Antworten
Seite 4 von 45 ErsteErste ... 2345614 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 449
  1. User Info Menu

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @ foo-foo

    Heißt das, dass du die Rückkehr der Taliban für gut hältst ??
    Dazu ein Zitat von dem von mir sehr geschätzten Peter Scholl-Latour:

    [COLOR="RoyalBlue"]NTV: Die Einschätzung des Verteidigungsministers, die Bundswehr müsse noch fünf bis zehn Jahre in Afghanistan bleiben, halten Sie also nicht für realistisch?

    P.S.L.: Nein, das spielt sich doch alles woanders ab. Das ganze Gerede darum, dass Al-Kaida in Afghanistan sei, stimmt ja gar nicht. Die sind ja gar nicht mehr dort. Die sind doch jetzt in Pakistan, im Jemen und vielleicht in Somalia. Die Frage ist ja aber auch: Existiert Al-Kaida überhaupt als zentrale Organisation? Ich bezweifle das sehr stark.[/COLOR]

    oder von Jürgen Todenhöfer, dessen Interviews ich mit Begeisterung lese:

    Die Afghanen und Iraker brauchen die Amerikaner nicht für ihre Sicherheit. Wenn die Besatzer weg sind, haben Widerstandskämpfer und Terroristen ihre behauptete Hauptlegitimation, die ausländische Besatzung, verloren. Die Antiterrorkriege sind Terrorzuchtprogramme mit weltweiter Wirkung
    Ich halte beide für sehr intelligente Köpfe und glaube ihren Einschätzungen mehr als einem Verteidigungsminister.
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

  2. Inaktiver User

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?


  3. Inaktiver User

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    @ Micheline

    Die Kommentare von Gysi beweisen zwar seine rhetorischen Fähigkeiten, tragen aber nichts zur Sache bei:

    Nach 6 Jahren (so sagt er) besucht jedes 5. Mädchen eine Schule. Und er unterstellt, dass dies zu vernachlässigen sei.

    Unter den Taliban ging KEIN Mädchen zur Schule, es gab keine Schuhlen für Mädchen, es gab keine Lehrerinnen!

    Wenn man dann innerhalb von 6 Jahren für 20 % der Mädchen den Schulbesuch erreicht - also Räumlichkeiten schafft, Lehrerinnen ausbildet, Schulmaterial besorgt und es schafft, dass so viele (nicht etwa so wenige!) Mädchen die Schule auch besuchen, dann ist dies eine bemerkenswerte Leistung! In der Zeit des kommunistischen Regimes in Afghanistan lag die Analphabetenrate der Gesamtbevölkerung (Männer UND Frauen) bei 90 % (Fischer Weltalmanach 1990) - der Schulbesuch der Mädchen liegt also wahrscheinlich sogar deutlich höher als nach langen Jahren des "Sozialismus"!
    Und das sozialistische Regime fing in einer Situation an, wo Schulbesuch für Mädchen bei weitem nicht die Regel, aber nicht verboten sondern von der alten monarchistischen Regierung seit den 20er Jahren unterstützt wurde.

    @ Anne-Dingsda

    Scholl-Latour hat auch meiner Meinung nach recht, dass Al-Khaida in Afghanistan keine relevante Rolle spielt - Al-Khaida ist ein recht lockeres Netzwerk, das ohne direkte politische Interessen von vielen Basen (sicher auch in Afghanistan) operiert.

    Aber er bezieht sich gerade nicht auf das Taliban-System, welches für den internationalen Terrorismus jetzt keine Rolle spielt, vielleicht eine gewisseRolle gespielt hat, und bei einer Machtübernahme wieder spielen könnte (u.a. indem man wieder "richtige" Terrorostengruppen toleriert oder gar unterstützt).

