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  1. User Info Menu

    auswärts übernachten

    Hallo BriCom,

    Ich habe ein Problem mit einer Sache, auf die ich mich eigentlich sehr freue, aber das Problem macht mir meine Vorfreude ganz madig. Ich bin frisch verliebt und es beruht auf Gegenseitigkeit. Wir kennen uns seit 1,5 Monaten und uns trennen gut 650 km. Wir haben ein Wochenende miteinander verbringen können und uns zentral getroffen, wo er im Hotel und ich bei einer Freundin übernachtet habe.

    Nun wollen wir etwas mehr Zeit miteinander verbringen, wir haben Urlaub genommen und ich werde ihn für 10 Tage besuchen fahren. Mein Problem ist, dass ich bis jetzt wann immer möglich es vermieden habe bei anderen Menschen zu übernachten, selbst bei Freunden. Ich habe erst bei 2 Freundinnen übernachtet, das eine Mal ist 12 Jahre her, das zweite Mal 3 Jahre.

    Woran meine Zurückhaltung liegt kann ich zwar sagen, aber nicht erklären. Ich habe Angst ein Störfaktor zu sein, aus Versehen etwas kaputt zu machen, Aufwand zu verursachen, ich mag es nicht wenn ich bei etwas helfen möchte, um nicht nur rumzusitzen, aber der Gastgeber lässt mich nicht mithelfen, ich fühle mich einfach total unwohl bei anderen, was jedoch keinesfalls an ihnen liegt.

    Bei Besuchen nachmittags oder abends geht es, aber über Nacht ist schrecklich für mich. Ich blockiere das Badezimmer, weiß nicht ob der Gast vor oder nach dem Gastgeber morgens ins Bad geht, fühle mich nicht wohl wenn ich mich fertig gemacht habe und der Frühstückstisch ist bereits gedeckt, selbst um Dinge wie morgens duschen/abends duschen mache ich mir haufenweise Gedanken. Am schlimmsten, generell, ist es wenn ich auf WC muss, mir ist das unglaublich peinlich.

    Ich weiß nicht was mit mir los ist, warum ich mir selbst so einen Stress mache. Anders herum ist es für mich einfacher, ich habe immer mal jemanden bei mir über Nacht zu Hause und da ist der einzige Stress den ich mir mache, ob meine Kochkünste gut genug sind, plus die WC-Sache.

    Hat jemand ein ähnliches Problem und möchte sich hier mit mir austauschen? Würde mich sehr freuen, auch über Tipps von anderen "Nichtbetroffenen".

  2. Inaktiver User

    AW: auswärts übernachten

    Hallo Savarina,

    ich habe das Problem auch - halte es aber in gewisser Weise für "normal". (??? schwer zu sagen, wenn man selbst so empfindet!)

    Aber abgesehen von diesen Frühstück-Badezimmer-Hemmungen:
    Ich würde nie einen zehntägigen Urlaub in der Wohnung dessen verbringen, mit dem ich erst ein Wochenende geteilt habe.

    Nicht aus Misstrauen, sondern das wäre mir einfach zu krampfig, zu langweilig, zu viel, und vor allem zu: ohne jede Rückzugsmöglichkeit. Gerade, wenn man erst dabei ist, sich zu verlieben.
    (Meine ganz persönliche Meinung ist, dass diese "Kur" sogar eher ein Gegengift ist ...)

    Also - würde ich das abkürzen, wirklich.

    Ansonsten habe ich, weil ich das üben musste, mir schon so ein paar Sprüche zurechtgelegt wie
    "Ich brauche jetzt eine halbe Stunde im Bad - ich hoffe, Du bist noch nicht am Verhungern" oder "Mach' doch bitte mal die Musik ganz laut, ich muss mal aufs Klo..." oder sogar "Ich brauche da jetzt eine Weile zum Duschen - musst Du noch mal ?"
    Na ja ... gegen das doofe Gefühl "Jetzt hat er schon wieder Frühstück gemacht, weil ich so lange dusche/creme/föne " hilft manchmal nur, sich etwas zu beeilen!

    In der Küche wird er Dich schon mithelfen lassen - sonst schlag' doch vor, etwas zu kochen, von dem Du besser weißt, wie es geht.

    Das ist aber alles ein bißchen oberflächlich, denn wie gesagt, das größere Problem sehe ich woanders.

    Viel Glück trotzdem! T.

  3. User Info Menu

    AW: auswärts übernachten

    Hi,
    also das Problem mit dem stören ist eigentlich ziemlich normal. Ich zwar schon seit kindesbeinen bei einigen Leuten übernachtet und eigentlich macht es mir auch nichts aus. Doch die Frage, wie ist das mit dem Frühstück machen, wass steht man auf usw. ist ganz normal. Einfach Augen zu und durch.

    Bei mir war es ganz ähnlich wie bei Euch. Auch meinen Freund und mich trennen ca. 600 km. Die erste Zeit haben wir irre viel Telefoniert und als ich dann das erste Mal bei Ihm übernachtet habe, war ich mir völlig unsicher. Wie in seinem Bett (Habe ich von vorneherein ausgeschlossen und ausdrücklich gesagt- hat er absolut akzeptiert) Was ziehe ich nachts an etc? Was wenn ich pipi muss? Die erste Nacht habe ich fast kein Auge zu gemacht (er auch nicht)

    Anschließend kam der Gegenbesuch. Da hatte ich Angst. Er hat mich eine Woche lang besucht. Ich hatte Panik, dass wir uns auf den Wecker gehen, dass er es langweilig findet, wie wir miteinander umgehen sollen.

    Ich stellte ein riesen Programm auf, welche Sehenswürdigkeiten ich ihm zeigen wollte.

    Es kam allerdings ganz anderst. Wir haben relativ schnell in einem Bett geschlafen und sind dort fast die ganze Woche nicht mehr rausgekommen. Nicht, weil wir pausenlos Sex hatten, sondern, weil wir uns so interessant fanden. Miteinander redeten uns anschauten Arm in Arm einschliefen etc.

    Vieleicht hat dir das ein bisschen geholfen. Ich wünsche Dir einfach nur viel Glück und mach Dir keine Sorgen.

  4. User Info Menu

    AW: auswärts übernachten

    Hallo Savarina,

    ich schließe mich Tarasjugina an, ich fände zehn Tage in einer fremden Wohnung auch zu viel, wo Ihr gerade mal ein Wochenende miteinander verbracht habt. Da wäre mir wohl ein Treffen an einem neutralen Ort, z.B. einer Ferienwohnung, wo beide fremd sind, angenehmer.

    Aber wenn es nun so sein soll, dann hiflt nur, dass Du Dir ein paar Verhaltensweisen zulegst, die Dir helfen zu entspannen. Wie Tarasjugina schon schrieb, ist es hilfreich, bei Unsicherheit einfach zu fragen. Wenn ich bei Freunden übernachte, frage ich, ob ich helfen kann (beim Essenzubereiten, Spülen, wasauchimmer), und wenn es dann heißt, nein, mach ich mir auch keine weiteren Gedanken. Dasselbe mit dem Bad: fragen, ob frei ist, ggf. ankündigen, wie lange man ungefähr braucht. Wenn ich selbst Besuch habe, gehe ich ganz gerne zuerst ins Bad, um in der Zeit,wo der andere drin ist, schon mal Frühstück zu machen. Aber das sage ich dann auch so. Und wenn doch anders kommt, ist es auch kein Drama.

    Wenn ich bei Freunden übernachte, die ich gut kenne, gehe ich morgens, wenn ich früher aufwache, auch einfach schon mal duschen. Bei eher Fremden würde ich tendenziell warten und fragen, wie es lieber ist. Es sei denn, es gibt zwei Bäder.
    Ich würde auch fragen, wann der andere ungefähr aufzustehen gedenkt. Ist es ein Langschläfer, der nicht vor zehn aus den Federn kommt, dann hätte ich kein Problem, mich vorher schon fertig zu machen.

    Das Gute an so einem intensiven Miteinander ist ja, dass man schon viel über den anderen erfährt. Und wenn jemand sich permanent über meine Bedürfnisse hinwegsetzt, mir Vorschriften macht oder genervt ist, weil ich seine Erwartungen nicht erfülle, dann wüsste ich schon, dass das nix werden kann.

