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    AW: Ich bin - nichts...

    Ihr habt natürlich Recht, "das" ist zu groß für ein Posting. Und natürlich stimmt es, ich muss selbst Verantwortung für mein Leben übernehmen. Dennoch, ich möchte das Ganze nochmal von einer anderen Seite aufziehen, für das "Kleine" im Leben. Für Tipps bzw. Hinweise dazu bin ich echt dankbar...
    Also: es geht nicht nur um Männer, sondern allgemein. Ich fühle mich total schnell abeglehnt und mache dann innerlich dicht. Alles bleibt oberflächlich, und ich fühle mich sogar schlecht, wenn Leute, die mir nichts bedeuten, mich nicht weiter beachten. Sieht mich X z.B. auf der Straße (angeblich) nicht, denke ich sofort, warum? Melde ich mich im Fitneß-Studio an, rechtfertige ich mich dort permanent für meine schlechte Leistung zu Beginn, obwohl ich ja Kunde bin und dort, um ebendiese zu steigern!
    Ich fühle mich einfach "uncool", merke, dass ich nicht wirklich irgendwohin passe, und habe als Resultat dann vermeintlich langweillige, d.h. unsichere und nicht so gesellschaftsfähige Freunde. Hier fühle ich mich einigermaßen sicher, schäme mich aber fast dafür, dass ich nur die langweiligen Leute halten kann. Die Sehnsucht nach der "Coolness" jedoch bleibt. Ich bin im Grunde sehr schüchtern, sehr - nun ja, fast mütterlich - wirke aber nicht so. Daher ist es auch nie so, dass Leute mich für anhänglich halten, sondern eher für sehr stark, nach dem Motto: ich schaff alles super alleine!
    Ich traue mich nicht, mich zu zeigen, wie ich EIGENTLICH bin. Weil das in unserer Gesellschaft nicht so beliebt ist, schüchtern, konfliktunfähig/ harmoniesüchtig zu sein....
    Manchmal fühle ich mich selbst schon ganz kleinen Kindern unterlegen. Es ist, als würden diese in mich hineinsehen können und wissen, dass sie es "mit mir machen können". Daher kämpfe ich an allen Fronten, meine Schwäche nicht zu zeigen. Und das kostet Kraft.
    Meine Frage: sehen das die anderen? Sehen sie, dass ich nicht "echt" bin? Dass ich mich oft wie eine Versagerin fühle, auch wenn ich etwas anderes sage und tue?

  2. Inaktiver User

    Beitrag AW: Ich bin - nichts...

    Zitat Zitat von Amira27
    Lieben Dank, das Buch kenne ich schon :-)
    Ich bin, was die Psychologie angeht, zu einer Art Spezialistin geworden... immer in der Hoffnung zu verstehen, warum ich bin wie ich bin. Warum liebt mich keiner - ch bin wirklich ne hübsche, nicht zu hübsch, aber einfach natürlich, warmherzig, offen... wenigstens das kann ich mit Fug und Recht von mir behaupten. Meine Exkerle sind fast ausnahmslos heute in festen Beziehungen, Familienväter und/ oder mit sehr angesehenem Job, egal wie "klein" sie damals waren. Ich bin unterwegs irgendwo auf dem Level "junge Erstsemestlerin/ Studentin" hängen geblieben.

    ...ich hatte KEIN traumatisches Erlebnis, außer dass ich mit meinen Eltern und meiner Großmutter, die ich sehr liebte, in einem Haus wohnte und meine Mutter mit Oma nicht sprach. Vom Tag meiner Geburt bis zu meinem 18. Lebensjahr, als Oma starb. Ich habe massiv unter diesem Schweigen gelitten. Unter dem Druck, unter dem Hin-und Hergerissensein zwischen den Parteien. Mein Bruder jedoch hatte nie ein Problem damit.
    Ansonsten ist mir nichts widerfahren, ich hatte eine normale Kindheit und auch eine erste große Liebe, die 5 Jahre andauerte und im Vergleich zu allem danach sehr schön war.
    Manchmal weigert man sich einfach erwachsen zu werden.
    Aber auch das hat seine Gründe.
    Übrigens finde ich die Sache mit deiner Oma keineswegs
    unproblematisch.
    LG

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    AW: Ich bin - nichts...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Übrigens finde ich die Sache mit deiner Oma keineswegs
    unproblematisch.
    LG
    ich auch nicht, liebe almira. ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher punkt, der für dein heutiges lebens- und selbstwertgefühl verantwortlich sein kann.

