Liebe Donata,
Deine Worte könnten von mir stammen. Und ich freue mich für dich, dass du schon 9 Monate Distanz gewinnen konntest und einen guten Weg für dich eingeschlagen hast!![]()
Die Frage, warum ich das so lange ausgehalten habe, habe ich mir auch ab und an gestellt, aber nie ernsthaft. Weil ich es eigentlich weiß. Es war eine Phase meines Lebens, in der ER mein Weg war. Ich war psychisch labil durch Erlebtes, und er hat durchaus seine liebenswerten Seiten. Und ich kann aus tiefster Überzeugung sagen: Auch, wenn ich vor 10 Jahren schon wusste, das diese Beziehung nicht wirklich gut für mich ist (wie krass eigentlich), bin ich erst heute bereit, mich zu trennen. Ich habe schon einige Versuche hinter mir. Aber jetzt ist vieles anders allein dadurch, dass ich eine Therapie mache.
Mit Selbstmord hat er zum Glück nie gedroht. Das ist etwas, von dem er der Meinung ist, das sei feige. Aber Alkohol zu trinken in ungesundem Maß und sein Leben nicht auf die Reihe zu kriegen ist auch eine Art, sich kaputt zu machen, da hängt ja noch so vieles dran.
Es tut manchmal sooooo weh, aber das brauche ich dir ja nicht erzählen!Diese Strukturen in mir, die sitzen so tief. Das muss ich mir auch zugestehen, obwohl ich mit Volldampf an mir arbeite.
Hast du den Kontakt zu ihm abgebrochen?
(Ich musste es tun, wir haben letzte Woche mal telefoniert, aber ich kann es nicht, sonst geh ich drauf...).
Ganz liebe Grüße, und einen sonnigen Tag,
Feuerzeichen
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03.05.2008, 14:08
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Mache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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03.05.2008, 23:21Inaktiver User
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Liebes Feuerzeichen!
Das mit dem Kontakt abbrechen war auch ein Thema.
Nachdem er nach der Trennung am Boden war, fiel es mir sehr schwer, ihm nicht wieder (wie oft schon?) eine weitere Chance zu geben.
Aber es wäre wieder im gewohnten Muster abgelaufen, weil er, wie ich schon gesagt hatte, die Ursache, die Mitbeteiligung, nicht bei sich selbst gesucht hat.
Als mir dann in dieser Zeit von einem Außenstehenden der Zusammenhang Co-Abhängigkeit genannt wurde, sickerte es langsam in tiefere Schichten, daß es einfach sinnlos war mit uns.
Er hat Probleme mit Alkohol, sieht das aber nicht. Und ich mit meiner Emsigkeit auszubügeln, zu planen und abzunehmen war hierfür der passende Partner.
Wir haben Kinder miteinander, daher wollte ich den Kontakt aufrecht erhalten.
Jetzt bin ich dabei einzusehen, daß ich ihn nicht zwingen kann oder will.
Sein Platz ist in der Opferrolle, ich habe unsere Familie zerstört und er schafft es nicht, seine Kinder bei sich zu haben mit dem Wissen, nicht mit ihnen leben zu können.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, ich würde nicht so denken.
Aber vielleicht ist es für ihn ein Weg, mit seiner Situation zu leben.
Deshalb ist der Weg, den Kontakt abzubrechen wohl in deiner Situation das, was dich wieder auf der richtigen Weg bringt.
Ich sehe meine und soweit ich es beurteilen kann auch Deine vergangen Beziehung als ungesund an, welchen Sinn, außer daß er sich wieder Hoffnungen macht, sollte ein Kontakt haben?
Die Person, die damals auch die Richtung mit der Co-Abhängigkeit (nicht nur im Bezug auf Alkohol) hatte, legte mir auch ganz dringend nahe, den Kontakt komplett abzubrechen.
Hätte ich es nicht getan, wäre ich wieder in den Strudel hineingeraten.
Wenn du möchtest und ich Dir noch helfen kann, können wir das gerne mit PN weiterführen, weil ich finde, daß es zu speziell wird und ich das nicht vor allen ausbreiten will.
Donata
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08.05.2008, 09:27
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
hallo feuerzeichen und donata,
die schwester meines freundes ist auch ein solcher "fall". sie ist alkoholabhängig und depressiv. zur zeit hat sie einen job, aber es ist bei ihrem lebenswandel eine frage der zeit, wie lange sie den noch hat. vorher war sie auch schon jahrelang arbeitslos.
sie war kurzfristig mal bei einer therapeutin, aber die war ja auch "doof" und überhaupt sieht sie sich nicht als alkoholikerin.
meine meinung zu solchen personen: man hat nur eine chance (und auch dann nur eine ganz kleine, weil diese leute ja ganz schnell ihre meinung ändern), wenn derjenige sich seiner probleme voll und ganz bewußt ist und sich helfen lassen möchte, unbedingt.
