Nochmal. Mit welchem Recht erlaubst Du Dir, jemandem vorzuschreiben, wie er sein Einkommen verwendet. Nur, weil es für Dich aus Deiner Geldbörse heraus viel Geld ist, wenn ein anderer ein besseres Einkommen hat, bedeutet das nicht, dass er dafür stärker bestraft wird und Du entlastet wirst. Das genau ist nämlich Umverteilen. Gerecht ist das nicht, sondern in hohem Masse eine anmaßende Forderung, demjenigen, der mehr hat, vorzuschreiben, dass er doch "gefälligst" auch mit weniger zurecht kommt.
Auch hier nochmal, wenn alle den gleichen Steuersatz zahlten, dann wäre auch sicher das Brutto-Gehaltsgefüge anders. Dann würde der Vorstand vermutlich nicht mehr 1 Millionen bekommen, weil ihm nur 500.000 bleiben, sondern vielleicht nur 700.000. Und der AN mit 2000 Euro bekäme vielleicht 2.300 Euro.
Der Punkt ist doch, dass wir nicht die heutigen Strukturen der Gehälter, die über Jahre im jetzigen System gewachsen und "systemoptimiert" sind, mit denen vergleichen können, die sich aus einem wirklich gerechten System ergäben.
Auch in der Schweiz profitieren 80% von der Progression, während 20% sie bezahlen. Da in der Demokratie alle Stimmen den gleichen Wert haben, ist es kein Argument zu sagen, "die Schweiz" stimmt so ab. Davon wird es nicht gerechter für diejenigen, die bezahlen.Wie gesagt: die Schweiz lehnt den linearen Steuersatz ab, und sie wird schon wissen warum.
Um Unternehmer oder Exodus geht es bei der Frage nach Steuergerechtigkeit nicht. Hier geht es darum, dass die roten es als gerecht empfinden, dem einem 40% zu nehmen, und dem nächsten 5% oder garnichts. Erinnert mich an Orwell, manche sind gleicher. Aber die Ökos predigen ja auch laufend gegen Autos und lassen sich im 7er abholen..Von einem Exodus der Unternehmer merken wir hier in der Schweiz bisher nichts. Wohin auch? Welches Land hat denn ein lineares Steuersystem?
.![]()
Antworten
Ergebnis 81 bis 90 von 110
-
24.04.2009, 11:06
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!
-
24.04.2009, 11:11Inaktiver User
-
24.04.2009, 11:16Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Hää? Was soll denn das?
"Umverteilung", das hat schon Ludwig Erhard, CDU-Guru und wirtschaftspolitische Legende, ausgiebig gemacht. Informiere dich mal ein bisschen, bevor du hier ein völlig schiefes Bild vermittelst.
Und vorschreiben will hier niemand irgendwem, wie er sein (Netto-)Einkommen verwendet.
So besonders "rot" finde ich die Schweiz eigentlich nicht, das müsste sie aber sein, wenn man deinen Behauptungen Glauben schenken würde..Auch in der Schweiz profitieren 80% von der Progression, während 20% sie bezahlen. Da in der Demokratie alle Stimmen den gleichen Wert haben, ist es kein Argument zu sagen, "die Schweiz" stimmt so ab. Davon wird es nicht gerechter für diejenigen, die bezahlen.
Um Unternehmer oder Exodus geht es bei der Frage nach Steuergerechtigkeit nicht. Hier geht es darum, dass die roten es als gerecht empfinden, dem einem 40% zu nehmen, und dem nächsten 5% oder garnichts. Erinnert mich an Orwell, manche sind gleicher.
Ich glaube, mit derartigen Vorwürfen kann man / können wir hier ganz gut leben. Sie werden nicht ernst genommen, sondern postwendend ins Reich der Fabeln verwiesen.