    Ich habe massiv unter diesem Schweigen gelitten. Unter dem Druck, unter dem Hin-und Hergerissensein zwischen den Parteien.
    das glaube ich dir sofort. wenn ich mir das vorstelle - über jahre hinweg... was das für einen schaden geben kann in so einer mädchenseele. ist doch kein wunder, dass du das gefühl hast, du seist nichts.

    wie hast du dich denn verhalten? hast du gar aktiv etwas getan, um die parteien zusammenzuführen?
    das ist eine ganz schreckliche situation für ein kind.

    nach meinem gefühl müsste dieses thema in eurer familie noch mal auf den tisch, damit du dich besser fühlen kannst.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Ich bin - nichts...

    Hallo Amira,

    wenn eine gute Fee Dir ermöglichen würde, Dich über Nacht so zu machen, wie Du gerne wärst:

    Wie wärst Du am nächsten Tag?
    Was hätte sich für Dich verändert?
    Und woran würdest Du bemerken, dass die gute Fee ihr Versprechen gehalten hat?

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    AW: Ich bin - nichts...

    Ich wäre fröhlich, offen und optimistisch, würde mir einen Job suchen...

    Habe eine Familienaufstellung machen lassen, komme der Sache - meinem Problem - damit sehr nahe....

  6. Inaktiver User

    Beitrag AW: Ich bin - nichts...

    Hallo Amira,

    das hört sich gut an. So eine Familienaufsstellung nach Hellinger
    kann wirklich helfen... besonders wenn es sich um ein Problem
    handelt das schon länger in der Familie besteht.

    Du bist also durchaus in der Lage etwas an deiner Situation
    zu ändern.

    Ich wünsche dir viel Mut und Kraft für deinen Weg.

    LG.

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    AW: Ich bin - nichts...

    Zitat Zitat von Amira27

    Ich wäre fröhlich, offen und optimistisch, würde mir einen Job suchen...
    Und welche Auswirkungen hätte das auf Deine Probleme?

  8. Inaktiver User

    AW: Ich bin - nichts...

    Hallo Amira,

    darf ich fragen, was du studiert hast und was du zur Zeit machst? Suchst du aktiv nach einem Job? Deine Probleme begründen sicherlich nicht nur auf der Arbeitslosigkeit, aber sie ist bestimmt ein wichtiger Faktor. Ich kenne das selbst, dass man sich ohne Arbeit wertlos fühlt und sich das auch ins Private auswirkt. Auch jetzt (ich bin nur Zeitarbeiterin) fühle ich mich oft anderen unterlegen und ich bin mir sicher, dass das sehr viel mit meinem beruflichen Status zu tun hat. Aus dem Job zieht man nunmal doch eine ganze Menge Selbstbewusstsein.

    Bist du denn in der Lage, nach einem Job zu suchen? Und falls nicht, warum nicht?

    LG
    Lillan

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    AW: Ich bin - nichts...

    Liebe Amira,

    Sehnsucht nach Coolness, Perfektionismus, keiner liebt mich, selbst Kinder sind cleverer als ich - das kenne ich alles. Ich habe diese Situationen nach einem harten langen Weg durch eine analytische Therapie mehr oder weniger in den Griff bekommen (Rückfälle gibt es immer mal wieder, auch zur Zeit :-( ).
    Verhaltenstherapie war für mich völlig ungeeignet und das könnte ich mir auch bei Dir problematisch vorstellen, weil man sich zum einen unter Leistungsdruck setzt, zum anderen dazu neigt, gerade nicht das tun zu wollen, was man laut Therapeut ausprobieren sollte.

    Sollte die Familienaufstellung Deine Lösung sein, ist es gut so. Alles ist besser als diese Zustände auf Dauer hinzunehmen oder passiv zu ertragen. Auch der Weg, dass Du Dir hier alles von der Seele schreibst ist ein besserer als Dich einzuigeln. Ich fand und finde immer, Schreiben ist auch eine Art von Therapie.

    Ich drücke Dir die Daumen!

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