Hallöchen!
Eigentlich bin ich auf den ersten Blick ein unglaublich gutgelaunter Mensch, aber........
leider bin ich vor Kurzem in der Arbeit auf einen Fehler hingewiesen worden. Es war etwas arbeitstechnisch und auch garnicht schlimm. Ich hab das wieder hingekriegt und es hatte nicht die klitzekleinste Konsequenz, aber seit dem...
grübel ich.
Seit dem gehe ich ständig alles durch, was ich bisher getan habe, welche Abläufe ich tätige, ob alles auch korrekt ist und stoße immer wieder auf Dinge, die ich vielleicht nicht perfekt / richtig gemacht habe.
Z.B. habe ich auf diese oder jene Email geantwortet, ...
Ich komme auf Dinge, die sind nicht mehr normal.![]()
Und dann stell ich mir bei jeder Kleinigkeit, die ich eventuell die letzten Jahre in der Arbeit falsch gemacht habe, die schlimmsten Konsequenzen vor.
Ich ruiniere die Firma, wenn ich eine Rechnung falsch gemacht habe. Ich werde gefeuert. Ich werde verklagt.
Also wirklich abtruse Dinge.
Teilweise kann ich deswegen nicht schlafen und wenn ich gerade auf irgendeinen eventuellen Fehler gekommen bin, dann ist mein Gehirn vollständig blockiert. Dann hab ich schlechte Laune und man sieht es mir wohl auch an.
Die Gedanken kommen mir übrigens fast nur zuhause. In der Arbeit könnte ich ja schnell nachschauen, ob mir ein Fehler passiert ist oder nicht. Aber zuhause grübel und grübel und grübel ich. Sobald ich mal über kein "Problem" nachdenke, bin ich kurz erleichtert und finde dann das nächste Haar in der Suppe.
Dann fängts natürlich auch an, dass ich denke, ich mache alles falsch. Nicht nur beruflich.
Also, grübeln, Fehler suchen, "Fehler" finden und das ständig.
Was kann ich denn dagegen tun?
Es ist ja eigentlich nichts, worüber ich mir Sorgen machen müsste, aber ich tus ständig.
Wie schalte ich mein Kopfkino ab????
Ich habe wohl meine Unbeschwertheit verloren und ich möchte sie verdammt nochmal wieder haben.
Danke fürs Lesen...![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
-
03.06.2008, 21:19
Grübeln...und sich selbst Probleme machen
-
05.06.2008, 18:11Inaktiver User
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Hallo, Zornröschen,
warum hat dich dieses eine Mal so aus der Bahn geworfen? Das finde ich merkwürdig. Hast du vorher nie einen Fehler gemacht bzw. nie einen, der bemerkt wurde?
Fragende Grüße
Lola
-
05.06.2008, 19:01
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Hallo!
Danke für die Antwort!
Vorher habe ich einfach nie darüber nachgedacht, ob ich Fehler mache / gemacht habe und alles auf die leichte Schulter genommen. Aber seit diesem einen Mal ist mir klar geworden, dass alles Konsequenzen hat und v.a. welche Konsequenzen meine Fehler haben können.
Ich weiß, es klingt bescheuert und das ist es mit Sicherheit auch, aber ich kann nicht aufhören. Ich kann nicht mehr unbeschwert sein, denn ich habe jetzt ständig Angst, etwas falsch zu machen.
Ich kann nach der Arbeit auch nicht mehr abschalten. Ich denke und denke und denke....
-
05.06.2008, 19:58
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Hallo Zornroeschen,
wenn Dir dieses Kopfkino solche Probleme bereitet, dann würde ich es mal ganz bewusst einschalten. Nimm Dir abends oder auch mehrmals am Tag eine Viertelstunde und mal Dir ganz bewusst die schlimmsten Fehler aus, die Du Dir nur vorstellen kannst mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben könnte. Mal Dir aus, wie Du vor versammelter Mannschaft runtergeputzt und rausgeschmissen wirst, wie Du keinen neuen Job findest, am Ende obdachlos wirst, niemand mehr was mit Dir zu tun haben will, so lange, bis Du vollkomen am Boden bist.
Und dann mal Dir aus, wie Du wieder rauskämst. Welche Deiner Eigenschaften würden Dir dabei helfen, worauf kannst Du zählen im Leben?
Dieses Kopfkino würde ich so lange laufen lassen, bis die Vorstellung, einen Fehler zu machen, selbst mit den schlimmsten Konsequenzen keinen Schrecken mehr für mich hätte, weil ich weiss, ich werde wieder auf die Beine kommen, es wird mich nicht umbringen.
