@ anythingAn solche Dinge dachte ich jetzt gar nicht. Die würde ich auch eher unter Rücksichtslosigkeit als unter Faulheit einordnen. Okay, manchmal ist es auch Gedankenlosigkeit oder, die Leute haben die Priorität, dass ihre eigene Bequemlichkeit wichtiger ist als die Belange anderer. Manchmal geht uns das sicher allen so, dass wir grad keinen Bock haben, für andere Unannehmlichkeiten auf uns zu nehmen, und so lange daraus keine grundsätzliche Geisteshaltung wird, finde ich soviel "Faulheit" noch vertretbar.Zitat von Inaktiver User
Diese Differenzierung von Dir finde ich schon ganz brauchbar.Ich bin nach einigem Überlegen zu dem Ergebnis gekommen, dass es ganz offensichtlich faule Leute gibt, und dass die Leute, die nur ab und zu "faul" sind, sich einfach nur mit Recht ausruhen. Faul sind nur die, die sich von nichts ausruhen. Es gibt auch Leute, die sind einfach denkfaul, un-neugierig, phlegmatisch, von nichts zu begeistern, bis hin zur Arbeitsscheu. Die tun mir leid, aber wahrscheinlich empfinden sie das gar nicht so.
Aber ob man richtig Faule zu einer Verhaltensänderung motivieren kann? Mit moralischem Druck wird es vermutlich nicht klappen, denn gute Ergebnisse sind einfach zum großen Teil auch vom eigenen Engagement abhängig: Wenn jemand nur halbherzig tätig wird, weil er sich von seiner Umgebung dazu genötigt fühlt, dann wird das Ergebnis auch entsprechend halblebig sein. Ich denke, Faule sind nur motivierbar, wenn der Vorteil eines Erfolgs ihrer Anstrengung von ihnen als höherer Nutzen eingeschätzt wird, als der Aufwand, den sie betreiben müssen, um ihr Phlegma zu überwinden. Und manche sind deshalb "faul", weil sie einfach nicht wissen, wie sie die Sache sinnvoll anpacken sollen.
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Ergebnis 21 bis 30 von 34
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23.06.2008, 14:50
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Geändert von Latona (30.06.2008 um 09:05 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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23.06.2008, 16:44Inaktiver User
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Wenn man sich fragt, warum sich manche Menschen rücksichtslos verhalten, kommt man oft zu dem Ergebnis, dass sie das gar nicht merken, dass sie gar nicht darüber nachdenken. Das ist noch nett gedacht, denn man könnte den Leuten, die einen Millimeter neben meinem Wagen parken, so dass ich über die Beifahrerseite einsteigen muss, ja auch Bösartigkeit unterstellen
Und diese Gedankenlosigkeit, die ist doch irgendwie gelebte Faulheit.
Mir fiel noch etwas anderes ein, weshalb ich ein bisschen mucksig auf diese "Entschuldigungen für Untätigkeit" reagierte. Wie das Meiste im Leben bewegt sich der Aktivitätspegel zwischen zwei Polen. So wie es "schwarz" und "weiß" und all das dazwischen gibt, so gibt es "faul" und "fleißig", wie auch "selbstsüchtig" und "selbstlos". Mit "faul" würde ich einfach den Gegenpol zu "fleißig" beschreiben, und wie Ying und Yang gehört das zusammen. Ich bin mal fleißig und mal faul. Und so wie es Leute gibt, die zu einem selbstsüchtigen Verhalten neigen, gibt es auch solche, die tendenziell eben eher emsig sind.
Und wenn auch sicher niemand "durch und durch böse" ist, so ist "das Böse" doch irgendwie da und lässt sich nicht weg-entschuldigen. Und ehrlich, mich nervt es, wenn jemand gerade so viel tut, wie seine Arbeitsplatzbeschreibung zwingend vorgibt.
Ist es nicht sonderbar, dass "fleißig" so schrecklich spießig klingt und "engagiert" viel modernder klingt, obwohl das eigentlich auch nur bedeutet: Mehr tun, als man gemäß Arbeitsplatzbeschreibung müsste.
Ob man jemand, der von Natur aus träge ist, dazu bringen kann, etwas fleißiger zu sein? In jungen Jahren vielleicht eher als später. Aber das ist ja überhaupt die Frage, ob man sich oder andere prinzipiell ändern kann. "Phlegma" ist ein Charakterzug, der ist sicher in großen Teilen angeboren und hat auch viele Vorteile. Aber wer sich für jede Art von Arbeit zu schade ist, sollte auch die Konsequenzen tragen.
So aber jetzt mache ich mich wirklich an die Arbeit
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23.06.2008, 20:03
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Hallo anything,
ich kenne aus dem Arbeitsleben auch Menschen, die am liebsten den ganzen Tag nichts tun und viel Zeit und Energie aufwenden, um sich möglichst geschickt zu tarnen in ihrem Nichtstun.
Die wären wohl das, was man gemeinhin als faul bezeichnet, d.h. sie tun nicht das, was sie tun sollen und wofür sie bezahlt werden. Und dann frage ich mich immer, wie diese Menschen so geworden sind, was sie zu ihrer Faulheit motiviert.
Ich weiß aus Erfahrung, dass ich es schrecklich finde, nichts zu tun zu haben, dass ich gerne etwas wegarbeite und mir das Gefühl, den Tag nützlich verbracht zu haben, wesentlich mehr Befriedigung verschafft, als nutzlos rumzusitzen.
Also verstehe ich nicht wirklich, wie man diesen Zustand der Nutzlosigkeit anstreben kann. Haben diese Menschen Angst, den Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein (oft sind es ja eher ältere Mitarbeiter, die sich vor allem drücken), fürchten sie, von den jüngeren überflügelt zu werden? Ich weiß, wie sehr das Selbstbewusstsein leidet, wenn man längere Zeit nichts getan hat.
