Ich weiß zwar nicht, wie desolat zZt die Situation in Deutschland ist. Aber zumindest hier in Frz-Guyana, und wahrscheinlich noch mehr in Frankreich selbst, ginge das nicht, ebenso geht das in der sich wohl in ganz Europa notwendigerweise demnächst zwangsweise einstellenden wirtschaftlichen Ordnung.
Denn - ganz summarisch gesagt - durch die notwendigerweise künftig ausweitenden Sozialwohnungen, zusammen mit dem Sachverhalt daß immer mehr Leute sowieso kein Geld mehr haben (und dies auch unentbehrlich wird und abgeschafft werden kann), ist am privaten Wohnungsbau immer weniger zu verdienen. Du als Wirtschafts-/Kredit-/Weltuntergangsversicherungsberater/-vermittler solltest das wissen, inkl. wie viele Klein- oder Großanleger in Immobilien weltweit alles verlieren weil sich die angeblichen Gewinnaussichten nicht realisieren.
In meiner Foto-Sammlung im allgemeinen Teil dieses sites, sind Fotos ua meiner Sozialwohnung, sowie von mehreren sozialen Siedlungen, alle sehr schön eingerichtet, individuell ausgestaltet usw. Ca. 30% der Bevölkerung wohnt in solchen Wohnungen.
Was dagegen fehlt aber ich demnächst auch mal hinzutue, sind Fotos privater Wohnungen. Gerade wegen den billigen Sozialwohnungen in großer Menge, ist hier der private Wohnungsmarkt völlig zusammengebrochen. Ca. 20% der privaten Häuser besonders in der Innenstadt sind schwer vergammelt und überwiegend zugemauert. Mehrfach stürzen solche Häuser einfach ein, seit 1 Jahr 2x schon in der Innenstadt. In Frankreich selbst scheint die Situation noch schlechter zu sein. Jedenfalls wurde außer einem neuen Gesetz zur Wohnungszuweisung, Wohnraumenteignung usw eins zur Enteignung (wobei der vorige Eigentümer außer den Steuern noch eine harte Strafe zu zahlen hat) und zum sofortigen Abbruch und Nutzung des Geländes für kollektive Plätze (Parkplätze, Spielplätze) gemacht. Im letzten halben Jahr werden mtl. ca. 2-3 ungenutzte Häuser in der Innenstadt abgerissen.
Das ist völlig richtig so, die ganze Zeit über wie ich hier wohne habe ich mich schon oft gefragt warum das nicht gemacht wird.
Französische Innenstädte kannst zu zZt noch als Denkmal ansehen, wohin der private Immobilienmarkt in seiner Endphase geht.
Kurios noch, es war niemand anders als der wohl eher als rechts und Eigentum-/Geschäfte-/Ansutuzungs-/soziale-Not-freudig bekannte Sarkozy der anfangs dagegen, am Schluß wegen der schnell dekadent werdenden Lage diese Gesetze sehr befürwortet hat.
Frankreich ist in dieser gesamten Situation nicht rückständig, sondern Deutschland weit voraus. Jahrzehnte hatte man sich den 'Luxus' des Wilden Westens ohne Kontrolle auf dem Wohnungsmarkt geleistet. Nur: wegen Rezession und Verarmung geht es halt einfach nicht mehr für die Privaten !!! In Deutschland muß der private Markt wohl erst noch richtig runterkommen, falls dort nicht auch schon ersichtlich.
Daher ist dein Tip genauso ein Fehlzünder wie alle Investitionen in Gebäude oder Wohnungen.
Das beste ist, eine gute Sozialwohnung zu bekommen, und diese dann durch Raten vom Wohngeld abbezahlen zu lassen. Risiko=0, Ärger=0.
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Thema: Umverteilungsfaktor Miete
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24.01.2010, 19:10
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Geändert von fifi1234 (24.01.2010 um 19:27 Uhr)
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25.01.2010, 20:50Inaktiver User
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Milliardenflop in Manhattan

Gestern kam auf 3Sat glaube ich eine Reportage, in die ich kurz reinlinsen konnte. Komplett leere Straßenzüge (ehemals Wohnhäuser) bei Milwaukee. Die Häuser wurden lieber abgebrannt (wegen der Versicherungssumme), als stehen gelassen. Perversion eines völlig kranken Systems.
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25.01.2010, 23:26
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Du bleibst ein Rätsel.
Ich dachte schon mal du würdest hier was subtiles aufführen, daß ich nur noch nicht ganz erschaue. Mit Einbeziehung der Hofnarr-Rolle auch.
Dann kommt wieder sowas wie hier zitiert, von dem man annehmen wollte daß nur ein Spatzenhirn so reinplatzt. Zum wiederholten Male auch noch!
