Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 113
Thema: Umverteilungsfaktor Miete
-
19.10.2009, 12:59
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Geändert von hombre (19.10.2009 um 13:13 Uhr)
-
19.10.2009, 13:11
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Aktueller Auszug aus Nachdenkseiten.de
Ohne die Kommentare solcher Leute wie Herrn Pascheit würden wir diese Nachrichten mit Fachchinesisch als "REITs" gar Null blicken!Die Finanzexperten von Union und FDP haben sich auf ein gemeinsames Regierungsprogramm zur Regulierung der Finanzmärkte geeinigt.
...
Neben einer besseren Kontrolle der Märkte vereinbarten die künftigen Koalitionäre auch eine Stärkung von Private-Equity-Unternehmen. Das Ziel soll ein einheitlicher Wagniskapitalmarkt sein. Bei REITs sollen Hemmschwellen für den deutschen Markt abgebaut werden. Sie werden für Wohnimmobilien geöffnet.
Quelle: FR
Anmerkung Orlando Pascheit: Na also, jetzt wird schön abgearbeitet, was mit der SPD nicht möglich war. Sie erinnern sich, REITs (Real Estate Investment Trusts) sind börsennotierte Immobiliengesellschaften, die keine Körperschaftsteuer zahlen, unter der Bedingung, dass sie ihren Gewinn zu mindestens 90 Prozent an die Aktionäre ausschütten. Beabsichtigt war, Unternehmen und Versicherungen einen Anreiz zu geben, ihr großes Immobilienvermögen zu verkaufen Die Einbeziehung von Wohnimmobilien war bisher am Widerstand der SPD gescheitert. Im Papier der Arbeitsgruppe Steuern und Finanzen heißt es: “Bei REITs sind überflüssige Hemmschwellen abzubauen, ohne die schutzbedürftigen Interessen der Verbraucher zu vernachlässigen”.
Da werden sich aber die klammen Kommunen freuen, wenn die ca. 3 Mio. Wohnungen, die in Deutschland noch direkt oder indirekt von der öffentlichen Hand gehalten werden, verscheuert werden - vornehm ausgedrückt, privatisiert werden. Dass die Mieter durch den Renditedruck der Anleger (Aktionäre) mit steigenden Mieten, Umwandlungen in Eigentumswohnungen zu rechnen haben, ist durch viele Beispiele im Ausland belegt.
Dass die alte REIT-Gesetzgebung weder den Kapitalmarkt noch den Immobilienmarkt “belebte”, lag weniger am Verbot, Wohnimmobilien zu halten, sondern auch an der einsetzenden Finanzkrise. Die Aktienkurse von Immobiliengesellschaften stürzten ab und notierten zwischenzeitlich bis zu 80 Prozent unter ihrem Nettovermögenswert (NAV, Vermögen minus Schulden). Ein ungünstiges Umfeld für einen Börsengang.
Zurzeit stehen etwa zehn REITs in den Startlöchern und hoffen, dass die bis Ende 2009 geltenden Steuerbegünstigungen für Unternehmen, die ihre Gebäude an einen REIT verkaufen, zu verlängern. Das alte Gesetz (Exit-Tax) sah vor, dass Gewinne aus dem Verkauf betrieblicher Immobilien nur zur Hälfte besteuert werden. “Es wäre wünschenswert, wenn die Frist um zwei bis drei Jahre verlängert würde”, meint der Geschäftsführer Axel von Goldbeck des Immobilienverbands ZIA. Dabei drohten dem Bund keine neuen Steuerausfälle, da diese schon bei der Verabschiedung des Gesetzes einkalkuliert waren. Warum nur verlängern und nicht aufheben?
Im Ziel sollen also weiter günstige (Sozial)Wohnungen in öffentlicher Hand beseitigt werden.
Das System funktioniert doch perfekt:
Kapitalisten verspielen, lassen sich (und ihre Finanzinstitutionen) retten auf Staatskosten, worauf Staat sich die Mittel wieder bei ihnen besorgen soll (refinanzieren) , auf daß der Zinsstrom nie versiege, und so weiter mehr und mehr Eigentum hinüberwandere zu privat !!!
