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    Ich bin - nichts...

    Ich leide unter extremen Komplexen. Wenn man mich sieht, denkt man, das ist ne offene, hübsche junge Frau. Ich gehe auf Leute zu, bin spontan und kontaktfreudig---doch dann kommt nichts mehr. Eine große Leere. Denn ich habe nichts zu sagen. Ich habe keine Arbeit, keine Hobbies, nichts. Keine Beziehung.
    Vorgeschichte: schon als Kind hatte ich eine Neigung zum depressiven Rückzug, war sehr sensibel und habe mein Verhalten von dem Zuspruch anderer abhängig gemacht.
    Später stürzte ich mich in aussichtslose Beziehungen, immer wieder, und das so heftig, dass ich fast meine Identität verlor. Jeder neue Mann, der aus meinem Leben verschwand, hinterließ ein solches Loch, dass ich meine Tätigkeiten, Hobbies etc. stillgelegt habe...ich konnte mich nur noch auf den Schmerz konzentrieren. Irgendwann ist mir das Gefühl dafür abhanden gekommen, was ich will und wer ich überhaupt bin.
    Der Höhepunkt war dann eine Schwangerschaft, die ich beendete, weil ich den Mann nicht verlieren wollte.
    Trotz allem habe ich mein Studium beendet, doch nie einen Job gefunden. Ich konnte nicht, weil immer wieder ein Mann mein sonst Leben so aufwühlte, dass ich nicht mehr arbeiten bzw. sonst irgendwie leben konnte. Dann habe ich mich nicht mehr auf Männer eingelassen, seit einem Jahr gab es nicht mal einen Kuss.
    Das klingt jetzt alles sehr sehr dramatisch. Denn irgendwo bin ich auch ein Perfektionist. Und weil ich mir nichts zutraue, kann ich auch nichts - Eingangsposting war ja - ich bin nichts. So sehen meine Kontakte dann auch aus. An einer Freundschaft zu mir ist niemand interessiert, wieso auch....
    Ist es vielleicht auch. Meist habe ich gute Tage, stürze mich in einen blinden Aktionismus, melde mich bei Vereinen an, bewerbe mich, gehe ins Fitneßstudio etc. Doch dann stürze ich wieder ab.
    Weiß jemand, wie man dauerhafte Stabilität erreicht? (Therapie hatte ich schon, emotionale Instabilität war die Diagnose - und, was nützt das? Wenn es mir gutgeht, reiße ich Bäume aus. Wenn nicht, reiße ich alle erreichten Ziele wieder ein.)

  2. Inaktiver User

    AW: Ich bin - nichts...

    Zitat Zitat von Amira27
    Ist es vielleicht auch. Meist habe ich gute Tage, stürze mich in einen blinden Aktionismus, melde mich bei Vereinen an, bewerbe mich, gehe ins Fitneßstudio etc. Doch dann stürze ich wieder ab.
    Weiß jemand, wie man dauerhafte Stabilität erreicht? (Therapie hatte ich schon, emotionale Instabilität war die Diagnose - und, was nützt das? Wenn es mir gutgeht, reiße ich Bäume aus. Wenn nicht, reiße ich alle erreichten Ziele wieder ein.)
    Amira - das weiss ich leider auch nicht. Was genau ist denn emotionale Instabilität? Wie lange warst Du in Therapie?
    Auch ich bin Perfektionist.

    Es kann nicht sein, dass niemand an Dir interessiert ist - vielleicht siehst Du die anderen nur gar nicht.
    Du gibst vermutlich viel zu viel - und suchst Dir dann Menschen, die Dir nichts geben können?
    Woher kommt mir das nur bekannt vor?

    Gibt es denn nichts in Deinem Leben, was Du gerne machen würdest?

    Dass Du keine Arbeit hast, das ist vermutlich ein ganz wesentlicher Knackpunkt in Deinem Leben. Arbeit wertet ja auf - ich vermute, Du bist auch gerade in einer großen Krise im Leben?

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    AW: Ich bin - nichts...

