Soweit ich weiß, ist beim Ultimate Fighting das Ziel das gleiche wie beim Boxen: Gewinnen. Das Ziel heißt nicht, den Gegner zu Brei schlagen. Boxen ist ebenfalls ziemlich blutig mitunter, ich erinnere an den Kampf von Abraham, als er einen doppelten Kieferbruch erlitt und bis zu einem Liter Blut verlor, laut Ringarzt. Weder sein Trainer noch der Ringrichter noch der Ringarzt brachen aber den Kampf ab. Meiner Meinung nach ziemlich unverantwortlich.
Beim Boxen gabs schon Tote, beim Ultimate Fighting (bisher jedenfalls) noch nicht, weiß ich aus einer Talkrunde, die ich gesehen habe.
Ein Boxkommentator hat dort aber etwas gesagt, was ich schon ein wichtiges Argument fand gegen das Ultimate Fighting. Und das betrifft die Wirkung auf die Zuschauer. Denn dort wird auch auf den Gegner, und zwar auch oder sogar gerade auf den Kopf, eingeschlagen, wenn er schon am Boden liegt. (Allerdings mit Handschuhen, aber die fallen ja kaum auf). Darum geht es sogar, denn der Kampf kann sich immer noch drehen, der unten liegende kann auch wieder Oberhand gewinnen, geschieht auch dauernd. Aber, es sieht nicht so aus. Was für den unwissenden Zuschauer rüberkommt ist das Schlagen eines bereits am Boden Liegenden. Und das könnte schon zur Verrohung beitragen und dazu, daß Zuschauer, die vielleicht "auf der Straße" kämpfen, meinen, sie könnten jemanden, der am Boden liegt, weiterhin und sogar auf den Kopf schlagen, ohne größere Gefahr für dessen Leben, was aber nicht so ist, denn auf der Straße wird ja nicht mit Handschuhen und nicht nach Regeln gekämpft (der Unterlgene kann im regulierten Kampf ja z.B. aufgeben), so ähnlich sagte es der Boxkommentator.
Allerdings das Weiterkämpfenlassen eines so stark Verletzten beim Boxen, der Fall oben, finde ich was Verrohung angeht, ebenfalls bedenklich.
Tja, was soll man da tun? Beides verbieten? Andere oder strengere Regeln einführen? Oder vielleicht Kinder von vornherein mit so viel Respekt behandeln, daß sie gar kein Bedürfnis haben, andere niederzuprügeln, sondern ebenfalls respektvoll mit ihren Mitmenschen umgehen. Boxer jedenfalls rekrutieren sich öfters aus "Straßenkids", nicht alle natürlich. Auffällig ist diese Häufung aber doch.
Junge Männer wollen sich messen, aber mit roher Gewalt geschieht das in der Regel ja nicht. Ich bin daher eher für Prävention durch Aufklärung (keine Gewalt gegen Kinder z.B.) statt Verboten. Wer selbst keine Gewalt erfährt, wendet sie auch nicht selber an. Verbote sichern immer zulasten der Freiheit, das "verordnete Glück" sozusagen. Ich finde es besser, die Menschen entscheiden sich selbst und in Freiheit gegen Gewalt. Neulich sah ich einen Bericht im TV, wie ein Gefängniswärter ganz begeistert von den Resozialisierungsmaßnahmen für die Gefangenen sprach. Er erging sich hochmotiviert, fast schon liebevoll, darin, daß es nicht vorrangig um Strafe ginge, sondern daß die Straffälligen als bessere Menschen mit Einsicht das Gefängnis verlassen sollten. Der Bericht war aus den 70ern oder so, nicht von heute. Heute geht's vorrangig über Verbote und drastische Maßnahmen. Ich vermisse irgendwie die engagierte Aufklärung, die es hierzulande doch mal gab, die dem Bürger zu Erkenntnissen verhalf und ihn dann selbstbestimmt entscheiden ließ. Anstelle der Aufklärung trat das Verbot, angefangen bei den Rauchern, zu den sogenannten Killerspielen bis hin zu diesen blutigen Kämpfen. Als wäre die Bevölkerung ganz allgemein zu blöd zu verstehen, wenn man sie aufklären würde.
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20.08.2009, 15:22Inaktiver User
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Geändert von Inaktiver User (20.08.2009 um 15:27 Uhr)
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20.08.2009, 15:25
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Tja, da das mit der Aufklärung beim Rauchen ja so großartig funktioniert hat, ist das wirklich verwunderlich.Anstelle der Aufklärung trat das Verbot, angefangen bei den Rauchern, zu den sogenannten Killerspielen bis hin zu diesen blutigen Kämpfen. Als wäre die Bevölkerung ganz allgemein zu blöd zu verstehen, wenn man sie aufklären würde.
Wo kann ich unterschreiben?
TabeaBis auf Weiteres a.D.
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20.08.2009, 15:27Inaktiver User
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Die Gefahr besteht in einer fortschreitenden Verrohung der Gesellschaft.
Weil das in dem obigen Link genau so dargestellt wurde.Und wieso kommt man darauf, daß hier keine Regeln gelten?
Offenbar ist alles erlaubt, bis auf beißen und in die Augen stechen. Also auch: hemmungslos zuschlagen und treten, auch in den Unterleib und in die Nieren, in den Schwitzkasten nehmen, Gelenke verdrehen, Knochen brechen, in eine Ecke des Käfigs einklemmen und drauf hauen, bis der Gegner Matsch ist.
