Ich wage öfter derart Schätzungen ins Blaue. Ungesichert. Wenn sich zeigt ich liege schlecht, hab ich keine Ausflüchte und muss mich korrigieren,schlauer machen. Wenn sich zeigt ich liege gut, freue ich umso mehr.Es gab in 2007 nicht x-hundert, sondern 238 gesetzliche Krankenkassen.
Unabhängig davon, was du versanden siehst, betrug der Anteil der Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2007 5,3 % .
Also freue ich mich eigentlich immer über Zahlen ,Fakten.
1, Gesamtzahl der Kassen dürfte dann also bei ca. 300 liegen. Das ist die rechte Größenordnung. Ich schrieb ja von 100 oder 1000. Sehr viele jedenfalls.
2, Auszahlungsquote:
"2007 gab es im Jahresdurchschnitt in Deutschland 50,589 Mio.gesetzlich Versicherte und die 149,69 Mrd. Euro an Beiträge (2007) zahlten, mithin 2.959 Euro pro Versicherten in 2007. 144,32 Mrd. Euro zahlte die GKV in 2007 aus, mithin 2.853 Euro pro Versicherten. Privat Vollversicherte waren am Jahresende 2007 8,549 Mio., die 29,46 Mrd. Euro an Beiträgen zahlten, mithin 3.446 Euro pro Versicherten. 18,79 Mrd. Euro zahlte die PKV für diese Versicherten an Leistungen aus, mithin 2.198 Euro pro Versicherten."
Diese Angabe aus Wiki müsste man wohl dahingehend lesen, daß die GKV insgesamt ca.70 Mio Bundesbürger abdeckt, denn wo sonst wären die fehlenden 20 Mio Menschen?
Mithin hätte es Ausgaben je Bürger i.Höhe ca.2060 € gegeben.
Aus den Zahlen errechne ich eine Auszahlquote von ca.96,4% bei GKVs.
Und eine Quote von nur 63,8% bei PKVs !Die katastrophale Quote bei den Privaten rührt teils natürlich von den Altersrückstellungen. Denen ich aber eh sehr skeptisch gegenüberstehe.
Sowohl GKVs wie PKVs müssen unterm Strich ja die Versorgung ihrer alten Versicherten permanent sicherstellen.
Insgesamt resultiert eine Auszahlquote i.H. ca. 91 %.
Andersherum prozentuiert übrigens exakt 10% Aufschlag entsprechend
Wichtiger wäre mir die Klärung der Diskrepanz zwischen den von @Zukunftsmusik benannten 5,3% und den von mir abgeleiteten ca.3,6 % .
Gibt es etwa noch Zuschüsse,Leistungen,Vergünstigungen vom Staat an die Kassen,die zu berücksichtigen wären?
Vielleicht ja. Und vielleicht hatte er bereits ein langes Leben und schreibt direkt vom Himmel herab.
Der Hinweis, daß in 2003 bereits was gefordert wurde, ist gut - ich erinnere mich jetzt auch vage daran. Die Polemik @hombre gegenüber ist dagegen überflüssig. Jeder,der ansonst noch laufen kann, und sich eine solche Operation zumuten will, soll sie nach meinem Dafürhalten kriegen. Ohne Ansehen des Alters.
Was aber mitunter Praxis ist heute:
Daß an älteren hoffnungslosen Patienten, die zb ohne Anhang sind,der sich kümmert und Veto einlegen würde, noch Operationen durchgeführt
werden, welche offenbar alleine dem Profit des Klinikums dienen sollen. Nicht nur Privatpatienten sind hiervon bedroht.
Den armen alten Teufeln wird ja suggeriert, daß all dieser Aufwand,der um sie betrieben wird, ein "Liebesbeweis" sei an sie, ihre Lebensleistung. Manche mögen auch so toll sein nicht sterben zu wollen ohne am Ende Gegenleistung für 50 Jahre Beitragszahlung bekommen zu haben- Alte können leider leicht zu schrulligen Schotten mutieren
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14.01.2009, 00:13
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Geändert von hombre (16.01.2009 um 13:18 Uhr)
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14.01.2009, 11:08
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Blicken wir nochmal auf folgendes bitte:
Ich schätze mal wieder:Aus den Zahlen errechne ich eine Auszahlquote von ca.96,4% bei GKVs.
