Ich gehe davon aus, dass die "Drohung" einer Koalition der SPD mit Der Linken ausreicht, um einen beträchtlichen Teil der SPD-Wähler aus der Mitte abzuschrecken; und die Gewinne der SPD "am linken Flügel" dürften auf Kosten der Linken gehen, also netto für eine solche Koalition nicht viel bringen.
Und es fehlt dann der Bündnispartner Grüne, die ganz sicher immer noch einen starken sozialen Schwerpunkt haben, aber ganz sicher keine sozialistische Partei sind.
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Thema: Quo Vadis, SPD
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05.10.2009, 18:41Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
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06.10.2009, 07:55Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
Der FTD Text beschreibt das schon ganz gut und ich sehe das ähnlich. Gabriel ist in fast allem das Gegenteil vom drögen Steinmeier, hat starke Schrödersche Züge, allerdings im Gegensatz zu ihm ein erhebliches Maß Unbeherrschtheit (auch das erst sprechen dann denken Problem), was in Talkshows zwar würzig daherkommt, aber ihn weniger oder eigentlich garnicht für präsidiale Ämter auf Bundesebene empfiehlt.
Die Ansage ist eigentlich klar...Gabriel und Scholz sollen die Mitte wahren, Nahles und Wowereit die linke SPD Ecke warmhalten. Grundsätzlich das was ich auch für wichtig erachte. Deutschland besteht nicht wie die LINKE gern immer wieder suggeriert fast nur aus HartzIV Empfängern, um die man sich allein und überhaupt kümmern müsse und schon wer nen Job mit halbwegs gutem Einkommen hat, sollte ordentlich viel davon abgeben. Das ist ein großer Fehler. Es arbeiten weit mehr Menschen als arbeitslos sind und die darf man nicht nur zum zahlen heranziehen, weil sie das "Pech" haben, eine guten Arbeitsplatz zu besitzen. Abgegeben wird durchaus gern wie man an Spendenaktionen sieht, nur ist die Frage wie man das den Leuten verklickert. Über Neid wird das nix und daher sind die Arbeitenden dann auch zurecht sauer.
Die SPD muss beide Gruppen so vereinen, dass keine sich übergangen fühlt. Ob das die neue Spitze hinbekommt, da hab ich so meine Zweifel, denn insbesondere Gabriel als Machtmensch wird die Fahne in den Wind drehen. Ist mehr Mitte gefragt, wird er die Agenda2010 wieder als gutes Werk ins Licht rücken. Braucht man mehr linke Wähler, wird die Rente mit 67 in Frage gestellt. So gehts nun auch nicht.
Wie gesagt..die Grundidee ist richtig, aber das Personal an der Führungsspitze scheint mir dafür nicht geeignet, da jeder sein eigenes Süppchen kochen wird und beide Lager, Mitte wie Links, sich beharken werden, wer denn nun gerade mehr ins Rampenlicht gerückt werden sollte und der jeweils andere sich dann immer übergangen fühlt.
Ich bin mal gespannt wie lange die Ruhe währt, rechne aber mit heftigen Flügelkämpfen, wenns an das zurückdrehen einiger sozialer Experimente geht.
Die Grünen werden bürgerlich, davon bin ich überzeugt. Im Saarland sieht es z.B. derzeit stark nach Jamaika aus, die Grünen sind dort nicht wirklich abgeneigt. Rot/Rot/Grün wird es denk ich so nicht mehr geben, die SPD wird also bald nur noch die LINKE haben, wenn sie einen straffen Linkskurs fahren und der wird das bürgerliche Lager nicht überholen.
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06.10.2009, 08:04
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06.10.2009, 08:41Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
na das geht gut los

Die Nominierungsergebnisse:
Gabriel 78%
Nahles 67%
Wowereit 61%
Scholz 86%
Linksruck scheint wohl nicht erwünscht.
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06.10.2009, 09:00
AW: Quo Vadis, SPD
“in einem Hauruck-Verfahren, quasi fast putschistisch, 48 Stunden nach der Wahl, bevor eine Diskussion stattgefunden hat, ein solcher Akt der Selbstnominierung eines kleinen Personenkreises stattgefunden hat. Und dieses ist, offen gesagt, nicht erträglich.
Das, was da passiert ist, widerspricht der demokratischen Verfassung einer Partei.“
“Das gab es noch nie in der SPD. Was in den letzten Tagen ablief, ist ein bisher einmaliger Akt der Selbstnominierung einer neuen SPD-Parteiführung durch einen kleinen, von niemandem autorisierten Personenkreis. Überfallartig wurde damit jedwede Willensbildung in der Partei selbst sowie des Präsidiums und des Parteivorstands übergangen. Dies widerspricht allen demokratischen Gepflogenheiten und Regeln.”
“Denn gegen diese Methode der Auswahl eines durchaus umstrittenen Parteivorsitzenden ist die Papstwahl, die sich in einem mehrtägigen Auswahlprozess unter verschiedenen Kandidaten vollzieht, ein radikaldemokratischer Vorgang.