Es diskutieren hier Leute, ob Mietwohnraum vergesellschaftet werden solle/müsse , und du empfiehlst diesen Leuten sich bestens als WohnraumVermieter zu betätigen. Private natürlich. Da ist viel Härte abverlangt, seitens des Gebenden wie der Nehmenden. UFFUFF
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25.01.2010, 23:33
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Das ist genau was ich sage. Der private Wohnungsmarkt ist ebenfalls in der Rezession, wie alles Private: Überangebot teuerer Wohnungen einerseits, arme Leute andererseits. Hinzu kommt noch, während bei Waren mit dem Preis runtergegangen wird, kommt man bei Mieten nicht auf diese Idee. Und, es gibt einen zunehmenden staatlichen Wohnungsmarkt. Cayenne ist klein, ca 40.000 Einwohner - aber es gibt hier mehr und viel bessere Sozialwohnungen als in Frankfurt (die Arbeitslosigkeit ist ja auch faktisch 70%) während zunehmend mehr private Häuser und sogar große Häuserblöcke dahindümpeln.
Oft brennen private Häuser der Reichen auch ab. Das finde ich nicht pervers, sondern OK, auf diese Weise wird der private Wohnungsmarkt -- den sehe ich als pervers -- schnell entsorgt. Das Schlechte beseitigt sich am Schluß selbst. Wichtig ist, daß keine Sozialwohnungen der Armen abbrennen.
Das ist wie bei jeder Kakalake, der schon der Kopf abgeschnitten wurde, und die dann auf dem Rücken liegt und noch zuckt, aber diese Bewegungen machen keinen Sinn mehr.
Ich hab doch schon mehrmals gesagt, daß das alles nicht die Armen interessiert und sie nicht betrifft - ebenso wie demnächst das Ende der gesamten Wirtschaft/Geldwirtschaft im heutigen Sinn - sie gucken höchstens noch neugierig den Untergang zu.
Was zur Finanzierung des sozialen Wohnungsbaues und der Sozialwohnungen beiträgt, sind hier in Frankreich hohe Steuern über private Häuser (impot fonciers). Ein flüchtiger Bekannte hat mir vor 2 Wochen gesagt, daß er dieses Jahr 4100 Euro solche Steuern für ein eher simples Haus in dem er wohnt bezahlt was ca. 60 m2 hat. Abgesehen natürlich von den sonstigen Kosten für Reparaturen, Erschließung usw. Eine Sozialwohnung dieser Größe würde hier ca. 300 Euro Miete incl. NK kosten, davon Eigenanteli ca. 70 Euro (Rest Wohngeld) also ca. 840 Euro Miete incl. NK pro Jahr.Geändert von fifi1234 (25.01.2010 um 23:55 Uhr)
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26.01.2010, 17:58
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Darf ich einen kurzen Rückblick in die deutsche Geschichte werfen?
Die Wohnungssituation Ende des 19. Jahrhunderts war desolat. Insbesondere in den rasch wachsenden Städten waren die Wohnungen zu teuer, durch Untervermietung überbelegt und hygienisch unzureichend. Die ersten selbsthilfegestützten Genossenschaften überlebten wegen ihrer Kapitalschwäche die Wirtschaftskrise von 1874 nicht. In den Städten drohten Epidemien und soziale Unruhen.
1867 erließ Preußen ein erstes Genossenschaftsgesetz. 1889 wurde es abgeändert, es ermöglichte die Gründung von Genossenschaften mit beschränkter Haftungspflicht. Zugleich schuf die Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetzgebung von 1889 weitere Voraussetzungen für den Erfolg der Baugenossenschaften, weil sie mit der Vergabe von langfristigen und zinsgünstigen Krediten der Versicherungsanstalten an die gemeinnützige Wohnungswirtschaft einherging.
Insbesondere in den Industriezentren wurde fast der gesamte Mietwohnungsbau ausschließlich durch die Wohnbaugenossenschaften errichtet. Man erinnere sich an die Entwicklung Berlins: 1800 wohnten dort 170.000 Menschen, mit Gründung des 2. Kaiserreiches 1871 und Beginn der intensiven Industriealisierung 825.000, Beginn des 1. Weltkrieges 2.000.000. Zur Wiedervereinigung waren es 3.500.000.
Die Krise des genossenschaftlichen Mietwohnungsbaus wurde durch die gewerkschafliche "Neue Heimat" 1982 ausgelöst. Das bis dahin rentable Geschäft der genossenschaftlichen Wohnbauverwaltung mit über 300.000 Mietwohnungen wurde durch die Tochtergesellschaft "NH International" ruinös unter dem damaligen Verwalter Albert Vietor geführt. Einige Vorstandsmitglieder bedienten sich direkt an den Mieteinnahmen. 1986 war die Neue Heimat pleite, wurde für 1 (in Worten eine) DM an einen privaten Investor verkauft, der das Immoblienreich aber auch nicht halten konnte. Anteile gingen erst an städtische Gesellschaften, bis heute sind sie fast alle an Hedgefonds verkauft.
Übrig geblieben sind nur kleine Wohnbaugenossenschaften mit maximal 10.000 Wohnungen, die allerdings erfolgreich arbeiten und außerordentlich zufriedene Mieter haben.
Langer Rede kurzer Sinn: es werden sich heute keine Mehrheiten mehr für große genossenschaftliche oder ähnliche sozialisierte Wohnbaugesellschaften finden lassen.Geändert von Opelius (26.01.2010 um 18:01 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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26.01.2010, 19:37Inaktiver User
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26.01.2010, 23:09
AW: Umverteilungsfaktor Miete
@95 Fazit: solange der Wohnungsbau genossenschaftlich inkl./oder mit Unterstützung des Staates geführt, funktioniert es. Sobald die Privatisierung ihre Stinkfinger reintut und Möglichkeiten zu Korruption und Fehlleitung gibt, geht es in die Brüche. Das gesamte 'Wirtschaftswunder' nach dem 2.Weltkrieg einschließlich würdiger Wohnungen an die sich die Älteren unter uns von ihrer Kindheit her noch erinnern, ist in Deutschland und anderen europäischen Ländern unter dem sozialem Wohnungsbau gelaufen.
Und zum Vergleich: guck mal die Situation jetzt ...
Da willst du uns erzählen, der soziale Wohnungsbau war/ist schlecht ??
@96 Über steigende Versicherungsbeiträge hat es letztendlich die Gesamtheit der Anleger in den Wohnungsbau so oder so zu zahlen. -- Manche Sachen sind halt bereits so totgeboren, daß Verbesserungen nicht möglich sind und sie sich selbst zerstören, warum sollen wir uns Sorge oder Mühe geben Schlechtes zu erhalten ?
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27.01.2010, 09:51
AW: Umverteilungsfaktor Miete
ich hoffe, Du bist über den genossenschaftlichen Wohnungsbau in Deutschland, wie er seit 150 Jahren funktioniert, auch ausreichend informiert.
Du kannst nicht einfach Mieter werden, um in eine genossenschaftliche Wohnung einzuziehen. Du musst Mitglied werden und ein Startkapital dafür hinlegen. Das geschah früher ausschließlich durch Abschluß eines Bausparvertrages. Mit der Zuteilungsreife nach 7 Jahren wurde das Darlehen der Genossenschaft überschrieben und durch den Mieter neben der regulären Miete abbezahlt. Heute kann man den geforderten Betrag von üblicherweise ca. 5000 Eur auch direkt einzahlen und erwirbt damit das Recht auf eine Genossenschaftswohnung.
Das heißt, der Mieter ist und war immer auch Teilbesitzer der Wohnung.
Ergänzung: Bei unserer örtlichen genossenschaftlichen Wohnbaugesellschaft ist gerade ein neues Projekt eines generationsübgreifenden Neubaus im Stadtzentrum gestartet worden. Mindesteinlage beträgt bei einer 50 qm großen Wohnung 25.000 Eur, bei größerem Wohnbedarf entsprechend mehr.
Der Bauplatz auf einem ehemaligen Industriegelände ist gerade mal planiert worden. Baubeginn im Frühjahr, Bezug in etwa einem Jahr. Es sind noch nicht alle Wohnungen vergeben.Geändert von Opelius (27.01.2010 um 10:09 Uhr) Grund: Ergänzung
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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27.01.2010, 13:48
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Historie ist interessant.
Mich würde aber nun schon etwas genauer interessieren wie es zuging als der Großteil all dieser Wohnungen in Privathand überging?
Zunächst war da wohl zu sehr günstigen Einstandspreisen zu kaufen, wenn nicht Betrug im Spiel war.
Einiges dazu findet man bei Wiki unter Immobilienbetrug
Auszug:Womit plötzlich eine direkte Verbindung zur sogenannten "Finanzkrise" ersichtlich wird!In Deutschland gibt es Tausende von Immobilienbetrugsopfern, der Verbraucherschutz geht nach vorsichtigen Schätzungen von 300.000 Opfern aus. Tausende Familien stehen zur Zeit vor dem finanziellen Ruin. Infolge des finanziellen Ruins mussten viele Verbraucherinsolvenz anmelden.
Die milliardenschweren geplatzten Immobilienkredite, denen nie ein wirklicher Wert gegenüber gestanden hat, wurden von den Banken zu Lasten der laufenden Erträge wertberichtigt. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die entstandenen Verlusten dadurch sozialisert wurden, indem nunmehr die Anteilseigner der Banken (zum Beispiel die Aktionäre) weniger Dividende bekamen und natürlich auch - Gewinnrückgang oder sogar bilanzieller Verlust - weniger Steuern bezahlt werden. Diese Wertberichtigungen führten allein bei der HypoVereinsbank im Jahr 1998 zu Sonderabschreibungen von 3,5 Mrd. DM. Nicht bekannt ist, ob die Gehälter, Prämien usw. der Verantwortlichen entsprechend gekürzt wurden.
Diese „notleidenden“ Kredite werden teilweise durch die Banken über den Kapitalmarkt mit hohen Abschlägen an interessierte Firmen weiterverkauft („non-performing loans“).
Die zitierte HypoVereinsbank ist ja ein Vorläufer unserer famosen HRE. In Deutschland war man sich in interessierten Kreisen folglich dieser Krise bewusst nicht erst seit 2008, 2007, 2003 (HRE), sondern mindestens seit 1998 !! Mithin direkt vor dem damaligen Superhype am Aktienmarkt (Neuer Markt etc).
Zufall?
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27.01.2010, 14:23
AW: Umverteilungsfaktor Miete
Lies Spiegel
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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