Bei jedem Wettkampf ist es das Ziel zu gewinnen - egal, ob es um Leichtathletik, Judo, Stabhochsprung oder Boxen geht. Der Wettkampfgedanke allein ist also kein Problem. Zum Problem wird der Käfikkampf, weil er extrem brutal ist.Und der einzige Zweck besteht darin, einen Kampf zu gewinnen. Wo ist der Unterschied zu einem Boxkampf
"Mein Ding ist das nicht. Aber wieso soll sich der Staat einmischen" - das denke ich über Boxen. Aber bei diesen cage fights ist m.E. eine Grenze überschritten.Mein Ding ist das nicht. Aber wieso soll sich der Staat in jenes einmischen und in dieses nicht? Dann doch konsequent sein: Keine Kämpfe mehr vor irgendwelchen Kameras!
Irgendwo muss es Grenzen geben, sonst sind wir irgendwann wieder bei Gladiatorenkämpfen.
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20.08.2009, 15:31
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Schließe mich meinen Vorschreibern an, bin absolut für diese "Einmischung" des Staates.
Sport definiere ich für mich, dass in fairer Weise um einen Sieg gerungen wird, ohne den anderen absichtlich körperlich oder geistig zu schädigen. Da finde ich Boxen schon grenzwertig, aber dieser Käfigscheiß ist erst recht nicht sportlich.Wir werden weitermachen!
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20.08.2009, 15:36Inaktiver User
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Auch statistische Erhebungen deuten darauf hin, mehr Bildung bedeutet weniger Qualmerei, und umgekehrt. Auch Gewalt gegen Kinder ist in der sog. Unterschicht verbreiteter. Und am Geld kann's ja nicht liegen, denn Rauchen kostet ja unterdessen nicht wenig. Ich meine schon, daß es mangelnde Bildung, mangelndes Wissen, mangelnde Aufklärung ist. Die Vorbilder (Eltern, Onkel, Tanten usw.) rauchen, also wird geraucht, es gibt ja keine Aufklärung, warum man es vielleicht auch nicht tun sollte (außer der Angstmache, aber Angst machen ist nicht Aufklären). Die Vorbilder schlagen, also wird geschlagen als Krisenbewältigung, sie wissen ja keine Alternative, um mit Konflikten umzugehen, mangels Aufklärung. Ist zumindest meine Meinung, weil ich meine, daß jeder Mensch lernfähig ist.
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20.08.2009, 15:39Inaktiver User
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Also fangen wir bei Zensur der frei zugänglichen Medien an?
Dumm von mir, meinen Focus auf etwas anderes gerichtet zu haben.Weil das in dem obigen Link genau so dargestellt wurde.
Das Regelwerk kann ich hier leider nicht einstellen (die Firewall meldet mir unerlaubten Zugriff auf Seiten mit "violence"
), aber dann vielleicht das.
Und Du weißt genau, daß das nur eine eingeschränkte Sicht ist.Offenbar ist alles erlaubt, bis auf beißen und in die Augen stechen. Also auch: hemmungslos zuschlagen und treten, auch in den Unterleib und in die Nieren, in den Schwitzkasten nehmen, Gelenke verdrehen, Knochen brechen, in eine Ecke des Käfigs einklemmen und drauf hauen, bis der Gegner Matsch ist.
Zu welchem Problem? Verbiete doch die ausgezeichneten Filme von QT. Es läuft ja gerade einer, hab ihn noch nicht gesehen. Die im Radio gespielte Sequenz zeigt aber auch hier eine hohe Brutalität.Bei jedem Wettkampf ist es das Ziel zu gewinnen - egal, ob es um Leichtathletik, Judo, Stabhochsprung oder Boxen geht. Der Wettkampfgedanke allein ist also kein Problem. Zum Problem wird der Käfikkampf, weil er extrem brutal ist.
Ob gespielt, oder nicht: Worin unterscheidet sich die Begründung zum Verbot?
Die haben wir schon."Mein Ding ist das nicht. Aber wieso soll sich der Staat einmischen" - das denke ich über Boxen. Aber bei diesen cage fights ist m.E. eine Grenze überschritten.
Irgendwo muss es Grenzen geben, sonst sind wir irgendwann wieder bei Gladiatorenkämpfen.
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20.08.2009, 15:42Inaktiver User
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Ich denke, mit diesem Verbot soll eine Grenze aufgezeigt werden, bei der Zurschaustellung sprichwörtlich nackter Gewalt.
Sprichwörtlich nackte Gewalt eben, da ja keinerlei Körperschutz vorhanden ist.
Ich wäre zwar auch dafür, wenn z.B. im Profi-Boxsport derselbe Kopfschutz vorgeschrieben würde, wie es im Amateur-Boxsport schon ist.
Aber immerhin werden im Profi-Boxsport noch dämpfende Handschuhe eingesetzt.
Einigen Menschen scheint das ja inzwischen zu flauschig zu sein ... und ich frage mich warum ...
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20.08.2009, 15:42Inaktiver User
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20.08.2009, 15:46Inaktiver User
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
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20.08.2009, 15:47
AW: Und wieder mischt sich der Staat ein...
Ja, ich auch.
maddin, ich bleibe hier gar nichts schuldig. Ich habe massenhaft Argumente gegen diesen Scheiß. ich hab bloß keine Lust, den ganzen Strang (mit Ausnahme Deiner Postings) noch mal zu wiederholen!
Und ich bleibe dabei: Sport - und zwar NICHT NUR nach meiner persönlichen Definition - hat mit Fairness zu tun und nicht mit roher Gewalt um der Gewalt willen!Wir werden weitermachen!


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