    Ja, das bin ich. In einer ganz großen Krise, deshalb habe ich das so überspitzt dargestellt. Würde ich arbeiten, könnte ich daraus Selbstwert und Bestätigung ziehen. Meine letzte Beziehung hat mich so zusammenbrechen lassen, dass ich meine letzte Tätigkeit (es war ein Praktikum mit guten Aussichten auf Beschäftigung) in den Sand gesetzt habe. Ich wurde rausgeworfen, weil ich teilnahmslos, einmal auch aufmüpfig war. Mir war diese Arbeit plötzlich sowas von wurst, als die Beziehung zu Ende ging... Aber das kanns doch nicht sein!
    Und doch, ich habe Freunde, sogar eine liebe Familie. Aber irgendwie bin ich anders. Ich rechtfertige mich permanent für mein Verhalten, auch bei kleinen Dingen, und ich gebe, gebe, gebe.... bekomme aber kaum was zurück. Ich renne mit einem Riesenherz unterm Arm durch die Welt, biete es treuherzig jedem an, und zerbreche dann immer aufs Neue ob der Ablehnung, die dann folgt... Oh, das klingt so verworren. Ich fühle mich auch nicht "krank" und habe nur ein paar Therapiestunden gemacht, weil ich dieses Gequatsche albern fand.

  4. Inaktiver User

    Beitrag AW: Ich bin - nichts...

    Hallo Amira27,

    ich will hier keine Ferndiagnose stellen aber für mich hört sich
    das so an als hättest du ziemlich früh in déinem Leben einen
    traumatischen Verlust erlitten.
    Kann das sein?

    Auf jeden Fall empfehle ich dir den alten Klassiker
    "Grundformen der Angst" von Fritz Riemann.

    Das Buch musst du nicht kaufen, es steht in jeder öffentlichen
    Bücherei.

    LG und mach dir ein paar gute Gedanken

  5. Inaktiver User

    AW: Ich bin - nichts...

    Zitat Zitat von Amira27
    Ja, das bin ich. In einer ganz großen Krise, deshalb habe ich das so überspitzt dargestellt. Würde ich arbeiten, könnte ich daraus Selbstwert und Bestätigung ziehen. Meine letzte Beziehung hat mich so zusammenbrechen lassen, dass ich meine letzte Tätigkeit (es war ein Praktikum mit guten Aussichten auf Beschäftigung) in den Sand gesetzt habe. Ich wurde rausgeworfen, weil ich teilnahmslos, einmal auch aufmüpfig war.
    Was genau ist denn passiert? Ich neige ja auch zu Schockreaktionen und leide dann unter Konzentrationsstörungen. Manchmal wundere ich mich, dass ich überhaupt noch funktionere.. Ach, aufmüpfig? Gefällt mir...

    Zitat Zitat von Amira27
    Mir war diese Arbeit plötzlich sowas von wurst, als die Beziehung zu Ende ging... Aber das kanns doch nicht sein!
    Also auch voller Sehnsucht?

    Zitat Zitat von Amira27
    Und doch, ich habe Freunde, sogar eine liebe Familie. Aber irgendwie bin ich anders. Ich rechtfertige mich permanent für mein Verhalten, auch bei kleinen Dingen, und ich gebe, gebe, gebe.... bekomme aber kaum was zurück. Ich renne mit einem Riesenherz unterm Arm durch die Welt, biete es treuherzig jedem an, und zerbreche dann immer aufs Neue ob der Ablehnung, die dann folgt... Oh, das klingt so verworren. Ich fühle mich auch nicht "krank" und habe nur ein paar Therapiestunden gemacht, weil ich dieses Gequatsche albern fand.
    Nein - das klingt gar nicht verworren. Jedenfalls nicht für mich. Vermutlich hast Du genau das gleiche Talent wie ich: Immer die falschen. Und versuche vor allem eines: Schäme Dich nicht wegen Deiner Depressionen. Wieso nur ein paar Therapiestunden? Gequatsche? Dann war es der falsche Therapeut. Was ich in meinen Stunden schon gelitten habe und vermutlich noch weiter tun werde. Du bist noch nicht offen genug, dass Du Dir auch helfen lässt.

    Amira - kein Mensch muss und kann immer nur stark sein. Du musst auch nicht immer nur für andere da sein (sage das ich gerade?). Depression ist keine Krankheit sondern ein Hilferuf Deiner Seele. Kümmere Dich um sie, sonst verkümmerst Du. Rede rede rede...

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    AW: Ich bin - nichts...

    Lieben Dank, das Buch kenne ich schon :-)
    Ich bin, was die Psychologie angeht, zu einer Art Spezialistin geworden... immer in der Hoffnung zu verstehen, warum ich bin wie ich bin. Warum liebt mich keiner - ch bin wirklich ne hübsche, nicht zu hübsch, aber einfach natürlich, warmherzig, offen... wenigstens das kann ich mit Fug und Recht von mir behaupten. Meine Exkerle sind fast ausnahmslos heute in festen Beziehungen, Familienväter und/ oder mit sehr angesehenem Job, egal wie "klein" sie damals waren. Ich bin unterwegs irgendwo auf dem Level "junge Erstsemestlerin/ Studentin" hängen geblieben.

