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So kann's kommen, wenn der Nachwuchs ausbleibt:
Artikel in Frankfurter Rundschau: Weniger Arbeit für mehr Sex
"Tokio: Die japanische Wirtschaft erwartet von ihren Arbeitern und Angestellten weniger Überstunden in der Firma und mehr Anstrengungen beim Sex zuhause. In einem Memorandum verlangte der Wirtschaftsverband Keidanren "mutige" Maßnahmen gegen die sinkende Geburtenrate, die das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes bedrohe.
Wenn der Geburtenrückgang nicht gestoppt wird, werde die Bevölkerung in den nächsten 50 Jahren um 30 Prozent schrumpfen, die Zahl der Menschen im Arbeitsalter sogar um 50 Prozent. Außer offene Grenzen für gut ausgebildete Einwanderer und mehr staatlicher Unterstützung für Familien hält der Verband eine "bessere Balance zwischen Arbeit und Freizeit" für notwendig.
Keidanren forderte deswegen seine rund 1600 Mitgliedsunternehmen zu "Familien-Wochen" auf, damit deren Mitarbeiter häufiger mit ihren Kindern spielen können und mehr Gelegenheiten bekommen, Kinder zu machen.
Der Appell stieß bei Firmen wie dem Energieunternehmen Nippon Oil, dem Textilhersteller Toray und der Fluggesellschaft Ana im November auf offene Ohren: Bei Nippon Oil mussten die Mitarbeiter die Firma bereits um 19 Uhr verlassen. Wer länger bleiben wollte, brauchte dafür eine Genehmigung. Auch am Wochenende durfte niemand zur Arbeit kommen. "Bitte geht früher nach Hause", rief Shinji Nishio, Präsident von Nippon Oil, seine Angestellten zum Auftakt von zwei "Familien-Wochen" auf. "Die alternde Gesellschaft und sinkende Geburtenrate sind auch unser Problem. Wir erwarten Eure aktive Mitarbeit.""
und weiter ...
Wer weiß, was uns in Deutschland noch "blüht"?
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Antworten
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28.11.2008, 16:08
Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
"Es kommt im Leben nicht darauf an, wieviele Träume man hat .... sondern wieviele man davon wahr macht ...."
Deutsche Bank
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28.11.2008, 16:18
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Ich glaube, mit "Familienwochen" kann man das Problem nicht beheben. Und das wissen sicher auch alle, die sich ernsthaft mit dem Problem auseinandersetzen.
Zitat von blaues-wunder
Ich habe mal gelesen, dass man, selbst man jetzt "volle Pulle" Kinder zeugt, die auf uns zukommenden Probleme nicht mehr aufhalten werden kann. Es würde ungefähr 100 Jahre dauern, bis die Maßnahmen merklich greifen. Leider weiß ich jetzt die Quelle nicht mehr, ich glaube, es war irgendwo in einem Artikel von Herwig Birg.
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28.11.2008, 20:26Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Deuschland ist mittlerweile das Land mit dem größten Niedriglohnsektor unter den Industriestaaten.
Unter dem Stichwort Flexibilisierung der Arbeitsmärkte haben Lohndumping, Mini- und Midijobs, Leiharbeit und befristete Verträge die wirtschaftliche Basis für viele Menschen so verschlechtert, dass ihr Leben nicht mehr planbar ist.
Das sind m. E. die Hauptursachen dafür, dass in Deuscthland keine Familien mehr gegründet werden.
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01.12.2008, 07:01Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Ja, nicht nur das, wir haben auch die niedrigsten Lohnnebenkosten.
Niedriglohn im Vergleich zu anderen Ländern ist relativ. Wenn die Lebenshaltungskosten niedrig sind, ist „Niedriglohn“ immer noch auskömmlich.
Wir können noch so viel verdienen, das „Scheibchen“, welches der Staat sich an jeder Lohnerhöhung abschneidet wird zunehmend „dicker“.
Von daher sind die Forderungen der Politiker nach höheren Löhnen durchaus verständlich.
