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    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Ich bin zwar kein Psycho, sage aber trotzdem was dazu:

    Ich denke, dass man nie davor gefeilt ist, in eine Sitaution zu geraten, so dass man wieder in das alte Problemmuster reinfällt. ABER wenn ich mein "Problem" kenne und auch weiß, wie ich damit umzugehen habe, damit das Muster nicht wieder auftritt, dann kann ich versuchen dagegen zu steuern, um das Gleichgewicht wieder herstellen zu können. Nur muss man die Schwachstelle kennen

    Manchmal belasten den Menschen einige Dinge und können sich anhand der Schwachstelle äußern. Was für ein Problem hat deine Freundin? Frage sie einfach mal danach. Die Neurose muss ja auch von irgendwo herkommen, es sei denn es ist eine körperliche Angelegenheit.
    Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)

    ------------------------------------------

    Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.
    (Honore de Balzac)

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    Grüße O_I

  2. Inaktiver User

    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    ja, was willst du denn hören? "Ich bin geheilt?" - das sag ich, wenn ich 80 und knapp vor Grab bin ;-)

    ansonsten habe ich gelernt, mit der Psycho-Seite (bei mir Magersucht, SVV, Depression) zu leben, so dass ich im Alltag keinen Stress damit haben und in Belastungsphasen Wege und Ansprechpartner zur Verfügung habe, um das ganze auf einem erträglichen Maß (für mich und andere) zu halten.

    Und, ehrlich gesagt: das ist (für mich) sehr viel, auch wenn das normalen Menschen nicht so vorkommen mag.

  3. gesperrt

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    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Community!

    Wie ist das eigentlich mit Menschen, bei denen einmal eine psychische Krankheit diagnostiert wurde -> sind diese nach einer entsprechenden Behandlung wirklich geheilt?
    Oder ist es vielleicht eher so, dass die Krankheit, ähnlich wie bei manchen körperlichen Beschwerden, doch nicht mehr völlig weggeht?

    Ich habe eine Freundin, die in der Pubertät unter Zwangsneurosen (z.B. ständiges Händewaschen) gelitten hat. Sie wurde deswegen therapiert und lange Zeit hatte sie auch keine Probleme mehr damit. Trotzdem ist sie und war sie tendenziell immer ein sehr "ordenltlicher" Mensch, wäre z.B. nie mit Straßenschuhen in der ganzen Wohnung rumgelaufen. Seit ein paar Wochen (sie ist jetzt fast 30), sagt sie, dass sie wieder ab und zu solche Anwandlungen hat...

    Ein anderes Beispiel: Ich kenne jemanden, der lange Zeit mit Depressionen zu kämpfen hatte. Auch diese Krankheit wurde therapiert (vor ca. 2 Jahren war die Therapie dann abgeschlossen.) Dennoch sagt diese Person, dass sie oft noch gegen "leichte" Depri- Anflüge ankämpfen müsse.

    Ich selber habe auch eine zeitlang unter leichter Depression gelitten. Von mir kann ich ähnliches berichten. Irgendwie geht das niemals völlig weg, ich muss immer auf der Hut sein, mal mehr, mal weniger.

    Das finde ich schade und deprimierend... gibt es vielleicht auch Menschen, die "völlig" geheilt worden sind???

    LG
    L.

    ich finde das auch schade.

    nach meinem Eindruck geht es bei den Behandlungen immer darum, den Patienten beschwerdefrei zu bekommen, indem er lernt, sich zu beherrschen oder zu disziplinieren und das ganze wird mit Tabletten unterstützt.

    der Fehler der Therapien ist, dass die Ursache weder erkannt noch verstanden wird.

    Ausnahmen scheinen mir sehr selten zu sein.

  4. Inaktiver User

    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Ich bin eher der Meinung, dass die Therapien vielzu defizitorierntiert sind, anstatt darauf zu gucken, was gut läuft, die Stärken des Patienten sozusagen zu stabilisieren.

    Eine Behandlung und eine Diagnose kann sehr stigmatisierend sein und auch den Placeboeffekt haben: Ich habe ja eh ein Problem...etc.

    Für mich hat das Ganze auch mit "Entwickung" zu tun, als mit Heilung.

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    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich bin eher der Meinung, dass die Therapien vielzu defizitorierntiert sind, anstatt darauf zu gucken, was gut läuft, die Stärken des Patienten sozusagen zu stabilisieren.
    Es gibt eine starke (nicht mehr ganz) neue "Strömung" in der Psychotherapie namens Ressourcenorientierung. Die tut genau das was Du einforderst: die Stärken / Ressourcen der Patienten betonen.
    Die kann aber nur ergänzend sein. Die Defizite bzw. Störungen sind nun mal da.

  6. Inaktiver User

    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Aber immerhin ein andrer Blickwinkel auf die "Störung" und hilft auch gedanklich mit dieser positiver umzugehen.

    Schon allein die Wortwahl.. auch meine.....

    Ich finde es sehr wichtig, auf die Ressourcen zu achten, diese mehr in den Mittelpunkt zu heben und zwar in jeder STUNDE !
    D.h. der Klient/Patient soll in jd. Stunde auch lernen,auf das zu gucken,was gut, intakt ist..... das hilft nämlich gerade auch in schwierigen Phasen sich daran entlangzuhangeln....

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    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Die Konzentration auf das, was neben dem ganzen Elend wirklich gut ist, war damals mein Weg zur Selbstheilung. Es ist schwer, mitten in einer Depression damit anzufangen, aber wenn man um eine Schwachstelle in der Seele weiß, kann man sich das in einer guten Phase angewöhnen und dann einfach weiterführen.