    ...ich hatte KEIN traumatisches Erlebnis, außer dass ich mit meinen Eltern und meiner Großmutter, die ich sehr liebte, in einem Haus wohnte und meine Mutter mit Oma nicht sprach. Vom Tag meiner Geburt bis zu meinem 18. Lebensjahr, als Oma starb. Ich habe massiv unter diesem Schweigen gelitten. Unter dem Druck, unter dem Hin-und Hergerissensein zwischen den Parteien. Mein Bruder jedoch hatte nie ein Problem damit.
    Ansonsten ist mir nichts widerfahren, ich hatte eine normale Kindheit und auch eine erste große Liebe, die 5 Jahre andauerte und im Vergleich zu allem danach sehr schön war.

  7. Inaktiver User

    AW: Ich bin - nichts...

    Zitat Zitat von Amira27
    Warum liebt mich keiner
    Und? Was meinst Du, woran es liegt? Oder siehst Du nicht, wenn Du geliebt wirst?

  8. User Info Menu

    AW: Ich bin - nichts...

    Hallo Amira,

    beim Lesen Deiner Zeilen überkam mich der Gedanke, dass Dein Problem womöglich Deine mangelnde Bereitschaft ist, dauerhaft Verantwortung für Dein eigenes Leben zu übernehmen. Sobald ein Mann daher kommt, in den Du Dich verliebst, gibst Du Dich ihm ganz und gar hin und behältst nichts zurück.
    Du suchst die Schuld bei anderen, die Dich nicht lieben, obwohl Du soviel gibst. Aber vielleicht scheuen sie ja vor der Verantwortung zurück. Wenn mir jemand restlos alles von sich gäbe, dann wäre mir das auch viel zu viel. Damit könnte ich nicht umgehen, das würde mich überfordern.

    Was Du brauchst, ist ein gesundes Mittelmaß an Geben, Nehmen und für Dich Behalten. Nur in dieser Balance wirst Du dauerhaft Stabilität finden. Wenn Du jedesmal alles aufgibst, was auch noch zu Deinem Leben gehört (Hobbies, Job), dann wirst Du immer eine Getriebene bleiben.

    Eine Therapie kann sicher hilfreich sein, aber nur dann, wenn Du bereit bist, die volle Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen und zwar dauerhaft. Die kann und darf Dir niemand abnehmen - kein Mann und kein Therapeut. Es geht ja auch nicht darum, ob Du Dich krank fühlst, sondern darum, dass es Dir nicht gelingt, dauerhaft ein stabiles und erfülltes Leben zu führen. Und das reicht in meinen Augen schon für eine Therapie aus.

    Mir kommt es aber auch so vor, als wolltest Du erst mal ganz genau verstehen, was mit Dir los ist, in der Hoffnung, dass dann, wenn nichts mehr unklar ist, die Probleme von selbst verschwinden. Das wird aber nicht passieren. Entscheidend ist Schritt von der Theorie in die Praxis. Man kann alles über Ängste und Depressionen wissen, was es überhaupt zu wissen gibt und trotzdem nicht davon geheilt sein. Erst wenn man sich dem Problem in der Praxis stellt, was nicht einfach ist, und an sich arbeitet, kann eine Veränderung passieren.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. Inaktiver User

    AW: Ich bin - nichts...

    Hallo,
    mal ehrlich. Erhoffst Du Dir wirklich eine Antwort, die Dich weiterbringt aus einem Beitrag in der Bricom? Wir können Dir etwas Aufmerksamkeit geben, aber wirklich helfen, dein Problem zu lösen?
    Ich fühle mich von solchen Anfragen immer überfordert. Und wollte das hier nur mal sagen. Aber wahrscheinlich schreibst Du dir es nur mal von der Seele. Das ist ok.

  10. User Info Menu

    AW: Ich bin - nichts...

    Hallo Amira,

    Du schreibst "ich bin - nichts" und "warum liebt mich keiner?"

    Du bist Du. Du bist nicht, was Du hast, tust, isst oder anziehst. Geh zu Deinem Spiegel, schau hinein, tippe mit dem Finger auf Deine Nase und sage Deinen Namen! Du bist ein kompletter Mensch.

    Und dann tu, was Dir gut tut. Dafür, Dich zu definieren, zu bestätigen, durchs Leben zu lotsen und die Verantwortung für Deinen Alltag zu übernehmen, bist ganz alleine Du selber zuständig.

    Therapie kann dabei helfen, aber auch nur dann, wenn Du weisst, was Du erreichen willst, und bereit bist, Dich zu ändern.

    Gute Besserung!
    Halbnomadin
    Uns hat ein Goldstück gefunden.

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