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  1. User Info Menu

    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Vergleiche mit der DDR halte ich nicht für angebracht, es gab nur wenig Dinge, die wir uns als Vorbild nehmen könnten.

    Besitzer von Häusern in Privatbesitz wurden gegängelt, da ihre Miete vorgeschrieben waren. Da durften 50m² Wohnungen gerade mal für 40 - 50 DDR-Mark vermietet werden. Davon konnten Hausbesitzer nichts reparieren, da alle Baumittel rationiert waren. Die berühmten Plattenbauten kannten nur 2-Zimmerwohnungen, die Miete war ähnlich billig, weshalb ja ein Arbeiter eigentlich immer viel Geld in der Tasche hatte, wovon er sich nichts kaufen konnte. Begehrte Waren gab es nur in den Exquisit-Läden und den Delikat-Läden, völlig überteuert, weshalb sie auch im Volksmund Uwubus für „Ulbrichts Wucherbuden“hießen. Vernünftige Westware gab es nur gegen Devisen im Intershop.

    Baumaterialien wurde wie Autoersatzteile ausschließlich auf dem grauen Markt gehandelt: sprich Tauschgeschäft. Selbst notwendige Kleinraperaturen wie Fensterglas austauschen bedurfte einer Genehmigung der Behörden. Soetwas konnte frei nicht gekauft werden.

    Alle verfügbaren Wohnungen wurden ausschließlich kommunal bewirtschaftet. Niemand konnte ohne Zuweisung in eine Wohnung ziehen, konnte auch nicht den Wohnwort wechseln,das bedurfte Genehmigungen. Arbeiter wurden auch langfristig in sog. Arbeiterhotels (6-Bett-Zimmer) untergebracht, sie durften keinen Wohnraum beanspruchen, sie hatten ja eine Wohnung, wen auch in einer anderen Stadt.

    Nach der Wende konnte man sehr deutlich sehen, wie heruntergekommen die Häuser und Wohnungen in den neuen Bundesländer waren. Aus den geringen Mieteinnahmen waren Häuser auch für die staatlichen Besitzer nicht zu erhalten. Die "Plattenbauwohnungen waren zur Zeit ihrer Entstehung bei der Bevölkerung begehrt, da diese Wohnungen im Gegensatz zu Altbauwohnungen vom Beginn des 20. Jahrhunderts mit standardisiertem Komfort wie fließendem warmen und kalten Wasser, Zentralheizung ohne Kohlenschleppen, Toilette in der Wohnung (Innen-WC) und Badewanne ausgestattet waren. Die Mieten waren zwar etwas höher als für eine Altbauwohnung, aber dennoch minimal. In der DDR waren Wohnmieten staatlich auf einem niedrigen und deshalb nicht kostendeckenden Niveau reguliert." Wikipedia



    Wie gesagt, ich würde die DDR echt nicht als geglückte Wohnraumbewirtschaftung heranziehen.
    Geändert von Opelius (18.01.2010 um 18:10 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Systeme wie das der DDR sind einfach zu starr, zu eng, zu rigide, zu ideologisch durchkonstruiert.
    Leider habe ich den dringenden Verdacht, daß mehr als nur Spurenelemente an Ideologiestarre auch zunehmend in BRD zu finden sind. Damit meine ich die fixe Idee "Marktliberalismus" konsequent umsetzen zu müssen. Den Staat ausschalten wollen, alles privatisieren wollen.

    Meine freie Fantasie würde zb im ersten Ansatz so konstruieren:

    a,
    es gibt einen Erstmarkt an Wohnraum. Ähnlich wie in DDR gibts da erstmal 1 Wohnung je Haushalt. Diese Wohnungen sind praktisch kapitalkostenfrei vom Staat zur Verfügung gestellt. Das Grundlevelmodell zumindest. Es gibt Aufpreise, da Wohnbestand von haus aus nicht gleichwertig ist und es auch nicht sein soll. Die Nebenkosten beinhalten den Instandhaltungsaufwand, relativ langfristig kalkuliert/umgelegt. Der Wohnungsbesitzer(Mieter) trägt eine hohe Mitverantwortung für den Zustand des Wohnraums.
    Entsprechendes Kautionsystem gibts auch.

    b,
    es gibt einen Zweitmarkt.
    Dort können sich private austoben. Jedoch nicht primär um Renditeobjekte zum Zwecke der Dauervermietung herzustellen. Welches Motiv angesichts des extrabilligen Erstmarktangebots wohl auch weitgehend hinfällig sein dürfte.
    Selbstnutzung oder Kurzzeit/ferien/vermietung seien möglich.

    c,
    eine Durchlässigkeit zwischen Erst- und Zweitmarkt könnte hergestellt werden (?)

