Nein, dieser Strang heißt Jahrestag des Mauerbaus und sollte zur Erinnerung anregen. Es ist ein Tag des Erinnerns, wie viele andere Tage der jüngeren deutschen Geschichte auch, als da wären zum Beispiel: 6.6.44, 27.1.45, 8.5.45, 23./24.5.49, 9.11.XX u.v.m.
Nur haben sich mittlerweile diejenigen, die sich erinnern wollten, mittlerweile verständlicher Weise aus diesen zurückgezogen.
Andere machten dann anderes aus ihm.
Wem der Schuh passt der zieht ihn sich an.
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Ergebnis 51 bis 60 von 86
Thema: Jahrestag des Mauerbaus
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17.08.2009, 14:41
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Geändert von setshu (17.08.2009 um 14:44 Uhr)
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)
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17.08.2009, 15:42Inaktiver User
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17.08.2009, 16:54
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)
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17.08.2009, 19:36Inaktiver User
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Noch einmal:
Die ehemaligen SED-Mitglieder befinden sich nicht alle in der Linkspartei, sondern auch in anderen Parteien.
Zu dieser Aussage hätte ich auch ganz gerne eine Stellungnahme.
Und die Mauerschützen sind vor Gericht gestellt worden:
„Die juristische Aufarbeitung des Schießbefehls in sogenannten „Mauerschützenprozessen“ dauerte bis zum Herbst 2004. Zu den angeklagten Verantwortlichen gehörten unter anderem der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker, sein Nachfolger Egon Krenz, die Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates Erich Mielke, Willi Stoph, Heinz Keßler, Fritz Streletz und Hans Albrecht, der SED-Bezirkschef von Suhl, sowie einige Generäle, wie der Chef der Grenztruppen (1979–1990), Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten.
Die angeklagten ausführenden Mauerschützen rekrutierten sich zum Großteil aus Mannschaftsdienstgraden der NVA oder der DDR-Grenztruppen. Insgesamt wurden 35 Angeklagte freigesprochen; 44 Angeklagte wurden zu Bewährungsstrafen und elf Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt; unter anderem Albrecht, Streletz und Keßler sowie Baumgarten zu viereinhalb bis siebeneinhalb Jahren. Im August 2004 wurden Hans-Joachim Böhme und Werner Lorenz vom Landgericht Berlin als ehemalige Politbüro-Mitglieder zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der letzte Prozess gegen DDR-Grenzsoldaten ging am 9. November 2004 – genau 15 Jahre nach dem Fall der Mauer – mit einem Schuldspruch zu Ende.“
Aus: Berliner Mauer ? Wikipedia
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17.08.2009, 22:07Inaktiver User
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Ich würde es immer noch nett finden, wenn sich die Proponenten der Linken dazu aufraffen könnten, die Morde an der Mauer zu bedauern.
Genau wie ich (und andere) die Morde der Nazis bedauern und betrauern.
Übrigens - Willkommen zurück!
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17.08.2009, 22:43
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Und ich würde es nett finden, wenn die FDP-Anhänger bedauern würden, dass ihre Vorgängerpartei DVP am 23. März 1933 den Ermächtigungsgesetzen zugestimmt hat - u.a. auch Theodor Heuss.
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17.08.2009, 22:48Inaktiver User
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Und nicht nur die Morde!

Tja, warum wohl wissen scheinbar nur so wenige davon, was nach dem Mauerbau eigentlich noch alles so geplant war? Von Bautzen will ich gar nicht näher schreiben.
Wie z. B. :
Details sind HIER nachzulesen, wer möchte.Seit über 25 Jahren war es geplant. Schlagartig, konspirativ und vorbeugend sollte es geschehen. Fast 86000 Bürger der DDR hätte es getroffen. Sie alle waren vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im so genannten "Vorbeugekomplex" erfasst und im Falle einer inneren Krise, einer Spannungsperiode oder im Verteidigungszustand zur Festnahme (2955 Personen), Isolierung (10726 Personen) bzw. verstärkten operativen Kontrolle und Überwachung vorgesehen (72258 Personen). In X + 24 Stunden sollten geeignete und konspirativ aufgeklärte Objekte mit Stacheldraht und Wachtürmen umgeben und das ganze Land mit Isolierungslagern überzogen werden.
