Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 14
  1. Administrator

    User Info Menu

    Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Liebe Userinnen, liebe User,

    bundesweit streiken die Erzieherinnen, denn ihre Arbeit in den Kitas ist unterbezahlt und macht krank. Auf BRIGITTE.de erzählen vier Erzieherinnnen, was ihren Job schwer macht.

    Sie sind auch Erzieherin und möchten Dampf ablassen, aus Ihrem Alltag berichten oder Ihre Meinung loswerden? Das können Sie entweder hier oder per Mail an erfahrungen@brigitte.de
    Einige Beiträge werden - selbstverständlich anonym - auf BRIGITTE.de veröffentlicht.

    Wir wünschen Ihnen einen angeregten Austausch!
    Ihre BRIGITTE.de-Redaktion
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

  2. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Aufgrund von zwei Gründen bin ich "sauer"
    1. Die geringe Bezhalung
    Trotz der wichtigen Bildungsarbeit, die in Kitas geleistet wird,
    werden Fachkräfte nicht entsprechend wertgeschätzt. Längst
    haben Psychologen, Neurobiologen u.a. nachgewiesen, dass
    die frühe Bildung zentral für den späteren Bildungserfolg eines
    Menschen ist. Trotz dieser Erkenntnis, wird die frühkindliche Bildung
    nicht ausreichend ausgestattet. Eine gute didaktische Planung
    benötigt v.a. Zeit (Fortbildung, Planung, Teamarbeit, ...) und Geld
    (gute Arbeit = gutes Geld).

    2. Sauer bin ich, da ich aufgrund des Gehaltes nicht mehr als Erzieher
    arbeiten kann. Dabei ist der Beruf so interessant und vielfältig.

    Ich kann nur hoffen, dass die Fachkräfte sich gut organisieren und für
    gute Arbeitsbedingungen, die auch den Kindern zugute kommen, streiten.

    Beste Grüße

    Morenga

  3. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Ich arbeite seid zwölf Jahren als Erzieherin, davon 8 Jahre als Stellvertretung und seid einem Jahr als Leitung. Ich habe mich in dieser Zeit regelmäßig fortgebildet und eine Weiterbildung als Sozialfachwirt absolviert.
    Ich habe mir ein fundiertes Wissen zugelegt und somit auch ein dickes Fell. Ich gehe mit Eltern in die Diskussion über ihr Kind. Grenze mich ganz klar ab, wenn Dinge nicht machbar sind oder wenn ich das Kind im Alltag anders beobachte.Frage genauer nach!
    Die jetzige Einrichtung haben meine Kolleginnen und ich gemeinsam aufgebaut und mit den Eltern die Regeln abgesprochen. Es gab ein sogenanntes ABC-Heft für alle Eltern und Erzieherinnen. Wir haben diese gemeinsam diskutiert und vereinbart. Dies schafft Orientierung für alle.
    Wir betreuen bei uns 25 Kinder im Alter von 3 Monaten bis sechs Jahren in zwei Gruppen. Pro Gruppe haben wir einen Schlüssel von 2,9 Stellen. Unsere Arbeitsverträge habe ich nachverhandelt und wir bekommen monatlich eine Sonderzahlung.bzw. die Altersvorsorge wird voll übernommen und das bei einem kirchlichen Träger!
    Wir als Team sind füreinander da und unterstützen uns, wenn es einer Kollegin schlecht geht und diese ausfällt.
    Eine Einrichtung steht und fällt mit der Leitung. Wenn diese eher Macht ausübt, unklare Anweisungen oder garkeine gibt, Elternarbeit eher ein gegeneinander als ein miteinander ist, dann macht das krank! Genauso wenn Leitungen ihren sorry Arsch lieber im Büro breitsitzen, als in Notsituationen den Kollegen unter die Arme zu greifen.
    Was wir in unserer Einrichtung komplett abgeschafft bzw.erst garnicht eingeführt haben ist, nur zu funktionieren und das Jahr mit seinen Festen und Feierlichkeiten abzuhaken und zum Ende des Kita- Jahres vor Kraftlosigkeit umzukippen. Wir quälen uns weder mit Muttertags-noch Vatertagsgeschenken oder irgendwelchem sinnlosen Mist.Wir genießen wenige kirchliche Feste, bereiten diese dann aber top vor.Unsere Arbeit ist komplett an den Bedürfnissen der Kinder orientiert.
    Was interessiert die Kinder? Was ist gerade Thema in der Gruppe? Aufgreifen, Beobachten und mit den Kindern ein Thema erarbeiten.
    Dann macht die Arbeit Spaß!!