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Die Vorstellung des Schäubleschen Bundeshaushalts für 2010
    gibt mir Anlaß mal wieder auf die Relationen , die Dimensionen, hinzuweisen:

    30 Milliarden p.a. betragen die gesamten Steuereinnahmen des Landes Bayern,
    mehr als 14 Milliarden setze man dort mit Bayr LB in den Sand in 2008 und 2009.
    2,7 Milliarden kosten zb Justiz mitsamt Polizei,
    ca 9 Milliarden Lehrer, Professoren etc mitsamt Pensionen.



    240 Millarden in 2010, betragen die gesamten Einnahmen des Bundes (Steuern und alles sonst)

    und mit circa

    200 Milliarden kann man die Einnahmen der privaten Vermieter abschätzen in Deutschland, nur für kalt.

    Praktisch nochmal ein privater Nebenhaushalt. Nur für relativ wenige Bürger.

    Das ist die bei weitem größte Umverteilungsmaschine, die am laufen ist, in Deutschland und in ganz Europa, und überhaupt.

    Von der aber kaum jemand spricht, einfach nur seltsam!

    ?

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    @ hombre

    Weshalb diskutiere ich mir Dir, wenn Du trotz aller Informationen weiterhin pauschal auf Vermieter eindrischst.

    Als erstes stellen diese privaten Vermögen u.a. den Gegenwert für unsere Währung da, weder der Bund, noch die Ländern, noch die Kommunen besitzen einen Gegenwert, um eine Währung darzustellen. Golddeckung gibt es seit dem Untergang des Kaiserreiches nicht mehr.

    Als zweites gehe in das benachbarte Ausland, versuche dort eine Mietwohnung zu finden, spätestens dann werden Dir unsere Mieten absolut moderat vorkommen. In den meisten Ländern musst Du sogar eine Wohnung kaufen - mit der Konsequenz, dass Du enorme Schulden bei den Banken hast. Versuchst wiederum Deine (oder die deiner Eltern abbezahlte) Immobilie dort zu verkaufen, um an einen anderen Ort eine neue zu kaufen, wirst Du derart von den Banken beschissen, dass Du fast von vorne wieder anfangen musst.

    Wenn nicht noch mehr angelsächsische Hedgefonds hier ganze Stadtviertel aufkaufen, um sie sehr gewinnbringend wieder an den Mann zu bringen, halte ich unser Mietniveau für niedrig - im Vergleich mit dem westlichen Ausland.
    Auch die Kaufpreise für gebrauchte Immobilien sind moderat, weil seit Jahren die Preise für Wohnimmobilien fallen.
    Das ist ja der Grund, weshalb die Hedgefonds den deutschen Wohnungsmarkt aufmischen. Hier kann man noch richtig gute Gewinne selbst mit Schrottimmoblien machen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Weshalb diskutiere ich mir Dir, wenn Du trotz aller Informationen weiterhin pauschal auf Vermieter eindrischst.
    ...
    it isnt me babe.

    Längst hab ich genug gesagt um das Wort "pauschal" ganz und gar unangebracht erscheinen zu lassen.
    Und wenn ich sage mein Mitleid mit bestimmten Vermietern hält sich in Grenzen wenn sie mal auf "Mietnomadenabzocker" reingefallen sind, dann heisst das nicht, daß ich den Menschen Vermietern die Schuld an der unverhältnismäßigen Situation gebe.

    Das System ist schuld, das solche Entwicklungen zulässt, sogar fördert. Nur das System, die Menschlein sind nunmal schwach. Sie tun und schöpfen mitunter aus was man ihnen als legal hinstellt. Reden und illusionieren sichs dann als schön und gut. Ihr RECHT halt.

    Hätten wir ideale Menschen, Neuzüchtungen,Höherrassige oder sowas, bräuchte man vielleicht weniger perfektes System.

    Was ich hier doch in erster Linie nur mache, ist Leute wie dich aufmerken lassen, die vielleicht auch sonst mal das Wort "Umverteilung" im Munde führen.
    Daß ganz große signifikante Umverteilungen noch anderswo laufen als nur bei Steuer/Staat.