    Konkret habe ich damals begonnen, täglich ein frei formuliertes Dankgebet zu sprechen. Dafür musste ich täglich etwas finden, wofür ich wirklich Dankbarkeit fühlen konnte, und mich auf dieses Gefühl konzentrieren.

    Das geht auch ohne religiös zu sein, z. B. als Meditation über Dankbarkeit oder als Tagebuchnotiz.

    Aber diese Meditation ersetzt keine Antidepressiva, sie ergänzt sie nur!

    Lieben Gruß - Halbnomadin
    Uns hat ein Goldstück gefunden.

  8. Inaktiver User

    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Ist es nicht vielleicht auch so, daß man, wenn man mal eine Krankheit hatte (egal ob psychich oder physisch), daß man dann "bewußter" wird und vielleicht auch eher auf diese Krankheit oder ähnliche Krankheiten fokussiert ist?

    Bei mir ist es so, daß ich sofort eine Bronchitis bekommen, wenn ich eine Erkältung habe, also renne ich sofort bei den ersten Anzeichen einer Erkältung zum Arzt. Jemand, der das noch nicht hatte, nimmt das vielleicht leichter oder gibt den Anzeichen keine so starke Bedeutung?

    Ich finde das, was Emelie gesagt hat, bemerkenswert: Aus Angst vor dem Rückfall fällt man u.U. in eine Art "Kontrollsucht", vielleicht fährt man dann auch eine Art Vermeidungsstrategie. Man versucht das zu vermeiden, was mal als Ursache für die Krankheit festgemacht haben will. Streß, etc. Vielleicht ist das das Problem, daß man damit sich zu sehr auf etwas focussiert, was einen vermeintlich einengt, und man darüber seine Stärken vergißt?

    (Ist nur ein Gedankenansatz). Ich habe das bei einer Bekannten beobachtet, die an einer Psychose erkrankt ist. Ihr erster Gedanke ist immer: Kann ich das überhaupt? Schaffe ich das? Halte ich das aus. Es hat mich erschreckt, wie so ein lebenslustiges und selbstbewußtest Mädchen angefangen hat, an sich und ihren Fähigkeiten zu zweifeln und immer Angst vor einem Rückschlag hatte /hat. Ihr wurde in der Therapie auch irgendwie nie der Rücken gestärkt oder Selbstbewußtsein vermittelt, sondern immer, wie unzulänglich sie mit ihrer Krankheit ist.

    Da fällt mir dann immer das Zitat (keine Ahnung von wem) ein: Gesund ist nur, wer noch nicht komplett untersucht worden ist. Manchmal habe ich einfach das Gefühl, daß uns Krankheiten eingeredet werden bzw. wenn man erkrankt ist, wird immer nur auf eine Heilung hingearbeitet, statt auch zusätzlich den selbstbewußten Umgang damit zu schulen. Ich meine: Es ist definitiv wichtig wieder gesund zu werden, weil die Krankheiten einen auch selbst belasten, aber auf dem Weg zur Heilung ist es vielleicht auch hilfreich, damit selbstbewußt umgehen zu können. Für meine Bekannte würde es mich freuen (als Beispiel), wenn man Ihr noch zusätzlich vermittelt: Probier es doch aus, nur dann wirst Du stärker. Es kann Dir nichts passieren, Du wirst wieder aufgefangen. Ihr nicht immer vor Augen zu führen, daß sie mit Ihrer Krankheit unzulänglich ist, sondern an Ihrem Selbstbewußtsein arbeiten. Ob sie wieder gesund wird? Keine Ahnung, die Ärzte haben leider so rumgefuscht, daß sie mehrere Rückfälle hat. Das hat ihre Angst verstärkt, sie ist total verunsichert, hat Angst, vor dem nächsten Anfall. Ist das hilfreich für die Genesung? Ich denke nicht.

    Wißt Ihr, was ich meine? Oder äußere ich mich sehr kryptisch.

  9. User Info Menu

    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Interssante Frage! (wenn auch etwas unglücklich formuliert)
    Vielleicht ist es so ähnlich wie bei Suchterkrankungen, ein Alkoholiker zB. kann "trocken" werden und lernen mit der Sucht umzugehen, "geheilt" ist er nie in dem Sinne dass er nie mehr sorglos mit dem Suchtmittel umgehen kann.

  10. User Info Menu

    AW: Einmal "Psycho" immer "Psycho"???

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    Wißt Ihr, was ich meine? Oder äußere ich mich sehr kryptisch.
    Es ist verständlich was du schreibst.

    Ich denke bei allen Problemen die man hat, ist es wichtig weiterhin Leben zu können und sich nicht von der Krankheit unterkriegen zu lassen bzw. in den Kontrollwahn zu verfallen. Natürlich ist vorscith angebracht, wenn z.B. bei dir die Auswirkungen eines Schnupfens gleich zur Bronchitis führt. Aber wenn dadurch alles zurückgestellt wird und man sich nur noch auf das konzentriert, dann kann man nicht mehr leben. Letztendlich haben wir alle kleine Psychosen und körperliche Schwächen, auf die man aber nicht sein Leben ausrichten braucht.

    Eine Erkältung führt bei mir zu Ohrenschmerzen mit Nasennebenhölenproblemen auf der linken Seite. Ja es ist anstrengend und nicht schön, aber wenn ich ich eine Erkältung habe dann achte ich darauf, dass das Ohr mit den Schmerzen erträglich bleibt. Für mich ist das kein Grund alles andere zurückzustellen. Ich kann es nicht ändern, nur damit leben und versuchen die Auswirkungen einer Erkältung zu minimieren - mit rotlicht für das Ohr und Zwiebelsaft, ansonsten wäre ich eine wandelne Antibiotikerflasche.
    Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. (Henry Ford)

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    Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.
    (Honore de Balzac)

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    Grüße O_I

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