Warum telefoniert jemand lieber stundenlang privat, als einem Kollegen weiterzuhelfen? Gibt ihm das ein Gefühl von Macht?
Ich denke, Faulheit ist genauso wenig ein Selbstzweck wie Fleiß. Insofern finde ich es spannend, genauer hinzusehen, was dahinter stecken könnte.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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24.06.2008, 13:53
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
@ anything
Ich akzeptiere es, wenn jemand seine Energien für die Dinge aufspart, die ihm Freude machen, und wenn er sich in anderen Dingen dafür weniger engagiert. Ich finde es durchaus okay, Prioritäten setzen und eben nicht bei allem über das Soll raus fleißig zu sein, denn das überfordert schnell und macht unnötig Druck. Sich dem Anspruch, immer alles noch besser als gut machen zu müssen zu entziehen, spricht für mich für einen klugen Einsatz der eigenen Ressourcen und für ein Bewusstsein für die eigene Lebensqualität. Von Fleiß nur um des Fleiß willens halte ich gar nichts.
Und wie gesagt, die Motivation ist für die Aktivität ganz entscheidend. Es gibt intrinsische und extrinsische Motivationen. Bei der extrinsischen Motivation tut man etwas, weil man dafür belohnt wird, durch Lob/Anerkennung, Geld, Macht oder sonstige Vorteile. Bei der intrinsischen Motivation tut man etwas, weil man es selbst für wichtig und richtig hält und zwar unabhängig von äußeren Belohnungen. Es liegt auf der Hand, dass man Menschen, die hauptsächlich extrinsisch motiviert sind, immer wieder mit Belohnungen kommen muss, während Menschen, die intrinsisch motiviert sind, solche Anreize nicht brauchen.
Dennoch wird wohl jeder Menschen Bereiche haben, in denen er stärker intrinsisch und in denen er stärker extrinisch motiviert ist. Das gilt auch für Plegmatiker.
Ich weiß nicht, ob es wirklich so viele faule Menschen gibt. Viele bekommen für das, was sie tun, vielleicht nur nicht genügend Anerkennung und sehen daher wenig Sinn drin, sich besonders anzustrengen. Manche haben es vielleicht nur nicht raus, sich selbst richtig zu motivieren.Geändert von Latona (24.06.2008 um 13:58 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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27.06.2008, 19:14
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Och - ich schon. Ich steh dazu: In der Tiefe meines Herzens bin ich faul. Stinkefaul.
Zitat von Malina70
Käme morgen die gute Fee vorbei und würde mir ein unerschöpfliches Konto spendieren, läge 5 Minuten später meine Kündigung beim Chef. Und dann würde ich mich aus vollem Herzen dem Dolce far niente widmen. Morgens lange ausschlafen, lecker frühstücken, vielleicht irgendwo am Meer leben, mir die Sonne auf den Pelz brennen lassen, bisl im Internet surfen, spielen, viel lesen, schreiben, vielleicht endlich mal wieder ein bißchen malen, shoppen gehen usw.
Ich brauche das Gefühl nicht, irgendwas nützliches zu tun, für mich ist wichtiger, daß es mir gut geht, niemand mich stresst, keiner was von mir will und ich für nix und niemand Verantwortung tragen muss. Alles viel zu anstrengend...
Da die gute Fee leider bisher noch nicht aufgeschlagen bin, und ich auf der anderen Seite auch nicht zu den Leuten gehöre, die auf anderer Leuts Kosten leben wollen, dackell ich halt jeden Tag ins Büro und mache dort meinen Job - so gut und engagiert, wie mein Chef das von mir erwarten kann. Da würde mich wohl niemand für faul halten. Hat aber überhaupt nix mit meinem wahren Charakter zu tun. Denn der ist - wie schon gesagt - aus tiefstem Herzen faul und bequem.*lost in the woods*
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28.06.2008, 12:50
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Rowellan, mir scheint wir sind Schwestern im Geiste
Gefällt mir sehr gut dein "Lebensentwurf" (mit Lottogewinn im Rücken ).
Ich male auch sehr viel und schon viele Jahre, ich würde sicher auch noch ein bißchen Kunst studieren, und: ich finde das durchaus nützlich!
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02.07.2008, 22:46
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Rowellan und Brombeerkatze ... symphatisch, symphatisch was ihr da so von euch gebt
ich geselle mich in den Reigen der Schwestern, wenn ich darf
.....
Eli
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03.07.2008, 11:01
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Puh, dem Himmel sei Dank. Ich dachte schon, ich bin hier die Einzige, die sich als Faultier outet
*lost in the woods*
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03.07.2008, 12:43
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Faulheit ist sowieso eine Frage der Definition, manchmal ist faul sein einfach nur effizient. Wieso mehr zeit oder Aufwand in etwas investieren, wenn es so auch ausreichend funktioniert. das ist dann eben Auslegungssache und muss jeder für sich entscheiden.
strong
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03.07.2008, 13:18Inaktiver User
AW: Menschen - Von Natur aus faul oder aktiv?!
Warum etwas tun, wenn es einen anderen gibt, der das für mich erledigt
Zitat von Strong
Will nicht sagen, dass ihr hier das so macht, aber das ist der Moment, in dem mir der Begriff Faulheit in den Sinn kommt - wenn Leute andere für sich arbeiten lassen.
Wenn jemand seinen Küchenboden nicht schrubben möchte, ist mir das herzlich egal. Aber alles aussitzen, bis ein anderer für einen arbeitet, *das* finde ich faul.



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