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    M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Hallo,

    ich M(46) sollte eigentlich mit meinem Leben rund um zufrieden sein. Ich bin seit 20 Jahren verheiratet, 2 Kinder die mir keine nenneswerte Sorgen bereiten, alle sind gesund und mit dem Geld habe ich auch keine Probleme.

    Aber mit dem glücklich und zufrieden sein ist es nicht mehr so. Oft denke ich daran " Da kann doch nicht alles gewesen sein". Und,und...

    Mein Leben hat sich seit 2 Jahren doch ganz schön geändert. Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, trinke keinen Alkohol mehr. Mache richtig Sport. Habe sogar mit Kraftraining angefangen.

    Ich ertappe mich dabei, das ich auf Teufel komm raus anderen Frauen zu gefallen und imponieren will und denke auch daran, wie es mit dieser Frau so wäre. Das funktioniert sogar recht gut. Aber ich besinne mich immer wieder und übelege was ich meiner Frau, Familie und mir antun würde wenn ich mich auf ein Abenteuer einlassen würde. Nicht auszudenken! Ich muss ehrlich gestehen, ich habe regelrecht Angst eines Tages schwach zu werden.

    Wie soll ich damit nur umgehen? Ist echt sch....

    MrLui

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    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Du hast mein Bedauern und meine Bewunderung, das du Affären so gut widerstehen kannst..... aber : hast du schonmal mit deiner Frau gesprochen ? Bist du mit dem Sex mit ihr unzufrieden, oder bekommst du nicht genug ? Hast du vielleicht unerfüllte Kindheitsträume, die du mal verwirklichen solltest, falls das vom Geld her machbar ist ? Wenn ich soo unzufrieden wäre, würde ich in mich hineinhorchen, und mich fragen : Was kann ich denn besser machen, das es mir wieder besser geht ?

    Mfg und viel Erfolg beim Herausfinden

    Andi12

  3. Inaktiver User

    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Zitat Zitat von MrLui
    Aber mit dem glücklich und zufrieden sein ist es nicht mehr so. Oft denke ich daran " Da kann doch nicht alles gewesen sein". Und,und...

    Mein Leben hat sich seit 2 Jahren doch ganz schön geändert.
    Der Partner meiner Freundin (sie 34 und er 40) haben das gleiche Problem. Er sagt, dass er seit einigen Jahren ungluecklich ist - und hat mir ihr Schluss gemacht. Sie wohnen allerdings noch zusammen, haben auch Sex, aber sind kein Paar mehr. Das geschah im beiderseitigen Einverstehen.

    Natuerlich ist meine Freundin kreuzunglueck darueber und es sieht so aus, als ob es bei ihrem Partner sich auch um Midlife crisis handelt. Aber was tun? Es ist bei ihm so wie bei Dir; Das kann doch nicht alles gewesen sein, und sein Leben hat sich auch geaendert (bei ihm mehr im beruflichen Bereich).

    Meine Freundin sagt nach anfaenglichen Heulattacken, dass sie die Sache auf sich zukommen laesst. Aber wahrscheinlich gibt es ja nur 2 Moeglichkeiten: Du gibst diesem Impuls nach und bereust es danach, deine Familie aufs Spiel gesetzt haben oder du unterdrueckst es und wirst noch ungluecklicher.

    Hast Du dir schon mal Gedanken gemacht, was du dir noch vom Leben wuenschst und ob das unbedingt mit anderen Frauen zusammenhaengt oder einfach mit unerfuellten Trauemen? Liebst Du deine Frau noch?

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    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Eigentlich ist ja so eine Midlife Crises dafür da, um sich nun endlich auf sich selber zu besinnen. Tun ganz viele Frauen, aber sehr wenige Männer, die verlagern diese Sinnsuche nach aussen.

    Und da sehe ich das eigentliche Problem. Sehr viele Männer erwarten von äusseren neuen Umständen, dass ihnen diese einen neuen Sinn und neue Aufregung ins Leben bringen. Das funktioniert dann eben nur kurzzeitig und dabei werden enorm viel Scherben produziert.

    Eigentlich bräuchte es bei dieser Menge an Männern in diesem Stadium dringend eines Männerberaters . Oder wie bei uns Frauen Gruppen, die sich gemeinsam mit ihren Problemen befassen und Lösungen suchen. Aber die Kerle wollen ja immer alles allein lösen - und dabei kommt gar häufig einfach nur ein Frauenwechsel dabei heraus. Schade.

    Ich weiss auch keine Lösung, wenn ein Mann nicht von sich aus darauf kommt, dass vielleicht bisher ungelebte Anteile in ihm einfach aus ihren Kellerverliessen herauskrabbeln. Und dass die sich nicht einfach besänftigen lassen mit ein paar neuen Möhrchen vor der Nase . Ich bekomme das gerade über einen früheren Arbeitskollegen mit, der sich bei mir sein Herz ausschüttet. Aber was ich da sage ist ja alles Schmarrn, er ist einfach seine angeblich ständig nörglerische Frau leid und die ist natürlich schuld . Die Kinder sind fast erwachsen, das bisherige Familienleben gibt es so nicht mehr, er hat vieles erreicht und nun treibt es ihn um, ob das schon alles gewesen sein soll.

    Also nichts Neues unter der Sonne, überall das gleiche Thema. Wäre eine Riesenchance für gute Coachs und Therapeuten, sich dieser vielen verunsicherten Männer anzunehmen. Wenn die denn kommen würden ...

    Manchmal gibt es gute Wochenendkurse, wo etwas Freizeit mit eingeschlossen ist, ein schönes Hotel mit Wellness usw. Vielleicht könnte so ein Kurs ersten Anstoss geben. Man(n) trifft dort Leidensgenossen, es ist auch Spass dabei, ich würde so ein Angebot suchen und ihm "verkaufen". Gilt ja i.d.R. erstmal, die Scheu vor solchen Gesprächen zu nehmen und ihn selber davon überzeugen zu lassen, dass Therapeuten und Psychologen ganz normale und vernünftige Menschen sind .

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    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Zitat Zitat von MrLui
    Oft denke ich daran " Da kann doch nicht alles gewesen sein".
    Dieser Gedanke und die gärende Unzufriedenheit bewahren Dich zumindest davor, dass Dein Leben die nächsten Jahre und Jahrzehnte so dahinplätschert, und Du nicht ausgefüllt bist.

    Welche Korrekturen sind jetzt in Deinem Leben nötig? Du bist ein anderer als Du mit 20 oder 25 warst, aber wie bist Du jetzt? Welche Erfahrungen möchtest Du in Deinem Leben auf jeden Fall noch machen? Was für Erfahrungen versprichst Du Dir mit den anderen (jüngeren) Frauen?


    Mit 46 hast Du vermutlich die "Halbzeit" überschritten, und man wird gewahr, dass die verbleibende Zeit vielleicht nicht mehr für alles reicht, was man sich mal so vorgestellt hat.

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    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Zitat Zitat von Joyandmove
    Eigentlich ist ja so eine Midlife Crises dafür da, um sich nun endlich auf sich selber zu besinnen. Tun ganz viele Frauen, aber sehr wenige Männer, die verlagern diese Sinnsuche nach aussen.

    Und da sehe ich das eigentliche Problem. Sehr viele Männer erwarten von äusseren neuen Umständen, dass ihnen diese einen neuen Sinn und neue Aufregung ins Leben bringen. Das funktioniert dann eben nur kurzzeitig und dabei werden enorm viel Scherben produziert.
    Die Folge des sich selbst Besinnens von Frauen nach 20 Jahren Ehe ist sehr häufig - Scheidung (sagt die Statistik). Die Scherben gibt es also fast immer zwangsläufig - egal, ob die Besinnung innerlich oder äußerlich stattfindet.

    (Wobei ich mal ketzerisch behaupte, daß bei vielen Männern eine innere Besinnung quasi unmöglich ist, da sie sich fast ausschließlich über äußere Beziehungen (Arbeit, Wohlstand, Familie, Partner) definieren. )

    Ich denke, gegen die Mitlife Crisis hilft nur die bewußte Auseinandersetzung mit ihr, lange bevor sie eingetroffen ist. Die Gestaltung der Partnerschaft, die Antizipation der "empty nest" Phase, die gemeinsame Entwicklung mit dem Partner kann man nicht nach 20 Ehejahren beginnen. Das muß ein permanenter Prozess sein.

    Mich tröstet immer der Gedanke, daß eine gravierende Änderung meines Lebens die Zahl der Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, zwar vergrößert, im Verhältnis zu den Dingen, die ich aber hätte machen können und nicht gemacht habe, nicht ins Gewicht fallen. Bei unendlich vielen Möglichkeiten ist eine verdoppelte Realität immer noch fast Null. Daher ist eine wirkliche Befriedigung nur kurzzeítig zu erwarten. Dem gegenüber steht die Entwertung von 20 Jahren Gemeinsamkeit. Und die schmerzt, wenn man älter wird, immer mehr.

    Gruß
    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  7. Inaktiver User

    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Ist es unbedingt die Partnerschaft, die unzufrieden macht?
    Hört sich vielleicht sehr pauschal an, aber eigentlich, so denke ich, ist es doch wichtig in sich selbst hineinzuhorchen.
    Was will ich?
    Was erwarte ich vom Leben?
    Ich habe gelernt: Geld befriedigt mich nicht, Wohlstand auch nicht... es macht "nur" sicher.
    Vielleicht wenn du an diesen Fragen arbeitest, bringt es dich weiter.
    Bei mir war es wichtig, nach mir selbst zu suchen und mich irgendwann zu finden. Dazu gehören kein Sex, kein anderes Begehren, sondern einfach der Wunsch in sich selbst heil zu sein.
    Kann es sein, dass du so etwas vermisst?
    Gruß Annette

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    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    Hallo,
    habe sehr aufmerksam alle Beiträge zu diesem Thema gelesen und es hat mich (w) sehr berührt. Nach 20 Jahren Ehe auf eigenen Wunsch ausgestiegen musste ich lange Zeit immer wieder hinterfragen warum bin ich gegangen. Heute weiß ich, Partnerschaft ist Arbeit, Arbeit von Anfang an und immer weiter. Nur so kann man alle diese Höhen und Tiefen gemeinsam bewältigen. Ich bin gegangen, weil ich diejenige war, die versucht hat unsere Beziehung immer wieder neu zu definieren, anzupassen, das Gegenüber es nicht für nötig hielt auch nur ansatzweise mal darüber nachzudenken. Für mich war in diesem Moment klar "Beziehung bedeutet Stillstand".
    Erst nach einem Zusammenbruch fiel es mir wie Schuppen von den Augen: wir wachsen nicht gemeinsam , dadurch entstand ein Ungleichgewicht, das auch durch Paartherapie nicht mehr aufzuholen war.
    Desweiteren ist es ganz normal (wir verlassen da allerdings nur ungerne unsere eigene Komfortzone), dass mit zunehmendem Alter und Reife auch immer wieder die Sinnfrage sich stellt: war das nun schon alles? Auch hier kann man verändern, sich neue Ziele setzen, oder einfach auch nur mal zurücklehnen und alles Revue passieren lassen. Auch neue Ziele innerhalb der Partnerschaft definieren, was machen wir mit der Zeit, die nun dank erwachsener Kinder frei geworden ist. (Eine 70-jährige Frau hat die Scheidung eingereicht mit dem Argument, ich will auch mal was anderes getan haben). Erfülle ich mir nun endlich den Wunsch ein Musikinstrument zu lernen?, mache ich mit der besseren Hälfte den schon lange angesagten Tanzkurs?, mache ich neben meinem Beruf noch eine Weiterbildung in dem was mir Spaß macht, suche ich mir eine neue Aufgabe usw. Der Möglichkeiten gibt es soooooooooooooooooo viele. Jeder wie er es gerne hätte und auch braucht.
    In diesem Sinne, bin ich ganz gespannt auf Eure weiteren Beiträge
    Ganz liebe Grüße
    von einer, die auszog und neue Lebensqualität gefunden hat.

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    AW: M(46) - Au weja, Midlife Crisis

    hallo MrLui, mir gefällt die ehrlichkeit in deinem beitrag. gestolpert bin ich über das "sollte zufrieden sein". vielleicht erfüllst du zu viele erwartungen von außen, kümmerst dich schon seit jahren zu viel darum, wie dinge sein "sollten"?
    dass du anderen frauen imponieren willst, ist ja erstmal normal. vielleicht hast du diesen teil von dir (flirten, gefallen wollen) lange vernachlässigt? genieß das doch einfach ohne schuldgefühle. attraktiv fürs andere geschlecht möchte jedeR sein. wenn ihr eine treue-vereinbarung habt, kannst du dich daran ja trotzdem halten. thematisiere das doch mit deiner frau, erhzähl ihr, wie viel spaß dir das macht. vielleicht versteht sie dich und ist sogar stolz auf ihren attraktiven mann, wenn sie spürt, dass es sie nicht bedroht und du die gemeinsam gesteckten grenzen respektierst.
    wichtig ist immer, über die eigenen wünsche im gespräch zu bleiben, auf allen gebieten. frag dich doch, was den sex mit ihr wieder erfüllender machen könnte, was du dafür tun kannst etc.
    empfehlen kann ich übrigens eva-maria zurhorst: liebe dich selbst, dann ist es egal, wen du heiratest. ist zwar in einem mir nicht besonders liegenden stil verfasst, rückt aber einiges in ein anderes licht, gerade auch, wenn man denkt, dass in nachbars garten die kirschen süßer schmecken könnten.
    alles gute wünscht ariela
    "That life exists/
    And identity/
    That the powerful play goes on/
    And you may contribute a verse."
    Walt Whitman

    “Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten ihrer Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.”
    Benjamin Franklin

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