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  1. Inaktiver User

    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was ich damit sagen will ist, dass ich es sehr gut nachvollziehen kann, dass Liebe einen verletzlich macht und dass es keine Garantie gibt, auch Liebe zu empfangen, wenn man selbst liebt. Aber das Lieben an sich ist ein Gefühl, dass Du Dir nicht verbieten solltest. Ich glaube, am traurigsten ist es nicht, wenn man nicht geliebt wird. Sondern wenn man selbst nicht lieben kann. Und dass Du Liebe empfinden kannst, hast Du ja selbst geschrieben.
    Und manchmal bekommt man eben auch ganz viele Liebe zurück, wenn man es gar nicht erwartet.
    Und die ist von mir.

    Anima

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    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zitat Zitat von Nastasja.F
    ,Liebt ein Mensch frei und ohne etwas zu verlangen, bekommt er nichts zurück. Nimmt er dagegen, wird er nochmehr geliebt. (Zitat sinngemäss)

    @ Nastasja
    Ich glaube nicht: LIEBT ein Mensch frei und ohne etwas zu verlangen, bekommt er nichts zurueck.
    Denn: Lieben verlangt und erwartet doch nichts. Lieben ist ein Zustand, keine Tat. Setzt man dahingegeben 'liebevolles Benehmen' o. aehnliches ein, stimme ich dem Zitat zu. Denn, wie Du sagst, das ist Realitaet.
    Hallo Maria,


    Ja genau. so ist es richtiger ausgedrückt. Aber ich meinte eben nicht nur liebevolles Benehmen Keine Gegenliebe kann auf Dauer mehr schmerzen als unrespektierte Verhaltensweisen. Die Summe unserer Erfahrungen und die Konsequenzen, die wir daraus ziehen, sind unsere subjektiven Konsequenzen und nicht richtiger oder falscher als die anderer Menschen.

    .................................................. ......................................

    Ich war zur Selbsterkenntnis nicht in der Lage, da ich von fruehester Jugend in ein extremes Schema gepresst/gepruegelt wurde (mein Vater hat versucht, mich als Sohn aufzuziehen, und war extrem uebergriffig, meine Mutter war emotional in der Erziehung abwesend).
    Ich danke Dir für Deine offene Selbstdarstellung. Das ist sehr aufschlussreich für mich.

    Dazu muss ich schreiben, dass ich richtig entsetzt bin, immer wieder (nicht zufällig) in der Bricom auf parallele Biografien zu stossen. Obiges Statement trifft eigentlich auf meine Biografie etwas ähnlich zu. Dazu kam, dass ich das einzigste Mädchen unter drei Jungen war. Es macht einen richtig traurig immer wieder soetwas zu lesen. Vor ungefähr einem Jahr habe ich unter einem anderen Nick im Psychologieforum einen Strang zu dem thema aufgemacht. Sogar auf Dein Alter könnte ich in etwa schliessen. Die Nachkriegsgeneration als Eltern müssen demnach häufig so geprägt gewesen sein wie unsere Eltern. (Meine Mutter ist noch heute emotional in bezug auf mich abwesend. Sie kennt mich garnicht und sie will mich auch nicht kennen. Sie ist nur auf ihre Bestätigung aus. Mein Vater ist seit fast 3 Jahren tot und hat nie sehen, was er falsch machte. Er wollte es nicht. Klug genug hätte er sein können.)

    Meinen Eltern gelang es trotz allem nicht, mir meine Identität wegzunehmen. Ich hatte gottlob schon von Geburt an eine. Und ich habe mich schon früher einmal gekannt. Mit elf.

    Ich sehe es nicht als Kampf, sondern als Entdeckungsreise. Es geht um Akzeptanz. Sobald ich dies erkannt hatte, ging es aufwaertz. Z.B. ich erkenne, dass ich ungeduldig bin, ich akzeptiere es. Dann aergert mich dies nicht mehr in anderen, nicht mehr in mir.
    Ich bin auch sehr ungeduldig. Z.Bsp. wenn ich beim Bäcker oder am Fahrkartenschalter anstehen muss und die Verkäuferin tut, als hätte sie einen Wettkampf in Langsamkeit zu gewinnen. Das macht mich ganz fiebrig. Ich fange jedesmal an leise zu fluchen, weil ich sowas nicht leiden kann.