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Hunderte von MfS-Mitarbeitern bereiteten diese Aktion seit Jahrzehnten vor und arbeiteten die entsprechenden Planungen ständig "tagfertig" auf. In den Panzerschränken der weit über 200 MfS-Kreisdienststellen lagen bis zum Ende der DDR versiegelte Briefumschläge mit der Aufschrift "Kz 4.1.3." mit penibel ausgefüllten Personalunterlagen griffbereit. Diese Papiere, zu öffnen auf ein zentrales Codewort hin, würden den bewaffneten Verhaftungskommandos der Stasi den Weg zu DDR-Bürgern weisen, die, weil sie dem Staatssicherheitsdienst irgendwann unliebsam aufgefallen waren, zu Tausenden in Vorbeugehaft und Arbeitslager wandern sollten.
….
In die Isolierungslager sollten verbracht werden: "Personen von denen aufgrund ihrer verfestigten feindlich-negativen Grundhaltung gegenüber der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung und unter Berücksichtigung ihres bisherigen Auftretens, ihrer offiziell und inoffiziell bekannt gewordenen Äußerungen, ihrer Kontakte und Verbindungen sowie bestimmter Lebens- und Verhaltensweisen mit Wahrscheinlichkeit im Verteidigungszustand eine akute Gefährdung der staatlichen Sicherheit und Ordnung ausgehen kann oder die solche Handlungen dulden oder unterstützen."
Für den "Tag X" in der DDR war alles genauestens geplant. Nichts hatte die Stasi dem Zufall überlassen. Mit deutscher Gründlichkeit wurden über die festzunehmenden Personen Formblätter mit Name, Adresse, Foto, Hinweisen auf Verbindungen zu anderen Personen etc.-- angelegt und stets aktuell gehalten. Es wurde sogar vermerkt, ob sich die "Klingel an der Haustür" oder "… an der Wohnungstür" des Opfers befand und ob das Haus "weitere Ausgänge" hatte. Um alle Zufälle auszuschließen lag eine Lageskizze des Hauses samt Foto bei. Stärke und Ausrüstung der Festnahmegruppen waren festgelegt; sie verfügten über einen PKW, 1 UKW-Sprechfunkgerät, 2 Maschinenpistolen, Knebelketten, Handschellen und Schlagstöcke sowie Taschenlampen und Schreibgerät.
Nach der Verhaftung sollten die für die Isolierung vorgesehenen Personen zunächst in "zeitweilige Isolierungsstützpunkte" transportiert werden. Deren genaue Zahl ist nicht bekannt. Man wird aber davon ausgehen können, dass 1989 alle 211 Kreisdienststellen des MfS einen solchen Stützpunkt vorgesehen hatten. Diese konspirativ aufgeklärten und vorbereiteten Stützpunkte (in Ferienlagern, Lehrlingsheimen, Gaststätten, Messehallen u. ä.) sollten innerhalb kürzester Zeit (X + 8 bis 12 Stunden) volle Aufnahmebereitschaft aufweisen. Wo die Möglichkeit bestand, wollte man die Isolierungsstützpunkte direkt in den Gebäuden der MfS-Dienststellen einrichten.
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Nach etwa sechs Tagen war dann in der Regel der Abtransport in die zwischenzeitlich hergerichteten "zentralen Isolierungsobjekte" geplant.
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Die Kreisdienststelle Rudolstadt im Bezirk Gera legte noch am 27. Oktober 1989 Auskunftsberichte zum Vorbeugekomplex an.Die Kreisdienststelle Eberswalde im Bezirk Frankfurt/Oder erstellte sogar noch nach dem Fall der Mauer zwischen dem 10. und 13. November 1989 Listen, in denen die dortigen Aktivisten der Opposition für den Vorbeugekomplex erfasst waren.
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17.08.2009, 23:00
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Ich vermisse auf der Internetseite der FDP eine klare Distanzierung von den nationalsozialistischen Wurzeln der FDP Anfang der 50ger Jahre, die u.a. in folgenden Beschlüssen zum Ausdruck kamen:
Die FDP stimmte im Bundestag gegen das von CDU und SPD Ende 1950 eingebrachte Entnazifizierungsverfahren.