Hermann Scheer
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06.10.2009, 09:20Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
Auch wenn mir die Vorschläge für den SPD-Vorstand nicht gefallen (abgesehen davon, dass Nahles und Wowereit die notwendige Klatsche bekommen haben), sehe ich nichts undemokratisches an der Art, wie die Vorschläge entstanden sind: In der SPD (und übrigens in allen Parteien, außer gelegentlich den Grünen) werden die Wahlvorschläge immer vom Vorstand vorbereitet, und dann an die Gremien weiter gegeben.
Und dann entscheidet sich in den Gremien, ob man diese Leute für diese Funktionen wählen will, oder ob Alternativvorschläge gemacht werden, die dann ggf. den Vorzug über das "Stammpersonal" erhalten.
Man kann (und sollte) natürlich eine Urwahl durch die Mitglieder in Erwägung ziehen, aber auch dafür müssen Vorschläge gebracht werden. Und die kann auch jetzt jedes Parteimitglied machen und versuchen, die nötige Unterstützung zu organisieren.
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06.10.2009, 09:32
AW: Quo Vadis, SPD
Mich hat die Vorgehensweise auch irritiert.
Etwa vor zwei Tagen habe ich in einem Interview mit O.Scholz gelesen, dass Müntefering der starke Mann war, als es um die Nominierungen ging. Ich hoffte, dass er langsam mal zur Ruhe kommt, aber er scheint immer noch das Sagen zu haben.
Ich dachte, dass man zuerst mal an einem neuen Programm arbeitet (ähnlich wie Godesberger Programm etc), aber es schien nur um Besitzstandswahrung zu gehen. Schade.
Und zudem wird jetzt im Hauruckverfahren eine Hinwendung zu den Linken beschlossen (obwohl ich das in der Sache befürworte), die Schrödersche Rente ab 67 widerrufen....
liebe Leute in der SPD, es ist doch nicht nur die Rente ab 67 oder um bestimmte Punkte bei Hartz4. Es geht doch um viel mehr. Jetzt hat die SPD doch die Chance, ihre Denker ranzulassen, hört doch auf damit, so schnell wie möglich die Spitzenposten zu verteilen, bevor ihr überhaupt wisst, wohin es gehen soll. Dieses Personalgeschacher irritiert doch nicht nur mich, sondern viele.Ich bin, also denke ich
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06.10.2009, 10:08Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
@ Wolfgang60
Zustimmung!
Aber ich denke, dass man es sich nicht leisten will, den gegenwärtigen Vorstand so lange im Amt zu lassen, bis ein neues Programm entwickelt ist.
Und das bedeutet, dass man irgendwelchen neuen (alten) Gesichter an den Vorstandstisch wählen muss. Und selbst wenn man sagen sollte (was nicht geschehen wird), dass es nur ein Interimsvorstand ist, so wird sich das Team in kurzer Zeit so etabliert haben, dass es stabil im Amt sitzt.
Egal wieviele Klatschen der Einzelne auch bezieht. Am Ende zählt (in allen Parteien!!) die persönliche Macht, und am Tag nach der Wahl ist die Größe der Mehrheit egal - eine Stimme mehr hat ja gereicht.
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07.10.2009, 10:41Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
Skepsis gegenüber dem vorgeschlagenen Team aus Gabriel, Nahles & Co.
Umfrage: Deutsche zweifeln an SPD-Retter Gabriel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Der Chef des Forsa-Instituts, Manfred Güllner, führt den Wert der SPD (nur noch 22 %)auf die innerparteilichen Diskussionen über den Umgang mit der Linkspartei zurück. "Sucht die SPD ihr Heil im Linksrutsch, könnte sie bald schon unter die 20-Prozent-Marke fallen", sagte Güllner dem "Stern".
Interessant ist die Verschiebung zwischen SPD ( - 1%) und Linken ( + 1 %), was bestätigen kann, dass bei einer Linkswende der SPD beide Parteien um dasselbe Wählerpotential streiten, mit dem Risiko, dass die "linken" SPD-Wähler dann gleich zu den Linken wechseln.
Interessant ist auch die Abrechnung von Steinbrück mit den Linken in der SPD:
FTD.de | Krise der SPD: Steinbrück rechnet zum Abschied mit Genossen ab
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12.10.2009, 08:31Inaktiver User
AW: Quo Vadis, SPD
FTD.de | Kolumne: Andreas Theyssen - Du bist dann mal weg, SPD
Ein weitere Kommentar, der die Risiken für die SPD zusammen fasst, wenn sie sich tatsächlich nach links orientieren sollte.
Sie wird von den Linken wenig zurück gewinnen, wird in der Mitte weiter an Union und FDP verlieren, und gemeinsam werden eine linke SPD und Die Linke immer weniger attraktiv für die Grünen, die mehr und mehr zu einer Partei der Mitte werden - attraktiv für die "besser verdienenden", wenig interessiert an "Transferempfängern".
Schaun wir mal ....


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