Wer hat auch grosse Probleme damit wichtige Dinge, die unbedingt erledigt werden müssen vor sich herzuschiebenund die Probleme dadurch noch weiter zu vergrößern.
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Ich meine solche Sachen wie bestimmte Ecken in der Wohnung aufräumen, Keller entrümpeln aber auch Rechnungen bezahlen oder unklare rechtliche Angelegenheiten klären.
Aber auch schöne Beschäftigungen, die man sich schon lange vorgenommen hat und die nicht an schwierigen Bedingungen scheitern müssten: eine Sprache lernen, alte Sprachkenntnisse wiederbeleben, einen Brief oder eine Mail an gute Freunde schreiben....
Wer hat auch dieses schwachsinnige Problem, mit dem man sich das Leben zur Hölle machen kann.
Hinterher fragt man sich meistens: Warum habe ich damit so lange gewartet.
Ich meine aber auch (und erst recht) Angelegenheiten, die wirklich wichtig sind. Wobei dafür lassen sich meistens nachvollziehbare Gründe finden.
Ist es bestimmter Menschentyp. Dafür spricht ja manches, wenn es Pragmatiker gibt, sollte es ja auch das Gegenteil geben.
Es wäre schön, wenn ihr von eurenErfahrungen und v.a. wirkungsvollen Lösungsstrategien berichten würdet.
LG volpina808![]()
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Thema: Aufschieben
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09.06.2008, 20:09
Aufschieben
Can you tell a green field from a cold steel rain,
do you think you can tell?
("Wish you were here",Pink Floyd)
- "Das Ende des Schmerzes ist Liebe" (Jiddu Krishnamurti) -
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09.06.2008, 20:57
AW: Aufschieben
Hallo volpina
auch ich leide unter dieser Eigenart. Ein Coach meinte mal zu mir, das sich diese Eigenschaft auch als "Aufschieberitis" beschimpft.
Briefe von Ämtern beantworte ich nur dann, wenn wirklich die zweite Mahnung da ist. Genauso wie das Bezahlen von Rechnungen. Bei mir muss schon die erste oder zweite Mahnung ins Haus flattern....nicht, daß ich keine Zeit, kein Geld dafür hätte.....ich habe einfach keine Lust...auch im privaten Bereich habe ich leider diese Eigenschaft. Das Kontaktieren von Verwandtschaft zum Beispiel schiebe ich so lange vor mir her, bis der Kontakt fast am Abbruch ist....
Ich weiß nicht, warum ich so bin, wie ich bin....aber ich freue mich über Anregungen, die vielleicht in diesem Strang kommen.Wie wenig ist am Ende der Lebensbahn daran gelegen, was wir erlebten, und wie unendlich viel, was wir daraus machten.
@Wilhelm von Humboldt
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09.06.2008, 22:06
AW: Aufschieben
Hallo Ihr Aufschieber.
Die "Aufschieberitis" ist bei mir so richtig nach meiner Trennung(als Getrennter) vor über einem Jahr zum Ausbruch gekommen, war aber auch im Vorfeld da. Nach einer sehr euphorischen, aktionistischen Phase verläuft jetzt alles in einer Art Einheitsbrei. Ich schiebe Berge an unerledigten Dingen vor mir her. Stichwort Steuererklärung.
Alle Anstrengungen fruchten nichts. Ist denke ich auch eine Art Selbstschutz. Langsam geht's aber im Zuge des Loslassen könnens auch da aufwärts. Teilweise unendlich Zäh. Aber es lohnt sich.
Und da ich der einzige bin. den das interessiert und mein Leidensdruck noch nicht in Panik ausartet, Ist das OK.
Ein paar gute Anregungen habe ich im Buch simplify your Life gefunden. Kann ich empfehlen. Leider fehlt mir noch die Stetigkeit in der Umsetzung.
Axel"Ein Mann kann mit jeder Frau glücklich werden, solange er sie nicht liebt." (Oscar Wilde eigentlich Oscar Fingal O'Flahertie Wills)-------------------------------------------------------------------------------------------
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Tut mir leid, Hühner...ein Hahn tut, was ein Hahn tun muss.