Auf ihrem Bundesparteitag 1951 in München verlangte sie die Freilassung aller „so genannten Kriegsverbrecher“ und begrüßte die Gründung des „Verbands Deutscher Soldaten“ aus ehemaligen Wehrmachts- und SS-Angehörigen.Geändert von klarzurwende (17.08.2009 um 23:04 Uhr)
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17.08.2009, 23:20Inaktiver User
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Also mir geht da wirklich die Hutschnur hoch, wenn dieser Strang auch noch eine Plattform für die wird, die keine ehrliche Betroffenheit zeigen können. Warum auch immer. Ich denke, im Forum allgemein ist nun wirklich genug Platz für sonstiges Spektakel.
Hier noch WAS, für die, die keine Links mögen und nein, nicht aus irgendeiner Journaille, die späte Betroffenheit suggeriert sondern TATSACHEN aus:
Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) !!!!
Link siehe Post # 57 !
Ich denke, das sollte vorerst reichen um einige, offensichtlich bisher ganz, ganz fest verschlossene Augen, zu öffnen!
Mit Stand vom Dezember 1988 hatte das MfS 85939 Personen im Vorbeugekomplex erfasst. Davon waren 2955 Personen zur Inhaftierung in den MfS-Untersuchungshaftanstalten vorgesehen (Kennziffer 4.1.1.). 10726 Personen sollten in Isolierungslager verbracht werden (Kennziffer 4. 1.3.). 937 "unzuverlässige" Leiter waren für eine verstärkte Überwachung mit dem Ziel ihrer späteren Ablösung vorgesehen (Kennziffer 4.1.4.). Weitere 71321 DDR-Bürger hatte das MfS als so genannte "feindlich-negative Personen" registriert (Kennziffer 4.1.5.). Es ist zu vermuten, dass dieser Personenkreis bei der geringsten Auffälligkeit ebenfalls in die geplanten Isolierungslager verbracht worden wäre.
.....
Spätestens Mitte Oktober 1989 dürfte den politisch Verantwortlichen klar geworden sein, dass die Revolution durch Maßnahmen wie den Vorbeugekomplex nicht mehr zu stoppen war. Dennoch bemerkte Mielke am 21. Oktober in einem Referat vor der Generalität des MfS im Hinblick auf die täglichen Demonstrationen auch vor MfS-Dienstobjekten: "Das hinterlässt doch bestimmte Wirkungen, zumal wir aus den bekannten Gründen zurückhaltend darauf reagieren, nicht so antworten, wie es diese Kräfte eigentlich verdienen. Deshalb ist es so wichtig, daß alles unternommen wird, alle mit solchen Handlungen auftretenden Personen zu erkennen, sie sorgfältig zu erfassen und das zugriffsbereit zu halten". Auch wenn die "kurzfristige Realisierung von Zuführungen und Festnahmen" nicht mehr auf der Agenda stand, so hegte wohl Mielke immer noch die Hoffnung, irgendwann losschlagen zu können.
djgm01, so viel dann mal zur wirklichen Aufarbeitung oder bist Du wirklich so naiv, dass Du glaubst, dazu bekennt sich heute noch jemand freiwillig, geschweige er bedauert? Daran hätte ich eh nicht geglaubt. Aber unter dem Deckmäntelchen der Anonymität, wie z. B. in einem Forum wäre ich vielleicht schon eher davon ausgegangen. Sei es auch nur scheinbar. Nun, so kann man sich irren, aber die Gesinnung derer, die sich so gar nicht erinnern können/wollen ist daher schon ziemlich deutlich zu erkennen. Meine Meinung!
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17.08.2009, 23:36Inaktiver User
AW: Jahrestag des Mauerbaus
Also, ich finde den Konter zur dauernden Forderung von djgm01 nach Distanzierung und Entschuldigung durchaus legitim.
Denn klarzurwende hat ganz offensichtlich gemacht, dass nahezu jeder Leichen im Keller hat, und besser sich alle politischen Lager erstmal an die eigene Nase fassen sollten.
Wer nahezu penetrant rumreitet, darf sich nicht wundern, wenn mit gleichen Mitteln irgendwann Kontra gegeben wird.
Ich musste darüber wirklich schmunzeln, auch wenn die Hintergründe nun wirklich nicht zum lachen sind.



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