Eine andere Übung, die auch helfen könnte, wäre, Deine Glaubenssätze zum Thema Fehler mal zu hinterfragen. Wie würdest Du spontan die Sätze "Wer Fehler macht, der..." und "Wenn ich einen Fehler mache, dann..." ergänzen?
Und dann formulier die Sätze so um, dass sie eine positive Bedeutung bekommen. Und diese Sätze schreibst Du dann jeden Tag fünfzehmmal auf, bis Du sie wirklich verinnerlicht hast.
Vielleicht hilft Dir das ja aus dem Gedankenkarussell.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
05.06.2008, 20:19Inaktiver User
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Hallo, Zornröschen, was ich nicht verstehe, ist, dass quasi ein Kinkerlitzchen (so stellst du es eigentlich dar) zu solchen Konsequenzen geführt hat. War da schon was in dir drin, was nur noch einen Auslöser brauchte?
Lola
-
05.06.2008, 20:28
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Danke für die Tipps! Ich werds mal versuchen!
@Lola123: Irgendwie hat es eine Art "Kippschalter" umgelegt. Ich war so unbeschwert und in der letzten Zeit auch so glücklich. Und plötzlich hat sich vieles verändert, ohne dass es einen Grund dafür gibt. Ich komme mit Leuten nicht mehr klar, die ich früher total gerne mochte und so weiter. Ich empfinde das im Moment so als Wendepunkt und fühle mich generell unsicher. Und dann kam eben dieser "Vorfall", bei dem ich mich wirklich ausführlich mit den möglichen Konsequenzen auseinandergesetzt habe und furchtbar erschrocken bin. Es ist wirklich ein bisschen seltsam. Ich bin auch von Natur aus ein sehr launischer / eventuell sogar depressiv angehauchter Mensch und hatte eine Art "Hochfahrt" in letzter Zeit. Manchmal hab ich mir einfach nur gedacht: "Wooow, alles läuft super. Was ist da los?" und im Moment zweifle ich an vielem.
Ich möchte wirklich meine "jugendliche" (gut, so jung bin ich nicht mehr...) Unbeschwertheit zurück.
-
06.06.2008, 15:07Inaktiver User
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Zornroeschen,
hat es vor der letzten "Hochfahrt" schon mal so ein Tal gegeben oder erlebst du diesen Wendepunkt zum ersten Mal (Midlifecrisis? Wechseljahre?)?
Viele Grüße
Lola
-
07.06.2008, 23:13
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Liebe Zornröschen!
So ein bisschen kann ich sagen, dass mich deine Beschreibungen momentan an mich selber erinnern.
Ich bin im Moment in einer Phase, in der ich sehr dafür kämpfe, mir mein Leben für mich selber schön zu machen, war lange keine Selbstverständlichkeit und ist es auch noch nicht. Ausgelöst durch ein wichtiges Ereignis (Trennung nach über 10 Jahren) lebe ich im Moment sehr... nun ja, intensiv, nah an mir selbst.
Mich stören Fehler an anderen viel mehr wie früher, aber auch meine eigenen. Ich bin empfindlich, gehe bei der kleinsten Kleinigkeit hoch oder ziehe mich beleidigt zurück.
Ich finde den Vorschlag von Malina70 klasse. Denn es geht ja darum, einen Weg zu finden, damit umzugehen.
Ansonsten: Vergiss nie, wer du bist und was du alles leistest. Du schreibst selber, dass du früher eher alles auf die leichte Schulter genommen hast. Das ist mit Sicherheit auch nicht gesund, und vielleicht musst du durch beide extremen Phasen durch, um einen guten Mittelweg zu finden. Ich kann mir gut vorstellen, wie anstrengend das ist.
Ich hab aus irgend einer schlauen Seite aus dem www ein "Anti-Sorgen-Formular" geladen. Es hilft, schriftlich zu reflektieren, um was es eigentlich geht. Wenn du daran Interesse hast (oder jemand andereS), schick mir deine Emailadresse per PN, dann schick ich es dir.
Eine gute Zeit,
, Feuerzeichen
Mache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
-
08.06.2008, 08:57Inaktiver User
AW: Grübeln...und sich selbst Probleme machen
Mal ein Buchtip: Paul Watzlawick: Anleitung zum Ungluecklichsein.
Da wirst du dich wiederfinden und schmunzeln muessen.
Ein kleines feines Buch, was schnell gelesen ist.
Lass den Kopf nicht haengen!
Lise


Zitieren