    Die Undankbarkeit der Besitzenden und Besserverdienenden versteh ich auch nicht. Die müssten doch so klug sein um zu sehen, daß die Basis nahezu jedweden Reichtums heutzutage die vom Staatswesen geschaffenen und gesicherten Rechte und Privilegien, Sicherheiten, Infrastrukturen sind.
    Aber was tun die? anstatt dankbar zu sein wie sonst was und erfreut daß nach wie vor (mehr als je zuvor!) Geringverdiener die Drecksarbeiten der Gesellschaft bestellen, während sie Papier bewegen, und Bits floppen lassen. Nix als Taste-Taste spielen, ein wenig Telefon wenns hoch kommt.
    Glaubt im Ernst jemand, daß eine Gesellschaft von solchen Tasten-Heinis und Tasten-Emmas sich noch alleine ernähren könnte ? gar einen irgendwie vernünftigen Lebensstandard halten könnte?
    Ich nicht.

    Nichtsdestotrotz will man am liebsten ohne Ende Tasten-Heinis ausbilden, nennt das "Bildungsinitiative" und so, und verspricht sich gar davon Besserung
    Logisch ists ja dabei. Was wollen Tasten-Fritzen schon ausbilden ausser Tasten-Heinis?

    Die Bürokraten und Technokraten dieses Landes sitzen nicht etwa nur in Amtsstuben. Nein, sie sind überall. Und wollen Geld und Futter und nochmal Geld, Geld.

    Das war jetzt übers Thema hinaus. Sorry, irgendwie muß es geschehen sein

  6. gesperrt

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Und was ist daran so ungewöhnlich? Welche Entbehrungen nehmen wohl Familien auf sich, die sich entschlossen haben, Wohneigentum zu erwerben?
    In Nachbarländern geben Familien zum Teil 50% ihres Nettoeinkommens fürs Wohnen aus.
    Ach die ärmsten !!

    Das trifft bestimmt nur die Reichen. Denn die Armen haben eine Sozialwohnung.

    Ich bekomme 402 Euro SH (und 242 Euro Wohngeld), und bezahle 42 Euro Miete, also 10% meines Netto-Einkommens

    Aber: "Umverteilungsfaktor Miete" -- da stimme ich zu. Die Miete teilt die Leute um, die Armen können woanders wohnen als die schlecht erzogenen, widerlichen Reichen mit ihren fetten Kindern - die sich eine private Wohnung suchen müssen, mit Mieten oft über 200 Euro oder noch höher


    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Besitzer von Häusern in Privatbesitz wurden gegängelt, da ihre Miete vorgeschrieben waren. Da durften 50m² Wohnungen gerade mal für 40 - 50 DDR-Mark vermietet werden.
    ...
    Alle verfügbaren Wohnungen wurden ausschließlich kommunal bewirtschaftet. Niemand konnte ohne Zuweisung in eine Wohnung ziehen, ..

    ...

    Baumaterialien wurde wie Autoersatzteile ausschließlich auf dem grauen Markt gehandelt: sprich Tauschgeschäft. Selbst notwendige Kleinraperaturen wie Fensterglas austauschen bedurfte einer Genehmigung der Behörden. Soetwas konnte frei nicht gekauft werden.
    Guck mal hier im Miet-Forum, vielen wären regulierte Mieten sehr recht, und es ist unwahr daß davon die Häuser nicht unterhalten werden können. Selbst wenn überhaupt niemand mehr Mieten bezahlt, halten die Häuser noch ca. 10 Jahre bis sie anfangen zusammenzubrechen (zBsp HLM Guyane). Frag außerdem mal frühere Bewohner der DDR, was ihnen lieber ist, jetzt der private Wohnungsmarkt oder früher die staatlichen Wohnungen. Was den Verfall angeht, so hängt das ja auch von der Behandlung / Pflege stns dem Bewohner ab. Bei privaten Vermietern kommt vermutlich dauernd Druck dies und das auf Kosten des Mieters zu reparieren; mit dem selben Aufwandt kann ein Mieter sicherlich auch eine staatl./DDR -Wohnung gut in Schuß halten.

    Ich hatte früher ein MZ Motorrad aus der DDR, da habe ich mir nie Ersatzteile von Neckermann für völlig absurde Preise gekauft, sondern im IFA-Laden in Eisenach oder Gotha (manchmal auch in Berlin-Marzahn wo eine IFA-Kaufhalle war), Ersatzteile gab es immer. Ich wäre sehr froh ich hätte so ein Motorrad jetzt, es funktionierte immer, hier in Guyane hatte ich zuletzt einen Scooter von einer privaten Firma (Peugeot), dauernd Probleme und es gibt keine Ersatzteile


    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Als erstes stellen diese privaten Vermögen u.a. den Gegenwert für unsere Währung da, weder der Bund, noch die Ländern, noch die Kommunen besitzen einen Gegenwert, um eine Währung darzustellen.
    ...

