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    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Was mich aufregt, ist, dass die Pharma-Lobby in Deutschland extrem stark ist, und den Kassen und Politikern ihre Bedingungen diktieren kann.
    Warum sind in Deutschland die Arzneimittelpreise so extrem hoch?? Das wissen nur die Politiker, Staatssekretäre, Vertreter der Kassen, die diesem Unsinn zustimmen.
    Hier in Spanien sind (die gleichen) Arzneimittel teilweise bis zu 80 % billiger als in Deutschland. Bekannte aus Deutschland, die privatversichert sind, decken sich hier mit Arzneimitteln ein. Frankreich ist billiger, Holland weit billiger, USA auch. Ich weiß nicht, warum unsere Politiker in Deutschland diesen Wucher akzeptieren (das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist, dass die verantwortlichen Politiker finanziell profitieren).

    Wir könnten die Kassenbeiträge stark senken.

    Und wenn ich das Argument höre: "Die Preise müssen so hoch sein, denn die Entwicklungskosten sind so hoch" geht mir das Messer im Sack auf. Warum sind die Arzneimittelpreise in anderen Ländern um so vieles billiger? Das sind doch die gleichen Firmen mit den gleichen Entwicklungskosten.

    Warum nur treten die deutschen Politiker nicht für günstigere Arzneimittelpreise ein?
    Ich bin, also denke ich

  2. Inaktiver User

    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Warum nur treten die deutschen Politiker nicht für günstigere Arzneimittelpreise ein?
    Und warum gibt es in Deutschland keine Positivliste?

    Eine Positivliste für Arzneimittel enthält Arzneimittel, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet werden dürfen. Die Auswahl der Medikamente erfolgt dabei sowohl nach therapeutischen Gesichtspunkten wie hohem therapeutischen Nutzen und Bewährungsgrad als auch anhand von wirtschaftlichen Aspekten wie dem Verhältnis aus Kosten und Nutzen.

    Die in Deutschland 1992 im Gesundheitsstrukturgesetz geplante Einführung einer Positivliste ist trotz mehrerer Anläufe nicht umgesetzt worden. Die Beschließung eines Arzneimittel-Positivlistengesetzes (AMPoLG) wurde zuletzt 2003 zurückgestellt.[1][2]

    In den meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union, unter anderem in Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Schweden, wird eine Positivliste gepflegt

    (Wikipedia)

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    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Warum nur? Liegt wohl an der "guten" Zusammenarbeit zwischen einzelnen Politikern und Pharmalobby.
    Aber das ist nicht alles. Wenn die Preise auf ein vernünftiges Maß gesenkt werden, wie in aller Welt (außer Deutschland), dann könnten wir die Positivliste sogar um einiges ausweiten.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    unglaublich was da grade abläuft rundum die Einführung des neuen Basistarifs bei den PKVs !

    Eine rätselhafte Frist gibts für alle möglichen Versicherungsnehmer, die seit 1.1-09 läuft bis 30.6.09.
    Nur innerhalb derer man wechseln kann!
    zb in den Basistarif ;
    was überhaupt die einzige Möglichkeit ist seine Ansparrückstellungen nicht zu verlieren beim Versichererwechsel aus der PKV in andere PKV.
    Zumindest teilweise würden sie mitgenommen werden können, eine theoretische Verbesserung der Situation der PKV Versicherten.

    Die in der Praxis aber zu 0,0% wahrgenommen werden wird, weil die PKVs für den Basistarif immer den maximal vom Gesetzgeber zugelassenen Höchstbetrag von 569,63 € je Monat nehmen. Und das bei Minimalstleistungsversprechen !

    Zudem man darauf mind. 18 Monate in diesem Basis-Abschreckungstarif ausharren müsste, ehe man in einen normalen Tarif der neuen PKV wechseln kann.

    In summa:
    Die an sich richtige Intention der Politik wurde im Zuge der konkreten Umsetzung unkenntlich gemacht oder gar konterkariert !
    In diesem Fall sonnenklarerweise durch das Werk der PKV-Lobby, ermöglicht durch korrupte oder ahnungslose Ministerialbeamte.