aber selbst dann ist es ja meistens nicht von dauer, die hilfe wird evtl. nur kurzzeitig in anspruch genommen, wenn überhaupt.
die partner können meistens genausowenig machen wie jeder ander in deren umfeld auch.
mein freund sagte einmal: die muss erst GANZ am boden sein, um zu merken, dass sie hilfe braucht!
ich fürchte, er hat recht
was ich mich frage: warum sind einige menschen so? reine charakterfrage? erziehung? kindheit?
mein freund trinkt nun aufgrund dieser geschichte überhaupt keinen alkohol, aber er ist in anderen punkten auch gerne so, dass er die schuld bei anderen sucht (wir haben grade andere themen und gestern ist mir das bei ihm wieder einmal aufgefallen - er packt seine probleme auch nicht an). seine schwester ist der extremfall - schuld sind natürlich auch alle (übrigens - ganz besonders schuldig ist ihr freund!!! aber verlassen dürfte der sie wohl auch nicht...) , nur nicht sie!
viel glück für euch! und immer dran denken: ihr seid nicht für das leben eurer (ex)-partner verantwortlich. eure hilfe wurde nicht angenommen.
lg - nähkörbchen
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11.05.2008, 18:00
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
nähkörbchen,
die frau die du beschreibst, das könnte eine "freundin" von mir sein!! ich kenn jemanden, die ist ganz genauso!!!
und auch sie kriegt ihr leben nicht auf die reihe, hat immer versucht, mich und den jeweilig aktuellen beziehungspartner dazu zu bringen, alles für sie zu tun. hat auch funktioniert. bis ich erkannt habe, dass sie nicht mich für alles verantworlich machen kann, und ich derzeit die schnauze echt voll habe. sie empfindet das als fallen lassen. versucht nun wieder sich anzunähernd, auf superfreundlich. aber schuld sind immer die andren. und süchtig ist sie schon gar nicht, sie doch nicht!
ihren fall zu beobachten tut weh, ich denke ich weiss was du meinst feuerzeichen. man kann nichts tun, denn sie müssen es selbst schaffen und leiden furchtbar. da zusehen zu müssen, ist nicht einfach. aber hingehen und wieder das alte spiel spielen, das geht nicht mehr.
aber ich denke: jeder überlebt diesen fall, der ihn überleben will. auch wenn am ende alle andren schuld sind :-)
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11.05.2008, 18:20Inaktiver User
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Weil eigentlich jeder nach Glück Anerkennung und einem guten Leben sucht. Das kann unterschiedlich sein.was ich mich frage: warum sind einige menschen so? reine charakterfrage? erziehung? kindheit?
Wenn das nicht eintritt, sicht sich jemand eine Ersatzdroge um das zu erreichen. Erziehung, Charakterbildung und Kindheit gehören da zusammen und fließen ins Leben mit ein.
Deshalb ist Erziehung für mich schon lange ein Thema für eine Elternschule. Wer Kinder bekommen möchte, müßte diese erst mal durchlaufen. Ezieherinnen müssen 5 (!!!) Jahre lernen..oder 4
Andere kümmern sich darum nicht..bekommen einfach Kinder...egal wer.....aber das ist ein anderes Thema.
...oder trinken bis sie sterben.aber ich denke: jeder überlebt diesen fall, der ihn überleben will. auch wenn am ende alle andren schuld sind :-)
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12.05.2008, 15:21
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Bei uns in Hessen sind es 5, frag mich, ich bin Erzieherin!Deshalb ist Erziehung für mich schon lange ein Thema für eine Elternschule. Wer Kinder bekommen möchte, müßte diese erst mal durchlaufen. Ezieherinnen müssen 5 (!!!) Jahre lernen..oder 4
Nadine, deine Worte könnten eine heiße Diskussion hervorrufen. Denn es ist gewagt, zu behaupten, dass man nicht einfach so Kinder kriegen dürfte, sondern erst noch durch eine Elternschule gehen.
Ich persönlich stimme dir zu. Ich habe eine Mutter, von der ich sage, sie hätte mich nie in die Welt setzen dürfen. Weil sie nicht in der Lage war, mir die wichtigsten Notwendigkeiten für ein Kind zu bieten: Schutz und Fürsorge. Sie hat danebengestanden, als mein damaliger Stiefvater mich mit dem Gürtel verdroschen hat, hat ihn als Strafe eingesetzt. Weil sie selbst zu schwach war, sich zur Wehr zu setzen. Aber ganz ehrlich: Es ist MEIN Leben, das bin ICH. Wie kann ich sie immer in Schutz nehmen?
Ja, saufen bis sie sterben. Oh man, ich darf gar nicht daran denken...
Ich weiß nicht, was er macht. Mein Ex. Und ich weiß nicht, wie er klar kommt. Und ja, ich weiß, dass das der richtige Weg ist. Aber ich bin immer noch an dem Punkt, an dem ich ihn lieber zwangseinweisen lassen würde als irgendwann zu hören, dass er... in irgendnem Wohnheim lebt, im Knast sitzt, oder tot ist.
