ist nichts anderes als ein Konsumgutschein, denn sie Argumentieren, der Inlandsverbrauch müsse gestärkt werden.
    Was das Transportgewerbe angeht - es gab die Veränderung Richtung billig und Richtung Osten. Außer, dass hier Arbeitsplätze wegfielen (die auch mit Mindestlohn nicht wieder kämen), was hat Sich für Sie everändert? Nichts. Und so wird es auch in fast allen anderen Bereichen sein. Es gibt hal nur mehr Ost-Europäer die bei uns ihr Geld verdienen und weniger Deutsche.

    Weitere Aspekte könnten sein, politisch, d.h. EU-weit und in anderer Form an Schnittpunkten EU/ Nicht-Eu Sorge dafür zu tragen, daß sehr starke "Lohngefälle" und somit arbeitnehmerisches Migrationspotential abgemildert werden.
    Illusorisch. Selbst wenn es in der EU mal einen Mindestlohn gäbe, dann wird man auf die Arbeitnehmer in anderen Kontinenten zurück greifen. Die Welt ist heute ein Dorf.

    Was glauben Sie, wo Ihr "Schutz" höher ist?
    a) Kein ML und Ihr Arbeitgeber kann versuchen, Sie gegen einen möglichst billigen AN zu ersetzen
    Das schränkt den Wettbewerb unter den Arbeitnehmern ein. Wohin das führt, hat man jahrzehntelang bei Staatsbetrieben und Beamten gesehen. In der Masse jahrzehntelang unproduktiv und unmotiviert. Erst mit der Einführung von Leistungsanreizen kam frischer Wind und auch mehr Leistungswille in die Amtsstuben. Manche sind heute echte Perlen in Sachen Kundenservice.
    Zu viele Garantienen und Sicherungen sind gift für den Fortschritt.
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kann mir irgendjemand der Mindestlohngegner erklären, warum ausgerechnet die sehr kapitalistisch geprägten Länder USA und GB Mindestlöhne haben, wenn das doch so ein Teufelszeug ist?
    In vielen Ländern gibt es die Todesstrafe, müssen wir sie deswegen auch haben?

    Wer sagt denn, dass diese Modelle erfolgreich sind? Das reine Vorhandensein eines Mindestlohnes ist allerhöchstens ein Indiz, dass es funktionieren könnte, nicht muss.
    Es ist ein betriebswirtschaftlicher Witz zu meinen, dass man ohne eigene Mehrleistung seine Lebensumstände merklich verbessern kann indem man die AG zwingt mehr auszugeben als einzunehmen.
    Da Niedriglöhne hauptsächlich im Dienstleistungssektor, weniger im Export, gezahlt werden dürfte die allgemeine Lohnanhebung zu merklichen Teuerungen führten.

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    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kann mir irgendjemand der Mindestlohngegner erklären, warum ausgerechnet die sehr kapitalistisch geprägten Länder USA und GB Mindestlöhne haben, wenn das doch so ein Teufelszeug ist?
    In den USA gibt es keinen Kündigungsschutz, der auch nur annähernd unserem vergleichbar wäre. Ein Mindestlohn-Empfänger in den USA kann ich binnen einer Stunde nach Hause schicken, wenn es mir passt oder die Konjunktur sich ändert. In Deutschland geht das dank der Gewerkschaften nicht. Daher gibt es den Umweg Leiharbeit, wo das wiederum geht.

    Die Situation ist also nicht vergleichbar.
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

  10. Inaktiver User

    AW: Notwendigkeit von Mindestlöhnen

    Sehr geehrter Herr blackjack21,

    Richtig. Er würde dann aber weiter verstärkt. In einer global vernetzten Welt ist Stillstand eine Utopie und ein gravierender Rückschritt
    Mir kommt es nicht so vor, als ob diverse "Globalisierungsneuerungen" der Weisheit letzter Schluß wären. Nicht zuletzt haben wir genau mit den Auswüchsen derselben zu kämpfen. Im Finanz- und Realwirtschaftsbereich.

    Wenn diese Theorie richtig wäre, weshalb hat man dann keine Konsum-Gutscheine über 100.000 euro an jeden Bundesbürger verteilt?
    Weil das derselbe, potenzierte Unsinn wie die Abwrackerei wäre und eine Inflationsbeschleunigung ohne Gleichen. Eine Lohnstruktur muß wachsen und aus sich heraus im Wechselspiel mit der Wirtschaft funktionieren. Überlege aber grade, ob diese 100.000 leistungsloses Einkommen nicht doch gut wären. Was im Management üblich ist, sollte dem Normalbürger doch nicht abträglich sein?

    Außer, dass hier Arbeitsplätze wegfielen (die auch mit Mindestlohn nicht wieder kämen), was hat Sich für Sie everändert? Nichts.
    Was macht Sie so sicher, daß die Arbeitsplätze nicht wiederkämen? Weiterhin unterliegen Sie einem fundamentalen Irrtum: Selbst wenn Sie direkt nicht von einem wegfallenden oder billig substituierten Arbeitsplatz betroffen sind, sind Sie dennoch betroffen: Sie müssen über Umwege den Arbeitslosen bezahlen und -falls Sie deutscher Dienstleistungsunternehmer oder Produzent sind- fehlt Ihnen zusätzlich seine Kaufkraft.

    Illusorisch. Selbst wenn es in der EU mal einen Mindestlohn gäbe, dann wird man auf die Arbeitnehmer in anderen Kontinenten zurück greifen. Die Welt ist heute ein Dorf.
    Deshalb sollten hier Steuerungselemente genutzt werden. Ich überlege allerdings noch, ob mir Herr Chang aus Shanghai für 50 Cent die Haare schneiden würde.

    Das schränkt den Wettbewerb unter den Arbeitnehmern ein.
    Sicherlich ist ein hohes Drohpotential dem Arbeitsklima usw förderlich. Was meinen Sie? Stellt ein AG nicht auch deshalb ein und zahlt gut, weil ihm klar ist, wie wichtig motivierte Leute sind? Weil er u.a. auch begriffen hat, daß BWL und VWL verschiedene Dinge sind, er aber beides berücksichtigen muß?

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