    Armer deutscher Michel, wohin lässt du dich schippern? - für wie dumm kann man dich noch verkaufen

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    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Mein Vorbeitrag macht deutlich, daß ein Wettbewerb unter den privaten Krankenversicherern (PKV) nach wie vor nicht gegeben ist wenn es um Bestandsversicherte geht. Und das ist nunmal die große Mehrheit.

    Wo bleibt nun aber die Stimme der FDP zu diesem Thema?
    Natürlich ist die Partei über die Ausschüsse und Kontakte mit Lobby und andere Wege immer informiert über den Stand der Dinge.

    Aber was tut sie um den freien Wettbewerb zu sichern ?

    Nichts.

    Ich schließe die FDP als selbstgerechte "Hüterin" des Wettbewerbs ist ein verlogener Haufen, der von "freiem Wettbewerb" immer dann spricht wenn es dienlich sein könnte die Interessen ihrer Klientel zu wahren und deren Einkünfte zu mehren.

    Echter Wettbewerb ist dazu nämlich im seltensten Fall geeignet und ergo unerwünscht.

    Von anderen Parteien kommt aber auch nix. Muss ich fairerweise hinzufügen.
    Die sind mit anderen Dingen beschäftigt, und allesamt teils unfähig, teils teilnahmlos.

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    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    dann will ich mal weiter Details festhalten zur Lage der Republik:

    Umgehung von Wettbewerb in der PKV

    unter Duldung der öffentlich-politischen Aufsicht.

    Im Zuge der Gesundheitsreform 2009 wurde seit 1.1.09 auch eine Krankenversicherungspflicht eingeführt. (Bisher konnten Selbstständige etc sich wahlweise auch garnicht versichern.)
    Wo eine Pflicht ist, muss auch eine Möglichkeit geschaffen werden,weshalb die PKVs für diejenigen dieses Personenkreises, die bisher einfach abgelehnt worden waren, einen Basistarif einrichteten.
    Der Gesetzgeber versah den mit einer Beitragsobergrenze von 569 € per Monat. Nahe dem Maximalbeitrag in der GKV (dort für eine mitversicherte etwaige Familie allerdings!).

    Man sollte meinen scharfkalkulierenden Privatkonzernen würde dazu einfallen den Beitrag niederer zu gestalten - Denkste. Irgendein Pool, mit dem Umlagen unter den Privaten herumgereicht werden, würde es "aus ökonomischen Überlegungen widersinnig machen den Beitrag niedriger einzurichten " - so O-Ton, was immer dahinter sich genau verbergen mag !?

    Nun, jedenfalls entstand so ein Basis-Einheitstarif der Privaten, bei dem das Kunststück gelang höchsten Beitragssatz mit gleichzeitig geringsten Versicherungsleistungsversprechen zu vereinen !??
    Einzige Rechtfertigung dafür -wie angeklungen - die allgemeine Zugangsfreiheit zu diesem Tarif , oder anders gesagt: der Verzicht auf Selektion der Versicherungsnehmer.

    Es kommt aber noch besser:

    Ausgehend von der glanzvollen Idee,
    auch der Privatversicherte solle an der Gesundheitsreform was Gutes finden können.
    Und in der Tat gibt es da seit Anbeginn ein überaus wettbewerbshemmendes Element in den PKV-Satzungen.
    Die Altersrückstellung, die ein Versicherter nämlich im Lauf der Zugehörigkeit ständig bildet und ansammelt, und die so zu seiner individuellen Beitragsreduzierung führt, konnte er bislang nicht mitnehmen im Falle des Wechsels zu einem anderen Privaten Versicherer. Was in der Praxis den Wechsel von "altgedienteren" Privatversicherten obsolet werden ließ ! - Dabei sei doch gerade die Nutzung des "Wettbewerbsgedankens", mithin die Aktivierung des marktwirtschaftlichen Elements schlechthin, die Rechtfertigung für die Existenz der Privaten Versicherungswirtschaft überhaupt,wenn ich mich nicht irre ? Seltsam, daß ein halbes Jahrhundert lang den Hütern über die freie Marktwirtschaft nicht auffallen wollte, daß da was arg im Argen lag!?
    (Institutionelle Hüter der Freien Marktwirtschaft in D gibts ja viele,
    parteipolitisch fokussiert darf man da die FDP exponiert in der Pflicht sehen - wenn man sie an den eigenen Worten messen darf)

