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  1. Inaktiver User

    Latent Unzufrieden...

    Hallo zusammen...

    Ich weiß nicht wieso ich sowas denke, deswegen wende ich mich mit dieser Frage an euch.

    Irgendwie bin ich mit allem was ich tu immer unzufrieden oder leicht unzufrieden. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich (das wird mir zumindest immer wieder von außen gesagt), kann mich aber kaum darüber freuen, wenn ich ein Ziel erreicht habe. Das Schlechte sehe ich doppelt groß, das Gute ignoriere ich schlichtweg. Auch wenn ich mich bemühe, mich über etwas zu freuen, dann klappt das nicht. - Kann man das vielleicht lernen???

    Mitlerweile erstreckt sich meine Unzufriedenheit nicht nur auf mich selber, sondern auch auf andere Personen. Z.B. denke ich, dass ich immer nur "schlechte Menschen" als Freunde abbekomme, die total egoistisch und uninteressant sind oder irgendeine psychische Macke haben. Ich fühle mich nicht gut dabei, wenn ich so über Menschen denke, aber ich kann auch hier nur schwer die positiven Seiten sehen. Dabei würde ich das so gerne.

    Ich würde also gerne alles ein bisschen "heller" sehen, nicht ganz so kritisch, wie ich das tu. Bzw. die Kritik da lassen, wo sie einem weiterhilft, z.B. beim wissenschaftliche Arbeiten schreiben. Aber wenn ich versuche mich dazu zu zwingen, die anderen Menschen besser zu sehen, dann habe ich immer das Gefühl ich würde mich eigentlich nur selber "verarxxhen".

    Kennt das auch jemand von euch oder bin ich die einzige, der das so geht???

    Danke
    L.

  2. Inaktiver User

    AW: Latent Unzufrieden...

    hallo ladinita, ich kenne das in etwas abgewandelter Form. z.b: das Leben ist sooo schwer, es gibt nie was richtig Erfreuliches , warum passieren nur mir so blöde Sachen usw.
    Wenn ich dann mal länger in so einer Phase stecke, schreibe ich mir jeden Tag auf, was alles schön war, auch wenns Kleinigkeiten waren.
    Ausserdem habe ich ein "Erfolgstagebuch" angefangen. Darin stehen konsequent eben nur Erfolge. Auch die Mini-Erfolge!
    Mir fällt es dadurch leichter, aus so einer miesen Stimmung rauszukommen. Vielleicht einen Versuch wert?
    lg

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    AW: Latent Unzufrieden...

    >Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich (das wird mir
    >zumindest immer wieder von außen gesagt),

    ist das so?

    wen ja, solltest du vielleicht mal differenzieren . . .

    ich habe beruflich auch sehr hohe ansprueche an mich und bin da auch stolz drauf. beruflich bin ich mit einem gesunden ehrgeiz ausgestattet.

    was meine hobbies angeht, bin ich alles andere als ein perfektionist . .
    ich muss immer grinsen, wenn jemand mir sagt, er macht etwas entweder ganz oder gar nicht . .
    damti baut man doch bloss druck auf.

    wozu dieser druck???

    kleines beispiel: ich bin lange marathon gelaufen. ehrgeiz ist also da. aber ich habe mich nie gestresst und versucht, das optimum aus mir rauszuholen. mir war es wichtiger, gesund und nicht total ko ins ziel zu kommen. dafuer habe ich in kauf genommen, dass ich halt nicht vornme mitmische.

    ich denke, das eben ist zu kurz, um alles (!) perfekt hinzubekommen und dabei noch gluecklich zu sein.

    ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen weiterhelfen?
    ann-christine

    lebe lieber ungewoehnlich

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    AW: Latent Unzufrieden...

    Kann man das vielleicht lernen???
    In gewisser Weise schon.
    Indem man erkennt, warum man das Gefühl hat, sich nicht freuen zu können/dürfen.

    Ich hatte zum Beispiel mal einen Bekannten der sich über nichts recht freuen konnte, weil seine Empfindungen von Leistung/Belohnung immer mit einem ganz merkwürdigen Bild einherging:
    Sobald er für eine gute Arbeit gelobt wurde, stieg in seinem Kopf der Vergleich zu einem intellektuell zurückgebliebenen Kind auf, das selbst für den größten Müll mit einem (in seinem Erlebnis) geheucheltem "Das hast Du aber toll gemacht" "gelobt" wurde.
    Daher war für ihn eine Fremdannerkennung immer das genaue Gegenteil, nämlich eine Zurückweisung seiner Person, da man "echte Leistung" nicht überschwänglich lobt".
    Nur Kritik konnte er annehmen, denn die ist ja in der Regel ehrlicher.

    Ein anderer Bekannter dagegen steckte in einer leichten depressiven Phase und hatte ebenfalls das Gefühl, sich über nichts mehr wirklich freuen zu können.

    Eine dritte Bekanntschaft aus dem Internet dagegen schilderte die gleichen Probleme, hatte jedoch als Ursache irgendwann die Erkenntnis gewonnen, daß er extrem schüchtern und selbstunsicher war, und mit seinem "graumalen" der Umgebung einfach nur einen Schutzschild für sich baute.

    Mein letztes Beispiel kommt von einer Bekannten, die sich ebenfalls in einem grauen Universum der Unvernunft und Unzufriedenheit gefangen sah.
    Von dieser Bekannten habe ich den Eindruck gewonnen, daß sie sehr sensibel und hochintelligent ist und einfach nichts mit dem im Bekanntenkreis erlebten "Durchschnittsgehabe" anfangen kann (Ich rede hier von Gesellschaftsthemen wie 'Fußball' und 'Autotuning'). Sie zerbrach fast an diesen für sie überaus öden Themen.

    ---

    Könntest Du möglicherweise (wenn es Dir inzwischen nicht schon besser geht) einige konkretere Beispiele nennen? Etwas, was Dir besonders 'gegen den Strich geht'?

    Kannst Du Dich Abends in Deine Badewanne legen und einfach Deine Seele baumeln lassen? Oder wandern Deine Augen sofort auf Deine verrunzelten Fingerkuppen?

    Kannst Du ein Kompliment annehmen, oder wirst Du sofort Mißtrauisch?

    Kannst Du eine schriftliche Arbeit guten Herzens abgeben, oder findest Du immer noch zu ändernde Passagen?

    ----

    Das Spektrum ist vielfältig, aber...

    Ich weiß nicht wieso ich sowas denke
    ... um gottes Willen, geb doch nicht einfach pauschal erst einmal DIR die Schuld!

    Was weiß ich denn? Möglicherweise IST Dein Leben ja völlig beschissen (verzeih den Ausdruck), dann wäre Deine Empfindung ja NORMAL? *lächel*
    Nein, nicht Qualle, und auch nicht Qual.
    Singular von Qualia

  5. Inaktiver User

    AW: Latent Unzufrieden...

    Hallo ihr!

    Danke für die Antworten. Tatsächlich geht es mir schon etwas besser. Ich werde also mal versuchen, eure Fragen zu beantworten.

    @lebenszeichen
    Dein Vorschlag ist für mich leider nicht so besonders hilfreich. Nicht falsch verstehen, ich denke, dass das so ein Tagebuch sicherlich etwas bringen würde, aber leider kann ich mich nicht dazu aufraffen, so etwas zu machen. Keine Ahnung wieso. Manchmal denke ich zwar Abends vor dem Einschlafen an die guten Dinge des Tages, aber das tu ich nur deswegen, weil ich "gehört habe", dass einem das helfen soll. - Das tut es auch, ein bisschen zumindest, aber es ist halt so, dass ich mich da sehr zu "zwingen" muss, etwas Gutes zu denken.


    @ annechristin
    Das ist ein schönes Beispiel von Dir gewesen, einfach so etwas zu machen, ohne gleich alles von sich zu fordern. Ich kann das irgendwie nicht, denke sehr schwarz/weiß so nach dem Motto, entweder alles oder nichts.
    Ich versuche allerdings schon, das mit kleinen Schritten zu ändern, einfach etwas zu machen, weil es mir Spass macht, nicht deswegen, weil es Sinn hat. Bzw. den "Sinn" im Spass zu finden... Es klappt mal besser, mal schlechter. Aber toll, dass Du das (schon?) so kannst, ich beneide Dich. :-)

  6. Inaktiver User

    AW: Latent Unzufrieden...

    @quale
    Danke für den ausführlichen Beitrag. Was Du von Deinen Bekannten erzählt hast, ist sehr interessant. Ich habe mich ein bisschen darin wiedergefunden. Ich bin z.B. auch eher schüchtern, kann nicht so gut sagen, was ich von anderen erwarte... außerdem stimmt es, dass mir viele Menschen irgendwie zu "oberflächlich" sind.

    Zu deinen Fragen:
    "Könntest Du möglicherweise (wenn es Dir inzwischen nicht schon besser geht) einige konkretere Beispiele nennen? Etwas, was Dir besonders 'gegen den Strich geht'?"
    ... Da muss ich nochmal länger drüber nachdenken, werde diese Frage später erst beantworten... sorry.


    "Kannst Du Dich Abends in Deine Badewanne legen und einfach Deine Seele baumeln lassen? Oder wandern Deine Augen sofort auf Deine verrunzelten Fingerkuppen?"
    Ich denke, Deine Frage ziehlt darauf ab, ob ich mich entspannen kann... tja, das funktioniert mal mehr, mal weniger. Aber danke, dass du das ansprichst, da könnte ich sicherlich noch was verbessern. :-)

    "Kannst Du ein Kompliment annehmen, oder wirst Du sofort Mißtrauisch?"
    Kommt drauf an, von wem. Bei Menschen, die ich gut kenne ist das kein Ding. Da kann ich dann ja auch nochmal nachfragen, wie sie es meinen. Aber wenn mir "Bekannte" irgendwas positives sagen, dann reagiere ich meistens schon irgendwie abwehrend, kann bzw. mag das dann nicht annehmen. Aber misstrauisch werde ich eigentlich nicht.


    "Kannst Du eine schriftliche Arbeit guten Herzens abgeben, oder findest Du immer noch zu ändernde Passagen?"
    Das kann ich eigentlich ganz gut, glaube ich. Aber ich habe auch so viel zu tun, dass ich mir angewöhnt habe, 5e gerade sein zu lassen, weil ich mein Arbeitspensum sonst nicht schaffen würde.
    Wenn es sich aber um eine wirklich wichtige Sache handelt, dann bin ich sehr, sehr genau, arbeite sehr gründlich und überlege tatsächlich lang und breit, wie ich dies oder jenes noch umformulieren könnte.

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