Erstens, wie oben geschrieben, reicht es ja, hier eine Wohnung zu haben, und 183 Tage im Auslanfd unterwegs zu sein.
Zweitens, ein paar Beipiele aus der Praxis und meinem direkten Umfeld, wenn Du allgemeinen Statistiken zum Auswanderungsproblem nicht glauben magst:
a) Sowohl mein Chef als auch ich sind gerade aus Deutschland ins Nachbarland umgezogen. Hier bekomme ich bei gleichem Brutto genau 20% mehr netto raus. Kirchensteuer bewegt sich statt im guten 4-stelligen im tiefen drei-stelligen Bereich und kann soar verhandelt werden. Soli gibt es garnicht.
b) Ein befreundeter Arzt hat gerade eine zweit-Praxis im Ausland aufgemacht, weil die GÖÄ in Deutschland dank unseres Prima Gesundheitssystems ein Desaster für viele Ärzte darstellt und Krankenkassen einen Großteil der Einnahmen lieber für Werbung und Verwaltung statt für Patienten ausgeben. Sobald die läuft, wird er die deutsche schließen.
c) der Geschäftsführer einer Firma ist jetzt nicht mehr in Deutschland bei der Tochter, sondern im Ausland angestellt. So leitet er Deutschland jetzt via Geschäftsreise. Der Verdienst fällt im ausland an.
d) Der Freund meiner Schwester ist vor sechs Monaten nach Monacco ausgewandert - natürlich wegen unserer Steuern
e) ich kenne mindestens fünf weitere Führungskräfte, die kürzlich ausgewandert sind.
Bin gespannt, wann jemand zugibt, dass sich das zu einem Problem erwächst, wenn die 20%, die den ganzen Käse bezahlen, auf einmal nur noch 15% sind.. dann werden wir Verhältnisse wie in Ungarn bekommen. Noch vor 10-15 Jahren das Vorzeigeland in Osteuropa. Heute dank ausgiebiger Staatskredite und Finanzierungen des Staates auf Pump Armenhaus Europas mit einem Durchschnittslohn von netto 400 Euro. Hier machen die Menschen für Geld inzwischen alles. Nein, das finde ich nicht gut, aber dahin wird auch Deutschland kommen, wenn es so weiter macht, die Leistungselite zu verscheuchen, und Gleichmacherei zu betreiben.
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22.04.2009, 20:24
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!
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22.04.2009, 20:59Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Die Gebührenordnungen für Ärzte werden von gemeinsamen Ausschüssen von Krankenkassen und Ärzten verhandelt. Bei Unzufriedenheit sollten sich die Ärzte mal an ihre Vertreter wenden.
Im Jahr 2007 haben die gesetzlichen Krankenkassen 148 Milliarden = 94,7 % ihrer Ausgaben für Leistungen an die Versicherten ausgegeben.
5,3 % wurden für Verwaltungsaufgaben ausgegeben - sicher ist das nicht der Großteil der Einnahmen.
(Quelle Statistik KJ1 der gesetzlichen Krankenkassen).
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22.04.2009, 21:35
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Die KVs fordern seit einigen Jahren erhöhungen der Budgets um mehrere Milliarden Euro, zuletzt 4,5.
Mag sein, bin kein Kassenspezialist udn auch kein Arzt, insofern betrifft mich das Thema nur als Patient. Und als solcher ist es sehr merkwürdig, dass Kassen angeblich 3.000 Euro Pro Jahr und Patient ausgeben und doch so intransparent bleiben, wohin das Geld fliest und das es offenbar nicht ankommt, wo es ankommen muss. Wie sonst ist zu erklären, dass es eine Pauschale pro Patient und für drei Monate von - ich glaube mich zu erinnern 30 oder 40 Euro gibt - für die der Arzt unlimitiert behandeln muss, egal wie oft der Patient wieder kommt. Überträgt man das in die Wirtschaft, heißt das, ich zahle 30 Euro Flat im Restaurant, egal, ob ich einmal oder 40 Mal essen komme.. da stimmt doch am System etwas gewaltig nicht. Aber das ist ein anderer Thread..Im Jahr 2007 haben die gesetzlichen Krankenkassen 148 Milliarden = 94,7 % ihrer Ausgaben für Leistungen an die Versicherten ausgegeben.
5,3 % wurden für Verwaltungsaufgaben ausgegeben - sicher ist das nicht der Großteil der Einnahmen.
und ändert nichts daran, dass schon seit Monaten reihenweise Ärzte und hochqualifizierte vieler Branchen auswandern und mit ihnen die Zahl der Menschen, die dieses System bezahlen, weiter abnimmt, wohingegen die Zahl der Nutzer auch auf Grund der Krise weiter steigt. Kollaps programmiert, insbesondere, wenn der Exodus auch noch politisch forciert wird.
Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!
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22.04.2009, 22:02Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Das ist nicht intransparent sondern aus den amtlichen Statistiken, die die Kassen jährlich erstellen, sehr transparent zu ersehen.
Das haben die Vertretungen der Ärzte mit den Kassen und dem Ministerium so ausgehandelt !!
Nebenbei gibt es eine Reihe von Leistungen , die der Arzt abrechnen kann, die dieser Begrenzung nicht unterliegen.
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22.04.2009, 22:09
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Genau. Schmidt sagt: so viel gibt's, friss oder stirb. Das nennst Du verhandeln? Aber wie gesagt, nicht mein Thema, jetzt erst recht nicht mehr.
Du meinst in der Art, dass der Hausarzt z.B. zu Hause behandelt, eine Spritze setzt und die Nadel ohne Schutzhülle in den hausmüll entsorgen muss, weil die Kasse die 1-2 cent für die Hülle nicht mehr bezahlt?Nebenbei gibt es eine Reihe von Leistungen , die der Arzt abrechnen kann, die dieser Begrenzung nicht unterliegen.
In der Tat gehen immer mehr Mediziner dazu über, s.g. Wahlleistungen privat abzurechnen. Der perfekte Weg in die endgültige zweiklassen Medizin. Es wird bald Ärztezentren geben (aktuell weiss ich von einem Großprojekt), in dem dann 20 Spezialisten sitzen, mit sofort Termin Garantie, Parkplatz vor der Türe für die Patienten und komplettem Nebenprogramm. Aber nur für Privat-Patienten. Der Rest geht zum von der GKV "empfohlenen" Fließband - wenn er dann nach 8 Monaten einen Termin bekommen hat. Danke Ulla.
Aber wie gesagt, anderes Thema und ich freue mich über meine 1. Klasse Medizin. Verteilt Ihr mal weiter um..Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!
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23.04.2009, 08:26Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Ja, wenn du gestern zufällig auch Plasberg gesehen haben solltest:
Langsam (endlich!) wird es auffällig, wie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft.
DGB-Chef Sommer prophezeit Klassenkämpfe, falls sich nicht bald was ändert.
Der Emmaus-Mann aus Köln, der dortige Suppenküchen-Chef, hat gesagt, dass die Leute merken, dass man Politik auch von unten machen kann, dass man nicht auf die da in Berlin angewiesen ist - das fand ich einen sehr weisen Satz!
Nur diese Gräfin hat wohl immer noch nicht wirklich was kapiert ...
und Philipp Mißfelder auch nicht.
Interessant auch das dortige Gästebuch
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23.04.2009, 09:04Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Ich fand in der Sendung gestern auch das Beispiel sehr interessant, dass eine Verkäuferin im KadeWe, also z. B. die, die dir (?) in der Delikatessen-Abteilung das Kilo Spargel für 20 Euro verkauft, oder in der Herren-Konfektion den Designer-Anzug für 3000 Euro, nicht mehr als 1340 Euro verdient - als Spitzenverdienst.
Die Typen vom Golfclub, die eine Aufnahmegebühr von 4000 Euro gezahlt haben und einen Jahresbeitrag von 1400 Euro, jammerten über die geplanten 2% Steuererhöhung.
Eine Bekannte erzählte mir gestern, dass ihr Mann (Alleinverdiener) wahrscheinlich das ganze Jahr Kurzarbeit machen muss.
Von der Textilbranche weiß ich, dass dieses Jahr auf Lohnerhöhung und auf das Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet werden muss - angeblich mal wieder, um die Arbeitsplätze überhaupt erhalten zu können. Meist verlieren diese Leute im Endeffekt aber trotzdem ihre Arbeitsplätze, obwohl sie auf alles Mögliche verzichtet haben
Geändert von Inaktiver User (23.04.2009 um 10:43 Uhr)
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23.04.2009, 09:57
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Ein paar Punkte, die mir gerade einfallen:
1. Kosten für Medizin und Gesundheit: Ich kenne Mediziner in einigen europäischen Ländern, und weiß, dass in den meisten Ländern Ärzte geringere Einkommen haben als in Deutschland. Und Wenn Massen an Medizinern in die Schweiz oder nach Österreich abwandern, wird ziemlich schnell ein Aufnahmestop für deutsche Ärzte erfolgen. Bisher wurde doch die Zahl der Ärzte in Deutschland künstlich niedrig gehalten. Durch extremen Numerus-Clausus z.B. wurde doch das Angebot an Ärzten künstlich niedrig gehalten. Es spricht doch viel dafür, mehr Studienplätze hierfür bereitzustellen.
2. Einkommen: Wenn ich von irgendwelchen Tarifvereinbarungen lese, bei denen etwa 3 Prozent Lohnsteigerungen vereinbart wurden, muss ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Alle wollen mehr, und bekommen auch von der Politik vermittelt, dass man auch mehr erhalten kann. Nur lernt man schon im ersten Semester Volkswirtschaft, dass nur das verteilt werden kann, was auch produziert wird. Und wenn wir einen Produktionsrückgang von ca 6 bis 7 Prozent in diesem Jahr haben, kann man auch nur 6 bis 7 Prozent weniger verteilen, egal, welche Bevölkerungsgruppen sich wieviel von diesem verkleinerten Kuchen abschneiden können.
Also: Die Zeiten werden sehr schlimm. Hört auf, den Beschwichtigungslitaneien mancher Politiker zu glauben.
Wir werden in den nächsten zwei Jahren ganz schlimme Zeiten erleben. Die Regierenden versuchen mit Ach und Krach, das Schiff bis zur Bundestagswahl auf Kurs zu halten. Und das mit einer Staatsverschuldung, die nie mehr zurückgeführt werden kann. Gestern hörte ich, dass diese Verschuldung ja in 20 Jahren zurückgezahlt werden kann. Was für ein Irrsinn, wir finanzieren unseren Bürgern in dieser schlimmen Zeit japanische Kleinwagen, verschrotten noch gute Gebrauchtwagen, und unsere Kinder dürfen diesen Horror ausbaden.
Was machen wir. Wir graben unserer Demokratie das Wasser ab.
WolfgangIch bin, also denke ich
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23.04.2009, 11:19Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Ein typisches Beispiel aus dem Freundeskreis:
Meine Freundin (Personalbüro) bekommt seit 7 Jahren KEINE der ausgehandelten Lohnerhöhungen ! Der Chef/Inhaber läßt grundsätzlich durchblicken daß der Mitarbeiter ja auch gehen kann, wenn er das nicht akzeptiert!

Der Inhaber der, wen wunderts- sehr hohe Gewinne erwirtschaftenden Firma (Gewinne die durch die MITARBEITER erwirtschaftet werden!)
-der oft bündelweise Geld vor sich auf dem Schreibtisch stapelt, Porsche Carrera mit allen Schickanen fährt, nur maßgeschneiderte Kleidung trägt (NEIN, das hat NICHTS mit Neid zu tun, sondern mit Verhältnismäßigkeit!) -
"verteilt" nach Arschkriecherkriterien/Gutsherrenart willkürlich mal gar keine, mal 1% mal 2% der ursprünglich bis zu 4,xx% ausgehandelten Lohnerhöhung-schon in der Vergangenheit und nach wie vor!
Nun, meine Freundin ist 53 Jahre alt, bekommt eine sehr gute Bewertung ihrer Arbeit vom Personalchef(Vorgesetzter).....sie hat die Wahl es hinzunehmen mit 1200 netto mehr als 40 Stunden monatlich zu arbeiten, Überstunden selbstverständlich unentgeltlich, oder zu kündigen.....
Die Konsequenzen kann sie sich ausrechnen.
Was ist das ausser Erpressung ? Sklaverei ?
Wenn ich dann die armen, armen Golfspieler in der gestrigen Plasberg-Sendung höre, kommt mir geradezu das k....
Da ist doch keinerlei Bodenhaftung und Kenntnis der Verhältnismäßigkeiten zu erkennen.
Es sei jedem Unternehmer ein hohes Einkommen gegönnt, wenn er es nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter durch Ausbeutung erwirtschaftet hat.
Beispiele gibt es gottseidank auch positive. Unternehmer die Verantwortung für ihre Mitarbeiter übernehmen, die wissen daß die Gewinne nur durch zufriedene und angemessen bezahlte Mitarbeiter zu erwirtschaften sind.
Ein Beispiel : trigema
Diese positiven Beispiele sollten viel stärker in den Medien hervorgehoben werden !Geändert von Inaktiver User (23.04.2009 um 11:23 Uhr)
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23.04.2009, 12:21Inaktiver User
AW: Finanzpolitische Dummheit der SPD ??
Diese Gräfin gestern bei Plasberg -
sie fragte Sommer doch allen Ernstes, ob er von ihr verlange, dass sie ihr ja ach so verwahrlost geerbtes Schloss, in das sie ja mit so viel harter Arbeit Geld reingesteckt und es somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, denn jetzt verkaufen und das Geld den HartzIV-Empfängern geben soll
Sie hatte wohl überhaupt nicht verstanden, dass es um Anhebung des Spitzensteuersatzes
ging
Sie empfindet sich auch mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 5000 Euro nicht als reich
Am Schluss meinte sie dann auf die Frage, was sie denn aus der Sendung mitnehmen würde, dass man "die Präsenz der HartzIV-Empfänger stärker einbinden" müsse - worauf Plasberg nachfragen musste, was sie denn damit meine ...Geändert von Inaktiver User (23.04.2009 um 12:32 Uhr) Grund: Der ursprüngliche Satz war zu verschachtelt



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