    Wenn ich selbst Besuch habe, bemühe ich mich, es ihm angenehm und unkompliziert zu machen, und das erwarte ich umgekehrt auch. Es gibt eben Menschen, bei denen man sich spontan wohl fühlt, weil sie locker und entspannt sind und solche, wo man ständig Angst hat, einen Fauxpas zu begehen. Das muss man dann aber nicht unbedingt als eigene Schuld ansehen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  5. Inaktiver User

    AW: auswärts übernachten

    Was ist in so einer Situation der worst case? Dass man seine Gastgeber aus irgendeinem Grund tatsächlich nervt. Das ist, wenn man es genauer betrachtet, sehr unwahrscheinlich, sofern man es nicht darauf anlegt

    Das oben beschriebene Gefühl ist mir nicht ganz unbekannt, es hat bei mir allerdings weniger mit dem Gastgeber zu tun als mit mir selbst. Ich fühle mich unfrei, weil es Dinge gibt, die man als Gast nicht so ohne weiteres tun kann, z. B. mal eben für zwei Stündchen im Schlafzimmer verschwinden und ein Schläfchen halten oder ein ausgedehntes Bad nehmen.

    Das Gefühl, meinen Gastgeber zu nerven, kenne ich dagegen weniger. Er hätte mich nicht eingeladen, würde ich ihn als Person, als Mensch nerven und dass ein Gast früher oder später immer nervt, unabhängig, wer es ist, ist beinahe vorprogrammiert.

    Das Genervtsein hat nichts mit Dir zu tun, sondern ist einfach ein ungeschriebenes Gesetz. Als Gastgeber (und diese Rolle habe ich persönlich öfter inne, als die des Gastes) fühlt man sich sehr verantwortlich für den Gast, will ihm das Bad auch nicht zu lange vorenthalten, kann auch nicht stundenlang baden und sich ebenfalls nicht einfach zurückziehen.

    Daher schließe ich mich an - ich finde zehn Tage zu lange.

  6. Inaktiver User

    AW: auswärts übernachten

    Hallo!

    Ich kenne das Problem zwar nicht, ist aber ein sehr interessanter Beitrag! - Ich habe es bisher immer so gehalten, dass ich bei Übernachtungen einfach "Gast" war und diesen Status auch entsprechend ausgekostet habe. Als Gast ist man eben "Gast", hat eine anstengende Reise auf sich genommen und darf sich deswegen vom Gastgeber ein wenig verwöhnen lassen.
    Trotzdem habe ich mich auch revanchiert, mich (erstmal) über nichts beklagt, keine besonderen Ansprüche gestellt und auch mal gekocht, eingekauft, den Tisch gedeckt, usw.

    An deiner Stelle würde ich aber auch nicht sofort 10 Tage bei deinem neuen Freund verbringen, das ist wirklich etwas viel auf einmal.

    Ich würde ein paar Tage zu ihm fahren (vielleicht ca. 5?) und dann - wenn möglich - noch eine Verlängerung dran hängen, wenn es supergut läuft!

    Außerdem würde ich das Problem auch einfach mal ansprechen, entweder ganz direkt, so wie du es hier im Forum getan hast, oder auf indirektem Weg, dass du ihn einfach mal über seine "Gewohnheiten" aka Badezimmernutzung, Frühstück, Schlafengehen usw. ausfragst.

    Viel Glück!

    Dhalia

  7. User Info Menu

    AW: auswärts übernachten

    Hallo Savarina,

    ich finde den Gedanken mit der Ferienwohnung klasse! Denk mal darüber nach. Es gibt auch Ferienwohnungen mit 2 Schlafzimmern . Ihr wärt dann beide Gast und Gastgeber und könntet euch auf neutralem Boden "beschnüffeln". Vielleicht ist es dort auch einfacher, auf seine eigenen Besonderheiten hinzuweisen.

    Viel Freude bei deinem Besuch - wo und wie lange auch immer er dauern wird.