    Als zweites gehe in das benachbarte Ausland, versuche dort eine Mietwohnung zu finden, spätestens dann werden Dir unsere Mieten absolut moderat vorkommen. In den meisten Ländern musst Du sogar eine Wohnung kaufen - mit der Konsequenz, dass Du enorme Schulden bei den Banken hast.
    Der Scherz zum Donnerstag

    Der echte, wirkliche Wohnungsmarkt sind die staatlichen Wohnungsbaugesellschaften . Ein würdiges Wohnen ist ein Grundrecht, nicht nur nach nationalem sondern nach internationalen Gesetzen. Nicht Hinz und Kunz kann einen 'Staat' aufmachen oder verlangen als solcher respektiert zu werden - die meisten Völker haben keinen oder keinen respektierten Staat. Jede an Anerkennung interessierte begehrte Souveränität hängt von Mindestvoraussetzungen und Anerkennung ab - neben einer positiven Konstituierung und Anerkennung. Zu den Voraussetzungen gehört insbesondere die Anerkennung des Internationalen Rechtes -- Friede, Souveränität, Staat usw sind dessen Objekte, kann also niemandem zuerkannt werden der das Recht selbst nicht respektiert. Aus diesen und anderen Gründen sind diese Gesetze Teil der internationalen öfftl. Ordnung.

    Sie sind deshalb als öfftl. Dienste festgelegt, mit bestimmten Regeln. Das ist nötig 1) sowohl des öfftl. Charakters wegen als Teil eines effektiven Besitzes mit Aufrechterhaltung der notwendigen Dienste, inkl. als Grundlage der Rechtfertigung des Staates, als auch 2) weil private Interessen sich einen feuchten Kehricht um die Notwendigkeiten kümmern, sondern im Gegenteil Bedarf noch für Wucherpreise ausnutzen -- das kann der Staat nicht zulassen, weil er dann rechtlich sowie faktisch (jede Bananenrepublik ist schwach) seine Souveränität in Frage stellen würde. Dem Staat (Wohnungsamt) geht es um die Unterbringung der Bevölkerung; dem privaten Vermieter ausschließlich um den Reibach.


    Private können öfftl. Dienste als Konzessionäre ausüben, wenn sie die für öfftl. Dienste charakteristischen Eigenschaften respektieren.

    Auf dem Wohnungsmarkt besteht viel (zuviel) Freiheit und wenig (zu wenig) Kontrolle. jeder der eine Bruchbude hat, kann diese quasi als Amtsanmaßung eines Konzessionärs vermieten. Das ist eine Schattenwirtschaft.


    Die wirklichen offiziellen Ausüber des Grundrechtes und öfftl. Dienstes auf Bereitstellung von Wohnraum an die Bevölkerung, geht aber vom Staat und seinen konzessionären aus, also den direkt, indirekt, oder beteiligungs- bzw subventionsmäßigen staatl. Wohnungsbaugesellschaften.


    Ich wohne im europäischen Ausland. Die letzten 5 Jahre hat mir die staatliche Frz. Wohnungsbaugesellschaft HLM dankenswerterweise kostenlos eine Wohnung zur Verfügung gestellt, leider ist sie aber jetzt pleite gegangen. Jetzt habe ich eine Wohnung von der WG vom Land Guyane (S.I.GUY). Die Wohnung ist mir vom Wohnungsamt zugewiesen worden, wie auch vielen anderen Bewohnern als die HLM-Wohnungen immer schlechter wurden und abzusehen war daß HLM pleite geht. Die Wohnung ist gut -- längst nicht so eine Bruchbude wie private Wohnungen -- und die Miete ist billig.

    Das Gebäude ist jetzt 6 Jahre alt, in 4 Jahren kann wenn ich will die Wohnung kaufen. Dann bezahlt das SH/WG-Amt (CAF) Raten statt Wohngeld, ebenso ich weiterhin 42 Euro p.m. In ca. 10 Jahren ist sie abbezahlt. Ein Risiko sehe ich dabei nicht, selbst wenn ich vorher ausziehen sollte (was ich nicht beabsichtige) ist außer den schon bezahlten Raten -- die ich sowieso sonst als Miete ausgegeben hätte -- nichts geschuldet.


