Wieviele Tote forderte der russische Bürgerkrieg?
Wieviele der rote, wieviele der weiße Terror?
Wieviele die Niederschlagung der Matrosenrevolte von Kronstadt?
Wieviele die Hungersnöte, ausgelöst durch den "Kriegskommunismus" der Bürgerkriegsjahre mit seinen gnadenlosen Requirierungen?
Wieviele die Zwangskollektivierung Stalins zu Beginn der 30'er Jahre?
Dort allein 7 Millionen Tote in der Ukraine, kein Unglück, sondern wohl geplant, durch Abriegelung, Getreiderequirierungen und GETREIDEEXPORT während der schlimmsten Hungersnot der russisch-ukrainischen Geschichte.
Und nicht zu vergessen die Toten während der großen Säuberungen Mitte bis Ende der 30'er Jahre, 1,5 Millionen?
Ja, es ist sehr glaubhaft, dass eine Partei, die so vorgeht, die schon in den frühen 20'ern Bauernaufstände mit Giftgas niederkämpfte, 1, 85 Mio. tote Soldaten im Weltkrieg "beklagt" und darum Frieden anbietet.
Nein, nein, Kommunisten waren in diesem Falle nicht nur nicht besser, sondern schlimmer als ihre Gegner, viel schlimmer.
Man brauchte den Frieden nach außen, um den Krieg gegen weite Teile des eigenen Volkes ungestört führen zu können.
Widerlich, dass sich immer noch Verteidiger dieser Henker und Massenmörder finden.
Genauso widerlich wie jene, die behaupten, unter Hitler sei ja nicht alles schlecht gewesen.
Er habe ja die Arbeitlslosigkeit beseitigt und Autobahnen gebaut, der Gute.
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Ergebnis 51 bis 52 von 52
Thema: rosa luxemburg
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07.01.2010, 17:35
AW: rosa luxemburg
Geändert von arouet58 (07.01.2010 um 17:39 Uhr)
Cum grano salis
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07.01.2010, 19:32Inaktiver User
AW: rosa luxemburg
@djgmRosa Luxemburg hatte genug Gelegenheit gehabt, um zu sehen, welche Gewalt und welche Verbrechen der Bolschewismus in Russland 1917 und 1918 ausgeübt hat.
Es war zu diesem Zeitpunkt jedem klar, dass die Revolution in Russland zu einem Blutbad geführt hat (das später noch viel schlimmer wurde), und dass eine kommunistische Revolution in Deutschland (oder anderen Ländern) gleichermaßen in Blut schwimmen würde.
Bitte unterstellt ihr nicht, naiv und dumm zu sein!
Sie wusste genau, was ihre Ziele waren!
Luxemburg war nicht naiv und nicht dumm, dumm schon gar nicht.
Natürlich wusste sie, was eine Revolution bedeutete, sie nahm die Opfer in Kauf, sie sah nur diesen Weg zum Kommunismus, den sie so wie auch Marx und Lenin für DIE Lösung der ökonomischen Probleme und daher für DIE bessere, ja beste Zukunft hielten.
Was ich herausfiltern will, ist, dass sowohl Luxemburg, wie auch die anderen dem Irrtum unterlagen, Machtausübung würde nur dann geschehen, wenn die Produktionsmittel in den Händen weniger lagen, wären erst die Produktionsmittel im Besitz aller, würde niemand mehr Macht wollen.
Macht in dem ausschliesslichen Sinn, dass eine Person über eine andere zu herrschen verlangt, ohne davon wirtschaftliche Vorteile zu haben und dass Gesetze benötigt werden, dies zu verhindern, hat Marx nicht gesehen, nicht Luxemburg und nicht Lenin.
Sie glaubten, wenn man Menschen sich selbst überlasse und nur die Gesellschaft ändere (indem alle alles besitzen), dass jene Menschen nur gut handeln würden.
Dieser Optimismus durchzieht die Äusserungen von Marx, von Luxemburg und ebenfalls von Lenin.
Lenin sagte einmal, er verstünde nicht, weshalb Strafgesetze existieren müssten; denn wenn sie (die Kommunisten) erst einmal die Umstände geändert hätten, dann würde jedermann jeden anderen davor bewahren, Verbrechen zu begehen mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der jeder Mann sich beeilen würde, einer in Bedrängnis geratenen Frau beizustehen.
Das war pures 19.Jhdt., niemand oder nur wenige setzten sich mit der menschlichen Psyche auseinander, damit, dass Macht auch um der Macht willen und ohne jeden ökonomischen Gewinn lustvoll ausgeübt wird.
Und das war die Crux.
Luxemburg und die anderen, auch Clara Zetkin und Karl Liebknecht unterlagen dem Irrtum, Gefühle nicht in Betracht gezogen zu haben.
Sie sahen nach all den vielen Opfern einen goldenen Morgen heraufdämmern, für die Menschheit.



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