    LG, Kessie

  8. User Info Menu

    AW: auswärts übernachten

    Ciao Savarina,

    also ich kann mich einigen Beiträgen hier nicht anschließen. Jedenfalls wenn geraten wird, keine zehn Tage zu bleiben, um den Eigenarten des anderen aus dem Weg zu gehen oder keine Angriffsfläche zu bieten. Das ist doch wirklich etwas zu übertrieben. Ihr seid beide Menschen, ihr müßt beide ins Bad und sagt mal was dummes oder macht was kaputt. So what? Hab vertrauen dazu, dass Du normal bist, Dein Körper, Deine Körperfunktion, was Du sagst, was Du tust.

    Für mich ist es übrigens selbstverständlich, das Frühstück zu machen, wenn ich Gastgeber bin und mein Gast im Bad ist morgens. Und am Abend schlage ich dann vor gemeinsam zu kochen und verteile einfach die Aufgaben (wer Gemüse schnippelt und wer Sachen anbrät). Alles also kein Problem.

    Wenn Du sonst ein gutes Gefühl hast, Du ihm grundsätzlich vertraust und nicht denkst, dass Ihr Euch langweilt oder so, dann würde ich die zehn Tage nicht als problematisch sehen. Und mal ehrlich, was würde er denken, wenn Du tatsächlich eine Ferienwohnung vorschlägst? Das ist nun wirklich sehr umständlich.

    Also, rein ins Abenteuer und keine Angst. Du bist in Ordnung so wie Du bist.

    ini.




    Sag, bist Du Einzelkind?
    Non siamo soli

  9. Inaktiver User

    AW: auswärts übernachten

    Ich übernachte nie bei Leuten, die ich kaum kenne, und selbst nicht bei Freunden, die ich besuchen will. Ich suche mir ein Hotel oder eine Pension in der Nähe. Das finde ich äußerst entspannt für mich und meine Gastgeber. Ich suche umgekehrt, wenn ich Besuch bekomme, meinen Freunden ein kuscheliges Hotel in der Nähe.

    Ich weiß, dass sich das nicht jeder leisten kann, aber selbst, wenn ich es mir nicht leisten könnte, käme ich nie nich' auf die Idee, wildfremden Menschen für 10 Tage auf die Bude zu rücken (wie gut kennt man jemanden nach einem Wochenende?).

    Deshalb: ich unterstütze die Idee der Ferienwohnung, was Euch die Gelegenheit gibt, einander kennenzulernen, ohne dass er die Verpflichtung hat, Dich mehr als nötig zu bespaßen, und ohne dass Du Dich ständig verkrampft vorsiehst, nur ja nichts falsch zu machen.

    Viel Spaß und gutes Kennenlernen!

    LG, Orlando

  10. User Info Menu

    AW: auswärts übernachten

    Zitat Zitat von Pflume
    Bei mir war es ganz ähnlich wie bei Euch. Auch meinen Freund und mich trennen ca. 600 km. Die erste Zeit haben wir irre viel Telefoniert und als ich dann das erste Mal bei Ihm übernachtet habe, war ich mir völlig unsicher. Wie in seinem Bett (Habe ich von vorneherein ausgeschlossen und ausdrücklich gesagt- hat er absolut akzeptiert) Was ziehe ich nachts an etc? Was wenn ich pipi muss? Die erste Nacht habe ich fast kein Auge zu gemacht (er auch nicht)

    Anschließend kam der Gegenbesuch. Da hatte ich Angst. Er hat mich eine Woche lang besucht. Ich hatte Panik, dass wir uns auf den Wecker gehen, dass er es langweilig findet, wie wir miteinander umgehen sollen.
    Die Bedenken bezüglich was wenn wir uns nerven habe ich auch, wenn auch etwas versteckter. Es bleibt mir ja unbenommen eher wieder nach Hause zu fahren, wenn es wider Erwarten schlecht laufen sollte.

    Meine Bedenken liegen auch nicht in seiner Person, sondern es liegt an mir. Ich habe einfach nicht so viel Erfahrung damit bei anderen Menschen zu übernachten, sei es auch nur eine gute, langjährige Freundin. Es hat sich einfach nicht ergeben, da ich z. B. nach einer Feier nach Hause gefahren werde oder den Bus nehmen kann.

    Zitat Zitat von Pflume
    Vieleicht hat dir das ein bisschen geholfen. Ich wünsche Dir einfach nur viel Glück und mach Dir keine Sorgen.
    Dankeschön

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