Und eine Quote von nur 63,8% bei PKVs !
Die katastrophale Quote bei den Privaten rührt teils natürlich von den Altersrückstellungen. Denen ich aber eh sehr skeptisch gegenüberstehe.
Sowohl GKVs wie PKVs müssen unterm Strich ja die Versorgung ihrer alten Versicherten permanent sicherstellen.
Die Auszahlungsquote der GKVs war immer und wird immer sein > 95%.
Wie aber ist die Entwicklung bei den PKVs ?
Die gibts ja nun auch nicht erst seit gestern, und wenn sie keine Erfahrung mit alten Versicherungsnehmern hätte, könnte sie ja schlecht die Höhe der Altersrückstellungen hochrechnen und begründen.
Wie hat sich also die Auszahlquote bei der PKV über die Jahre verändert ? - Her mit Zahlen dazu, bitte.
Was man unschwer prognostizieren wird können ist, daß die Auszahlquote der PKV eines unfernen Tages ansteigen wird, und sogar die 100% Marke übersteigen wird, übersteigen wird müssen, wenn sie jeh Einnahmensumme und Ausgabensumme glattstellen will per Saldo zu irgendeinem Zeitpunkt !
Bei Erreichen und gegebenfalls Überschreiten der 100% Marke werden weit mehr Mittel aus Altersrückstellungen ins System zurückfließen als dafür entnommen werden. Der große Topf wird dann leer(er) gemacht. - Und wie dann weiter
Geändert von hombre (14.01.2009 um 11:12 Uhr)
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14.01.2009, 15:14Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Alte Menschen verursachen mehr Kosten als jüngere, da alte Menschen häufiger krank sind als jüngere. Das ist eine Tatsache, die sich eigentlich auch bis zu Leuten deines mutmaßlichen Alters herumgesprochen haben sollte.
Und was für Risiken sollen bei alten Menschen denn wegfallen? Das Risiko der Geschlechtskrankheit, okay, und das der komplizierten Schwangerschaft. Das war's dann aber auch schon.
Alte Menschen fahren zwar nicht Skateboard, fallen dafür aber eher mal die Treppe hinunter u.ä. - Es mag sogar sein, dass die Zahl der Unfälle bei älteren Menschen geringer ist als bei jüngeren Menschen; dafür sind die Folgen schwerer, da ein älterer Mensch nicht die gleiche Regenerationsfähigkeit wie ein jüngerer Mensch hat.
Insgesamt ist deine Behauptung also völlig an der Realität vorbei.
Mir hingegen erscheint bereits die Reihenfolge deiner Argumente ethisch unwürdig.Scheintote endlos am Schlauch künstlich "am Leben zu erhalten" kann die Gesellschaft sich nicht nur aus finanziellen Gründen in Zukunft nicht leisten, sondern auch ethisch scheint mir solche Praxis unwürdig.
Dieser Satz ist bodenlos dumm und bodenlos dreist.Wer es binnen vernünftiger Fristen nicht fertigbringt zu sterben,wenn sterben auf dem Plan steht, der wird die weiteren Apparatur- und Krankenhausbettenkosten aus eigener Tasche berappen müssen,sofern er eine Bleibe findet.
Gibt es irgendwo auf der Welt ein Beispiel dafür, dass das Wegfallen von Alternativen zu Fortschritt und Effizienz geführt hätte ??Natürlich gehen da Arbeitsplätze drauf,wenn aus 100 oder gar 1000 Kassen eine einzige wird. Das ist genau das,was die Konzerne in der freien Wirtschaft zum Konzentrationsprozess,zu Fusionen treibt: Synergieeffekte zu erzielen. (Zumindest nach offizieller Lesart).
Aber eben nicht nur Arbeitsplätze gehen drauf, auch Kapitalverzinsungschancen. Und das ist gut.
Anmerkung:
Man verabschiede sich bitte von der Idee Anzahlen von wegfallenden Arbeitsplätzen mit hinzukommenden woanders aufrechnen zu wollen. Das gilt für jedwede vernünftige Diskussion.