(by carene)
Hey Axel!!!! Zauber dir ein Lächeln ins Gesicht!
(by kazzayyee)
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09.06.2008, 23:42
AW: Aufschieben
Hallo volpina,
ich kenne das...wer kennt das nicht?
Das einzige, was bei mir hilft: ich mache mir morgens in der U-Bahn auf einer kleinen Karteikarte eine Art To Do Liste für die Woche.
Und dann versuche ich es und ich mache jeden Tag nur EINE Sache. Ich schreibe z.B. den Brief wegen dem Austritt aus dem Sportverein, den ich schon lange schreiben wollte/sollte. Mehr nicht.
Ich habe festgestellt, ich bin total überwältigt, wenn ich mir ALLE Sachen, die noch gemacht werden sollen, vor Augen halte. Dann überfällt mich eine regelrechte Lähmung.
Ich komme nur klar, wenn ich mir die Sachen in ganz überschaubare Häppchen einteile.
Wenn ich z.B. die häusliche Ablage (Konto-Auszüge, andere Post etc.) nicht mehr auf die Reihe kriege, arbeite ich mit der Eieruhr: ich sage mir "Okay, nur 15 Minuten. Das ist besser als nichts!" Meistens mache ich nach dem Klingeln der Uhr noch mehr.
Mit solchen kleinen Tricks helfe ich mir.
Ich bin, wenn ich es recht überlege, totaler Fan der 15-Minuten-Methode. Ich denke oft: ich arbeite jetzt 15 Minuten an dem Problem, mehr nicht.
Damit kann ich meinen Alltag einigermaßen bewältigen und meine Aufschieberitis immer wieder etwas aufweichen. Vielleicht ist das was für dich.
liebe Grüsse
Ihremutter
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09.06.2008, 23:53
AW: Aufschieben
Das klingt ja wirklich gut und durchführbar. Werde ich mal antesten bei meinen Aufschieberitis-Themen! Die gibt es durchaus, aber nicht so generell wie anscheinend bei manchen Menschen.
Ein Gedanke zum Beweggrund des Aufschiebens:
Letztlich schadet man ja sich selbst - kann das vielleicht irgendeinen Zusammenhang mit selbstzerstörerischen Tendenzen haben? Daß man sich selber nicht wichtig genug nimmt? Daß man sich quält mit Nichtwissen des Kontostandes, der unguten Ungewissheit, ob man am Monatsende nicht eine schreckliche Überraschung erleben wird auf der Bank...usw.? Kontakte, die man nicht pflegt, die gehen irgendwann verloren...Mit all dem tut man sich ja nun wirklich keinen Gefallen.
Und der ständige Druck im Nacken "ich müßte noch", der raubt ja Energien ohne Ende.
Ich hab mir deshalb angewöhnt, den positiven Gedanken "ich kann es auch morgen tun" hinterherzuschieben. Klappt oft, aber nicht immer. :-) Ein Trick von einem Seminar.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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10.06.2008, 13:08Inaktiver User
AW: Aufschieben
warum nicht eine Liste machen?
Bei mir sind das (auch privat) Outlook-Aufgaben; eine Woche vor Stichtag klingelt's, einen Tag vor Stichtag nervt's dreimal mit Klingeln, und dann ist's meistens geregelt.
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10.06.2008, 13:34
AW: Aufschieben
Zitat von axel_k70
Dass Dir die Stetigkeit in der Umsetzung fehlt, liegt wohl in der Natur der Sache, nicht?...
Also an krasser Form von Aufschieberitis leide ich zwar nicht, aber sowas wie Du hier beschreibst, kenn ich auch.
Eigentlich will man sich ein bisschen seine eigene Hilfsbedürftigkeit vor Augen führen. Oder so...
Ich mach morgens immer erstmal die Steuerformulare auf und dann schreib ich hier die Bricomm zu...
Aber die Idee mit den 15 Minuten find ich gut...Handeln Sie mit Leidenschaft, aber denken Sie klar!
Hannah Arendt


und die Probleme dadurch noch weiter zu vergrößern.
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