So sympathisch mir solche Transparenz ist, würde ich davon keinerlei kostendämpfende Wirkung erwarten. Im Gegenteil. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jeder Beitragszahler gern "sein" Geld "rauskriegen" will, als wäre der Solidarpakt "Krankenkasse" eine Sparkasse.
Es würde lang und breit darüber diskutiert, wie erbärmlich wenig die niedergelassenen Ärzte für die normale Beratungsleistung und für die Betreuung chronisch Kranker erhalten - was die Ärzte sogar freuen würde. Dieses Gezerre um Leistungen, die empörenderweise von der Kasse nicht bezahlt werden, würde sich steigern. Wenn dann mal ein Krankenhausaufenthalt so richtig ins Geld geht, stellt sich beim Beitragszahler u.U. sogar eher eine Befriedigung ein als ein Aha-Erlebnis, weil sich seine Beiträge endlich "gelohnt" haben.
Im Ernst: in der Schweiz haben wir genau diese Transparenz, aber es macht unser System leider kein bisschen preisgünstiger. Wirklich sinnvoll finde ich ganz andere Maßnahmen.
Die kassenärztliche Vereinigung sehe ich als ausgesprochen kontraproduktiv an. Nicht nur, weil das derzeitige System es dem einzelnen Arzt kaum möglich macht finanziell zu planen, sondern auch, weil ganz gewisse Fachleute wie die Röntgenärzte, die in den kassenärztlichen Vereinigungen offenbar einen besseren Stand haben, sich auf Kosten der Hausärzte bereichert haben.Genauso halte ich die kassenärztliche Vereinigungen für einen Hemmschuh der Transperenz von entstandenen Kosten. Denn dort werden ja die Rechnungen anonymisiert. Und Ärzte erhalten ja erst nach jedem abgelaufenen Quartal ihre Gelder, häufig nicht wissend, wieviel davon wieder zusammengestrichen worden ist. In meinen Augen macht das wenig Sinn!
Nicht zu reden davon, dass sich die Ärztefunktionäre einer Fortbildungspflicht und einem Qualitätsmanagementsystem beharrlich verschließen. Schon deshalb ist der ganze Sauhaufen bei mir unten durch.
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15.01.2009, 11:20Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Geändert von Inaktiver User (15.01.2009 um 12:05 Uhr)
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16.01.2009, 14:12
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Das ist natürlich eine Rieseninfo, danke!
Ich kanns fast nicht glauben, kannst du bitte Quelle nennen?
So hoch hätte ich den Anteil der Kosten fürs Sterben selbst nun nicht geschätzt.
D.h. aber weiter, daß die Kosten über die restliche Lebensspanne "relativ" gering sind. Und da ist ja auch die Spanne des Alters (vor der Sterbephase) miteingeschlossen!
In Zahlen: Mit 3000€ p.anno ergeben sich grob 200.000 € für 70 Lebensjahre als Gesundheitsgesamtkosten. Hiervon entfallen ca.100.000 auf das letzte Halbjahr. Ca.50.000 € auf den letzten Monat.
D.h. nicht viel anderes, als daß jeder Monat,den jmd künstlich mit Geräten am Leben gehalten wird, nochmal soviel kosten würde, richtig?
Wie kann diese Gesellschaft dann bitte beharrlich so tun als ob sie so ignorant die Dinge weiterlaufen lassen könne ?
Nämlich praktisch dem Stand der Medizintechnik, und der Bereitschaft bzw dem Gutdünken der (Chef)Ärzte zu überlassen zu entscheiden wer wie lange halbtot am Tropf hängt!
(*Auf Nachricht von Castros Tod werden wir so noch lange warten, sollte es nicht unzähmbarer Krebs sein,der ihn dahinrafft. Oder doch der CIA.
Interessant id.Zhsg, daß die Kath.Kirche da sogar humaner umgeht mit ihrem Papst. Ihn sterben lässt wenn die Zeit gekommen. *)
Mit fortschreitender Technik wird solch aufwändiges Todesschauspiel völlig unbezahlbar. Wobei es dabei nicht "nur"ums Geld geht. Es geht um die Last für die Nichtsterbenden,speziell die jungen Generationen,die dann über Jahre, Jahrzehnte eine rasant steigende Zahl von Pflegefällen zu versorgen hätte.
Dies scheint mir der nächste Problempunkt. Obwohl die Patienten bei uns mit teuren Medikamenten zugeschüttet werden, lässt sie das nicht erkennbar älter werden (schon garnicht besser älter werden) als in Kulturen, wo solche Mittel nicht eingesetzt werden- Osteuropa, Balkan, noch besser Kaukasus und noch ferner Ost.Die Ausgaben für Arzneimittel sind exorbitant gestiegen..
Oder Kuba eben.
Ich hab in meinem Leben noch nicht für 500€ Pharmaka gebraucht, und die Jahresverbrauchsquote verharrt seit längerem stabil bei ca.10 € . Die ich im übrigen selbst zahle.
Ich hatte schon längst mal erwogen auszusteigen aus PKV. Aber habs mir ausreden lassen, zum einen wegen Risiko eines Unfall verursachten Krankenhausaufenthalts.
(Bin aber kürzlich draufgekommen es gibt wohl reine Unfallversicherungen,die diese Kosten auch abdecken würden...)
Zudem konnte mir meine Kasse ein nahezu passgenaues Versicherungsangebot machen, mit hoher Eigenbeteiligung und ergo niedrigem Beitrag.