Das Prinzip des Fortschritts heisst besseres effizienter,rationeller zu gestalten, herzustellen.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Konkurrenz ist es, die zu Fortschritt und Effizienz führt. Das gilt für Bereiche der Wirtschaft, der Kultur und - daran darf im Darwinjahr auch mal erinnert werden - sogar in der Biologie.
Eine Einheitskasse ist eine Schnapsidee, die zum Glück nicht die geringste Aussicht auf Realisierung hat.
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14.01.2009, 15:29Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
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14.01.2009, 21:07
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Eine Zwischenfrage sei gestattet: Beisst du grad ?
Ich bin nicht den Feind. Will es nicht sein.
Was mit Auszahlquote gemeint ist, kannst du dir doch erschliessen. Musst nur mitrechnen.
Du hast den Terminus Verwaltungskostenanteil benutzt. Hab ich mich da etwa dumm gestellt?
Wobei ich schon gern noch gewusst hätte, wo er nun denn genau wirklich steht, was er genau besagt?
Denn deine 5,3% passen ja nicht so recht zu der geringeren Auszahlverlustmarge von 3,7% maximal.
Meine Zahlen entstammen Wikipedia,wo die Urquellen gelistet ist.
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14.01.2009, 21:27
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Die gegenwärtige Realität mag so aussehen, daß Alte mehr Kosten verursachen.
Aber ich frage ob das so sein muss?
Sie sind oft krankheitsanfälliger, aber muss es viel kosten gesund zu werden? Da sitzt kein Arbeitgeber im Nacken und man kann in Ruhe ausschwitzen.
Und warum ist es Konsens, daß man einem 80-jährigen (Altkanzler zb) nicht mehr das Rauchen abgewöhnen muss, ihn aber dafür mit Blutdrucksenkern, Cholesterinsenkern, Rheumapillen oder sonstwas vollmüllen darf ?
Da gibts eine entsprechend beinharte Streichliste und die Kosten gehen in die Knie. Besser als die Alten
sorry
Und Oberschenkelhalsbrüchen lässt sich vielleicht aussichtsreicher vorbeugen als Motorrad- und Schneesportbrechern.
Implantate ok, es muss ja nicht genau pari werden.
Aber es gibt genug Alte, die weniger Kosten verursachen, als jeder junge. Wie letzthin diese Frau, die 118-jährig verstarb. Irgendwo im Osten natürlich, ohne jede Medikamente.
Willst du etwa Spaß haben :DGibt es irgendwo auf der Welt ein Beispiel dafür, dass das Wegfallen von Alternativen zu Fortschritt und Effizienz geführt hätte ??
Das Gegenteil ist der Fall. Die Konkurrenz ist es, die zu Fortschritt und Effizienz führt. Das gilt für Bereiche der Wirtschaft, der Kultur und - daran darf im Darwinjahr auch mal erinnert werden - sogar in der Biologie.
Eine Einheitskasse ist eine Schnapsidee, die zum Glück nicht die geringste Aussicht auf Realisierung hat.
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Abgesehen davon, daß höhere Wesen es einen Dreck scheren muss wie die primitive Natur ihr Geschäft mittels Brute-Force-Technik betreibt,
können wir einen Exkurs in Evolutionstheorie veranstalten. Gerne.
Haben wir in der Natur ein Artensterben oder einen Artenzuwachs, was meinst du ?
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15.01.2009, 10:28
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
@ hombre
schon vor Jahren hat der Verband der Krankenkassen eine Studie veröffentlicht, dass die Hälfte aller Krankeitskosten, die ein Normalbürger verursacht, im letzten Halbjahr seines Lebens verursacht, und davon die Hälfte im letzten Lebensmonat.
Da bisher die Morbitität immer noch 100% beträgt, stellt sich weiterhin die Frage für mich, was hat in den letzten Jahrzehnten die Gesundheitskosten derart explodieren lassen?
Alle Versuche, das einzuschränken, sind in meinen Augen fehlgeschlagen. 1989 wurde (das weiß ich noch) die Beteilgung an Vorsorgekuren zusammengestrichen. Inzwischen sind die Reha-Maßnahmen ein Riesenproblem in dem Gesamtbudget. Die Ausgaben für Arzneimittel sind exorbitant gestiegen trotz aller Rabattverträge der Krankenkasen, was zu kostenintensiver Mehrarbeit in den Apotheken geführt hat - abgesehen von den tatsächlichen oder vermeintlichen Unverträglichkeiten bei den Patienten.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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15.01.2009, 10:40Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Ausschwitzen?