Von den Armen ist ja eh nicht mehr rauszuholen, es genügt wenn sie (die für sie vorgesehenen) Arbeiten und Dienste verrichten,
die Mittelschicht ist auch schon ziemlich ausgesogen, zudem misstrauisch geworden, also fokussiert man das Staatsvermögen aktuell. Recht geschwächter Player grad, der liebe treusorgend Gevatter Staat - wat (s)ein Pech aber auch
-
19.10.2009, 13:47Inaktiver User
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Es ist dir sicher bekannt, dass der Soziale Wohnungsbau unter Rot-Grün 2001 abgeschafft und durch eine Serie von alternativen Instrumenten ersetzt wurde, die bisher von Herrn Tiefensee (SPD) betreut wurden (siehe Wikipedia).
Es ist dir sicher auch bekannt, dass der Wohnungsbau in Deutschland insgesamt in den letzten Jahren immer weiter zurtückgegangen ist, da es für die Kapitalgeber einfach nicht interessant ist, Geld in Wohnungen zu investieren, solange die Renditen einfach nicht stimmen. Und das hat nix mit der gegenwärtigen Krise zu tun - der Trend hat sich mindestens in den letzten zehn Jahren verfestigt.
-
19.10.2009, 23:20
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Da schreibst du jetzt Dinge, die haarscharf an meinen Beiträgen vorbeigehen.
Ich beklagte die Privatisierung von bestehendem Wohnungsraum, der bisher von öffentl.Hand kontrolliert war/ist.
Und daß Schröder (Rot Grün) einige Drecksarbeit gemacht hat für Schwarz-Gelb dürften ja nun alle so langsam intus haben. Das wird nicht besser, nur weil SPD draufsteht. Leider.
Was den Neubau angeht:
Die Renditen "stimmen" ua deshalb "nicht" weil das Casino mehr abzuwerfen versprach.
Da dürften aber noch andere Gründe sein, angefangen damit, daß technisch gesehen mittlerweile "bewohnbarer" Raum genug da ist, im Gegensatz zu Nachkriegszeit.
Regionale Unterschiede sind dabei beträchtlich. Was nützt verfügbarer Wohnraum in Thüringen, wenns in München fehlt.
Ich stelle fest die Mieten sind rekordverdächtig hoch - die Baukosten nicht unbedingt ... allerdings gabs verschärfte gesetzl. Vorgaben betreff Wärmedämmung zb.
-
11.11.2009, 10:49
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Ich denke der Fokus sollte mal auf den Altbaubestand im weitesten Sinne gelegt werden.
Neubauwohnungen müssen sozusagen einen gewissen Preis haben, der sich aus den Grundstückspreisen und Baupreisen ergibt, fakturiert mit Kapitalzinssätzen.
Nach 20 Jahren plusminus ist so eine Neubauwhg abbezahlt durch Mietertrag (allerdings ohne Zinsanteil gerechnet).
Ein Großteil des Wohnbestands ist aber noch weit älter, d.h. auch inclusive Zinsen längst abbezahlt.
Die (Alt)Eigentümer solchen Bestandes werden fast durch jeden Cent Kaltmiete reicher gemacht.
Das ist in etwa vergleichbar mit der Situation bei AKWs. Jedes Jahr Laufzeitverlängerung birgt gigantischen Kostenvorteil und damit Gewinn.
Und für Altbauten brauchts ja nun keine TÜV-Abnahme, ergo auch keine Laufzeitverlängerungsfreifahrtscheine.
So wie selbst Schwarz-Gelb einen Teil dieses Mehrgewinns der AKW-betreiber sozialisieren will, könnte man nachdenken die Margen der Alteigner zu limitieren zugunsten der Mieter.
-
12.01.2010, 09:20
AW: Umverteilungsfaktor Miete
So aus etwas Distanz jetzt betrachtet war mein letzter Beitrag doch ein selten guter!
Sehen wir auf die Avantgarde, wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen wollen. Die Mietexzess-Avantgarde in D finden wir in München. Daß der Exzess noch steigerbar ist, zeigt ein Blick auf Pariser Verhältnisse. Zb.
Man klicke zunächst kurzen ARTE-Beitrag zu Hausbesetzung in Paris
Unter einem 500€ teuren "Dienstbotenzimmer", wie es sich die zitierte Studentin bei 600€ Nebenverdienst keinesfalls leisten kann, darf man sich ein Zimmer vorstellen mit 10-20qm.