  4. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Ich bin seit über 40 Jahren in diesen Bereich tätig.
    Nach meiner Ausbildung 1968 habe ich 500 DM verdient ,davon konnte ich gut leben. Ich habe den Führerschein erworben und mir ein Auto gekauft.
    Nach Pfarrer, Bürgermeister und Lehrer war die Kindergärtnerin eine angesehene Person.
    Ich trauere nicht diesen Zeiten nach, den in der Pädagogik und Erziehung in diesem Bereich hat sich grundlegend und positiv weiterentwickelt.
    Leider die Bezahlung und die Wertschätzung nicht.
    Unser Problem ist dieser Beruf ist von Frauen besetzt, die mit Lust und Elan für Kinder kämpfen und jetzt erst lernen, daß ohne ihren eigenen Einsatz die Zukunft in diesen Bereich endet.
    Viele Kolleginnen leben mit Kindern und/oder Ehepartner von diesen wenigen Geld.
    Qualifizierungen, Weiterbildungen flexibles Arbeiten, Überstunden sind Realität und werden erwartet.
    Vor 29 Jahren bekam ich als Leitung meine Eingruppierung ,die sich seit dem nicht verändert hat.
    Eine Erhöhung bei zusätzlicher Qualifizierung Fehlanzeige., so schreibt es der Tarifvertrag vor.
    Jetzt soll es geändert werden, doch die Kommunen tragen die Belastungen und die Finanzen fehlen.
    Geld für die Zocker bei den Banken ist da, für Opel soll ebenfalls Unterstützung kommen.
    Für den Jahresgehalt eines Herrn Ackermann könnten 200 Erzieherinnen mit Familien 5 Jahre bezahlt werden und
    würden dem Staat Steuern und Sozialabgaben bezahlen.
    Deshalb ist dieser Streik berechtigt und ich bin kurz vor meiner Altersteilzeit dazu bereit.

  5. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Ich bin seit 25 Jahren als Erzieherin tätig und könnte mir nach wie vor keinen besseren Job vorstellen.
    Kinder ein Stück des Lebensweges zu begleiten und sie so gut es geht zu fördern halte ich für die schönste Aufgabe der Welt!

    Und doch gibt es viele Punkte, die einem den Berufsalltag schwer machen.
    Es ist eine ständige Herausforderung den Spagat zu schaffen zwischen den Begebenheiten, die der Träger bzw der Staat einem vorgibt, den Forderungen der Eltern und den eigenen Ansprüchen.

    Ich sehe meine wichtigste Aufgabe darin, jedes Kind als Individuum wahrzunehmen, es in seinen Stärken zu unterstützen und seine Schwächen so gut es geht auszugleichen.
    Doch wie soll das gehen bei einer Gruppenstärke von 20 – 25 Kindern?

    Um alle Förderungsmöglichkeiten so gut es geht ausschöpfen zu können, habe ich nach meiner 4jährigen Ausbildung noch mal 3 1/ 2 Jahre die Schulbank gedrückt und mehrer Zusatzqualifikationen erlangt. Sprachförderung, Musikerziehung und Bewegungserziehung halte ich für wichtige Komponenten der Bildungsarbeit im Vorschulalter.

    Und trotz meines hohen Ausbildungsgrades fühle ich mich als unterstes Glied in der Kette der pädagogischen Fachkräfte. In der Zusammenarbeit mit Trägerschaften und Lehren wird mir immer wieder das Gefühl gegeben, als Erzieherin doch eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Das spiegelt sich natürlich auch in meinem Gehalt wieder, das so gering ist, dass ich als allein erziehende Mutter kaum in der Lage bin, den Lebensunterhalt für mich und meine zwei Kinder zu bestreiten.

    Da mein geringes Gehalt und meine Lebensumstände es nicht erlauben auf 1 % meines Gehaltes zu verzichten um der Gewerkschaft beizutreten, ist es mir leider nicht möglich, an den Streiks teilzunehmen.
    So bleibt mir nur, meinen Beitrag darin zu liefern, in dem ich Briefe an Familienminister, Schulminister und Minister für Migration schreibe.


    Umso mehr bin ich froh, dass es engagierte Kolleginnen gibt, die sich dafür einsetzen, dass unser Beruf endlich die Anerkennung erhält, die er verdient!
    Herzlichen Dank dafür!