    Nur ein funktionierender Staat ist Garant der Menschenrechte, nicht Private und erst Recht nicht Gewerbliche. Ich hoffe daß mir Gott hilft daß ich nie vom privaten Wohnungsmarkt abhänge.


    Insofern stimme ich ziemlich mit dem Modell von hombre #82 überein. Der Staat ist der eigentliche Garant der Versorgung der Bevölkerung und hat das auch zu bleiben - sowohl wegen dem Interesse der Bevölkerung und deren Grundrechte, als auch zur Rechtfertigung seiner Souveränität. Teil a) des Modelles

    Trotzdem kann man den Reichen unter sich bzw wer das sein möchte, die Freiheit lassen sich gegenseitig zu horrenden Preisen schlechte Wohnungen zu vermieten -- ebenso wie es ja auch Leute gibt die Geld bezahlen um ihre Kinder auf Privatschulen zu tun weil das chic ist, wenngleich diese analog keine Garanten des Grundrechtes auf Bildung sind. Privatschulen sind meist auch schlecht, aber die Reichen kaufen da halt die Abschlüsse für ihre noch so blöden Kinder, zum Glück werden diese aber vollständig von der Privatwirtschaft absorbiert und tragen so zu derem Abgang bei. -- Wichtig ist nur, sicherzustellen daß dieser private Wohnungsmarkt keinen Schaden auf den echten, staatlichen Wohnungsmarkt und die Menschenrechte auf Wohnung auswirkt. Außerdem sollen die Reichen möglichst weit weg von den Armen endgelagert werden. Teil b) des Modelles.


    Zitat Zitat von hombre Beitrag anzeigen
    Die Undankbarkeit der Besitzenden und Besserverdienenden versteh ich auch nicht. Die müssten doch so klug sein um zu sehen, daß die Basis nahezu jedweden Reichtums heutzutage die vom Staatswesen geschaffenen und gesicherten Rechte und Privilegien, Sicherheiten, Infrastrukturen sind.
    Aber was tun die? anstatt dankbar zu sein wie sonst was und erfreut daß nach wie vor (mehr als je zuvor!) Geringverdiener die Drecksarbeiten der Gesellschaft bestellen, während sie Papier bewegen, und Bits floppen lassen. Nix als Taste-Taste spielen, ein wenig Telefon wenns hoch kommt.
    Glaubt im Ernst jemand, daß eine Gesellschaft von solchen Tasten-Heinis und Tasten-Emmas sich noch alleine ernähren könnte ? gar einen irgendwie vernünftigen Lebensstandard halten könnte?
    Ich nicht.

    Nichtsdestotrotz will man am liebsten ohne Ende Tasten-Heinis ausbilden, nennt das "Bildungsinitiative" und so, und verspricht sich gar davon Besserung
    Logisch ists ja dabei. Was wollen Tasten-Fritzen schon ausbilden ausser Tasten-Heinis?

    Die Bürokraten und Technokraten dieses Landes sitzen nicht etwa nur in Amtsstuben. Nein, sie sind überall. Und wollen Geld und Futter und nochmal Geld, Geld.
    Mit den Befürchtungen stimme ich nicht überein. Denn die Produktion ist heutzutage so groß wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, und wird dies auch weiter so bleiben -- insbesondere wenn daneben das Finanzwesen untergeht, welches sich inzwischen total von der realität abgekoppelt hat und für Produktion, Verbraucher, Arme nutzlos wird. Daher sind Däumchendreh-Beschäftigungstherapie und deren geringe Produktion kein Problem -- für die Armen ist es auch besser und unschädlicher wenn solche Leute überhaupt nichts produzieren.

    Was dagegen verschwinden wird, ist mE das formelle, abstrakte Wirtschaftssystem drumherum, inkl. Geld in der heutigen Form und inkl. der Bezahlung solcher Leute.

    Niemand hat Grund für Dankbarkeit dem System - weder der Arme noch der Reiche noch der Staatsbewärmtete.
    Geändert von fifi1234 (22.01.2010 um 04:52 Uhr)

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Ich höre gern deine Berichte aus Welten, die fern erscheinen, und doch so nah sind ( Französisch! ).