    Aber die Rolle der westlichen Streitkräfte in Afghanistan ist eben nicht (mehr) der Kampf gegen den "internationalen Terrorismus" (das ist eine mehr oder weniger wichtige Nebenache, es geht jetzt darum ein neues Regime der Steinzeitislamisten (Taliban) zu verhindern - und u.a. sicher zu stellen, dass in Zukunft möglichst alle Mädchen zur Schule gehen können und alle Frauen die Möglichkeit bekommen, sich frei in Familie und Beruf zu entwickeln.


    Noch einmal: Wer den Abzug der westlichen Truppen fordert, unterstützt die Rückkehr der Taliban, die Rückkehr zu einem Regime, das alle Menschenrechte mit Füßen tritt!


    Und das will Die Linke ??

  4. User Info Menu

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Und das will Die Linke ??
    Ich weiß nicht so genau was die Linke will.

    Ich kann mich mehr mit den Forderungen der Bündnis90/Die Grünen identifizieren.
    Ducken und schweigen
    Während die USA in Afghanistan eine neue Strategie versuchen, bleibt die Bundesregierung passiv und planlos wie eh und je. Ein Gespräch mit dem sicherheits- und verteidigungspolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Winfried Nachtwei.

    Wenn nur die unsägliche Claudia Roth nicht wäre und Herr Fischer, dieser Wendehals war auch nicht so mein Fall...
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

  5. Inaktiver User

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    @ Anne-Dingsda

    Der Bezug auf Die Linken richtet sich an Micheline.

    Die Linken fordern einen schnellen Abzug ohne zu sagen, wie sie mit den Konsequenzen umgehen wollen. Und sie sagen insbesondere nicht, wie sie die (natürlich begrenzten) demokratischen Erfolge gegen eine Rückkehr der Taliban sichern wollen.

    Und das bedeutet, dass (natürlich verkürzt ausgedrückt) jemand, der den Abzug der westlichen Truppen fordert, die Verantwortung dafür übernehmen muss, wenn wieder Frauen gesteinigt und Mädchen ausgepeitscht werden, weil sie die Schule besuchen!

  6. User Info Menu

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und das bedeutet, dass (natürlich verkürzt ausgedrückt) jemand, der den Abzug der westlichen Truppen fordert, die Verantwortung dafür übernehmen muss, wenn wieder Frauen gesteinigt und Mädchen ausgepeitscht werden, weil sie die Schule besuchen!
    Das sehe ich anders.

    Es ist natürlich gut, wenn die Frauen in Afghanistan sicherer leben und viele Mädchen Schulen besuchen können, weil westliche Truppen im Land sind.

    Aber selbst diese Erfolge rechtfertigen keinen Krieg, denn nichts anderes führt die NATO in Afghanistan.
    Mit der Begründung, Menschen- und Frauenrechte durchsetzen zu wollen, würde sich in einem Dutzend Ländern dieser Erde ein von der NATO geführter Krieg rechtfertigen lassen. Warum ist die Bundeswehr nicht längst mit mehreren tausend Soldaten in diversen afrikanischen Ländern aktiv, in denen ebenfalls Menschen grausam umgebracht werden und Menschenrechte vorenthalten werden?