    Der Wettbewerb wie ihn die Privaten verstanden, sollte sich primär also gegen die Gesetzliche KV richten, aber nicht dem Geschäft untereinander abträglich sein. - Dies übertragen dürfte übrigens ein zentrales Dogma für einen Markt mit wenigen großen Privatanbietern und staatlichem Angebot zu erkennen geben.

    aber zurück zu unserer Gesundheitsreform 09...
    Irgendwann kam das Thema doch auf den Tisch - vielleicht hatte ein Beamter in Ullas Ministerium mal genau hingeschaut , wahrscheinlicher aber hatten Privatversicherer, die im Deutschlandgeschäft noch nicht so dicke drin waren, auf jene rein verbraucherschutzmässig schon völlig haltlose Situation aufmerksam gemacht..., gestützt auf EU- Recht möglicherweise.
    Wie auch immer - es war klar: der alte Wettbewerbshemmschuh sollte endlich weg!

    Was aber geschah im Zuge der real-exitenten Umsetzung ?
    Die großen privaten Versicherer auf Deutschmarkt ließen ihre Lobbymuskeln spielen.
    Und verstanden es so nicht nur jenen unsäglich überteuerten "Basistarif" zu installieren, sondern vermochten im nächsten Schritt gar noch weiter ihn sogleich zur Tötung des Marktliberalisierungsfortschritts einzusetzen - wahrlich virtuos

    Die Details (= neue Bestimmungen) sind schnell erzählt:
    Der Privatversicherte kann bei PKV-Wechsel zunächst ausschließlich in den Basistarif wechseln, worin er mind.18 Monate verbleiben muss, bevor er in anderen attraktiven neuen Tarif des neuen Anbieters intern weiterwechseln darf, wohin er eigentlich schon direkt gewollt hatte !
    Mitnehmen kann er auch nicht seine gesamte angehäufte Altersrückstellung, sondern nur einen Sockelbetrag. Wecher sich versicherungsmathematisch mittels Rückrechnung auf die Basis des Basisvertrags ergäbe!? (in dieses Detail stieg ich nicht auch ein, aber ich verwette mein bestes Hemd, das es sich um ein völlig obskures Schauspiel dabei handlen muss, das kritischer Überprüfung nicht standhalten kann. Jedenfalls sinds in meinem Fall zb 50-60%
    der Rückstellungen,die ich so noch mitnehen könnte.
    Obendrauf zu den so aufgebauten neuen Wechselhürden gibts noch eine Wechselfrist. Sie läuft bereits und reicht von 1.1.09 bis 30.6.09!
    Und es ist anzunehmen, daß noch kaum ein Privatversicherter überhaupt darüber informiert worden ist. Nunja, es hülfe ja auch wenig.

    Wer verstanden hat, weiss auch, daß dieser soeben von mir konkret benannte Mißstand nur durch Korruption erklärt werden kann.
    Korruption in den höchsten Ämtern (oder direkt darunter) und von den seriösten Firmen(direkt nach oder vor den Banken) der Privatwirtschaft vorgetragen. Ich sprech von den ganz großen Versicherungskonzernen,den Ministerialbeamten UND den Parteien !
    Geändert von hombre (04.05.2009 um 15:59 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    das soll auch nicht vorenthalten sein:Problem: Privatversicherte in Hartz IV

    haarsträubend was da als Gesetz ganz und gar unfertig verabschiedet wird bzw überhaupt vorgelegt wird zur Verabschiedung !?


    ganz nebenbei:
    Gibts hier in BriCom eigentlich keine Privatversicherten?

  8. Inaktiver User

    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Das was gern unter den Tisch gekehrt wird sind die Altersrücklagen der PKV. Die verbleiben bei einem Wechsel des versicherten bei der alten PKV und der Versicherte beginnt von vorn während die Altersansparung der alten PKV zum Gewinn zugerechnet wird, also aufgelöst wird.
    V.G.