-
24.04.2009, 11:18Inaktiver User
-
24.04.2009, 11:24Inaktiver User
-
24.04.2009, 11:24
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Ach, will hier niemand? Hier fallen Sätze wie "Mit DEM Gehalt kann der doch locker was abgeben", "Mit so viel Geld.. " usw. Sorry, aber hier wird mit dem Argument des sozialen demjenigen, der mehr verdient, vorgeschrieben, dass er verteilen muss. Und das sogar qua Gesetz durch höhere Steuersätze. Nur, weil wir unser Steuerecht schon seit zig Jahrzehnten haben, wird es nicht gerechter. Sobald also jemand für eine unterschiedliche Besteuerung nach Einkommenshöhe plädiert, plädiert er für Umverteilung und Ungerechtigkeit. Denn das Argument lautet ja stets "der kommt auch mit weniger zurecht". Dabei bleibt offen, was und wer der Maßstab für diese Aussage ist, wo also die Basis liegt. Und, wie gesagt, ich halte alleine diesen Gedanken schon für ungerecht. Wie gesagt, nur weil einer zahlt und zehn profitieren wird das nicht gerechter im echten Sinne des Wortes GERECHT.
Weshalb? Ich habe nicht behauptet, die Schweiz wäre rot. Es spielt bei der Frage der Steuergerechtigkeit auch keine Rolle, welcher Coleur jemand angehört. Denn jeder, der vom System profitiert, wird für das System votieren.So besonders "rot" finde ich die Schweiz eigentlich nicht, das müsste sie aber sein, wenn man deinen Behauptungen Glauben schenken würde..Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!
-
24.04.2009, 11:26
-
24.04.2009, 11:26
-
24.04.2009, 11:30Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Es wird dir auch vorgeschrieben, dass du bei Rot an einer Ampel stehen bleiben musst. Das ist keineswegs Freiheitsberaubung. Und so wird dir auch vorgeschrieben, welchen Anteil deines Einkommens du für die Allgemeinheit bereit stellen sollst. Würde man das nämlich deinem Gutdünken überlassen, wäre es zweifellos dramatisch weniger. Und nicht nur bei dir, auch bei mir.

Leider kann der Staat angesichts der Aufgaben, die er zu schultern hat, und angesichts der Ausgaben, die er auch für Leute wie dich oder mich macht, keine Rücksicht darauf nehmen, wieviel der Einzelne freiwillig zahlen will.
Das Steuersystem ist nämlich nirgendwo auf der Welt ein Klingelbeutel, in den jeder hineingibt, was er gerne möchte.
Du hast behauptet, die "Umverteilung" aufgrund eines progressiven Steuersystems sei im Prinzip "rot". Die Schweiz hat ein progressives Steuersystem, und zwar im gesellschaftlichen Konsens. Ergo ist die Schweiz "rot".Ich habe nicht behauptet, die Schweiz wäre rot.
Falls du trotzdem nicht glaubst, dass die Schweizer rote Socken sind, dann solltest du deine generelle Argumentationslinie überprüfen.
.
-
24.04.2009, 11:40Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Mal abgesehen davon, dass ich deine Forderung nach einem linearen Steuersystem mit dem Ergebnis einer dramatischen Steuersenkung für die Reichen absolut nicht ernst nehmen kann,
abgesehen davon finde ich dich angesichts der gegenwärtigen weltwirtschaftspolitischen Situation bemerkenswert kurzsichtig. Mach mal deine Augen auf.
Wenn uns etwas über diese dramatische Finanzkrise, die wir jetzt erst langsam merken, hinwegrettet, ohne dass der soziale Frieden gefährdet wird, dann sind es genau jene ollen Kamellen, die die Bundesrepublik wirtschaftlich groß, stark und stabil gemacht haben.
Schau dir bloß mal an, was in USA los ist.
Dort hausen mittlerweile viele Tausende von Mittelständlern in ihren Autos, weil sie mit Jobverlust und ohne soziale Absicherung geradewegs in die Obdachlosigkeit getrieben wurden. Und das Ende dieser Teufelsspirale ist noch lange nicht erreicht. Das ach-so-viel-bessere Steuersystem mit dramatischen Entlastungen für die Superreichen steht am Rande des Kollaps - und das ausgerechnet jetzt, wenn die volle Finanzkraft des Staates gefordert ist.
Wir können froh sein, dass unsere Systeme (Mitteleuropa, also D-A-CH) wesentlich stabiler und leistungsfähiger sind. Nicht in guten Zeiten, sondern gerade jetzt sehen wir, was wir an ihnen haben.



Zitieren