    Stimme auch weit gut überein...
    Zitat Zitat von fifi1234
    Der echte, wirkliche Wohnungsmarkt sind die staatlichen Wohnungsbaugesellschaften . Ein würdiges Wohnen ist ein Grundrecht, nicht nur nach nationalem sondern nach internationalen Gesetzen. Nicht Hinz und Kunz kann einen 'Staat' aufmachen oder verlangen als solcher respektiert zu werden - die meisten Völker haben keinen oder keinen respektierten Staat. ...
    Dem Staat (Wohnungsamt) geht es um die Unterbringung der Bevölkerung; dem privaten Vermieter ausschließlich um den Reibach.
    ...natürlich nur solange du nicht anfängst an meinen Texten rumzukritteln

    Zitat Zitat von fifi1234 Beitrag anzeigen
    .. Mit den Befürchtungen stimme ich nicht überein. Denn die Produktion ist heutzutage so groß wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, und wird dies auch weiter so bleiben -- insbesondere wenn daneben das Finanzwesen untergeht, welches sich inzwischen total von der realität abgekoppelt hat und für Produktion, Verbraucher, Arme nutzlos wird. Daher sind Däumchendreh-Beschäftigungstherapie und deren geringe Produktion kein Problem -- für die Armen ist es auch besser und unschädlicher wenn solche Leute überhaupt nichts produzieren.

    Was dagegen verschwinden wird, ist mE das formelle, abstrakte Wirtschaftssystem drumherum, inkl. Geld in der heutigen Form und inkl. der Bezahlung solcher Leute.
    Meins war ja nun etwas salopp ironisch formuliert. Untergang wirds nicht gleich geben, notfalls kann man Tasten-Operators umlernen zu Werkzeug-Anwendern. Maschinisten, Ackerbauern etc. Auch wenns zäh gehen wird mitunter, ein-bissel-was kann man fast aus jedem auf jedem Gebiet rausholen.

    Deinen letzten Satz hätte ich gern erläutert, wo du doch zuvor den Staat mit seinen Wohnbaugesellschaften so vglweise fürsorglich beschrieben hast !?
    Zitat Zitat von fifi1234
    Niemand hat Grund für Dankbarkeit dem System - weder der Arme noch der Reiche noch der Staatsbewärmtete.

  8. gesperrt

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Dankbarkeit zum System braucht niemand zu haben, weil es sowieso nur macht was gut für es selbst ist, nicht für dich selbst oder für die Armen. Früher Ordnungsrecht und -polizei zugehörig, liegt mittlerweile die SH im Interesse der Wirtschaft. Die Großen sind daran interessiert, nicht nur 3% der Bevölkerung wie in Brasilien als Kunden zu haben sondern 100% der Bevölkerung, die Rechnung wird dann halt dem Mittelstand geschickt. Es gibt zwar immer wieder tendenzen die sozialen rechte einzuschränken, aber wenn genug Produktion da ist, ist das Quatsch -- das Geldwesen spielt dabei gar keine Rolle mehr. Zuletzt hat man gesehen zZt Kohl/Mitterand/Thatcher wohin die Sozialkürzungen führten - nämlich dazu das sich nach einiger dürrer Zeit die Industrie für Ausweitung der sozialen Leistungen ausgesprochen hat.

  9. Inaktiver User

    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Fifi/ hombre, ich glaube, das (Wirtschafts)system -und das meinen Sie hier wohl- ließe sich sehr leicht überlisten. Zumindest in Teilbereichen. Nehmen wir nur mal die Pharmaindustrie. Ich kann mir gut vorstellen, daß z.b. Forschung und Produktion von Medikamenten leicht in staatliche Hand gelegt werden kann. Genau wie das Kreditwesen auch.

    Es ist doch für Bürger unerheblich, ob Tabletten von Merck stammen oder nicht. Oder ein Haus vom Staat gebaut wird. Die Arbeit ist trotzdem da, das Material wird gebraucht etc etc.

    Was mir zunehmend Bauchweh macht, ist dieses PPP-Gewuchere. Da les ich mich zur Zeit etwas ein und offenbar ist es so, daß bei vielen Privatisierungen eine Verschlechterung eintritt.

  10. gesperrt

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    AW: Umverteilungsfaktor Miete

    Mein Vorschlag für die ganz Schlauen.
    Geht zu Bank, holt euch einen Kriedit, kauft euch eine Eigentumswohnung und vermietet Sie.
    Ich wünsch euch allen viel Spaß dabei!


    gruss, Jack London

    P.S. und gutes Gelingen beim Umverteilen!

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