    Die Wahrheit ist, dass man mir, als ich mal eine zeitlang ziemlich langatmig dahergekommen bin, familiär schwer zugesetzt hat. Meine Herrren Brüder sind heute noch der Meinung, die allgemeine Schikane, der ich ausgesetzt war, war gerechtfertigt. Möglicherweise brauchte sie aber diesen Vorwand. Ich werde bis heute wie Dreck behandelt und habe nur gelernt sie mir vom Halse zu halten ohne allzu sehr zu leiden.

    Wenn ich mich liebe und akzeptiere, muss ich nicht mehr verzweifeln, wenn mich das OdB nicht auch liebt. Ich weiss, es wird jemanden geben, der es tut. Ich versuche nicht mehr (wie in meiner Ehe) meine mangelnde Selbstliebe durch das Erzwingen der Liebe meines Mannes zu vergroessern.

    Ich sage nicht, dass es nicht wehtut, wenn man nicht zurueckgeliebt wird, aber diese absolute Verzweifelung faellt dann weg.

    Liebe Gruesse
    Maria
    Vielen Dank für diese Worte!

    Noch zu unserem Schicksal: Wir sind nicht alle ähnlich dadurch geprägt. Das wurde mir auch durch meine Beziehungen klar, das der Umgang mit dieser Vergangenheit nicht allzu parallel verlaufen muss, gottlob. Ich war früher der Meinung, dass Menschen mit einem tragischen Lebenshintergrund nicht unbedingt zusammenkommen müssen. Es wäre vielleicht sogar tragisch für die Beziehung, wenn beide aus derselben Sosse kommen. Ich hatte u.a. zwei Beziehungen, bei denen das so war. Zum Glück habe ich von ihnen den Absprung getan.

    Irgendwann lernte ich einen Mann kennen, den ich wegen seinem Umgang mit diesem ähnlichen Hintergrund lieben lernte. Wir sind nach ca. vier Jahren ein Paar geworden und harmonieren heute wunderbar. Ich möchte ihn nicht wieder missen. Nichteinmal wenn wir auseinandergehen würden, möchte ich vielleicht darauf verzichten, wenigstens seine Schwester zu bleiben. Ich bin gleichzeitig auch seine "Schwester".

    LG
    Nastasja.F
    Geändert von Nastasja.F (19.10.2008 um 15:07 Uhr)
    Wenn du einen Würdigen siehst, dann trachte ihm nachzueifern. Wenn du einen Unwürdigen siehst, dann prüfe dich in deinem Innern!
    Konfuzius

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    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich frage mich gerade, ist es ein Kampf oder ist es ein Weg, von dem man nicht abkommen sollte?
    Ich finde diese Beschreibung auch sehr zutreffend.

    Kann Liebe Kampf sein?

    Anima
    Ja, die Selbstliebe vor allem. Weil sie auch Ehrlichkeit zu sich selbst einfordert. Kampf, solange Du nicht Säbelrasselvorstellungen damit verbindest. Ich kämpfe ja nicht gegen jemand Anderes und mich selbst vernichte ich nicht.

    Gruss
    N.f.
    Wenn du einen Würdigen siehst, dann trachte ihm nachzueifern. Wenn du einen Unwürdigen siehst, dann prüfe dich in deinem Innern!
    Konfuzius

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    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    @ Anima
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ein gutes Gefühl ja - das "Erreichen" einer solchen inneren Zufriedenheit und dem eigenen Glücksgefühl - ein doch schwerer Weg, nicht wahr? Immer wieder schwingt doch die Angst vor "Zurückweisung" mit.

    Für mich kann ich nur sagen: Ich will freier sein, ohne eine Gegenliebe gleich zu erwarten, aber ich merke auch, dass ich dadurch ganz andere Menschen kennen lerne, die mehr mit sich selbst im Reinen sind.
    Wenn man sich selbst liebt, kann man mit seiner Liebe zu anderen großzügiger umgehen, man verzweifelt nicht gleich an sich und der Welt, wenn sie nicht erwidert wird. Man erlebt eben Liebe nicht nur als knappes Gut, von dem man selbst immer zu wenig bekommt.

    Dennoch würde ich es für falsch halten, sich in Bezug auf eine Partnerschaft auf Männer festzulegen, die die eigene Liebe nicht erwidern. Das führt nicht zu einer erfüllten Liebe & Partnerschaft, sondern blockiert einen nur. Man sollte solche Menschen dann auch loslassen können.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  5. Inaktiver User

    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Latona
    Dennoch würde ich es für falsch halten, sich in Bezug auf eine Partnerschaft auf Männer festzulegen, die die eigene Liebe nicht erwidern. Das führt nicht zu einer erfüllten Liebe & Partnerschaft, sondern blockiert einen nur. Man sollte solche Menschen dann auch loslassen können.
    Entschuldige Latona - aber den Satz verstehe ich jetzt leider nicht.

    Anima

  6. Inaktiver User

    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Nastasja.F
    Ja, die Selbstliebe vor allem. Weil sie auch Ehrlichkeit zu sich selbst einfordert. Kampf, solange Du nicht Säbelrasselvorstellungen damit verbindest. Ich kämpfe ja nicht gegen jemand Anderes und mich selbst vernichte ich nicht.
    Okay - das kann ich jetzt gut nachvollziehen!

    Anima

  7. Inaktiver User

    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Nastasja.F
    Irgendwann lernte ich einen Mann kennen, den ich wegen seinem Umgang mit diesem ähnlichen Hintergrund lieben lernte. Wir sind nach ca. vier Jahren ein Paar geworden und harmonieren heute wunderbar. Ich möchte ihn nicht wieder missen. Nichteinmal wenn wir auseinandergehen würden, möchte ich vielleicht darauf verzichten, wenigstens seine Schwester zu bleiben. Ich bin gleichzeitig auch seine "Schwester".
    LG
    Nastasja.F
    Du hast eine wunderbare Einstellung zur Liebe.

    Anima

  8. Inaktiver User

    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich frage mich gerade, ist es ein Kampf oder ist es ein Weg, von dem man nicht abkommen sollte? Kann Liebe Kampf sein?
    Ich vergleiche das mit dem Schmetterling, der sich aus seinem cocoon frei'kaempft'. Durch das 'sich befreien' staerkt er seine Fluegel, ohne diesen notwendigen Prozess waere er nicht lebensfaehig.

    Liebe Gruesse
    Maria

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    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    @ Anima
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Entschuldige Latona - aber den Satz verstehe ich jetzt leider nicht.

    Anima
    Was verstehst Du denn daran nicht? Wenn ich eine erfüllte Partnerschaft möchte, wo ich nicht nur liebe, sondern auch wieder geliebt werde, dann kann ich mich nicht damit begnügen, ewig einem Mann mit all meiner Liebe hinterherzuschmachten, der meine Gefühle nicht erwidert. Denn so komme ich nie zu einer Partnerschaft, in der auch ich geliebt werde. Dann stehe ich mir nur selbst im Weg, wenn ich micht nicht von meiner emotionalen Verstrickung mit diesem Mann löse.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: "Willst Du geliebt werden, so liebe"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das war ihr Gefühl, ihre Liebe wäre nichts wert gewesen. Aber ist das wirklich so? Ist eine Liebe nur deshalb nichts wert, weil sie nicht auf Gegenliebe stieß? Neeee. Objektiv, subjektiv, neeee. Lieben zu können ist an sich eine große Fähigkeit und von Natur aus "wert"voll.

    ...
    Das bezweifle ich. Wenn ich einem Menschen nichts bedeute,
    dann bedeutet ihm auch meine Liebe nichts. Dann genießt er
    vielleicht gerne die Annehmlichkeiten, die damit für ihn einhergehen,
    aber mehr auch nicht.
    Liebe muss auf Gegenliebe stoßen. Sie hat sonst keinen Wert.

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