Erweitert um das Drohszenario nicht wieder in KV aufgenommen zu werden.
Das (damalige) Drohszenario der Kassen leuchtet rückwirkend ein angesichts der durchschnittlichen Kosten des letzten Halbjahres vor Aushauchen
Geändert von hombre (16.01.2009 um 14:35 Uhr)
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16.01.2009, 14:19
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Wie denn, willst du sagen in der Schweiz bekommt jeder Patient eine Art Rechnung, mit allen Kostenpositionen?
Transparenz allein bringt zwar einen Kostenreduktionseffekt, aber nicht vongefähr hab ich in dem Fenster 2 meines Eröffnungsbeitrags die Kosteneigenbeteiligung als begleitende Massnahme dazugenommen, die den Schotten,Schweizern,Schwaben dieser Welt schon helfen wird ihre geheimen Gelüste in Zaum zuhalten.
Gerade dort hochwirksam dann
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16.01.2009, 14:24Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
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16.01.2009, 14:31
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Als Privatpatient zahlst du in D ja sogar selbst erstmal deine Arztrechnung.
Die Privatkasse erstattet dem Versicherten dann nach Prüfung einen Anteil oder alles, oder auch nichts.
Deine Behauptung ist also so nichts wert. Kannst du nicht in Erfahrung bringen ob alle Schweizer Rechnung bekommen?
Na das sind doch Randproblemchen,die sich lösen lassen.Die Kostenbeteiligung finde ich an sich sehr gut; allerdings ist sie in Deutschland nicht durchsetzbar, und angesichts der Leute, die Niedriglöhne erhalten, zu Recht..
Nebenbei:
In der Schweiz gibts doch die 2000 (oder 2500) Franken Mindestmonatsgehaltsregelung. Wird die unterlaufen in der Praxis?Geändert von hombre (16.01.2009 um 14:39 Uhr)
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16.01.2009, 15:30Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Warum meine "Behauptung nichts wert" sei, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Wenn es dich interessiert, wie viele Versicherungsnehmer in der Schweiz Rechnungen erhalten und wie viele nicht, dann kannst du es genauso schwer oder leicht in Erfahrung bringen wie ich.
Und was du für ein "Randproblemchen" hältst, bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass es keine demokratische Mehrheit für einen solchen Vorschlag gibt.
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16.01.2009, 16:01
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Bitte sieh dir nochmal an was du zuvor beigetragen hast:
Wer das liest ohne zu zweifeln (warum auch) muss denken "in der Schweiz ist alles anders, transparenter". Richtig ?Im Ernst: in der Schweiz haben wir genau diese Transparenz, aber es macht unser System leider kein bisschen preisgünstiger.
zu "Demokratische Mehrheit" -
1, Die Regierung verkörpert nach dem repräsentativen Prinzip stets die demokrat.Mehrheit eines Landes. Was sie tut ist derart demokratisch legimitiert. Sprich die Einführung des Gesundheitsfonds zb oder Krieg gegen Irak zu führen.
2, Natürlich kann man Geringerverdienern weniger Eigenbelastung im Belastungsfall zumuten als Besserverdienern.
Ich würde zb die Einrichtung eines Versichertenkontos vorschlagen,
bei dem er zum Zwecke der obligatorischen Krankheitskostenbeteiligung ins Soll gehen kann. Zinslos. Verdient er in Zukunft mal besser, so wird getilgt, auch Rückerstattungsansprüche fliessen in die Tilgung.
Der Versicherte darf aber auch sterben ohne sein "Soll erfüllt zu haben" - wir sind großzügig in kleinen Dingen.
Take it easy, it will be nothing compared to what finance system costs
)
Aufmerksamer sind wir,
wenn Fragen nicht beantwortet werden: nach Mindestgehalt in Schweiz zb,
oder ob @Zukunftsmusik das mit der Auszahlquote nun verstanden hat und wie sie die Fragen,die sich drumherum ergaben, sieht ...
PS:
Wiki gibt Auskunft, das da doch (noch) nix sei:
Zitat von Inaktiver User
Geändert von hombre (16.01.2009 um 16:35 Uhr)
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16.01.2009, 17:06Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Richtig.
Wenn dich das Thema näher interessiert, kannst du ja hier weiter lesen: *klick*
Wieso sollte ich diese Frage beantworten? Zum einen gehört der Mindestlohn nicht zum Thema Gesundheitssystem, zum anderen habe ich mit dem Schweizer Mindestlohn nichts zu tun. Er betrifft mich nicht. Mehr brauchst du in meine Nichtantwort nicht hineinzugeheimnissen.Aufmerksamer sind wir,
wenn Fragen nicht beantwortet werden: nach Mindestgehalt in Schweiz zb
.Geändert von Inaktiver User (16.01.2009 um 17:14 Uhr)
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16.01.2009, 17:43Inaktiver User
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17.01.2009, 00:17
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
#14 ist mir bekannt. Davor war #12 , danach kam #15.
Und seitdem lässt du uns warten.
Daß ich noch nicht alles weiss zum Gesundheitswesen, soll bitte kein Grund sein mir (und allen) gegenüber Wissen zurückzuhalten.
"Zukunftsmusik" ... da fällt mir übrigens das Prinzip von Linux ein und Wiki .
Und dass das funktioniert
genial
Geändert von hombre (21.01.2009 um 23:31 Uhr)



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