Hallo zusammen,
vielleicht finde ich ja hier Gleichgesinnte.
Leider bin ich ein Mensch, der zuviel denkt. Alles richtig machen will, einfach alles bis zur letzten Konsequenz " durchdenken" will.
Über eigene Reaktionen nachdenkt, ihre Wirkungen auf Andere etc. etc.
Das nervt und gern würde ich die Dinge oft wesentlich lockerer sehen. Auf einem guten Weg dazu bin ich eigentlich schon.
Bis jetzt habe ich dieses Verhalten auf sehr dominante Eltern zurückgeführt. Von klein auf herrschte eine ständige Kontrolle über das Verhalten, ( bin leider Einzelkind)
Bloss immer schön lieb sein und nicht anecken.
Allmählich finde ich auch zu einer "gewissen" Lockerheit, aber Gedanken kann man nun mal nicht so von heute auf morgen abstellen.
Jetzt wurde mir der Vorschlag zu einer Kernspinntomographie gemachtund ich weiß ehrlich nicht so genau, was da zu entdecken wäre.
Angesprochen wurde eine evtl. Denkstörung? mhm
Kennt jemand vielleicht Ähnliches?? Wurde schon Jemandem bei vielem Grübeln eine solche Untersuchung vorgeschlagen?
Für mich ist es nach wie vor eine Erziehungssache, die mit Hilfe in den Griff zu bekommen ist.
Ich für mich denke, dass ich schon auf einem guten Weg bin aus dieser "Grübelfalle" herauszukommen.
Jetzt bin ich gespannt darauf ob's jemandem ähnlich geht und wie er damit umgeht.
VieleGrüße
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02.06.2008, 14:53
Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
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02.06.2008, 14:58
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
wedelt der Schwanz mit dem Hund ?
Zitat von Alina_52
die Vorgänge im Hirn sind bloss ein Niederschlag der Seele (ist jedenfalls meine Meinung); insofern ist da nichts entscheidend Neues zu entdecken (ausser vielleicht, ob eine Blutbahnverengung vorliegt und damit die Gefahr eines Hirninfarktes gegeben ist).
"in den Griff bekommen" ... das willst Du doch nicht mehr, oder ?Für mich ist es nach wie vor eine Erziehungssache, die mit Hilfe in den Griff zu bekommen ist.
versuche stattdessen, Dir selbst auf die Spur zu kommen, denn etwas sein-lassen ist bloss die negative Abhängigkeit von was-tun.
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02.06.2008, 15:25
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Hallo liebe Alina,
ich habe ein ähnliches Problem wie Du. Grübeln, alles Zerdenken, Geschichten erfinden, Reaktionen anderer ausmalen u.ä. Natürlich auch schwierige Kindheit und einen sehr strengen Stiefvater (Neurologe und Psychiater noch dazu).
Seit ich erwachsen bin versuche ich mein Leben so leben, wie ich es mir wünsche und ich habe sehr genaue Ansichten dazu. Habe als Teenager mich viel mit Psychologie beschäftigt und schon zwei Therapien gemacht. Die erste (private) Therapie unter der Fragestellung, die du hier beschrieben hast.
Konzentrationsstörungen, Grübelzwang, Erklärungsversuche. Warum bin ich so?
Als ich meine letzte Therapie (vo ca. 2 Jahren) gemacht habe, habe ich Therapeutin, die auch Medizinerin ist, gefragt, ob es nicht sein dass ich einen Hirnschaden habe und eine psychologiesche bhdlg. sowieso zwecklos ist.
Ich muss noch erwähnen, dass ich mit fünf Jahrem zwei große epileptische Anfälle hatte und mein Stiefvater mich immer so behandelt hat, als ob ich debil wäre. Ausserdem hatte ich als Kleinkind eine frontale Stirnverletzung, bin gegen einen Türrahmen gelaufen und hatte eine grosse PLatzwunde.
Vor einigen Jahren habe ich ein Buch mit Essays über künstliche Intelligenz gelesen und darin einen Aufsatz gefunden, den eine amerikanische Neurophysiologin den Zusammenhang zwischen dieser Art von Hirnschädigungen und Motivationsstörungen beschrieben hat. Sie hat den Fall eines erwachsenen Mannes beschrieben, der nach einem schweren Autounfall mit Kopfverletzungen sein Verhalten total veränderte. Immer in der Motivation steckenblieb.