Mache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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12.05.2008, 15:38Inaktiver User
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Ja Feuerzeichen.. 5.. Hessen grüß Hessen.
Damals durfte man auch ein Jahr sozialpädagogisch nachweisen, das reichte mitunter auch für die Erzieherinnenschule.
Ich wollte das auch mal ausüben.
Wenn Kinder kommen, würde eine begleitende Schule sehr viel Nutzen haben.
Natürlich kann es auch gut gehen und jemand kommt von selbst drauf, aufzuhören. Die Praxis sieht manchmal nicht so rosig aus. Viele könnten noch leben.
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12.05.2008, 20:00Inaktiver User
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Was Du beschreibst- habe ich auch schon erlebt- nicht "beziehungstechnisch" so aber doch im Freundes- Bekanntenkreis!
Ich kenne welche, die haben in ihrem Leben wahrhaftig immense Probleme!
Sie klagen, sie jammern, sie sind oft krank.....sie suchen händeringend nach Hilfe-- aber bei sich selber zu schauen, können sie einfach nicht!!
Ich weiss sehr gut- wer mal Therapie gemacht hat- und sieht, welche immensen Möglichkeiten darin liegen-- für den ist es manchmal unbegreiflich, daß das andere nicht wollen!!
Bis zu einem gewissen Punkt kann ich auch schon sagen " wenn du den Weg nicht gehen kannst- dann ist genau DAS dein weg"-- und so ist es auch!
Je näher ein Mensch aber einem ist- desto schwerer wird das!
Schlimmstenfalls wenn man liebt- der andere händeringend dasteht.....und man kann reden,reden,reden.....er will den eigenen Schopf einfach nicht packen!!
Natürlich stimmt auch der Satz einer Vorschreiberin-- das hat auch wieder viel mit einem selber zu tun!
Zum einen würde man sich als "Helfer" gut fühlen- zum anderen hätte man die Sorge "los".
Wenn man genug Abstand zu nem Menschen hat-- dann kann man ihn gehen lassen!
Was glaubst Du wie oft die eine oder andere Freundin schon total begeistert über Psychologie geredet und mir zugehört hat.....aber davon NULL umgesetzt???.....manchmal könnte man schreien!!!
Von einer Freundin, die mich nur noch belastet hat- habe ich mich dann getrennt- und da gings mir auch am Anfang schlecht mit!
Ich denke- da muss der Ansatz liegen-- wo fängt es an, Dir wirklich schlecht deshalb zu gehen??
Wenn Du die Fähigkeit besitzt einfach nur zuzuhören, da zu sein....ohen zu leiden.....dann ist das ja ok.
Wenn es dann DIR schlecht geht.......solltest Du den Blick auf Dich richten!!
Ich weiss........manchmal geht das nicht
Aber dann kann man das auch noch immer mittragen-- stimmts
kenzia
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13.05.2008, 20:08
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
Ja, Kenzia... danke für deine Worte.
Ich hoffe auch, dass es die Distanz bringt für mich, ich kann meinen Blick nicht mehr auf ihn richten, sonst gehe ich unter. Ich kann es eben nicht - einfach da sein, zuhören - ohne zu leiden. Aber es hat trotzdem verdammt lange gedauert, bis ich soweit war, den Kontakt abzubrechen und das auch zu ertragen. Irgendwie, auch wenn ich mich noch oft einfach umdrehen möchte und zurückrennen.
Ich kann nichts tun, habe es zu lange versucht.
Es ist gut so, wie es ist.
Ich hoffe, dass ich diese Sätze eines Tages fühlen kann. Heute ist es eher
Mache niemals einen Menschen zu deinem Mittelpunkt,
für den du lediglich eine Option bist.
Hat die Blume einen Knick,
war der Schmetterling zu dick.
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13.05.2008, 20:34
AW: Menschen, die ihre Probleme nicht anpacken können
hallo Feuerzeichen, Donata
wir könnten uns die Hand reichen was die gescheiterten Beziehungen betrifft. Hargenau das hab ich auch durchgemacht, bei mir ist es nun 10 Jahre her dass ich geschieden wurde, geheiratet 1987 getrennt 1997 geschieden 1998
belogen worden und um Geld beschissen, er hat ein Lügengebäude aufgebaut das sich immer weiter auftürmte und schliesslich einfach zerbarst, alles lag in Schutt und Asche. Hätte ich damals nicht einen Verbündeten gehabt der mir Rückhalt gab ich weiß nicht wo ich heute wäre. Heute weiß ich mein Exmann war spielsüchtig.
Das wichtigste ist für euch, ihr müsst es schaffen euch gegen den anderen abzugrenzen. Denkt nur an euch, an nichts anderes.
Es ist hart, aber man kann es schaffen sich ein neues Leben aufzubauen. Ich bin jetzt 40 und hab es grade richtig verarbeitet.
Wünsch euch alles Gute! Kopf hoch!
LG Wik


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