Von 1.000 Euro Weihnachtsgeld Brutto, zuzüglich 20% AG Anteil kommen beim AN nur etwa 650,00 Euro an, der Rest verschwindet in den dauerbankrotten Sozialkassen und im Steuersäckel.
Was die Planungssicherheit angeht geht es den AN ähnlich wie den AG.
V.G.
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01.12.2008, 13:39Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Die Krankenversicherungsbeiträge "verschwinden" natürlich nicht.
Zitat von Inaktiver User
Die gesetzliche Krankenversicherung hat im Jahr 2007 für ihre Versicherten Leistungen im Wert von 260 Milliarden € bezahlt - von der Krankenhausbehandlung bis zum Hörgerät.
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01.12.2008, 14:12Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Na klar doch, dass sehen die Beitragszahler ebenso mit Freude und können es kaum erwarten, demnächst noch höher Beiträge zu zahlen.
Zitat von Inaktiver User
Bei den steigenden Preisen im Allgemeinen und den stagnierenden Löhnen gibt man doch gern von dem Wenigen ab.
In Vorfreude auf höhere Beiträge verbleibe ich
V.G.
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01.12.2008, 16:47Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
sach ma so:
Ich bin froh, dass ich hier in Deutschland automatisch bei erschwinglichen Beiträgen krankenversichert bin und nicht, wie in den USA, sehen muss, ob ich mir eine Krankenversicherung überhaupt leisten kann oder - ohne Versicherung - für eine sehr robuste Gesundheit beten muss!
Und was die Steuern angeht, so sehe ich auch in den Beiträgen hier, dass wir von unserem Staat immer mehr erwarten, aber unendlich meckern, wenn wir unseren Beitrag dazu leisten sollen.
Und zumindest in meinem Umfeld höre ich das lauteste Geschrei von denen, die kaum Steuern bezahlen!
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01.12.2008, 17:11Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Naja, ich sag mal so:
Im Moment sieht es nicht so aus, als ob die Existenz der Menschheit bedroht wäre.
Wen bedienen solche hannebüchenen Artikel, die so tun, als reparieren sie gerade mal etwas schnell unter dem Slogan "F*cken für die Rente"? Was nutzen denn viele Kinder, wenn schon für die, die es gibt, keine Betreuung, keine Zeit, keine Liebe und später keine Arbeitsplätze da sind???
Ich finde es gut, wenn Menschen nicht gedankenlos Kinder in die Welt setzen, sondern ggf. unter schlechten (sozialen) Bedingungen auch darauf verzichten. s.o. Why not?
Wie lieblos die Gesellschaft ist, sieht man doch schon daran, daß die Zahl der Kinder unter volkswirtschaftlichen Aspekten betrachtet wird. Das ist doch pervers.
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01.12.2008, 17:16Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
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01.12.2008, 18:05Inaktiver User
AW: Sinneswandel einer Leistungsgesellschaft
Das ist nicht pervers, sondern normal.
Zitat von Inaktiver User
Es hat zu früheren Zeiten und in anderen Kulturen immer ein Bewusstsein dafür gegeben, dass Kinder für das Überleben der Familie bzw. der Sippe erforderlich sind. (Die volkswirtschaftliche Betrachtung ist im Prinzip vergleichbar.)
Erst in unserer Zeit sind Kinder etwas, was man "zur Selbstverwirklichung" oder weil es "dazu gehört" "anschafft" - freilich nicht ohne sich mehrere Jahre den Kopf darüber zu zergrübeln, ob das Leben ohne Kind nicht doch praktischer und bequemer ist.
Und auch nicht ohne hinterher zu fordern, dass die Gesellschaft (der Staatshaushalt) möglichst viel für diese Mühe und "Aufopferung" der Eltern zu bezahlen habe.
Auch das ist zwar nicht pervers, aber ein wenig degeneriert (zumindest wenn man von der natürlichen Fortpflanzung ausgeht.)
Aber was ist am zeitgenössischen Menschen noch natürlich.
Geändert von Inaktiver User (01.12.2008 um 18:20 Uhr)


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