Entsprechend qm-Wohnkosten von 25-50€/qm !!
Auch wenn man sich die aktuelle Lage in München betrachtet, sieht man, daß kleine Wohneinheiten schnell bei 20€ je qm warm sich bewegen, allemal mehr als große Luxuswohnungen.
Und direkten Bezug zum Vorbeitrag und damit unmittelbare Brisanz erhält das Ganze, wenn man überrascht zur Kenntnis nimmt welcher Wohnraum in München die höchsten Mieten erzielt:
Es ist nämlich nicht etwa brandneuer, nach verschärften Energiestandards erstellter, Erstbezugwohnraum, sondern es sind ganz pauschal die ältesten Wohnungen, statistisch erfasst in der Rubrik "erbaut vor 1929" !!!!
D.h. jene Alt-Immobilien, die der -womöglich und nicht selten "Alt"-Eigentümerfamilien gehören, werfen auch die höchsten absoluten Einnahemerträge ab, bei gleichzeitig null (Fremd)Kapitalkosten.
Dauerhafte, nicht versiegende Goldgruben.
Deren Eigner es sich auch mal leisten ein ganzes grandioses hochbegehrtes Luxus-Objekt, wie das am Place des Voges, 45 Jahre (und länger) leerstehen zu lassen .
Siehe Link oben.
-
12.01.2010, 10:36
AW: Umverteilungsfaktor Miete
und Hombre?
Was möchtest Du tun? Möchtest Du wieder die Wohnungszwangverwaltung der Kriegs- und Nachkriegszeit einführen? Möchtest Du eine Enteignung durchführen wie weiland die DDR-Führung?
Wir haben Dir vor einigen Seiten schon empfohlen: Kauf Dir mit den reichlich zur Verfügung stehenden Krediten ein billiges Mietshaus in einem Ballungsgebiet und steige in das Geschäft ein. Du kannst - folgt man Deiner Logik - nur steinreich werden.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
12.01.2010, 11:03
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Hatte auch mal eine Eigentumswohnung zu vermieten gehabt.
Zum Glück bin ich die Wohnung nach 5 Jahren wieder los geworden!
Das Theater mit den Mietern und die dürftige Rendite, da kannste besser dein Geld für 1,5% auf dem Konto lassen.
Meine Lehre aus dieser Sache war: Investiere nie wieder in Wohnungen für andere Leute!
Habe von der Umverteilung nicht viel abgekommen.
Aber das aller Schlimmste ist das Theater mit den Mietern!
gruss, Jack London
-
12.01.2010, 11:34
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Bin zwar selbst Mieter, aber ich kann dieses Statement sehr gut verstehen.
Vor einiger Zeit habe ich mich mal mit einem Amerikaner unterhalten. Was er überhaupt nicht verstand war, dass, wenn du in Deutschland z. B. deinen Strom nicht zahlst, wird er dir ziemlich schnell abgestellt. Wenn du deine Autoversicherung oder deine KFZ-Steuer nicht zahlst, wird dein Auto stillgelegt.Soweit, sogut. ABER- weshalb können Mieter in Deutschland monatelang keine Miete zahlen, ehe man sich aus der Wohnung klagen kann und dann können sie auch noch einen Saustall hinterlassen?
Also ich konnte ihm da keine plausible Antwort drauf geben.
-
12.01.2010, 12:17
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Obwohl ich wenig fuer hombres Thesen uebrig habe - dieser Beitrag ist purer Hohn des Verfassers.
Ich habe die letzten Jahre immer fast 30% meines Einkommens an Kaltmiete gezahlt, und das in einer WG. Also nichts mit hohem Lebensstandard (es sei denn, man findet das erzwungene Teilen einer Wohnung toll
). In den meisten Studentenstaedten gibt es keine guenstigen Zimmer oder kleine Wohnungen, man kann nichts mit Ofenheizung finden und ausserhalb auf dem Land wohnen ist in den meisten Faellen mit dem Besitz eines Autos verbunden (Kosten, die auch nicht jeder aufbringen kann).
Wer keine Ahnung hat, wie viele Leute mittlerweile in Deutschland voll arbeiten und trotzdem kaum mehr als 1000 Euro verdienen, der sollte vielleicht schlicht die Klappe halten.



Zitieren