    Diese moralische Zielsetzung an die Bundeswehr ist in der Realität nicht umsetzbar, würde man sie konsequent durchziehen wollen (und alles andere wären willkürliche von-Fall-zu-Fall-Entscheidungen).
    Was die Taliban den Menschen in Afghanistan an Leid zufügen, dafür ist nicht die Bundeswehr verantwortlich, die mit einem völlig anderen Auftrag ursprünglich dorthin geschickt wurde als dem, welchen sie heute erfüllen soll.
    Geändert von marmor (23.08.2009 um 16:01 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber die Rolle der westlichen Streitkräfte in Afghanistan ist eben nicht (mehr) der Kampf gegen den "internationalen Terrorismus" (das ist eine mehr oder weniger wichtige Nebenache, es geht jetzt darum ein neues Regime der Steinzeitislamisten (Taliban) zu verhindern - und u.a. sicher zu stellen, dass in Zukunft möglichst alle Mädchen zur Schule gehen können und alle Frauen die Möglichkeit bekommen, sich frei in Familie und Beruf zu entwickeln.
    Das sind so schwammige Ziele, da kann die Bundeswehr auch noch 50 Jahre in Afghanistan bleiben, ohne sie zu erreichen.
    Die NATO-Truppen sind auch nach der Truppenverstärkung der Amerikaner zahlenmäßig viel zu schwach, um solche Ziele zu realisieren.
    Im Alltag ist die Truppe mehr mit dem Selbstschutz beschäftigt, als das sie sich wirklich dem Kampf gegen die Taliban widmet.
    Ist das wünschenswert? Wir sind froh, wenn es unseren Soldaten gelingt, sich selbst zu schützen, möglichst keine eigenen Verluste zu haben? Hier wird ein Militäreinsatz zum Selbstzweck.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Noch einmal: Wer den Abzug der westlichen Truppen fordert, unterstützt die Rückkehr der Taliban, die Rückkehr zu einem Regime, das alle Menschenrechte mit Füßen tritt!
    Ein Bürgerkrieg ist nach einem Abzug nicht auszuschließen, ebenso wie ein Bürgerkrieg in vielen anderen Ländern der Erde nicht auszuschließen ist, ohne das sich Deutschland zum militärischen Eingreifen veranlaßt sieht (und das ganz einfach aus realistischen, auch militärstrategischen Überlegungen heraus). Nur in Afghanistan scheint man diese vernünftigen Überlegungen zu verdrängen bzw. ist Schritt für Schritt in eine Situation gerutscht, die so weder geplant noch gewollt war.

    Denn das ist die Wahrheit: Weder die Amerikaner und schon gar nicht die Bundesregierung hat einen Plan, wie es in Afghanistan weitergehen soll (militärisch, aber auch politisch), wenn die Taliban und die Warlords nicht so mitspielen, wie es der Westen gerne hätte.

    Die Ziele, djgm01, die Dir vorschweben und welche die Bundeswehr umsetzen soll, sind ehrenwerte Ziele, deren Erreichen ich mir auch wünschen würde.

    Aber weder ist die Bundeswehr (oder überhaupt westl. Truppen) in der Lage, sie zu erreichen, noch ist das Militär in dieser Hinsicht das Mittel der Wahl.
    Eine Kombination aus politischem und wirtschaftlichem Druck in Verbindung mit den Veränderungsprozessen aus dem Inneren einer Gesellschaft selbst führt da eher zum Ziel.
    Geändert von marmor (23.08.2009 um 16:38 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Der eigentliche Grund, weshalb deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen, sind nicht die Mädchenschulen oder Frauenrechte.

    Es ist unser Bündnis mit Amerika und die Angst, sich im Falle eines einseitigen Abzugs bei den Amerikanern unbeliebt zu machen.

    Sollte sich die amerikanische Regierung entschließen, in drei Monaten ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen, dann würden wir alle staunen, wie schnell auch die Bundeswehr von dort weg wäre, Mädchenschulen hin oder her.

    Deutschland ist in der Afghanistan-Frage, so scheint mir, völlig von den Entscheidungen der Amerikaner abhängig.

  9. Inaktiver User

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Schon im Juli waren lt. SZ 69% der Deutschen für einen Abzug aus Afghanistan:

    In der Bevölkerung wächst laut einer Umfrage der Unmut: Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge ist der Einsatz unpopulärer denn je. 69 Prozent der Befragten sagten, die Soldaten sollten so schnell wie möglich abgezogen werden.

    Kompletter Artikel

    Die gleiche Zahl wurde auch gestern Abend bei Anne Will genannt

    Anne Will vom 23.08.2009
    Geändert von Inaktiver User (24.08.2009 um 12:08 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Sollen deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen?

    Ein aktueller Artikel zum Thema in der ZEIT, der im großen und ganzen auch meine Meinung widerspiegelt:

    Einsatz in Afghanistan: Die falsche Wahl | ZEIT ONLINE

Antworten
Seite 4 von 45 ErsteErste ... 2345614 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •