Was gerade im Senat abgeht, ist für mich als Europäer schon befremdlich. Die Bushs Steuersenkungen sind ausgelaufen und die Demokraten möchten diese nur für Einkommen bis 250k $ verlängern, aber nicht darüber. Das passt aber den Republikanern nicht, die unbedingt die Steuersenkungen für Millionäre haben wollen und deshalb grundsätzlich alles blockieren, was gerade im Senat ansteht. Z.B. die Gesundheitsversorgung für die Ersthelfer vom 9/11 und die START-Verträge mit Russland.
Die Demokraten wollten die Republikaner auflaufen lassen, damit diese ihren Wählern erklären müssen, warum sie gegen Steuersenkungen für die Mehrheit der Amerikaner stimmen. Aber Obama hat dann doch einen Kompromiss angeboten.
YouTube - Sen Bernie Sanders Amazing Speech!
Hier ein schöner Filibuster von Bernie Sanders. im Senat gibt es keine Redezeitbegrenzung, also lesen einige Senatoren schon mal das Telefonbuch vor, um Abstimmungen zu behindern. B. Sanders Rede ging 8,5 Stunden.
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21.12.2010, 15:31Inaktiver User
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Geändert von Inaktiver User (21.12.2010 um 16:02 Uhr)
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21.12.2010, 16:32Inaktiver User
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
.. was ich an und für sich für haarsträubend halte.
Obama hat das aber angeblich deshalb gemacht, weil die Republikaner einer Weiterführung der Arbeitslosenhilfe nur unter der Bedingung zustimmen wollten, dass die Steuerermäßigung für Superreiche erhalten bleibt. Somit war das eine Güterabwägung zugunsten der Arbeitslosen - von denen es derzeit ja nicht gerade wenige gibt.
Was ich an dieser Sache am wenigsten verstehe, sind die Durchschnitts-Amis, die solche Politik mittragen, anstatt den Republikanern die Meinung zu geigen.
Zwischen USA und Europa gibt es eine Kluft im Denken, die in solchen Fällen offen zutage tritt.Geändert von Inaktiver User (21.12.2010 um 16:39 Uhr)
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22.12.2010, 02:45
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Der Durchschnittsami interessiert sich nicht für Politik.
Nach der Gesundheitsreform Abstimmung wollte ich am nächsten Tag wissen, was meine Kollegen davon halten: Die Mehrheit wußte noch nicht mal, um was es ging...Diese Menschen haben Universitätsabschlüsse. Mit meinem Kommentar, dass dies jetzt aber ein Meilenstein in der amerikanischen Geschichte ist, machte ich mich auch noch unbeliebt
(Die Deutsche weiß es ja jetzt wieder besser). Genauso Wikileaks: Bei einem Dinner brachte ich gezielt das Thema darauf, und bekam als Antwort, "das" sei doch sowieso alles eine Verschwörung. Im Laufe des Gesprächs wurde mir klar, dass noch nicht mal die Existenz der Kabel bekannt war. Diese Menschen arbeiten in höheren Positionen. Ich könnte hier ewig weitermachen, halte mich jetzt aber zurück.
Djm fasst das alles hier viel besser zusammen, bei mir kochen da schneller die Emotionen hoch.
Kitty
OT Blautanne, ich mag deine Signatur, wo ist die her?Geändert von Kitty1670 (22.12.2010 um 02:49 Uhr)
Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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04.01.2012, 15:50Inaktiver User
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Der Strangtitel muss mit einem großen und immer größer werdenden Fragezeichen versehen werden.
Dieses Land ist hoffnungslos.
Zwar bin ich nach wie vor der Meinung, dass Obama mit Abstand der intellligenteste und vernünftigste unter allen US-amerikanischen Spitzenpolitikern ist, aber er ist auch schwach.
Er ist schwach, weil seine eigenen Wähler kalte Füße bekommen und ihm die verliehenen Mehrheiten nach kurzer Zeit wieder entzogen haben. Er ist schwach, weil er viel zu lang auf Kooperation gesetzt hat, wo Kooperation prinzipiell und kategorisch verweigert wird.