    LG
    Riecola
    ___________________________________
    Wenn sich eine Tür schließt...
    ... öffnet sich dafür eine andere!

  6. Inaktiver User

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Was sind eigentlich die Kriterien dafür, ein Thema "festzupinnen"? Das Interesse der Leser kann es ja wohl nicht sein bei nur vier Beiträgen bisher ...

  7. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Ich verstehe die Erzieherinnen und Erzieher sehr gut. Zwar habe ich selbst keine Kinder, aber ich habe jahrenlang in einem ähnlich aufreibenden Beruf gearbeitet (Altenpflege).

    3 meiner sehr guten Freundinnen sind allerdings Erzieherinnen und was ich da manchmal zu hören bekomme, ist haarsträubend. Wenn ich wählen müsste, würde ich tatsächlich eher wieder in der Altenpflege arbeiten!

    Ich wundere mich auch nicht, dass jede Woche mindestens 3 Stellenangebote für Erzieher in der Zeitung stehen, so, wie die Leute dort verheizt werden.
    Gruß Leni

  8. User Info Menu

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Ich lese hier von knapp-über-Hartz-4-Einkommen und Erwartungen der Eltern, dass Kinder fertig erzogen aus der Kita kommen und schüttel den Kopf über unsere Gesellschaft.

    Das höchste Gut, was eine NAtion hat, ihre Zukunft, ihr Weiterbestehen und ihr Ansehen in der Welt, liegt allein in ihren Kindern - und diese werden von hochgradig engagierten, aber vollkommen unterbezahlten und nicht wertgeschätzten Personen betreut und erzogen? Und ich bitte, diesen Vergleich zur "Nur-Hausfrau-und-Mutter" zu ziehen!

    ICh habe drei Kinder, die Kindergärten und keine Kitas besucht haben und erlebte oft, dass Kindergärtnerinnen zu mir sagten: "Du machst das richtig, wenn du deine Kinder lieber selbst erziehen willst - das ist nicht immer gut für die Kinder, den ganzen TAg von zuhause weg zu sein, auch wenn die sich hier sehr wohl fühlen!"

    Halloooo???? Hört mal jemand den Damen zu, die unsere Zukunft in den Händen halten???

    Und wenn Frau von der Leyen die Mütter schon nach sechs Monaten wieder in den Job schicken will, dann sollten die Erzieherinnen auch eine Scheibe der extrem gut verdienenden, weil gut ausgebildeten jungen Mütter abhaben sollen...sie sind nämlich selbst gut ausgebildet und mindestens genauso engagiert in ihrem Job!!!!

  9. Inaktiver User

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Die Tarifeinigung ist da.

    In Dresden sollen die Kita-Gebühren um etwa 3.5 % angehoben werden.


    Beides ist fair!

  10. Inaktiver User

    AW: Bundesweiter Streik der Erzieherinnen

    Ich kann von der anderen Seite der Medaille berichten! Von unfähigen und eben nicht engagierten Erzieherinnen, denen es SCh*** egal ist, ob die Kinder bei ihnen gut aufgehoben sind! Mein Sohn und wir haben den größten Schaden aus der Kindergartenzeit davon getragen. Erzieherinnen, die Kindern den Mund zukleben, weil sie andere Kinder angespuckt haben.Die Kindern gegen das Schienbein treten, weil es ja auch andere Kinder getreten hat.

    Eine Erzieherin, die zugelassen hat, dass mein Kind aus der Gruppe ausgegrenzt und zum Fußabtreter gemacht wurde! Die wollen mehr Geld??? Für was eigentlich? Und ich höre von einigen Eltern in meiner Umgebung, dass es in anderen Einrichtungen auch nicht besser abgeht. Über die "Bildung" in solchen Stätten mal ganz zu schweigen-davon bekommt man hier auch nicht wirklich viel ab.

    In unserer Kita gab es genau eine ausgebildete Erzieherin, alle anderen kamen aus allen möglichen Bereichen. War vor 30 Jahren wohl so üblich... Die Fortbildungen wurden zwar gemacht, weil sie mussten-aber umgesetzt wurde davon nichts. Beschwerden bei der Stadt gehen ins Leere und eigentlich gehört sowas ins TV.

    Allen Anderen, die sich hier aufregen, wünsche ich natürlich bessere Arbeitsbedingungen, dass die nicht toll sind, glaube ich schon....

    Grüße M.

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •