Dazu fällt mir ein: in der ärztlichen Anamnese bzw Diagnose heißen Erkrankungen der Vergangenheit "Zustand nach". Sie sind also vorbei, aber irgendwie wichtig. "Zustand nach Claviculafraktur 2003" beispielsweise. Kann dann heißen: eine gewisse Vorsicht mit diesem mal gebrochenen Knochen ist angebracht.
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20.06.2008, 13:12
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
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20.06.2008, 14:12
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Dachziegel, Knochen werden an Stellen, wo ein Bruch verheilt ist, wesentlich härter und etwas dicker. So ging es mir mit dem Burnoutsyndrom und beruflicher Belastung ebenfalls: an der Stelle hat meine Seele Hornhaut bekommen. Ich kann mich sowohl besser durchsetzen als auch leichter abgrenzen. Das gibt es tatsächlich, dass eine ausgeheilte Erkrankung keine Schwäche, sondern eine Stärke zur Folge hat!
Lieben Gruß - Halbnomadin
Uns hat ein Goldstück gefunden. 
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20.06.2008, 14:31Inaktiver User
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Mutmachender Beitrag, danke Halbnomadin.
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20.06.2008, 15:47
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Du hast recht, Halbnomadin, für manche Leiden mag das wirklich gelten, und für Burnout ganz sicher. Wer aber z.B. eine oder gar mehrere psychotische Episoden in seinem Leben hatte, muss immer auf der Hut sein. Er/sie wird dann dafür geschult, Frühwarnzeichen der Erkrankung wahrzunehmen, um rechtzeitig reagieren zu können.
Zitat von Halbnomadin
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20.06.2008, 23:26Inaktiver User
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Tut mir leid, wenn ich das unglücklich formuliert habe. Aber ich bin froh, daß Ihr mich nicht falsch verstanden habt. Die Bronchitis war auch nur als Beispiel gedacht, denn wenn man im Verhältnis sieht, ist eine Bronchitis eine Kleinigkeit im Vergleich zu einer psychischen Erkrankung.
Ich möchte es auch nie verharmlosen, es war nur ein Gedankengang von mir (da mir bei mir diese "Vermeidungsstrategie" auch im Bezug auf psychicher Angelegenheiten immer wieder auffällt).
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20.06.2008, 23:55Inaktiver User
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Zitat von Inaktiver User
Die Bronchitis ist eben für jeden messbar.
Das andere eher weniger, das sieht niemand.
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21.06.2008, 00:19
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Ich denke auch die Behandlung der psychischen Krankheit ist schwieriger - Psychopharmaka haben sicher ihren Sinn in ganz akuten Phasen aber sie heilen natürlich nicht die Krankheit, es gibt kein "Antibiotikum für die Psyche".
Zudem sind die Landeskliniken überfüllt und froh über jeden der stabil genug ist entlassen zu werden (so zumindest meine Erfahrung - der Freund meiner Schwester mußte in die Psychatrie, ich war erstaunt wie ungenau die Diagnose war und wie dürftig die Therapie..).
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21.06.2008, 09:16
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Die Bronchitis heilt bei einer entsprechenden Thearpie auch aus und gut ist, die Psyche dagegen ist komplexer - wenn der Patient nicht mitmacht, dann wird es nichts, ist die Thearpie nicht die richtige dann wird es auch nichts....
Zitat von Inaktiver User
Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)
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Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.
(Honore de Balzac)
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Grüße O_I
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21.06.2008, 09:18Inaktiver User
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Ganz ehrlich? Ich finde alleine schon die Thread-Überschrift despektierlich.
"Psycho", das ist in meinen Augen schon eine Abwertung (egal ob in Anführungsstrichen oder nicht), die ich so nicht lesen will. Du willst Geschichten von "Geheilten" damit finden? Interessant... Ich fühle mich dermaßen negativ davon angesprochen, dass ich darauf auf gar keinen Fall tiefergehend antworten werde.
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21.06.2008, 09:57Inaktiver User
AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???
Hallo Ladinita,
ich versuche das immer etwas zu differenzieren in "pathologisch" oder "angekratzte Psyche".
Mir fällt zu zweiterem im Moment kein günstigerer Ausdruck ein.
Unter "Pathologisch" verstehe ich z.B. Schizophrenie, eine "angekratzte Psyche" (so wie ich es versuche zu beschreiben) kann man durchaus selbst bewältigen.
Eigenes Beispiel:
ich hatte ewig eine Art "Bergphobie", sprich:
vor zwei Jahren ist mir schon der Schweiss die Händer heruntergedröppelt, wenn ich Bilder von den Dolomiten gesehen habe.
Mir ist der Zustand irgendwann auch "tierisch auf den Keks" gegangen, zeitgleich kam eine Fügung, dass mir jemand sagte, ich könne mit ihm nach Tibet reisen, wenn es sich denn ergibt.
Das war für mich der Auslöser, diese Angst zu bearbeiten - ich habe diese ganze "Bergphobie" auseinandergenommen und mir angeschaut, woher sie kommt.
War teilweise ziemlich unangenehm aber:
letztes Jahr habe ich meinen Mut zusammengenommen und bin in die Schweiz, eine Bekannte besuchen und ich habe sie gebeten, dass wir auf einen Berg spazieren gehen.
Wir haben sachte mit 1.000 Meter begonnen.
Und was war?
Nichts. Kein Schweiss, kein Zittern, kein Schwindel, keine Angst....
erst habe ich immer nur "nach unten" geguckt, dann die Nase in die Luft gehalten und gemerkt: "Hey, das bringt dich nicht um!"
Vor einer Woche habe ich dieselbe Bekannte wieder besucht und sie gebeten: "Ich will höher hinaus/f".
Also sind wir auf 2.260 Meter. Mit Bergbahn und Gondel. Ich habe aus der Gondel gesehen....früher undenkbar.
Mir war nicht "komisch", nicht übel, keine Kopfschmerzen, nichts....
Oben angekommen bin ich einmal ein bisschen...sagen wir mal "erschrocken", weil die Akkustik "da oben" etwas ungewohnt war.
Dauerte ein, zwei Sekunden, dann hat mich der Entdeckerdrang gepackt und ich bin vom "normalen Weg" ab und habe mir die Landschaft angesehen, weil ich's wissen wollte.
Was soll ich sagen?
Ich habe es genossen! Ich fand es genial, habe geguckt und geguckt...
früher war ich auch schon mal auf einen Berg und habe nach einer halben Stunde angefangen, mich innrerlich so zu verkrampfen, dass ich Übelkeit und Kopfschmerzen bekam.
Das war alles weg. Ich war völlig entspannt und konnte mich gar nicht sattsehen.
Das ist für mich ein "Angekratztsein" und durchaus "heilbar". Für mich stellte diese Bergphobie rückblickend keine Krankheit dar. Ich habe aufgedröselt, woher es kam...sie war einfach an für mich erlebte unangenehme Bedingungen geknüpft und damit überwindbar.
Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch diese Fähigkeit und Kraft in sich hat.
Bei einer "pathologischen" Diagnose weiss ich nicht, ob eine "endgültige" Heilung erfolgen kann. Ich kenne "hautnah" Menschen mit Borderline, manisch-depressiver Störung und Schizophrenie.
Das ist für mich schon ein Unterschied zu "Kratzern", aber ich kenne Patienten, die diese Krankheiten mit Medis hervorragend in den Griff bekommen.Geändert von Inaktiver User (21.06.2008 um 10:56 Uhr)


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