Mit diesem Hintergrund habe ich meine Ärztin gefragt, ob man so etwas mit einer Kernspintomographie abklären kann.
Sie meinte das wäre möglich, wäre aber keine Kassenleistung und sehr teuer.
Außerdem nicht unbedingt hilfreich. Was es mir nützen würde das zu wissen, wenn es so wäre. Ob ich mich dann auf meine Behinderung zurückziehen wollte?
Das ist was ich dazu weiss. Ich kann dir gerne, wenn Du es möchtest, den Artikel, bzw das Buch zitieren.
Würde dir aber auch eher raten, diesen Gedanken loszulassen und zu versuchen ein glückliches Leben zu führen. Wenn Du kannst.
"Denken ist was für alte Männer", außer es geht um etwas für das es sich lohnt, darüber nachzudenken.
LG volpina808Can you tell a green field from a cold steel rain,
do you think you can tell?
("Wish you were here",Pink Floyd)
- "Das Ende des Schmerzes ist Liebe" (Jiddu Krishnamurti) -
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02.06.2008, 16:39
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Danke euch Beiden für eure schnellen Antworten
@trambahn...
ich sehe es wie du, dass "Vorgänge im Gehirn ein Niederschlag der Seele" sind.Deshalb hat mich der Vorschlag der Kernspinn ja auch so verwundert.
Auf meine Frage hin, was man denn da überhaupt sehen könnte, hieß es "Denkstörungen". Die kann man doch nicht SO sichtbar machen? Deshalb hab ich das Thema ja hier auch angeschnitten.
In Punkt zwei , etwas erzwingen zu wollen und dadurch wieder eine negative Auswirkung zu erzielen, gebe ich dir auch Recht.
@ Volpina ...danke für deine ausführliche Antwort. Oft tut es schon zu erkennen, dass man mit derartigen "Problemen" nicht alleine steht.
Hat dir denn deine 1. Therapie geholfen? Du hast sie ja wohl auch in Frage gestellt, da du einen anderen , organischen Grund in Erwägung zogst.
Ich freue mich, dass es dir inzwischen wieder besser geht ,du deine Gedanken besser "filtern" kannst und ein zufriedenes Leben führst.Wie hast du das geschafft?
Ich bin ein sehr lebensfroher Mensch und werde versuchen positive Gedanken in den Vordergrund zu stellen ( oder ist das wieder nur ein Sein-lassen?)
mhm...denke, ja.
Was kann dann noch hilfreich sein??
Euch erstmal nochmal DANKE und liebe Grüße.
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04.06.2008, 00:42
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Liebe Alina,
bei Volpina, die eine Hirnverletzung erlebt hat, würde ich eine Kernspinntomographie noch eher für sinnvoll halten, wenn es um Ursachenabklärung geht, aber bei Dir ist doch ziemlich klar, dass Deine Neigung zu Grübeleien etwas mit Deiner Erziehung zu tun hat.Diese Antwort von volpina dürfte auch für Dich gelten. Die Ursachen zu kennen ist allein noch keine Lösung. Der Umgang mit dem Problem als solchen muss gewährleistet sein, und zwar so, dass Deine Lebensqualität davon nicht mehr beeinträchtigt wird.
Zitat von Inaktiver User
Ich fürchte, Du musst Dein Problem schon psychotherapeutisch angehen, wenn Du es alleine nicht schaffst, aus der Grübelfalle rauszukommen.
Eine andere, zusätzliche Möglichkeit sind Psychopharmaka, denn sie greifen in den Hirnstoffwechsel ein, z.B. Antidepressiva. Würde ich aber in Deinem Fall auf keinen Fall anstatt einer Psychotherapie machen, allenfalls zusätzlich, denn Dein Zustand ist von außen her verursacht, und kommt nicht von einem vermutlich urwüchsig gestörten Hinstoffwechsel wie bei Menschen, die immer wieder schwere Depressionen ohne äußerliche Anlässe und ohne belastende Vorgeschichte in der Kindheit haben.
Grüße von LatonaGeändert von Latona (04.06.2008 um 00:47 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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04.06.2008, 16:37
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Hallo Latona,
danke für deine ausführliche Antwort. Du hast natürlich vollkommen Recht mit deinen Aussagen.
Aber auch mit Hilfe ( die Therapie mache ich natürlich schon) ist es nicht einfach , sich das viele Denken abzugewöhnen.Jahrelange Erziehung steckt man nicht so schnell weg. Selbst wenn man es möchte.
Ich denke, ich muss es einfach akzepieren, MICH akzeptieren , dann denke ich, klappt das schon :-)
Es sind zur Zeit auch gewisse Lebensumstände, Probleme, die mich noch zusätzlich in diese "Grübelfalle" locken.
Ich werde einen Weg suchen und hoffentlich finden , meinen Kopf etwas zu entlasten
Danke nochmal...und liebe Grüße zu dir
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04.06.2008, 16:44
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Ich habe mal gehört, das Kernspin durchaus Sinn machen kann bei Menschen bei denen eine Depression diagnostiziert worden ist.
Eine Depression oder vielmehr deren Symptome kann auch auf eine Minderdurchblutung bestimmter Hirnariale zurück zu führen sein.
Ist aber nicht mein Fachgebiet und damit schweige ich lieber wieder.
Gruß
wacomIch bin nicht vollkommen, aber herausragend in einigen Aspekten
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04.06.2008, 18:02
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Hallo wacom,
danke, das hab ich auch schon mal gehört.
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04.06.2008, 18:09
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
Zitat von Alina_52
hallo Alina,
es freut mich, dass wir da schonmal ähnliche Vorstellungen haben.
ja, ich grübel auch viel, aber irgendwie anders. also nicht, weil ich was in den Griff bekommen will, sondern was verstehen möchte.
ausserdem haben mir im Laufe der Jahre Bücher geholfen, ein gutes Lebensgefühl zu bekommen (z.B. das Goldene Notizbuch von Doris Lessing und andere Bücher von ihr).
ich versuche die Dinge nicht als Angriff auf meine Person zu sehen sondern unabhängig davon zu verstehen, was los ist.
ob Dir das weiterhilft, weiss ich natürlich nicht.
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04.06.2008, 18:31Inaktiver User
AW: Zuviel denken...ist eine Kernspinnuntersuchung wirklich notwendig?
@Alina
Gegen zuviel-im-Kopf-Sein hilft in-den-Körper-kommen. Klingt simpel, ich weiß, aber manche Dinge sind tatsächlich so simpel. Das Schwierige daran ist, es einfach mal auszuprobieren, um zu schauen, wie es sich anfühlt und dran zu bleiben, auch wenn es anfangs vielleicht Überwindung kostet, weil es ungewohnt ist.
"Der schnellste Weg, die Gedanken zu beruhigen, ist, den Körper zu bewegen", so formulierte es eine bekannte Tanz-Therapeutin.
Sport, der Spaß macht, Spaziergänge in der Natur, Körperarbeit wie z.B. bestimmte Massage-Techniken, Feldenkrais, Kinesiologie, Craniosakral-Therapie, um nur ein paar Beispiele zu nennen; auch kreativer Ausdruck in Kunst, Musik, Handwerk; auch Kontakt zu anderen Menschen, mit denen du etwas gemeinsam TUST (nicht etwa in höheren Gedankensphären und Problemen kreist), holt dich auf eine andere Ebene. Alles, was dir hilft, dich selbst in deinem Körper zu spüren und deinen Gefühlen näher zu kommen, bringt dich aus dem Gedankenkarussell. Entspannung ist dabei ein Schlüsselwort. Niemand kann sich das Denken "abgewöhnen", aber der Kopf ist sehr dankbar, wenn er öfter Urlaub machen darf, weil du aus dem "Denk-Modus" raus bist
Das ist ein Weg, wo es viele Möglichkeiten und Kombinationen gibt, die dir guttun können - kein Patentrezept, das nach einmaligem Gebrauch all deine Probleme löst.
Was diese Kernspin-Sache bringen soll, ist mir schleierhaft- denn selbst wenn irgendwas "nachweisbar" wäre- ja und dann? Wie soll es danach weitergehen? Dass es dir nicht guttut, zu viele Gedankenspiralen zu drehen, weißt du aus eigener Erfahrung.
LG NugatGeändert von Inaktiver User (04.06.2008 um 18:56 Uhr)


Grüße
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