Diabetes, Krebs, Herzinsuffizienz, Oberschenkelhalsbruch, Demenz, Arthritis, Gicht etc. kann man nicht ausschwitzen. Ehrlich nicht.
1. lässt sich ein Motorradunfall sogar außerordentlich leicht verhindern - indem man nicht Motorrad fährt. Analoges gilt für Ski- und Skateboard-Unfälle.Und warum ist es Konsens, daß man einem 80-jährigen (Altkanzler zb) nicht mehr das Rauchen abgewöhnen muss ...
Und Oberschenkelhalsbrüchen lässt sich vielleicht aussichtsreicher vorbeugen als Motorrad- und Schneesportbrechern.
2. wäre schwer zu begründen, wieso ein Raucher mit seinen Krankenkassenbeiträgen Sport- und Freizeitunfälle, das Fehlverhalten im Straßenverkehr sowie die Folgen falscher Ernährung bezahlen sollte, während umgekehrt der Motorradfahrer und der ConvenienceFood- und Alkohol-Konsument keine durch Rauchen (mit-)verursachten Kosten zahlen sollte.
3. ergäbe sich aus deinem wenig durchdachten Ansatz die Frage, welche Krankheitskosten von der Kasse übernommen werden würden, wenn vor einer Kostenübernahme ernsthaft die Schuldfrage gestellt würde. Denn im Grunde genommen sind die meisten Gesundheitskosten durch entsprechende Lebensführung und Verzicht auf gefährliche Sportarten zu verhindern.
Das Spielchen könnte man bis ins Extrem treiben, wobei jeder Stop willkürlich wäre, so dass wir schlussendlich überhaupt keine Krankenkassen mehr bräuchten, weil jeder seine Arztrechnungen selber zahlen müsste. Auch eine Möglichkeit, das Problem zu lösen.
Willst du 118-jährige zum Dreh- und Angelpunkt deiner Argumentation und "Rechnung" machen?Aber es gibt genug Alte, die weniger Kosten verursachen, als jeder junge. Wie letzthin diese Frau, die 118-jährig verstarb.
Wir können auch einen Exkurs in Geschichte machen, oder einen in Marktwirtschaft. Ganz nach Belieben. Es gibt nirgendwo ein Beispiel dafür, dass der Verzicht auf Konkurrenz zu einer Steigerung von Qualität und Effizienz geführt hätte. Du kannst mir aber auch gern Gegenbeispiele nennen. Da du weiter oben mit 118-jährigen argumentierst, bin ich ja gewarnt und bitte dich daher die alten Inka und irgendwelche Amazonasstämme außen vor zu lassen.Willst du etwa Spaß haben :D
Abgesehen davon, daß höhere Wesen es einen Dreck scheren muss wie die primitive Natur ihr Geschäft mittels Brute-Force-Technik betreibt,
können wir einen Exkurs in Evolutionstheorie veranstalten. Gerne.
P.S.: Ob ich Spaß haben will? Ich HABE Spaß, z.B. an deinen unausgegorenen Ausführungen.
.Geändert von Inaktiver User (15.01.2009 um 10:47 Uhr)
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15.01.2009, 10:43Inaktiver User
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
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15.01.2009, 11:09
AW: Gesundheitssystem , Krankenkassen, Pharmaindustrie
Blautanne, das weiß ich, aber danke für den nochmaligen Hinweis.
Ich meine, dass die Beitragszahler der GKV bis heute keine Information darüber erhalten, was ein Arzt, eine Apotheke, ein Krankenhaus, eine Reha-Einrichtung für ihn abrechnet. Ich halte das für einen Fehler! Genauso halte ich die kassenärztliche Vereinigungen für einen Hemmschuh der Transperenz von entstandenen Kosten. Denn dort werden ja die Rechnungen anonymisiert. Und Ärzte erhalten ja erst nach jedem abgelaufenen Quartal ihre Gelder, häufig nicht wissend, wieviel davon wieder zusammengestrichen worden ist. In meinen Augen macht das wenig Sinn!Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel




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