Jetzt steht er vor einem Scherbenhaufen:
Unterzeichnung eines Gesetzes, das die Auflösung von Lagern wie Guantanamo de facto unmöglich macht und die zeitlich unbeschränkte Festsetzung Terrorverdächtiger erlaubt
.Geändert von Inaktiver User (04.01.2012 um 16:02 Uhr)
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04.01.2012, 19:09
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Dieser Meinung war ich nie. Er war und ist ein Blender und Selbstdarsteller. Zudem noch ein Meister der Ankündigungen die dann doch nie umgesetzt werden.
Keines seiner Versprechen, Guantanmo z.B., wurde eingehalten.
Nun gut, ich habe es auch nie erwartet.
Hillary Clinton habe ich es zugetraut eine sehr gute Präsidentin zu sein.
Aber die Mehrheit der Amerikaner hat wieder einmal den Schauspieler gewählt, statt Substanz.
Und dieses Jahr wird Obama wohl das kleinere Übel sein. Bei den Republikanern sehe ich ehrlich gesagt niemanden den ich für einen guten Präsidenten halten würde.
Há gente que fica na história
Da história da gente
Ja zur EU
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05.01.2012, 11:22Inaktiver User
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Jeder, der sich jemals die Mühe gemacht hat seinen Werdegang zu betrachten, und jeder, der sich dabei die Hindernisse vergegenwärtigt, die ein Farbiger in USA nach wie vor zu überwinden hat, weiß, dass der Mann einiges "auf dem Kasten" hat und mitnichten ein "Blender" ist.
Ich habe mir die Mühe gemacht diesen Strang nochmal von Anfang an durchzulesen, nochmals die bisherigen Etappen Obamas zu vergegenwärtigen.
Selbst George W. Bush, lange nur 'Sohn' von Beruf, dieser bigotte ehemalige Säufer, dieser Verbrecher, der mit Lügen völkerrechtswidrige Angriffskriege anzettelte und Folter in den USA salonfähig machte, dieser wirtschafts- und finanzpolitische Versager, der den Staatshaushalt in schwindelerregende Schulden hineingetrieben und eine fast beispiellose Krise zu verantworten hatte, dieser Ignorant, der die Wissenschaftler seines Landes unter Druck setzen ließ, weil deren Erkenntnisse zum Thema Klimaerwärmung nicht in sein texanisches Weltbild und in die Geschäfte seiner Kumpel passten,
selbst dieser in jeder Hinsicht und auf jedem politischen Feld beispiellos desaströse US-Präsident war und ist in seinem Land geachteter als Obama. Selbst dieser Mann hat sich nicht das bieten lassen müssen, was sich Obama bieten lassen musste und muss.
Es ist unfassbar, was für einem maßlosen Hass, was für einer unsäglichen Propaganda, mit Hitler-, Stalin- und Euthanasie-Vergleichen, was für Beleidigungen (Fremdkörper im Land, "Satan") sich dieser intelligente, kultivierte, zivilisierte und aus eigener Kraft weit über die Grenzen seiner Hautfarbe hinaus gewachsene Mann gegenüber sah und bis heute gegenüber sieht.
Nachdem Obama die Wahlen gewonnen hatte, haben ihm die Republikaner den Krieg erklärt und geschworen sämtliche politische Projekte zu behindern, zu stoppen und gegebenenfalls rückgängig zu machen.
Sie gingen sogar so weit Fadenkreuze auf der Landkarte aufzumalen, an die Stellen, an denen Abgeordnete wohnen, die seine Politik vertreten. Büros wurden verwüstet, einer Frau wurde in den Kopf geschossen. Sie wollten das Land "zurückholen", als hätte ein Fremdling es okkupiert.
Die Tatsache, dass schon bald nach Obamas Amtsantritt die Trommelfeuer der FOX-Propaganda Wirkung zeigten, die Wähler in Massachusetts kalte Füße bekamen und Obama die Mehrheit im Senat entzogen, ist nicht Obama zuzurechnen. Er hat genau das in Angriff genommen, was er im Wahlkampf zugesagt hatte.
Dieser Verlust der Mehrheit im Senat hat seine Machtbasis nachhaltig beschädigt.
Genauso wenig ist ihm zuzurechnen, dass seine Versuche mit politischen Gegnern zu Kompromissen zu kommen, nicht funktioniert haben, weil die Republikaner, koste es, was es wolle, nichts so sehr und so unbedingt wollten wie die Niederlage Obamas.Geändert von Inaktiver User (05.01.2012 um 17:50 Uhr)
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05.01.2012, 11:50Inaktiver User
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Was ich Obama vorwerfe:
dass er nicht als Kapitän auf seinem Schiff mit Würde untergeht, wenn er schon untergehen muss.
Dass er nicht sagt: 'Stop! Veto gegen Gesetze, die meine Grundprinzipien verletzen!
So lange ich mich Präsident dieses Landes nennen darf, werden solche Gesetze nicht verabschiedet.
Was danach kommt, liegt nicht mehr in meiner Hand.
Aber mit mir so etwas nicht.'
Nach wie vor wüsste ich keinen, den ich lieber als Präsident der USA gesehen hätte.
Ich verstehe, dass er zermürbt ist. Niemand hat je eine solche Bürde übernommen wie er, und niemand musste ertragen, was man ihm zumutet.
Alle Illusionen bezüglich USA haben sich für mich erledigt. Dieses Land ist, was es ist.
Nicht George W. Bush war ein Unfall der US-amerikanischen Geschichte - Obama war es!
Ich habe all meine Hoffnung in Obama gesetzt.
Es war die Hoffnung, dass die USA doch nicht so sind, wie sie unter Bush schienen.
Ich habe mich getäuscht.Geändert von Inaktiver User (05.01.2012 um 17:46 Uhr)
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10.01.2012, 12:11Inaktiver User
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Interessanter Artikel: Republikaner. Europa? Zum Teufel!
Interessant, wie tief die Kluft zwischen USA und Europa ist.
Angeblich hat diese Haltung gegenüber Europa sogar Tradition - warum wurde uns früher schamhaft verschwiegen, was die Amis von uns halten?
Ich finde es gut, dass wir erfahren, dass USA und Europa zwei verschiedene Planeten sind, mit verschiedenen Werten und verschiedenem Denkhorizont, viel verschiedener, als ich vor 10 Jahren noch dachte.
Zu sehen wie die Amis ticken, wie gering ihre Bildung, wie ausgeprägt ihre Ignoranz und Dummheit ist - vielleicht hilft es ja ein wenig gegen die immer noch grassierende Amerikanisierung, wenn man sieht, wie erbärmlich dieser Weg endet.
Mit diesen Republikanern im Weißen Haus werden wir wohl zu den klaren Verhältnissen der Bush-Ära zurückkehren: hier das supersize country, dort das alte Europa.Geändert von Inaktiver User (10.01.2012 um 19:04 Uhr)
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23.05.2012, 15:04Inaktiver User
USA. - "Die Republikaner sind das Problem"
Was für Beobachter der US-amerikanischen Politik schon lange offensichtlich ist, wird nun von zwei höchst renommierten Wissenschaftlern in der Washington Post sowie in einem viel diskutierten Buch aufgezeigt.
Hier geht es zum Originaltext: Let’s just say it: The Republicans are the problem.
Wer nicht Englisch lesen will - auch die Süddeutschen Zeitung hat darüber berichtet: *klick*
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23.05.2012, 19:20
AW: Barack Obama: eine neue Ära amerikanischer Politik
Sehr interessant, danke für den Hinweis.
Das bestärkt mich in meiner Haltung den Republikanern gegenüber, deren Vertreter, soweit sie hier via Medien bekannt werden, alle etwas extrem Sektiererisches, Unduldsames und Fundamentalistisches haben.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes


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