  9. Inaktiver User

    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Zitat Zitat von hombre Beitrag anzeigen
    ganz nebenbei:
    Gibts hier in BriCom eigentlich keine Privatversicherten?
    Du kannst hierzu ja eine Umfrage starten; aber insgesamt sind in Deutschland 90% der Bürger gesetzlich versichert und können mit deinen PKV-Problemen wenig anfangen.

    Was ich bei dieser Gelegenheit auch gleich sagen möchte: mag sein, dass das Thema für dich persönlich wichtig ist, aber es mit "zur Lage der Republik" zu übertiteln ist grotesk.

  10. User Info Menu

    AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das was gern unter den Tisch gekehrt wird sind die Altersrücklagen der PKV. Die verbleiben bei einem Wechsel des versicherten bei der alten PKV und der Versicherte beginnt von vorn während die Altersansparung der alten PKV zum Gewinn zugerechnet wird, also aufgelöst wird.
    V.G.
    Danke Frank. Rundum dieses Thema gehts ganz überwiegend in all meinen Beiträgen hier seit 29-4-09.
    Versteht man die nicht? ..zulangatmig, zuviele Details? ...schlecht rübergebracht von mir?

    @blautanne2
    Dieser Reflex ist das bei dir, den ich ja verstehen kann weil nur allzu menschlich, der sich abwenden lässt sobald die eigenen Belange nicht direkt betroffen scheinen. Und wenn Dinge sich auf einem "freien Markt" abzuspielen scheinen, wo man ja unterstellt, daß die Marktteilnehmer sich schon selbst kümmern werden um die Regeln und Waffen, mit denen gefochten wird.
    Es ficht aber auf der einen Seite ein hochorganisiertes oligarchisches Finanzkartell, sprich: die "private Versicherungswirtschaft",
    auf der anderen Seite stehen völlig unorganisierte Einzelpersonen als Versicherungskunden.
    Seltsamerweise diesmal sogar im Stich gelassen von den Arbeitgeberverbänden wie BDI, IHK etc , die ansonst sich lautstark als erste hervortun wenn es um Abgaben in die gesetzl. Sozialversicherungen geht! - warum nur schweigen sie wenn es um überhöhte und irrwitzige PKV- Verhältnisse geht ???

    Liebe Blautanne,
    wenn ich diese Beobachtung hochstilisiere bis hin zur Behauptung von Korruptem System und von "Detail zur Lage der Republik" spreche, so beruht das darauf, daß ...und jetzt wiederhole ich mich ... ein einziger zweifelsfrei existenter Riesenmißstand als Faktum genügt, der nicht zufällig , versehentlich mal so passiert sein kann,da sein kann,sich eingeschlichen haben kann,... der also seit Jahrzehnten besteht und administrativ/legislativ im Handumdrehen leicht beseitigbar wäre, aber eben NICHT beseitigt wird, nicht mal bearbeitet ! ..und wenn dann nach Jahrzehnten endlich doch auf Agenda gekommen, so bearbeitet wird, das das Ergebnis bestenfalls als Augenwischerei taugt für Leute, die keine 10cm tief einsteigen in die Materie.
    Es erinnert fatal an die Zeit als Seehofer vor Jahrzehnt(en) Gesundheitsminister war und vollmundig Reformen wider die Pharmagesellschaften ankündigte um doch nur zu scheitern.
    Das geht bis heute so , ich sag nur "Positiv-Liste" für Medikamente.

    Will sagen:
    Von den Herrschenden in Politik und Wirtschaft,hier Finanzwirtschaft, wird ein Kasperltheaterspiel zelebriert, das die Ausnehmung der Endverbraucher (hier Versicherte) vernebelt.
    Die Ausgenommen sollen nicht merken wie sie abgezockt werden.
    Wie soll man solches Verhalten der Machteliten nennen ?

    Das Problem hier ist exemplarisch für andere Bereiche, nicht singulär.
    Geändert von hombre (11.05.2009 um 11:05 Uhr)

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